Cold Case aus 1955 - Vermisstenfall

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  • Balthasar70
    Erfahrener Benutzer
    • 20.08.2008
    • 3212

    #151
    Telegramm - war teuer und für Eilbedürftiges, vermute eher kürzere Zustellzeit als 2 Tage.

    Weißer Pfeffer - ich habe gelesen, dass in den Lagern mit Höhenlagen auch Mannschaftskochen pro Baracke möglich war, vielleicht deshalb diese Mengen. Vielleicht aber auch "nur" aus der Küche "mitgehen lassen", weil teuer und brauchbar für die nächste Hausschlachtung daheim?!

    Hinterlegungsbetrag für vermisste oder unbekannte Erben (habe ich selbst schon initiiert) - Wichtiger Hinweis von Dir! Am besten nachfragen beim damalig zuständigen Bezirksgericht (in Deutschland: Amtsgericht). Wenn Fritz für tot erklärt wird und etwaige Fristen nicht abgelaufen sind, sollten die lebenden Abkömmlinge Deiner Großmutter erben! Ehe der Staat das hinterlegte Geld bzw. Erbmasse sich wegen "Herrenlosigkeit" einverleibt, sollten vermutlich auch erst Nachforschungen angestellt worden sein. Wenn es Gegenstände waren, sollte ein Verwalter eingesetzt worden sein.

    Ergänzung: Akten zum/ zur Erbscheinverfahren/ Testamentseröffnung aus 1979, gibt es die noch?
    Zuletzt geändert von Balthasar70; 02.02.2026, 17:23.
    Gruß Balthasar70

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    • scheuck
      Erfahrener Benutzer
      • 23.10.2011
      • 5462

      #152
      Zitat von suschulz

      Ich würde ja darauf tippen, dass Fritz am Bahnhof in Zell am See oder auf dem Weg zur Bahn etwas zugestoßen ist und die Gendarmerie hat es sich mit der „Heiratsangst“ etwas zu einfach gemacht.

      Beste Grüße!
      Wäre ihm da irgendwas zugstoßen, hätte das doch jemand bemerken müssen, oder? Zell am See hatte 1951 6.651 Einwohner, und der Bahnhof liegt in keiner "entlegenen Gegend" (vorausgesetzt, er lag immer schon da wo er heute liegt).

      Dass die Gendamerie es sich rundum verdammt einfach gemacht hat, ist auch meine Überzeugung!

      Herzliche Grüße
      Scheuck

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      • Schlupp
        Erfahrener Benutzer
        • 27.03.2009
        • 466

        #153
        Das denke ich auch. Ich vermute, dass auch österreichische Bahnhöfe damals noch belebter (und vielleicht auch bewacht) waren. Ich würde vermuten, dass (s)ein Verhalten/Aufenthalt vor Ort - sollte er ihn zwecks Abreise aufgesucht haben - daher unauffällig gewesen sein muss. Es sei denn, er hat ihn nachts aufgesucht...

        Bei der Aussage "Heiratsangst" gehe ich mit. Kann durchaus ein "Da ham wer's. Kaffeepause." nach sich gezogen haben.
        Zuletzt geändert von Schlupp; 02.02.2026, 17:10.
        Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)

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        • suschulz
          Benutzer
          • 04.06.2025
          • 14

          #154
          Zitat von Xian2905
          Vielen Dank suschulz für den Input und die Datenlage
          Zu deinen Fragen / Anmerkungen

          Telegramm - ich weiß nicht wie lange Telegramme damals gedauert haben - ich denke nicht, dass das Telegramm erst am 8.4. aufgegeben wurde, da hat es meine Großmutter erhalten; ich denke also wahrscheinlich eher an den 6.4..... Fritz erscheint am 4.4 nicht zu Arbeit. Die Freunde gehen davon aus, er ist noch bei Maria und wurde aufgehalten... Am 5..4 machen sie sich Sorgen; am 6.4. wird ein Telegramm losgeschickt.... könnte so gewesen sein

          Hallo zusammen,

          danke für das Feedback! Also mit den Laufzeiten von Telegrammen kenne ich mich jetzt auch nicht aus. Aber ich habe mal geschaut, wie die Infrastruktur damals funktionierte: Telegramme wurden telegrafisch von Amt zu Amt übermittelt und am Zielort durch einen Eilboten sofort zugestellt. Innerhalb Österreichs dauerte das in der Regel nur wenige Stunden.

          Ich versuche gerade über das ANNO-Archiv (ÖNB) [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...=1955&zoom=33] konkrete Belege zu finden, ob schwere Schneefälle in dieser Woche (04.04.–06.04.) die Leitungen oder die Zustellwege blockiert haben. Die ZAMG-Daten zeigen ja für den 05.04. satte 25 cm Neuschnee auf der Schmittenhöhe. Das könnte bei nassem Schnee zu Leitungsbrüchen geführt haben. Vielleicht lässt sich das anhand von Zeitungsberichten aus der Region noch verifizieren.


          Dass Fritz den Pass dabei hatte, aber sonst alles (inkl. Ringe) im Spind ließ, klingt für mich am ehesten nach einer geplanten, vorübergehenden Abwesenheit. Bei einer geplanten Flucht hätte er wohl das Gold als universelles Zahlungsmittel mitgenommen.

          Zitat von scheuck

          Wäre ihm da irgendwas zugstoßen, hätte das doch jemand bemerken müssen, oder? Zell am See hatte 1951 6.651 Einwohner, und der Bahnhof liegt in keiner "entlegenen Gegend" (vorausgesetzt, er lag immer schon da wo er heute liegt).
          Zitat von Schlupp
          Ich vermute, dass auch österreichische Bahnhöfe damals noch belebter (und vielleicht auch bewacht) waren. Ich würde vermuten, dass (s)ein Verhalten/Aufenthalt vor Ort - sollte er ihn zwecks Abreise aufgesucht haben - daher unauffällig gewesen sein muss. Es sei denn, er hat ihn nachts aufgesucht...
          Was die Theorie zum Bahnhof Zell am See angeht, stimme ich ebenfalls zu, dass er dort wohl unauffällig blieb. Aber was ist danach? Wenn Fritz bspw. im Schneesturm aus dem Zug gestiegen ist, um die restliche Strecke nach Kals zu bewältigen, kann es doch bestimmt trotzdem gefährlich werden. Das Telegramm von Toni Schaufler kam ja offenbar aus Obervellach, wenn ich mich recht erinnere. Das liegt direkt am Ausgang des Tauerntunnels auf der Südseite, in der Zielgegend von Fritz. Warum hat er das Telegramm von dort versendet?

          Beste Grüße!
          Sachsen: MANN, HORN, CLAUS, SCHÖNE, HAFERKORN Pommern: PAPE, PRIEBE, KETELHUT, SCHMECHEL Schlesien: PUPPE, BRENDEL, SCHUBERT, SCHULZ Brandenburg: HÖSE, LEHMANN, KASCHE, SCHMIDT KIESELBACH, REIMANN, STERN[/LIST]

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          • Schlupp
            Erfahrener Benutzer
            • 27.03.2009
            • 466

            #155
            Ja, "Obervellach" braucht sicherlich eine Begründung. (Ich hoffe, ich vergesse mittlerweile nicht irgendwelche im Chat bereits gegebenen Antworten...) War es vielleicht Tonis Heimatort oder der seiner Partnerin? (Hier 5-Tage-Woche und Telegramm freitags nach der Arbeit von zuhause verschickt.) Glaubst Du, dass er ihn vielleicht direkt (mit Anhaltspunkten) gesucht hat? Der Ort Obervellach hat(te) - wenn ich das richtig sehe - keinen eigenen Bahnhof oder?

            Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)

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            • Xian2905
              Erfahrener Benutzer
              • 02.02.2024
              • 532

              #156
              Maria schreibt im Brief.. Toni ist in Obervellach..
              Womöglich stammt er von dort.. Mal Taufeintrage prüfen ob es Schaufler in obervellach gibt

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              • scheuck
                Erfahrener Benutzer
                • 23.10.2011
                • 5462

                #157
                Montag, der 11.04.1955 war Ostermontag, da kann der Toni leicht bei seinen Eltern bzw. bei einer/seiner Freundin oder einem Freund gewesen sein.

                Nächste Frage: wo konnte man an einem Feiertag in Obervellach ein Telegramm aufgeben? Da gab es 1951 2.435 Einwohner. - Und nein, laut Inet gab es keinen eigenen Bahnhof dort; auch heute nicht.
                Zuletzt geändert von scheuck; 02.02.2026, 19:37.
                Herzliche Grüße
                Scheuck

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                • Xian2905
                  Erfahrener Benutzer
                  • 02.02.2024
                  • 532

                  #158
                  In Obervellach habe ich keine Schauflers gefunden

                  Kommentar

                  • Svenja
                    Erfahrener Benutzer
                    • 07.01.2007
                    • 5410

                    #159
                    Hallo

                    Nochmal was zum Thema Fremdenlegion: Ich habe nun auch die Sterbeeinträge von 1963 angeschaut und bei einem Österreicher (+10.10.1950 Tonkin) ist es mir sogar gelungen, auch dessen Taufeintrag von 1924 in Oberösterreich zu finden. Geburtsort und -datum sowie die Namen der Eltern aus dem Sterbeeintrag stimmen mit den Angaben im Taufeintrag überein. Jedoch gibt es im Taufeintrag keinen Randvermerk zu seinem Tod, wobei es auch im Taufeintrag seines Bruders keinen Randvermerk zu dessen Tod gibt. Dieser ist nämlich im 2. Weltkrieg gefallen, wie man dessen Todesanzeige in der Oberdonau-Zeitung vom Montag, 12. Juni 1944 entnehmen kann.

                    Gruss
                    Svenja
                    Zuletzt geändert von Svenja; 02.02.2026, 20:36.
                    Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
                    https://iten-genealogie.jimdofree.com/

                    Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

                    Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

                    Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73

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                    • Xian2905
                      Erfahrener Benutzer
                      • 02.02.2024
                      • 532

                      #160
                      Vielen Dank nochmals allen für die Recherchen, Analysen und Inputs

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                      • scheuck
                        Erfahrener Benutzer
                        • 23.10.2011
                        • 5462

                        #161
                        Gerne doch! Du kannst sicher sein, dass wir alle mit Dir fiebern und nicht erwarten können, dass Du mit neuen Infos "um die Ecke" kommst
                        Herzliche Grüße
                        Scheuck

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                        • suschulz
                          Benutzer
                          • 04.06.2025
                          • 14

                          #162
                          Zitat von Xian2905
                          In Obervellach habe ich keine Schauflers gefunden
                          Ich habe jetzt auch mal gezielt nach den Namen Anton Schaufler und Helmut Hutter gesucht (Ancestry, MyHeritage, Chroniken). Hier ein paar Funde zur Einordnung:

                          Anton (Toni) Schaufler
                          • Der Name taucht oft im Raum Südböhmen (Kaplitz) und im oberösterreichischen Mühlviertel auf (Einträge bis ins 17. Jh.).
                          • Altersmäßig potenziell relevant:
                            • Es gibt einen Anton Schaufler (* 1904) aus Leoben-Göss. Er wäre 1955 ca. 51 Jahre alt gewesen – als Landsmann (Fritz war ja ebenfalls Steirer) vielleicht ein erfahrener Kollege oder Mentor.
                            • Ein weiterer Johann Anton Schaufler war um 1940 aktiv; er würde vom Alter her (geschätzt 1910–1920) vllt. eher als direkter Freund passen.
                          Dass in Obervellach (Kärnten) keine Schaufler-Familie gefunden wurde, liegt eventuell daran, dass er dort nicht ansässig war, sondern wie Fritz ein 'Zugezogener' auf der Baustelle in Kaprun war.

                          Helmut Hutter
                          • Der Name ist im Pinzgau (Niedernsill/Zell am See) ziemlich präsent.
                          • Funde:
                            • Ein Helmut Hutter war in den 70ern für den USK Niedernsill als Rodler aktiv, was für eine lokale Familie spricht.
                            • Ein weiterer Helmut Hutter startete 1960 bei der Firma Zumtobel – das Alter würde gut zu einem jungen Erwachsenen passen, der 1955 etwa so alt wie Fritz (26) war.

                          Sachsen: MANN, HORN, CLAUS, SCHÖNE, HAFERKORN Pommern: PAPE, PRIEBE, KETELHUT, SCHMECHEL Schlesien: PUPPE, BRENDEL, SCHUBERT, SCHULZ Brandenburg: HÖSE, LEHMANN, KASCHE, SCHMIDT KIESELBACH, REIMANN, STERN[/LIST]

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                          • Xian2905
                            Erfahrener Benutzer
                            • 02.02.2024
                            • 532

                            #163
                            Also von den Bildern schätze ich alle circa gleich alt sein; somit würde ich eine Geburt um 1904 aber auch um 1920 eher ausschließen bei Toni

                            Hutter aus Niedernsill gab und gibt es einige; der Rodler könnte tendenziell eher ein Sohn sein... Bei Zumtobel, theoretisch möglich https://static.uni-graz.at/fileadmin...omprimiert.pdf

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                            • Balthasar70
                              Erfahrener Benutzer
                              • 20.08.2008
                              • 3212

                              #164
                              Hallo Xian,
                              kannst Du denn Toni und Helmut auf Bildern genau zuordnen? Z. B. #67 Bild vor der Hütte, das könnte die Arbeiterbaracke sein. Du sagtest ja, dass Dir Bilder von der Schweiz-Deutschland-Reise mit Helmut vorliegen.
                              Gruß Balthasar70

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                              • Henry Jones
                                Erfahrener Benutzer
                                • 31.12.2008
                                • 1714

                                #165
                                Hallo,

                                musste zur Klärung von Erbschaftsfragen nach dem Tod der Eltern kein Todeserklärungsverfahren durchgeführt werden? In Deutschland wäre dass nach meinem Kenntnisstand notwendig, um einen Erbschein zu erhalten.

                                Was ich komisch finde. Wenn er sich hätte absetzen wollen, dann hätte er doch sein Motorrad genommen oder es im Zweifel zu Geld gemacht um fortzukommen. Dann aber hätte er ja seinen Spind geleert...

                                Habt ihr bei der Rentenversicherung angefragt, ob hier später noch Beiträge eingezahlt wurden?

                                Möglicherweise kommt ja auch ein Tötungsdelikt in Frage mit Entledigung des Körpers im Zeller See?

                                Wird wahrscheinlich schwierig nach so langer Zeit.

                                Gruß Alex

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