Vielleicht habe ich auch zu viel Krimi-Dinner gespielt. Aber es liegt irgendwie alles auf der Hand. Man könnte es auch noch ausschmücken. Fritz wird von seinen Kollegen, die keine Berufsverbrecher sind, sondern nur wilde, abenteuerlustige und rauhe Kerle, wie sie auf solchen Extrembaustellen eben zu Hauf herumliefen, erschlagen. Vielleicht im Affekt. Vielleicht war am Zahltag Alkohol im Spiel. Wahrscheinlich aus Habgier. Wie lässt man auf der Großbaustelle nun eine Leiche verschwinden? Braucht man Betonbauern nicht lange zu erklären. Am Wochenende gibt es auch nicht viele Zeugen. Jeder weiß nun, dass Fritz verlobt ist und zu seiner Verlobten fahren will. Die wird sich, da er dort nie ankommt, aber sicherlich fragen, wo Fritz geblieben ist. Dieselbe Frage werden sich die Ermittler natürlich auch stellen. Also schafft man das Moped runter nach Zell zum Bahnhof damit es aussehen könnte wie eine "Flucht". Damit die Ermittler auf genau diese Gedanken kommen, beschließt man, denen zu erzählen, dass Fritz seine Verlobte eigentlich gar nicht heiraten will. Das wird dann, relativ gleichlautend, auch ausgesagt. Auf eine geplante Flucht hätte Fritz natürlich alles mitgenommen, was leicht zu transportieren und schnell zu Geld zu machen ist. Beispielsweise den Siegelring. Profis hätten also versucht, den auch noch verschwinden zu lassen. Unsere drei Bauarbeiter waren aber keine Profis. Die waren verdammt aufgeregt, wussten vielleicht auch nichts von diesem Ring, oder hatten ganz einfach keinen Zugriff darauf. Sie konnten ja schlecht Fritzens Spind aufbrechen. Das würde zu der konstruierten Geschichte so gar nicht passen.
Cold Case aus 1955 - Vermisstenfall
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Nein, consanguineus, um zu dieser in sich vollkommen schlüssigen Theorie zu kommen, muss man nicht zu viele Krimi-Dinner gespielt haben
. Es braucht eigentlich nur ein paar "Freunde" ...
Meine Gedanken gingen seit der "Geld-Info" eigentlich in dieselbe Richtung; ich hatte den potentiellen Täter/die potentiellen Täter nur nicht in den eigenen Reihen gesucht. - Deine Konstruktion ist durchaus perfekt!
Zuletzt geändert von scheuck; 04.02.2026, 17:31.Herzliche Grüße
ScheuckKommentar
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Da ist man mal ein paar Stunden auf Arbeit ... Gut gemacht Forumsleute!
Aber ein Mord für eine Lohntüte? Und dann noch aufteilen? Das wäre schon eine sehr niedrige Hemmschwelle für Kollegen ... Aber natürlich nicht unmöglich, wenn man auch noch - ohne jene Menschen zu stigmatisieren/diskreditieren zu wollen - bedenkt, dass mglw. dieser Toni eine schwierige Kindheit und Erfahrungen mit Kriminalität hatte. Unabhängig davon aber bleibt ein 2. des Monats - wie wir nun vor Augen haben - immer ein potentieller Tag für einen Raubmord. Oder eine Flucht. Ob 2000 Schilling dafür reichen, mag ich nicht beurteilen. Aber an keinem Tag im Monat hatte man wahrscheinlich mehr auf Tasche, um sich ein paar Tage durchzuschlagen. (Ich weiß: die Ringe, das Motorrad ...)
Wir haben schon die Gendarmen kritisiert und auch das Zeitungswesen, das weder Vor- noch Familiennamen korrekt wiedergibt, ist sicherlich keine 100%ig verlässliche Quelle, aber eines stört mich im Text: Hätte unser Toni, der sich mit Fritz ein Zimmer (nebst Plaudereien vor dem Einschlafen teilt) und recht bald aus Sorge um ihn ein teures Telegramm aufsetzen lässt, wirklich nicht wissen sollen, dass sein Kumpel KEINEN Urlaub hat? Das klingt beim Lesen doch schon merkwürdig, dass man sich zunächst nichts dabei dachte, als der Kollege nicht auf Arbeit erschien ... Die Kollegen wussten aber wahrscheinlich auch, dass der Chef Urlaub hatte und man - in Sachen dumme Gedanken - Zeit gewinnen konnte ...
Einmal noch Fremdenlegion (und Motorrad): https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...search&seite=7
Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)Kommentar
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Ich weiß nicht, ob es seinerzeit schon diese Leichenspürhunde gab, die auch hinter meterdickem Beton noch etwas gefunden hätten. Aber selbst wenn es sie gab, so könnte ich mir vorstellen, dass wegen eines "unbedeutenden" Bauernsohnes niemand bereit war, die Fertigstellung des mythischen österreichischen Nationalheiligtums auch nur um einen Tag zu verzögern. Also, niemand an verantwortlicher Stelle. Also wurden die Polizeibeamten eben von ganz oben angewiesen, Ruhe zu bewahren und irgendeine Geschichte zu Papier zu bringen, die einigermaßen plausibel klingt und das Großprojekt Tauernkraftwerk so kurz vor Fertigstellung nicht mit einem Mordfall in Verbindung bringen würde. Man weiß ja, dass in Österreich Vetternwirtschaft eine gewisse Tradition hat. Vielleicht waren der Innenminister und der Vorstand des Energieversorgers ja rotarische Freunde. Ja, und abgesehen vom Imageschaden kostet jeder Tag Verspätung bei der Stromerzeugung natürlich auch bares Geld.
Ganz ehrlich: Es wird aus gutem Grund keine Akten mehr zu diesem Fall geben. Darauf verwette ich einen ganzen Toten Punkt. Sozusagen.Daten sortiert, formatiert und gespeichert!Kommentar
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Die vorangegangenen Beiträge wurden während meines Schreibens veröffentlicht ... Ja, versehentlich bzw. im Affekt und dann "wohin damit?" wäre natürlich möglich.Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)Kommentar
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Und wenn dieses Telegramm, mal ganz böse gesagt, Teil des Vertuschungsplans wäre?Hätte unser Toni, der sich mit Fritz ein Zimmer (nebst Plaudereien vor dem Einschlafen teilt) und recht bald aus Sorge um ihn ein teures Telegramm aufsetzen lässt, wirklich nicht wissen sollen, dass sein Kumpel KEINEN Urlaub hat? Das klingt beim Lesen doch schon merkwürdig, dass man sich zunächst nichts dabei dachte, als der Kollege nicht auf Arbeit erschien ... Die Kollegen wussten aber wahrscheinlich auch, dass der Chef Urlaub hatte und man - in Sachen dumme Gedanken - Zeit gewinnen konnte ...
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Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.
Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.Kommentar
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Wenn, dann sicherlich. Ebenso wie die Aussagen, er wolle nicht heiraten. Das würde die Sache für Außenstehende rund machen und ggf. auf eine konkrete (falsche) Fährte locken. Aber es bleiben Spekulationen. Und man könnte Leuten - die vielleicht noch Leben - damit auch Unrecht tun.
Da nun Vieles durchgespielt wurde, nehme ich mich auch erst einmal zurück. (Werde aber sicherlich weiterlesen.)Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)Kommentar
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"Aber ein Mord für eine Lohntüte"
Ich habe mein Kopf-Kino mal etwas kreisen lassen .... Was haltet Ihr denn von Totschlag?
Es hat Lohn gegeben, die Arbeiten für diese Woche sind getan, man sitzt abends bei einem Bierchen (oder einer Kiste) zusammen; vielleicht hat auch noch jemand etwas Hochprozentiges im Spind (selbstgebrannt?)?. Man wird immer lustiger, hat vielleicht Lust auf eine Schneeballschlacht oder möchte einfach nur Luft schnappen. Man geht nach draußen, plötzlich kommt es zu einem massiven Streit mit Handgreiflichkeiten; jeder gegen jeden oder alle gegen Fritz. Einer haut richtig zu, Fritz fällt hin, mit dem Kopf an ein "massives Hindernis" und ist tot. - Die restliche Truppe gerät in völlige Panik; der Rest ist "consanguineus-Theorie".
Die 2.000 Schilling mit einzubetonieren wäre "schade" .....Herzliche Grüße
ScheuckKommentar
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Nein, ich will selbstverständlich niemandem Unrecht tun! Aber wir haben hier alle unsere Vermutungen und Ideen eingebracht. Irgendjemandem tut man immer Unrecht, je nach Sichtweise. Hier ist ein Mensch spurlos verschwunden und die Sache riecht von vorne bis hinten wie ein Mordfall. Es liegt nun auf der Hand, dass man sich Gedanken darüber macht, wie es hätte gewesen sein können. Ja, und logischerweise auch, wer der oder die Täter war oder waren. Wir sind ja nun nicht exklusiv schlau. Unsere Vermutungen werden seinerzeit sehr viele Menschen gehabt haben, denn sie sind schlüssig. Aber ich vermute, es war von höchster Stelle aus niemand daran interessiert, diesen Fall wirklich zu lösen. Wegen der Konsequenzen für das Tauernkraftwerk.Wenn, dann sicherlich. Ebenso wie die Aussagen, er wolle nicht heiraten. Das würde die Sache für Außenstehende rund machen und ggf. auf eine konkrete (falsche) Fährte locken. Aber es bleiben Spekulationen. Und man könnte Leuten - die vielleicht noch Leben - damit auch Unrecht tun.
Da nun Vieles durchgespielt wurde, nehme ich mich auch erst einmal zurück. (Werde aber sicherlich weiterlesen.)
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Diese Version hatte ich alternativ ja auch schon angedeutet. Allerdings wurden schon Menschen wegen weit weniger als 2000 Schillingen umgebracht."Aber ein Mord für eine Lohntüte"
Ich habe mein Kopf-Kino mal etwas kreisen lassen .... Was haltet Ihr denn von Totschlag?
Es hat Lohn gegeben, die Arbeiten für diese Woche sind getan, man sitzt abends bei einem Bierchen (oder einer Kiste) zusammen; vielleicht hat auch noch jemand etwas Hochprozentiges im Spind (selbstgebrannt?)?. Man wird immer lustiger, hat vielleicht Lust auf eine Schneeballschlacht oder möchte einfach nur Luft schnappen. Man geht nach draußen, plötzlich kommt es zu einem massiven Streit mit Handgreiflichkeiten; jeder gegen jeden oder alle gegen Fritz. Einer haut richtig zu, Fritz fällt hin, mit dem Kopf an ein "massives Hindernis" und ist tot. - Die restliche Truppe gerät in völlige Panik; der Rest ist "consanguineus-Theorie".
Die 2.000 Schilling mit einzubetonieren wäre "schade" .....Daten sortiert, formatiert und gespeichert!Kommentar
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Genau das war auch meine Idee. Wäre seinerzeit nicht unüblich gewesen. Zudem erscheint mir ein Monatslohn von 1.500 € (umgerechnet in heutige Kaufkraft) für einen gefährlichen Knochenjob in den Tauern viel zu gering. Das ist ja hart an der Armutsgrenze. Überlegt mal, was die Jungs auf einer Ölbohrplattform heute (zu Recht) verdienen. Analog dazu würde ich vermuten, dass die 2.000 Schillinge damals der Wochenlohn auf der Baustelle hoch über Kaprun waren.
Viele Grüße
consanguineus
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Andeutungen scheine ich manchmal nicht zu kapieren, Entschuldigung
. - Ganz sicher waren schon weitaus kleinere Beträge "Objekte der Begierde"!
Herzliche Grüße
Scheuck😘 1Kommentar
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Seite 3 rechte Spalte.
Demzufolge wären 2.000 Schilling ein guter (Netto-)Monatslohn gewesen.
Ich hatte nicht insinuieren wollen, dass jede Woche 2.000 Schilling in der Lohntüte steckten.Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.
Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.👍 1Kommentar

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