Cold Case aus 1955 - Vermisstenfall
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Gerade gefunden:
Ermittlungsakten zu Cold Cases werden in Österreich grundsätzlich nicht vernichtet, da Mord und andere schwere Kapitalverbrechen nicht verjähren. Sie werden im Bundeskriminalamt in Wien archiviert und bei neuen Hinweisen oder Methoden («Cold Case Management») reaktiviert. Auch ungeklärte Vermisstenfälle bleiben aktiv oder im Archiv, um Angehörigen Antworten zu ermöglichen.
Also, frisch ans Werk ....
Denkbar, dass das gar kein cold case mehr ist; der Onkel und Du aber nichts davon wisst? Vielleicht der Werner?Zuletzt geändert von scheuck; 02.02.2026, 12:18.Herzliche Grüße
ScheuckKommentar
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Ob ein Vermissten- bzw. Abgängigkeitsfall als Cold Case geführt wird, oder das nur auf Kapitalverbrechen ohne Täter zutrifft... keine Ahnung....
Ich denke aber auch, dass es noch einen Akt geben muss
Ich bin jetzt "old school" postalisch in Kontakt mit der Familie von Maria getreten (keine Tel, keine Email - auch bei der Gemeinde Zirl keine Telefonnummer aufliegend) - wird also ein paar Tage dauern....Kommentar
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Hallo,
hier kann man sich etwas in die damalige Zeit des Kraftwerkbaus hineinversetzen: https://www.youtube.com/watch?v=kzLuG4GhGnc
Ob es tatsächlich Probleme mit hohen Zahlen an Arbeitsopfern gab? Es sieht auch so aus, als ob man nicht eben mal schnell diesen Ort verlassen konnte. Also war es doch etwas beschwerlich dort wegzukommen, plus weite Wege durch die Berge zu seiner Liebsten?!Gruß Balthasar70Kommentar
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Hallo
Ich habe mir gestern nur diejenigen des Jahres 1962 genauer angeschaut, deshalb weiss ich noch nicht, ob das auch für die Jahre 1955 bis 1961 gilt. Unter denen des Jahres 1962 waren viele in Vietnam* im Einsatz und sind dort gestorben, nicht in Nordafrika. Wobei es auch sein könnte, dass die Sterbeeinträge aus Nordafrika woanders zu finden sind, aber dort sind sie nur bis 1924 online einsehbar. Zwischen 1952 und 1954 findet man diverse Zeitungsartikel über die Rekrutierung der Fremdenlegion in Österreich bei ANNO.Nutzerin Svenja hat sich dankenswerterweise die Sterbeeinträge aus dem 1. arr in Paris teilweise angesehen... wenig überraschend, kaum Hinweise auf Soldaten aus Österreich; eher aus Deutschland/Schweiz
*Bei nochmaliger genauerer Betrachtung ist mir aufgefallen, dass diese schon mehrere Jahre vorher verstorben sind, was auch besser zu Vietnam passt.
Gruss
SvenjaZuletzt geändert von Svenja; 02.02.2026, 15:00.Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/
Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38
Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37
Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73Kommentar
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Geneanet hat eine Datenbank. Die Datenbank der "Für Frankreich Gefallenen" in Nordafrika während des Algerienkriegs und der Kämpfe in Marokko und Tunesien ist das Ergebnis der Indexierung der folgenden Informationen: Name, Vorname, Geburtsdatum, Sterbedatum, Sterbeland, die von der Direktion für Kulturerbe, Gedenken und Archive des Armeeministeriums aufbewahrt werden. Bis heute enthält sie fast 26.000 Namen, unabhängig von ihrem Todesjahr und -land. Zeitraum 1952-1962
Leider ist für die Suche ein Name notwendig... also nur Geburtsdatum und Ort zB lässt er nicht zu....scheint zumindest so ...Kommentar
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Eine Abfrage mit Geburtsdatum ergibt 7 Treffer, wobei nur zwei nach 1955 sindAngehängte DateienKommentar
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Bei einer Eingrenzung der Geburten 1928 bis 1935 mit Autriche ergibt 163 Treffer; wobei nur 9 nach dem Verschwinden 1955 datieren
Rudolf Stajner aus Graz geb 1932
Lukas Schranz aus Klagenfurt geb 1931
Erwin Schindele aus Atzenhof geb 1931
Josef Osterle aus Wolfurt geb 1928
Vily Lanner aus Vordernberg geb 1932
Ernest Horbat geb 1931 aus Untervat ?
Ernst Hirschmugl geb 1933 aus Graz
Robert Fersterer geb 1928 aus Salzburg
Eduard Christl geb 1928 aus Kleinzen
Kommentar
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Hallo Xian und in die Runde,
ich lese hier schon seit dem ersten Tag fasziniert mit. Beruflich und durch mein Studium (M.Sc. Wirtschaftsinformatik) neige ich dazu, solche Fälle erst einmal durch die Brille der objektiven Daten zu betrachten. Ich habe mir daher die Mühe gemacht und die historischen Tagesdaten der GeoSphere Austria (ZAMG) für den Zeitraum vom 26.03. bis 10.04.1955 „angezapft“.
Wenn man diese Daten mit Fritz' Versprechen im Brief kombiniert, ergibt sich ein Bild, das die offizielle Gendarmerie-Theorie (Heiratsangst/Flucht) meiner Meinung nach ins Wanken bringt:
Beim letzten Besuch am 27.03. war es im Tal frühlingshaft warm (16,2 °C). Fritz sagte Maria daraufhin: „Ich komme am Samstag wieder, wenn schönes Wetter ist“. Und tatsächlich war es im Tal am Samstag, den 02.04., mit 10,5 °C wieder mild und heiter. Er hielt also möglichweise sein Wort und fuhr los. Auf den Pässen aber herrschte am 02.04. im Gegensatz zur Vorwoche Dauerfrost (bis -7,8 °C) und eine geschlossene Schneedecke (Boden-Code 9.0). Das bedeutet: Fritz konnte nur schwerlich, wenn überhaupt, mit seinem Motorrad über den Großglockner.
Kurzüberblick der Daten von den Messtationen:- Messstation Bad Gastein (1092 m) für das Wetter an der Nordrampe der Tauernbahn (Böckstein)
- Messstation Schmittenhöhe (1955 m) für das Wetter auf Pass-Niveau über Zell am See
- 27.03.1955 (letzter Besuch):
- Bad Gastein 16,2 °C / Schmittenhöhe 5,9 °C (Tauwetter, Fahrt möglich).
- 02.04.1955 (Verschwinden):
- Bad Gastein 10,5 °C / Schmittenhöhe -7,8 °C (tlmin) & Boden-Code 9.0 (Boden vollständig mit Schnee bedeckt).
Abgesehen vom Wetter stimmen mich noch ein paar Aspekte nachdenklich:- Die Liste der Habseligkeiten scheint vollständig für das Leben dort und deutet er auf ein Abruptes, ungeplantes Fortbleiben hin. Wer lässt seine Goldringe und persönlichen Familienfotos in einem versperrten Spind zurück, wenn er plant, endgültig zu verschwinden? Das passt zumindest nicht zu einer geplanten Flucht zur Legion.
- Ein komisches Detail sind die 250g weißer Pfeffer im Spind. Klar, das kann zum Würzen gedient haben, vielleicht hat er es auch mit anderen geteilt. Aber früher galt Pfeffer (neben anderen scharf riechenden Sachen) auch als klassisches Mittel um Gerüche zu überdecken. Ein kurioses Detail, das man im Hinterkopf behalten sollte. Spannend wäre auch, ob möglicherweise jemand abgesehen von Fritz Zugang zum Spind hätte haben können.
- Toni wusste als Zimmerkollege am Montag (04.04.) doch direkt, dass Fritz nicht zur Arbeit kam. Warum schickt er erst am Karfreitag (08.04.) – also 4 Tage später – das Telegramm aus Obervellach?
Fragen an Xian:- Wurde eigentlich der Reisepass im Spind gefunden? Das Verzeichnis nennt nur „div. Papierschaften“. Ohne Pass wäre jede legale Reise oder Rekrutierung 1955 doch vermutlich an der nächsten Kontrolle gescheitert.
- Ist bekannt, ob Fritz am 02.04. seinen Lohn noch abgeholt hat?
Ich würde ja darauf tippen, dass Fritz am Bahnhof in Zell am See oder auf dem Weg zur Bahn etwas zugestoßen ist und die Gendarmerie hat es sich mit der „Heiratsangst“ etwas zu einfach gemacht.
Beste Grüße!
Sachsen: MANN, HORN, CLAUS, SCHÖNE, HAFERKORN Pommern: PAPE, PRIEBE, KETELHUT, SCHMECHEL Schlesien: PUPPE, BRENDEL, SCHUBERT, SCHULZ Brandenburg: HÖSE, LEHMANN, KASCHE, SCHMIDT KIESELBACH, REIMANN, STERN[/LIST]👍 4Kommentar
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Vielen Dank suschulz für den Input und die Datenlage
Zu deinen Fragen / Anmerkungen- Telegramm - ich weiß nicht wie lange Telegramme damals gedauert haben - ich denke nicht, dass das Telegramm erst am 8.4. aufgegeben wurde, da hat es meine Großmutter erhalten; ich denke also wahrscheinlich eher an den 6.4..... Fritz erscheint am 4.4 nicht zu Arbeit. Die Freunde gehen davon aus, er ist noch bei Maria und wurde aufgehalten... Am 5..4 machen sie sich Sorgen; am 6.4. wird ein Telegramm losgeschickt.... könnte so gewesen sein
- Ringe - ja, das passt irgendwie nicht wenn man Geldsorgen hat
- Pass - meines Wissens nicht gefunden und müsste er also bei sich gehabt haben.... Ein Punkt, der aus heutiger Sicht, damals wohl zu naiv gehandhabt wurde... Man hätte das Dokument wohl für kraftlos erwirken müssen und im Nachgang auch ein Todesfeststellungsverfahren einleiten müssen. Als meine Urgroßeltern 1977 bzw 1979 verstarben, hat meine Großmutter ja den Hof als Alleinerbin bekommen.... Mein Onkel meinte, es war bei Gericht auch noch eine Zeit ein Erbteil für ihn hinterlegt ... wie man das schlussendlich juristisch gelöst hat keine Ahnung.... Dadurch, dass der nie für tot erklärt wurde, hätte ja jederzeit irgendjemand Ansprüche erheben können
- Lohn - nein, keine Info.
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"ich hab mal versucht über Anton Toni Schaufler oder Helmut Hutter was herauszufinden; bis dato nix gefunden dazu" - Ich weiß jetzt nicht wie häufig der Name Hutter ist und ob besagter Helmut überhaupt dort ansässig war/wurde, allerdings gibt es heute in Zell wohl zwei Firmen mit diesem Familiennamen und im unweit entfernten Niedernsill eine eines "F. Helmut H." (hier gekürzt). Ich weiß nicht, ob da (entscheidende) Infos schlummern könnten. Google-KI sagt mir außerdem (ungefragt), dass der in den 70ern/80ern erfolgreiche gleichnamige Rennrodler Helmut H. (Sohn?) mit dem "USK Niedernsill in Verbindung" gestanden haben soll. Zu Toni habe ich vorerst nichts zu sagen.Zuletzt geändert von Schlupp; 02.02.2026, 16:24.Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)Kommentar

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