Cold Case aus 1955 - Vermisstenfall

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  • scheuck
    Erfahrener Benutzer
    • 23.10.2011
    • 5431

    #106
    Guten Morgen allerseits!

    Ich sehe, nicht nur mir geht dieses Drama nicht aus dem Kopf .....

    "Böse Spekulation: Vielleicht hatte er auch ein Wissen? Das Telegramm könnte ein Ablenkungsmanöver gwesen sein ... " - Zumindest eine Spekulation, die ziemlich weit "aus dem Fenster" hängt.
    Macht man so was als Kollege, Zimmergenosse und/oder als Freund? Wenn ja, dann ist das ein böser Charakter, oder?

    Recht hast Du, wer nervös wird ob des Verschwindens eines Kollegen/Freundes, schickt nicht nur ein Telegram, sondern sieht sich auch selbst mal um.

    Das Thema Fremdenlegion "gefällt" mir sowieso nicht . Nehmen wir mal an, es hat diese aggressiven Werber gegeben; mögen sie sich in Wirtschaften nach jungen Männern umgesehen haben, die schon etwas zu tief ins Glas geguckt hatten. Und dann??? Man spricht sie an, begeistert sie für die Fremdenlegion, lässt sie gleich neben dem Bierglas einen Vertrag (üblicherweise für 5 Jahre, ohne "Widerrufsklausel") unterschreiben und schleppt sie gleich aus dem Wirtshaus ab? - Dazu reicht meine Phantasie nicht aus .....

    Recherchiert man mal etwas zur Fremdenlgion, speziell zu "Sitten und Gebräuchen", erfährt man Dinge, die in diesem Fall auch eher ungünstig sind
    • Bei der französischen Fremdenlegion war und ist es üblich, eine neue Identität anzunehmen, was die Änderung des Namens beinhaltet. Dieses sogenannte Anonymat (Anonymität) umfasst Vor- und Nachnamen, Geburtsort/-datum sowie Elternnamen. Es dient dem Schutz vor Behördenanfragen und wird in der Regel nach sechs Monaten oder bei Erreichen des Dienstgrads Légionnaire de 1ère classe (nach einem Jahr) durch eine "Régularisation de situation militaire" wieder rückgängig gemacht.
    Das lässt zumindest daran zweifeln, ob die Gendamerie im Zuge der Wiederaufnahme der Ermittlungen eine Auskunft bekommen würde. - Vielleicht, wenn der Gesuchte Jahrgang 1930 ist?
    Xian wird sie nicht bekommen, denn gegenüber Privatpersonen ist gar nichts zu erwarten, das ist so gut wie sicher.

    Sollte ein "einfaches" Ja oder Nein zu erfahren sein, wäre man sicherlich auch nicht zufrieden, denn ein Ja wirft weitere Fragen auf. - Hat Fritz die Legion nach Ablauf der 5 Jahre verlassen?
    War er in Algerien im Einsatz? Ist er dort eventuell gefallen? Wobei das wieder eine neue Frage aufwerfen würde: wie geht man vor, informiert man Angehörige?

    Eine ganz traurige Geschichte, und man rennt sich bei allen möglichen "Erklärungsversuchen" immer irgendwo den Kopf an ...........

    Habt einen schönen Sonntag und seid gegrüßt,
    ​​​​​​Scheuck

    Herzliche Grüße
    Scheuck

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    • Svenja
      Erfahrener Benutzer
      • 07.01.2007
      • 5384

      #107
      Hallo

      Wenn er in der Fremdenlegion gefallen wäre, müsste es zumindest eine Sterbeurkunde in Frankreich geben.
      Die Sterbeurkunden vieler Soldaten der französischen Armee und Fremdenlegion findet man im 1. Arrondissement von Paris.
      In den Tables décennales 1955-1964 und 1965-1974 ist jedoch keine Person namens Koschar gelistet. https://archives.paris.fr/archives-n...partir-de-1860
      Ich habe jedoch in den Sterbeeinträgen von 1962 gesehen, dass es oftmals Berichtigungen in den Randvermerken gibt.
      Man könnte also mal die Jahre 1955 bis 1963 durchsehen und die Randvermerke genauer anschauen oder auch die Zeugen.

      Meines Wissens gibt es einen Index zu den Standesamtseinträgen von Paris bei Filae, evtl. ist dieser auch bei MyHeritage und/oder Geneanet zu finden.
      Allerdings bin ich nicht sicher, ob dort auch die fraglichen Jahrzehnte enthalten sind.
      Falls er nach 1970 in Frankreich gestorben sein sollte, sollte er im INSEE Death Index zu finden sein, ebenfalls bei den obigen Anbietern und familysearch.

      Die Sterbeurkunden aus Algerien findet man in einem anderen Archiv, jedoch sind diese nur bis 1924 online einsehbar.
      Evtl. gibt es auch Sterbeurkunden in Lyon oder Marseille (Rekrutierungsbüros), aber die sind nur bis 1944 online einsehbar.
      Bei den Sterbeurkunden in Paris sind auch welche dabei, die in Marseille rekrutiert worden sind, sogar mit Matrikel-Nummer!

      Gruss
      Svenja
      Zuletzt geändert von Svenja; 01.02.2026, 17:45.
      Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
      https://iten-genealogie.jimdofree.com/

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      • Xian2905
        Erfahrener Benutzer
        • 02.02.2024
        • 526

        #108
        Hätte ich mal besser französisch gelernt 😂😂.. Kann man ggf mit dem Geburtsdatum suchen?

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        • scheuck
          Erfahrener Benutzer
          • 23.10.2011
          • 5431

          #109
          Du bist nicht allein; mir geht's auch so
          Herzliche Grüße
          Scheuck

          Kommentar

          • Svenja
            Erfahrener Benutzer
            • 07.01.2007
            • 5384

            #110
            Hallo

            Bei den Archives de Paris kann man bei den eigentlichen Akten nur nach Art (Geburt, Heirat, Tod), Arrondissement (hier das 1.) und Datum oder Jahr eingrenzen.
            Wenn du du auf Tod (décès) und Arrondissement 1 eingrenzt, werden dir nur die Sterbeurkunden aus dem 1. Arrondissement angezeigt.
            Das Geburtsdatum steht jeweils nach "né le" = geboren am.

            Gruss
            Svenja
            Zuletzt geändert von Svenja; 01.02.2026, 20:10.
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            • consanguineus
              Erfahrener Benutzer
              • 15.05.2018
              • 7838

              #111
              Zitat von scheuck
              Das Thema Fremdenlegion "gefällt" mir sowieso nicht . Nehmen wir mal an, es hat diese aggressiven Werber gegeben; mögen sie sich in Wirtschaften nach jungen Männern umgesehen haben, die schon etwas zu tief ins Glas geguckt hatten. Und dann??? Man spricht sie an, begeistert sie für die Fremdenlegion, lässt sie gleich neben dem Bierglas einen Vertrag (üblicherweise für 5 Jahre, ohne "Widerrufsklausel") unterschreiben und schleppt sie gleich aus dem Wirtshaus ab? - Dazu reicht meine Phantasie nicht aus .....
              Doch, genauso lief das ab. Mit dem Alkohol wurde seitens der Werber teilweise auch nachgeholfen. Das, und noch krassere Geschichten berichtete mir jemand, den ich sehr gut kannte, und der selbst einige Jahre bei der Legion war. Im Algerienkrieg.

              Viele Grüße
              consanguineus

              Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

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              • Geschichtensucher
                Erfahrener Benutzer
                • 03.09.2021
                • 1140

                #112
                Hätte er nicht seine Siegelringe mitgenommen, wenn er freiwillig verschwunden wäre?
                Beste Grüße, Iris

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                • scheuck
                  Erfahrener Benutzer
                  • 23.10.2011
                  • 5431

                  #113
                  Zitat von consanguineus

                  Doch, genauso lief das ab. Mit dem Alkohol wurde seitens der Werber teilweise auch nachgeholfen. Das, und noch krassere Geschichten berichtete mir jemand, den ich sehr gut kannte, und der selbst einige Jahre bei der Legion war. Im Algerienkrieg.

                  Viele Grüße
                  consanguineus
                  Das ist ja widerlich, consanguineus, und bringt mein Weltbild ins Wanken! - Dass man bei der Fremdenlegion nicht zimperlich war (wahrscheinlich auch noch nicht ist), ist mir bekannt. Dass man sie um 1955 in die Reihe von Rattenfängern bzw. Drückerkolonnen stellen muss, nicht. - DANKE fürs Schließen dieser Bildungslücke!

                  Okay, am Biertisch einen üblichen 5-Jahres-Vertrag unterschrieben (die Zeche wurde wahrscheinlich von den Werbern übernommen) und dann ab "ohne schuldhaftes Verzögern"?

                  Edit:
                  1955 gab es ca. 200-300 österreichische Fremdenlegionäre habe ich gelesen. Wenn nur die Hälfte davon auf diese Weise "beigetreten" sind
                  Zuletzt geändert von scheuck; 01.02.2026, 22:10.
                  Herzliche Grüße
                  Scheuck

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                  • scheuck
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.10.2011
                    • 5431

                    #114
                    Zitat von Geschichtensucher
                    Hätte er nicht seine Siegelringe mitgenommen, wenn er freiwillig verschwunden wäre?
                    DAS überlege ich mir seit gestern! - Bei der Fremdenlegion hätte er sie nicht gebraucht; zu einer Bergtour auch nicht ....
                    Herzliche Grüße
                    Scheuck

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                    • consanguineus
                      Erfahrener Benutzer
                      • 15.05.2018
                      • 7838

                      #115
                      Zitat von scheuck
                      Bei der Fremdenlegion hätte er sie nicht gebraucht; zu einer Bergtour auch nicht ....
                      Aber wenn er Bargeld gebraucht hätte, wäre der Schmuck ihm nützlich gewesen. Sicherlich nicht auf dem Berg. Anderswo schon.

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                      • Geschichtensucher
                        Erfahrener Benutzer
                        • 03.09.2021
                        • 1140

                        #116
                        Ja, das denke ich auch. Sie sind klein und leicht und im Notfall zu Geld zu machen.
                        Beste Grüße, Iris

                        Kommentar

                        • scheuck
                          Erfahrener Benutzer
                          • 23.10.2011
                          • 5431

                          #117
                          JA, Ihr habt beide natürlich recht! - Der Gedanke, er könne verschwunden sein, um irgendwo untergetaucht leben zu wollen, hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen .
                          Herzliche Grüße
                          Scheuck

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                          • Balthasar70
                            Erfahrener Benutzer
                            • 20.08.2008
                            • 3193

                            #118
                            Hallo in die Runde,

                            der Brief aus #79, #80 und die Bilder aus #67 bringen Neues zu Tage, wichtig finde ich:

                            - Maria AMORT lebt zu dieser Zeit in Kals am Großglockner, nicht in Tristach (sie hatte in Kals eine Lehre absolviert)
                            - die Beziehung bestand schon seit 5 Jahren und trotz der Entfernung besucht Fritz sie häufig (also keine Eheanbahnung durch Verwandte, wie in Dörfern damals noch üblich)
                            - Fritz ist in der Familie AMORT beliebt und willkommen, scheinbar ist er nicht der Typ "Halodri"
                            - Maria AMORT kennt die Arbeitskollegen/Freunde Toni SCHAUFLER und Helmut HUTTER offenbar persönlich, die die Aussagen gegenüber der Polizei gemacht haben
                            - Fritz verbrachte schon mal einen Urlaub mit Helmut HUTTER in der Schweiz und weiteren Ländern
                            - die Chronologie war folgende,
                            So 27.03. Fritz besucht Maria und kündigt an, am Sa 02.04.55 bei gutem Wetter sie schon wieder zu besuchen
                            Sa 02.04. erscheint er NICHT, Marie wartet noch eine Woche
                            Fr 08.04. geht ein Telegramm von Toni SCHAUFLER an Fritz Eltern
                            ~So 10.04. gibt Maria ein Telegramm nach Hause auf, weil sie keine Informationen von Fritz hat
                            Mo. 11.04. geht ein Telegramm von Toni SCHAUFLER an Maria, sie erfährt zusätzlich (über Telefon?) von ihm, dass Fritz angeblich am 02.04. aufgebrochen wäre zu ihr
                            Fr 15.04. Maria erfährt von der Polizei, dass das Motorrad schon seit ca. 8-10 Tage in Zell steht
                            Mo 18.04. Maria erhält einen Brief von Toni SCHAUFLER und Helmut HUTTER, die ihre Betroffenheit mitteilen (abgeschickt dann ca. 14.04.)
                            Di 19.04. Maria schreibt der Schwester von Fritz einen Brief (abgeschickt dann ca. 15.04.)
                            So 24.05. sein Spind in der Baracke wird geräumt
                            Di 28.06. (spätestens) Freigabe seiner verwahrten persönlichen Sachen durch Polizei

                            Mir stellen sich folgende weiteren Fragen:
                            11. Der Text "Eine unvergessliche Übernachtung am Herrliberg Schweiz" gehört zu welchem der Bilder aus #67? Wer mag wem so etwas geschrieben oder quittiert haben?
                            12. Ich stelle mir vor, die Polizei notiert akribisch die Aussagen aller Zeugen. Warum wurde die wichtigste Aussage von Toni SCHAUFLER, dass Fritz am 02.04. zu Maria aufgebrochen sei, später den Eltern von Fritz nicht mitgeteilt? Gab es die Aussage gegenüber der Polizei nicht? Statt dessen stehen in dem Antwortbrief der Polizei die Angst vor Heirat und daraus folgende seelische Probleme im Mittelpunkt . Die Polizei wird doch auch Maria befragt haben?
                            13. War telefonieren schwierig zu dieser Zeit in den Bergen? Warum schreiben die Herren SCHAUFLER und HUTTER mehrfach, statt mit den Angehörigen zu telefonieren?
                            14. Um 1955 waren laut KI ca. 300 Österreicher bei der Fremdenlegion. Von den damals 3,5 Mio männlichen Einwohnern Österreich werden vielleicht 10-15% tauglich für einen Dienst in der Fremdenlegion gewesen sein?! Ich finde es ziemlich unwahrscheinlich, dass er dort eingetreten ist. Aber mal sehen, ob es tatsächlich Hinweise darauf gibt.
                            15. Wo gibt oder gab es den direkten Weg vom Kraftwerkstausee "Wasserfallboden" (also von der Baustelle) über den Großglockner nach Kals, der mit Motorrad befahrbar ist oder war? Ich sehe nur unüberwindbare Berge, gefährliches Terrain: https://www.google.com/maps/dir/DAS+KALS,+Gro%C3%9Fdorf+88,+9981+Gro%C3%9Fdorf,+%C 3%96sterreich/47.2175712,12.726264/@47.1286781,12.5471889,42530m/data=!3m1!1e3!4m9!4m8!1m5!1m1!1s0x47776d88985bcf57 :0xa6e7a0dc3cfc867a!2m2!1d12.6379392!2d47.0108015! 1m0!3e0?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDEyOC4wIKXMDSoASAF QAw%3D%3D
                            Zuletzt geändert von Balthasar70; 02.02.2026, 12:02.
                            Gruß Balthasar70

                            Kommentar

                            • scheuck
                              Erfahrener Benutzer
                              • 23.10.2011
                              • 5431

                              #119
                              DANKE Balthasar, jetzt muss ich nicht mehr selbst scrollen, wenn ich etwas nachlesen möchte .

                              Im Momnt kann ich nur Deine letzte Frage beantworten und erinnere mich dabei an die erste größere Urlaubsfahrt mit einem "Goggo", da ging es über den Großglockner, 1961. Ich weiß es noch wie heute, es sah überall so aus wie auf dem Google-Maps-Bild! - Meine Eltern waren von dem beeindruckenden Gebirgs-Panorama total bezuckert; ich weniger . Mit einem Motorrad?
                              ICH nicht, aber Fritz ja auch nicht, denn das Motorrad stand ja in Zell ...

                              Nur zum besseren Verständnis angemerkt: ich bin auch heute noch kein Berg-Feund und würde auch nie auf ein Moped oder gar Motorrad steigen!
                              Zuletzt geändert von scheuck; 02.02.2026, 00:01.
                              Herzliche Grüße
                              Scheuck

                              Kommentar

                              • Balthasar70
                                Erfahrener Benutzer
                                • 20.08.2008
                                • 3193

                                #120
                                Hallo,
                                Frage 15 war mehr für das Gesamtbild gestellt. Ich sehe die hochalpine Passstraße (107), die liegt aber sehr östlich. Meinen als Route markierten Weg würde ich auch nicht als "über den Glockner" bezeichnen. Der Ärmste musste ja erst mal aus seinem Tal nach Norden Richtung Kaprun rauskommen, also alles sehr umständlich. Er könnte wegen Wetter auch eine Mitfahrgelegenheit (Auto, Lkw) genutzt haben.
                                Gruß Balthasar70

                                Kommentar

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