Cold Case aus 1955 - Vermisstenfall

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  • scheuck
    Erfahrener Benutzer
    • 23.10.2011
    • 5435

    #316
    NEIN, das passt nicht zu Fritz, jedenfalls nicht nach dem "Bild", das ich von ihm im Kopf habe. - Ländlich" aufgewachsen, vielleicht etwas weltfremd, aber auf gar keinen Fall verantwortungslos. Er hatte gewusst, was er seinen Eltern und auch Maria antut; ein Trauma, das alle lebenslänglich nicht wieder los geworden sind.

    Deswegen tue ich mich auch immer noch schwer mit der Legion und hoffe, dass da "vor Ostern" noch jemand in die Pötte kommt ....
    Herzliche Grüße
    Scheuck

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    • Balthasar70
      Erfahrener Benutzer
      • 20.08.2008
      • 3198

      #317
      Hallo,

      also ich meine es ist Marias Schrift. Es ist ein Eintrag in einem Kalenderbuch an Gründonnerstag/ Karfreitag (franz. = Vendredi saint). Merkwürdig, dass das Kalenderbuch eine deutsch-französische Ausgabe ist. Hatte sie einen Bezug zu Frankreich? Ist es tatsächlich ihr Tagebuch?

      Auf der Rückseite schreibt sie etwas von Traudi, Grete .. könnten Schwester und Schwägerin sein.

      Zitat von Xian2905
      so hier der Eintrag --- die Nummer könnte auf das 22nd Motorized Company (22e CP) of the 6th Battalion hinweisen = Algerien https://foreignlegion.info/units/22-...rized-company/
      Lasst die Recherche beginnen
      Zuletzt geändert von Balthasar70; 07.02.2026, 13:56.
      Gruß Balthasar70

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      • scheuck
        Erfahrener Benutzer
        • 23.10.2011
        • 5435

        #318
        Zitat von Balthasar70
        Hallo,

        also ich meine es ist Marias Schrift. Es ist ein Eintrag in einem Kalenderbuch an Gründonnerstag/ Karfreitag (franz. = Vendredi saint). Merkwürdig, dass das Kalenderbuch eine deutsch-französische Ausgabe ist. Hatte sie einen Bezug zu Frankreich? Ist es tatsächlich ihr Tagebuch?

        Auf der Rückseite schreibt sie etwas von Traudi, Grete .. könnten Schwester und Schwägerin sein.
        Hab ich mal wieer was verpasst? Kalender(buch), also kein Tagebuch im eigentlichen Sinn? Deutsch-französische Ausgabe? - Hilft mir bitte jemand ?
        Herzliche Grüße
        Scheuck

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        • lokarda
          Erfahrener Benutzer
          • 16.11.2018
          • 360

          #319
          An Scheuck und Balthasar:

          Ja, ich verstehe es auch als Kalenderbuch. Da Österreich noch besetzt war, wird es in Tirol wohl diesen zweisprachigen Kalender gegeben haben.
          Meine Hessischen Lieblingslinien: Schildwächter, Albrecht, Kessler, Krug

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          • scheuck
            Erfahrener Benutzer
            • 23.10.2011
            • 5435

            #320
            AVRIL, okay Bisschen DENKEN hilft ja meistens
            Herzliche Grüße
            Scheuck

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            • scheuck
              Erfahrener Benutzer
              • 23.10.2011
              • 5435

              #321
              RECHT hast Du, lokarda! - ENTSCHULDIGT BITTE MEINEN GEISTIGEN AUSSETZER!!!
              Herzliche Grüße
              Scheuck

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              • scheuck
                Erfahrener Benutzer
                • 23.10.2011
                • 5435

                #322
                Kaffee schien nicht zu helfen, Balthasar; ich hatte gerade einen Schluck aus der neben dem Lappy stehenden Tasse genommen
                Herzliche Grüße
                Scheuck

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                • Schlupp
                  Erfahrener Benutzer
                  • 27.03.2009
                  • 466

                  #323
                  Moin in die Runde,

                  ich habe - wie angekündigt - mitgelesen und melde mich noch mal kurz. Ich halte die Fremdenlegion-Variante weiterhin für möglich. Ohne jetzt für Fritz künstlich das Big-Five-Modell rekonstruieren zu wollen, kann ich mir halt gut vorstellen, dass er tief drinnen ein "Abenteurer" war - jedenfalls ein größerer als es die gewöhnliche Spießigkeit der Zeit zuließ. Auf zwei Rädern über die Berge, im Freien übernachten, [keine Interesse am Ehestand] ... Vielleicht lehnt man dann eine Möglichkeit der FL nicht kategorisch ab, ja findet sogar einen Reiz daran. In dem Fall hätte Fritz wahrscheinlich den Zeitpunkt bewusst gewählt, da der Chef (als Kontrollinstanz) sich im Urlaub befand. Jetzt sagt man dem Zimmerkollegen noch, dass man selbst Urlaub haben werde und zack - man hat erst einmal ein bisschen Luft.
                  Auch sollten wir uns vielleicht doch noch mal die Spindliste ansehen. Was müsste da normalerweise alles drin gewesen sein? Vielleicht war die nebenbei hier im Forum erwähnte Frage nach der Unterwäsche gar nicht so irrelevant. Hat Fritz seine Unterhemden und -hosen (und vielleicht noch einen Pullover) gezielt für seine "Reise" eingepackt? Hier gibt es dahingehend noch ein paar Infos: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...ef=anno-search

                  Am 18. November 1954 wird auch noch mal über verstärktes Werben berichtet (unterer Teil, mittig):


                  Allerdings bleibt die Verbrechensvariante für mich weiterhin alternativ möglich - mit Vorsatz, im Affekt oder als Unfallvertuschung. Meinetwegen auch, dass der Helmut H. später das Motorrad nach Zell (mglw. ja sein Wohnort, da er später dort verstirbt) fuhr oder als Fritzens Sozius reiste.
                  Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)

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                  • scheuck
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.10.2011
                    • 5435

                    #324
                    Hallo allerseits,

                    nicht missverstehen bitte, ich "wehre" mich absolut nicht gegen die FL-Theorie; sie "gefällt" mir nur nicht. - Fritz, der "verkappte Abenteurer"; da bin ich auch noch dabei. Fritz, der verantwortungslose/rücksichtslose Mensch, der seine Familie und Maria lebenslänglich traumatisiert? - Das würde ich ihm übel nehmen ....

                    Bleiben wir bei der Legion, warum hat er nie ein Lebenszeichen von sich gegeben? Durfte man das nicht? Der Legion still und heimlich beigetreten und dann für die Umwelt für immer und ewig verschollen? - Wenn die Infos aus dem Inet stimmen, hätte man es der Familie mitgeteilt, wenn er gefallen wäre; hat man aber offenbar nicht.

                    Vielleicht erfahren wir von der Legion "vor Ostern" ja noch was .....

                    Diese fehlende Unterwäsche macht mich stutzig. Ja, ich gehe davon aus, dass man 1955 keine 10 Garnituren hatte; schon gar nicht in einem Spind in der Baracke. Aber so gar keine??? - Ein Mann sollte auch Rasierzeug haben, auch davon steht nichts in der Spind-Liste.
                    Herzliche Grüße
                    Scheuck

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                    • lokarda
                      Erfahrener Benutzer
                      • 16.11.2018
                      • 360

                      #325
                      Zitat Schlupp (#323):

                      "Jetzt sagt man dem Zimmerkollegen noch, dass man selbst Urlaub haben werde und zack - man hat erst einmal ein bisschen Luft."

                      Mir ist aufgefallen, dass bezüglich der Unterkünfte eine Unstimmigkeit vorliegt:
                      Die Gendarmerie leert Fritzens Spind in Baracke 220/1, während Maria Amort mitteilt, dass Toni und Fritz ein gemeinsames Zimmer haben, also Baracke 220/10.

                      Coldcase Fritz1.png Coldcase Fritz2.png Coldcase Fritz3.png

                      Möglicherweise hat die Gendarmerie auch nur eine Null vergessen....


                      Parallel dazu ein ein kleiner Einblick in die Lager-Situation in Kaprun kurz nach dem Krieg (Salzburger Tagblatt, 1947):


                      Meine Hessischen Lieblingslinien: Schildwächter, Albrecht, Kessler, Krug

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                      • scheuck
                        Erfahrener Benutzer
                        • 23.10.2011
                        • 5435

                        #326
                        Sehr interessant, . - Da mag sich ja in den kommenden Jahren noch einiges getan haben, aber eine gewisse Abenteuerlust musste man wahrscheinlich auch 1955 noch mitbringen-

                        Ja, bei der Barackenbezeichnung eine Null vergessen, das kann ich mir schon vorstellen ...

                        Übrigens, ich kann mir auch denken, dass Fritz eine gewisse Zukunftsangst hatte, denn im September 1955 hatte es ein Ende; das Kraftwerk wurde in Betrieb genommen. Damit wurden sicherlich nicht mehr alle Arbeiter gebraucht; es kam zu Kündigungen.

                        Fritz hatte bislang auf dem elterlichen Hof mitgearbeitet, konnte er dahin nicht mehr zurück bzw. wollte das nicht?
                        Herzliche Grüße
                        Scheuck

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                        • Schlupp
                          Erfahrener Benutzer
                          • 27.03.2009
                          • 466

                          #327
                          Rasierzeug! Danke! Das ist auch so etwas, was die FL-These (à la "er nahm das Nötigste mit") unterstützen könnte ... Die Idee auszuschmücken, auch "gute" Menschen seien ggf. zu dieser "Rücksichtslosigkeit" fähig, würde hier wahrscheinlich zu kompliziert werden, aber es ist ja z.B. bekannt, dass Menschen sich schwertun, "Rollen" zu verlassen (u.a. Gefühl des Gesichtsverlusts). So gibt es Menschen, die verlassen etwa ihre Kinder (auch durch Adoption etc.), vermissen diese ein Leben lang, schaffen es aber nicht, den einmal gegangenen Schritt zu "korrigieren" bzw. sich mit diesem auseinanderzusetzen. Stattdessen herrscht ein Konglomerat aus Akzeptanz und Verdrängung und einer bestimmten Form von Trauer. Sie bleiben in ihrer Rolle und es hilft Ihnen - so absurd es klingen mag - Schmerz zu vermeiden. (Die Kriegsgeneration war wahrscheinlich auch irgendwie darin trainiert.)
                          Die Erklärung ist jetzt vielleicht nicht die beste, aber es gibt nachweislich genug Fälle von Kontaktabbruch (welcher Art auch immer) - wahrscheinlich mehr als es Morde gibt. Und allein der Gang zur Fremdenlegion setzt m.E. ja ein gewisses Maß an Irrationalität (Aufgabe des Gewohnten, abstrakte Vorstellung von Zukunft) voraus.
                          Woher stammen: 1) der Hirte Johann Peter Matthias TRIEGER (* um 1760, angeblich in Barby bei Magdeburg, V: Andreas Trieger), 2) der Hirte Michael BREITMEYER (* um 1727, V: David Breitmeyer, 1740er: wohnhaft in Schwanebeck bei Halberstadt)

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                          • Balthasar70
                            Erfahrener Benutzer
                            • 20.08.2008
                            • 3198

                            #328
                            Na, zumindest den Rasierpinsel hatte er im Spind zurückgelassen. 🤫
                            Zuletzt geändert von Balthasar70; 07.02.2026, 17:48.
                            Gruß Balthasar70

                            Kommentar

                            • scheuck
                              Erfahrener Benutzer
                              • 23.10.2011
                              • 5435

                              #329
                              Zitat von Balthasar70
                              Na, zumindest den Rasierpinsel hatte er im Spind zurückgelassen. 🤫
                              Es sei denn, es gab eine gemeiname "Wasch-Baracke" (ähnlich wie auf Campingplätzen) für x Personen, in der jeder ein Plätzchen für Zahnbürste und Rasierzeug hatte. - Kann ich mir nicht wirklich vorstellen ...

                              Nicht präzise ausgedrückt : dass es eine solche "Wasch-Baracke" gab, wird stimmen, aber da wird es keinen Platz für persönliche Dinge gegeben haben.
                              Zuletzt geändert von scheuck; 07.02.2026, 18:08.
                              Herzliche Grüße
                              Scheuck

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                              • Balthasar70
                                Erfahrener Benutzer
                                • 20.08.2008
                                • 3198

                                #330
                                Ich meinte gelesen zu haben, dass in jeder Baracke ein Gemeinschaftswaschraum war.
                                Gruß Balthasar70

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