Ich habe heute eine Erleuchtung bekommen, wenn auch erst nach einem kleinen Umweg, mit etwas Kopfzerbrechen und angeregt durch einen "Nebenfund" meines jüngsten Archivbesuches.
Die Geschichte in ihren wesentlichen Zügen:
In einer von mir in Magdeburg abfotografierten Quelle bezüglich juristischer Auseinandersetzungen der Dörfer Groß- und Klein-Dedeleben mit Dritten wurde u.a. um die Erstattung der Auslagen für Boten- und andere Dienste von Einwohnern dieser Orte gebeten.
Einer dieser Einwohner war Heinrich KNACKSTEDT, der zweite Ehemann meiner Vorfahrin Dorothea SCHAPER.
Rein zufällig habe ich ich mir dann nochmal den Heiratsvertrag meiner Vorfahrin mit ihrem ersten Ehemann, meinem Vorfahren Jürgen SCHLIEPHAKE angesehen (ich hatte ihn in meiner Genealogiedatei ausführlich zitiert) wobei mir dann aufgefallen ist, dass Jürgen Schliephake seinem Stiefvater nicht nur dessen Hof abgekauft hatte, sondern laut Vertrag nach dessen Tod auch noch einer Schwester der Braut, einer Anna SCHAPER einen Teil von dessen Erbe zukommen lassen sollte.
Nun ja, Anna SCHAPER hatte ich noch nicht mit in meiner Datei und mir direkt überlegt, dass sie wohl noch unverheiratet gewesen sein dürfte - woraufhin ich nach späteren Ehen einer Anna Schaper gesucht habe und dann versehentlich eine gleichnamige Vorfahrin von mir (die nach dieser geheiratet hat) als ihre Schwester übernommen habe.
Dann habe ich das ganz schnell wieder korrigiert, weil mir aufgefallen ist, dass meine Anna SCHAPER zwar nach Dorothea geheiratet hat, das aber schon ihre ZWEITE Ehe war (die erste mit einem Andreas BRANDES lag vor Beginn des örtlichen Kirchenbuches)...
Andererseits hatten aber sämtliche Anna Schapers, die außer ihr zeitlich infrage kamen, erkennbar andere Väter!
Was nun?!
Ich bin zurück zum Heiratsvertrag meiner Vorfahrin Dorothea SCHAPER gegangen, habe da festgestellt, dass ein Andreas BRANDES diesen Heiratseintrag mit unterzeichnet hatte - natürlich, weil er als Ehemann der Schwester der Braut mit in die Verhandlungen eingebunden gewesen war...
Mit anderen Worten: mein "Fehler" war keiner und meine Vorfahrinnen tatsächlich Schwestern!
Habe heute endlich das Rätsel um meinen Lorenzÿ endgültig nach Jahren doch noch lösen können!
Bin nun zehn Zentner leichter und um ein Generation Zuwachs schwerer.-
Und das alles nur weil ich mir mal den Stammbaum eines "Austauschpartner" nach 2 Jahren genauer angesehen habe...- Wow, so viel past & cupy, inkl. sehr auffälliger Daten Wiedersprüche? - Allerdings waren aber genau die mein Glück, um mein persönliches Fragezeichen endlich gelöst zu können!
Endlich muss ich diesen Namen nicht mehr lesen und Bauchschmerzen bekommen, weil mir die Antwort dazu fehlt, juhu!
Muss nun nur noch ein paar keine ergänzende Daten zu diese Generation suchen, aber das sollte kein wirkliches Problem mehr sein .
Hab die Unterlagen noch nicht bekommen, aber gefunden ist halb bekommen:
Habe vor 3 Wochen eine Anfrage ans zuständige Staatsarchiv geschickt, da ich nach der Entnazifizierungsakte eines etwas weiter entfernt Verwandten suche.
Jetzt ist die Rückmeldung da!
Eine Entnazifizierungsakte haben sie im Archiv nicht gefunden.
Dafür eine Prozessakte wegen Diebstahl, eine wegen Meineid und eine Gefangenenpersonalakte.
Hab von nichts davon gewusst. Bin gespannt darauf was ich lesen werde, wenn die insgesamt ca. 220 Seiten bei mir ankommen.
....Und erstaunt hat mich - vor allem bei den vielen Seiten - das ich das gratis erhalten habe!! Sie verzichten auf eine Rechnung. Wenn das mal kein grosszügiger, kundenfreundlicher Service ist!!
Noch eine Institution die nicht für 1x "guten Tag" 5,- haben möchte!
Scans vom Bundesarchiv Deutschland erhalten, fast 70 PDF-Seiten zu zwei Personen. Sogar Fotos der beiden Personen sind dabei, sehr viele Infos. Und erstaunt hat mich - vor allem bei den vielen Seiten - das ich das gratis erhalten habe!! Sie verzichten auf eine Rechnung. Wenn das mal kein grosszügiger, kundenfreundlicher Service ist!!
In Bezug auf die Ahnenforschung schwebe ich aktuell wirklich im 7. Himmel. Ich habe bei MyHeritage eine Frau aus der Ukraine gefunden, deren Vorfahren aus dem winzigen Dorf stammen, aus denen auch meine stammen. Offenbar hat sie Zugang zu den Büchern, die man nicht bei familysearch findet, und sucht mir aktuell einen Eintrag nach dem anderen raus und lädt ihn hoch. Gestern schrieb sie, sie hätte Fotos - ich bin nicht sicher, ob sie Bilder von den Verwandten meint oder nur den Kirchenbucheinträgen - und erweitert meine ukrainische Verwandschaft enorm. Auch ich konnte bei familysearch dadurch selbst einiges finden und ergänzen.
Cool! Habe heute eine vollständige Kopie eines Eintrags im Familienbuch erhalten, bei dem die Schutzfristen noch nicht abgelaufen sind, aber beide Eheleute bereits seit über 30 Jahren verstorben sind. Und zu meiner völligen Überraschung kam der Brief mit der angeforderten vollständigen Kopie der Sammelakte! Und das ohne Diskussionen und dann auch noch innerhalb von 1,5 Wochen und das zu deutlich geringeren Kosten im Vergleich zum Landesarchiv. (Berlin, ick liebe Dir!)
Leider beinhaltete die Sammelakte nicht wie erhofft eine Ablichtung oder Abschrift der Geburtsurkunde des Ehemannes (kriegsbedingter Verlust) und die dringend benötigten Angaben zu den Eltern waren auch nur sehr rudimentär.
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