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  #1  
Alt 19.04.2021, 08:02
AndreasWick AndreasWick ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 25.02.2020
Beiträge: 92
Standard Hilfe bei der Interpredation des Gerichtbucheintrages

Quelle bzw. Art des Textes:
Jahr, aus dem der Text stammt: 1750
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Penig bei Chemnitz
Namen um die es sich handeln sollte: Wickleder



Hallo an alle,


anbei sende ich den Text eines Kaufvertrages aus dem Jahr 1750. Er ist schon übertragen in die lesbare Sprache, aber ich benötige Hilfe bei der Interpredation des ganzen. Was bedeutet dies? Kennst sich da einer von euch aus? Soll man den Kaufpreis zu dieser Zeit mit 1 Gulden= 10 Euro oder 1 Gulden = 50 Euro ansetzen? Auch da habe ich unterschiedliche Aussagen gefunden?


Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe!
Andreas

Wenn der zu transkribierende Text nicht in deutscher Sprache verfasst ist, sind Sie hier falsch! Siehe gelbe Hinweisbox oben!

Bitte tippen Sie hier den Text Zeile für Zeile ein, soweit Sie diesen selbst entziffern können. Sie können unsichere Wörter mit einem Fragezeichen und fehlende Stellen mit Punkten kennzeichnen. Nennen Sie zumindest unbedingt die Orts- und Familiennamen, die im Text vorkommen (sofern lesbar bzw. bekannt)!
Eine Anrede, eine freundliche Bitte und am Schluss ein netter Gruß erhöhen die Motivation der Helfer!
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Gerichtsbuch.jpg (261,2 KB, 11x aufgerufen)

Geändert von AndreasWick (21.04.2021 um 07:29 Uhr)
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  #2  
Alt 19.04.2021, 09:54
Benutzerbild von LutzM
LutzM LutzM ist offline männlich
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Registriert seit: 22.02.2019
Ort: Greifswald
Beiträge: 717
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Moin Andreas,

aus dem Text ergibt sich für mich nicht allzu viel, evtl. nochmal das Original einstellen, denn die fehlenden Wörter können durchaus helfen den Sinn zu erfassen.
Den Wert des Gulden einzuschätzen ist sicher schwierig. MMn. war das regional auch sehr unterschiedlich. Für Böhmen hab ich für die Zeit mal was von ca. 35 Euro/Gulden gelesen.
__________________
Lieben Gruß

Lutz

--------------
mein Stammbaum
suche Eising * um 1880 aus/bei Creuzburg/Ostpreußen, sowie (August & Hellmut) Wegner und (Friederike) Lampe * um 1840 aus/bei Kleinzerlang/Prignitz
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  #3  
Alt 19.04.2021, 10:37
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Registriert seit: 21.12.2013
Beiträge: 3.594
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Hallo Andreas,

seriöserweise unterlässt man eigentlich derartige Umrechnungen, da solche Vergleiche immer "hinken".

Ansonsten ist der Inhalt trotz (sicher absichtlicher) Textverkürzung doch klar: Das Erbhaus wurde für 100 fl verkauft, der Käufer wird damit belehnt, und die Vorvorbesitzer behalten freie Herberge. Was ist Dir daran noch unklar?

Es grüßt der Alte Mansfelder

Geändert von Alter Mansfelder (19.04.2021 um 10:41 Uhr) Grund: Tippfehler und Ergänzung.
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  #4  
Alt 19.04.2021, 16:28
Benutzerbild von Octavian Busch
Octavian Busch Octavian Busch ist offline männlich
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Registriert seit: 16.03.2021
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Hallo Andreas
Ich würde auch Vergleiche aus dieser Zeit mit heranziehen, eine Umrechnung auf heutigen Wert ist ziemlich gewagt. Ich habe schon einige Verkäufe aus den Gerichtsakten von Sachsen rausgezogen. Evtl. findest Du Deinen Originaleintrag hier: https://archiv.sachsen.de/cps/suche....htsb%C3%BCcher
Häusler- Häuser mit Garten ging bei meinen Vorfahren für 50-150 Gulden weg. Grössere Gebäude auch mal für 300 Gulden. In der Stadt Frohburg hatte ich schon Hausverkäufe für 300 Gulden bei meinen Vorfahren gesehen.

Pferdnerfrohngüter hatte ich für 1.000 Gulden unter meinen Vorfahren und grössere Hintersässergüter mit Wirtsschänke für 4.000 Gulden. Das ist bei mir aber auch das absolute Maximum.

Und das die Altbesitzer sich Herberge festschreiben lassen, schein in dieser Zeit normal zu sein. Zumindest habe ich das jetzt schon sehr häufig gelesen.
Gruss
Thomas
__________________
Ave


Ballendorf: Heyne; Grossbothen: Lange, Dietze; Bad Lausick: Hantschmann, Schilde, Sebastian, Zopf; Leipzig: Zopf, Näumann, Kühn; Schneeberg: Friede; Grossgörschen: Fickler; Greitschütz: Staacke; Drehbach: Orgis; Waldkirchen: Neubert; Kaltenborn: Kern; Hohnbach: Frentzel; Grimma: Lange, Ansorg, Börner; Stadtroda: Kittel
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  #5  
Alt 21.04.2021, 07:28
AndreasWick AndreasWick ist offline
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Registriert seit: 25.02.2020
Beiträge: 92
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Hallo ihr,


vielen Dank dafür, jetzt ist alles klar.


@Thomas: Was hatte es denn für einen Hintergrund, dass die Vorbesitzer kostenfrei übernachten durften? Ist ja wirklich witzig, wenn man das in die heutige Zeit übertragen würde...


Viele Grüße Andreas
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  #6  
Alt 21.04.2021, 10:02
Benutzerbild von LutzM
LutzM LutzM ist offline männlich
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Registriert seit: 22.02.2019
Ort: Greifswald
Beiträge: 717
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Na ja, heute gibt es Rente und Sozialleistungen. Damals war es wohl die einzige "Versicherung". Wenn der Hof übergeben wurde, konnte man seine Eltern ja unmöglich vor die Tür setzen und sie ihrem Schicksal überlassen.
Oft wurde noch viel mehr geregelt. Hatte ja vor kurzem mal einen Vertrag eingestellt, siehe hier. Da war sogar die Ofenbank zum Sitzen festgelegt.
__________________
Lieben Gruß

Lutz

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  #7  
Alt 22.04.2021, 11:44
Benutzerbild von Octavian Busch
Octavian Busch Octavian Busch ist offline männlich
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Registriert seit: 16.03.2021
Ort: Weissenburg (CH)
Beiträge: 130
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Zitat:
Zitat von AndreasWick Beitrag anzeigen
Hallo ihr,
@Thomas: Was hatte es denn für einen Hintergrund, dass die Vorbesitzer kostenfrei übernachten durften? Ist ja wirklich witzig, wenn man das in die heutige Zeit übertragen würde...

Hallo Andreas
Wie Lutz bereits geschrieben hatte, gab es ja noch keine Rente oder andere staatlichen Leistungen.

Ich hatte jetzt gerade in einem Kaufvertrag gelesen, das mein Vorfahr seiner Schwester Herberge bieten musste. Als sie mit 38 Jahren verstorben ist, musste mein Vorfahr sich auch um die uneheliche, unmündige Tochter seiner Schwester (also seine Nichte) kümmern und bis zur Volljährigkeit/Verheiratung beherbergen und versorgen.

Ein schönes Beispiel, hatte ich mal hier gepostet (die Ofenbank ist dort auch erwähnt , aber auch Anteile an der jährlichen Obsternte, uvam): https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=204041
Bei Interesse kann ich Dir auch bilateral noch Beispiele schicken (bereits transkripiert ).
Gruss

Thomas
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