Erbitte Lesehilfe: Sterbeeintrag von 1663

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  • consanguineus
    Erfahrener Benutzer
    • 15.05.2018
    • 7750

    #1

    [gelöst] Erbitte Lesehilfe: Sterbeeintrag von 1663

    Guten Morgen!

    Wer kann diesen Eintrag enträtseln?


    Am 9 September ist Hans Morck beerdiget æt(atis). suæ 54 Jahr Die=
    ser war ein getrewer Arbeiter vndt vnverdroßener Man, der
    sich zu allerhand Arbeit gebrauchen ließ, auch an der Pfarr v(nd). Schulen.
    Viel ........ v(nd). gethan ......... derselben nicht viel zu finden.


    Vielen Dank und viele Grüße
    consanguineus


    Zuletzt geändert von Alter Mansfelder; 09.01.2026, 22:23. Grund: Screenshot entfernt.
    Daten sortiert, formatiert und gespeichert!
  • Astrodoc
    Erfahrener Benutzer
    • 19.09.2010
    • 9541

    #2


    Meine Lesung:
    Viel geklücket v.(nd) gethan, dasonsten derselben nicht viel zu finden.
    Schöne Grüße!
    Astrodoc
    --------------------------------
    Ergänzungen und Korrekturen mache ich gern. Aber Fleißarbeit erledige ich nicht mehr. Ihr müsst also etwas vorlegen!

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    • Alter Mansfelder
      Super-Moderator

      • 21.12.2013
      • 4401

      #3
      Hallo zusammen

      Ich lese "geklieket" und kenne aus meiner Heimat das Wort "klägen" im Sinne von (schwer) arbeiten.

      Aus welchem Ort stammt der Eintrag?

      Es grüßt der Alte Mansfelder
      Gesucht:
      - Tote Punkte im Mansfelder Land, Harz und Umland
      - Tote Punkte in Ostwestfalen
      - Tote Punkte am Deister und Umland
      - Tote Punkte im Altenburger Land und Umland
      - Tote Punkte im Erzgebirge, Vogtland und Böhmen
      - Tote Punkte in Oberlausitz und Senftenberg

      Kommentar

      • consanguineus
        Erfahrener Benutzer
        • 15.05.2018
        • 7750

        #4
        Herzlichen Dank für die kompetente Hilfe und viele Grüße
        consanguineus
        Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

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        • consanguineus
          Erfahrener Benutzer
          • 15.05.2018
          • 7750

          #5
          Zitat von Alter Mansfelder
          Aus welchem Ort stammt der Eintrag?
          Hallo Alter Mansfelder, der Eintrag stammt aus Heudeber (bei Wernigerode).

          Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

          Kommentar

          • Alter Mansfelder
            Super-Moderator

            • 21.12.2013
            • 4401

            #6
            Zitat von consanguineus
            der Eintrag stammt aus Heudeber (bei Wernigerode).
            Dann könnte dort solch ein Synonym für hartes Arbeiten durchaus ebenfalls bekannt sein.

            Es grüßt der Alte Mansfelder
            Gesucht:
            - Tote Punkte im Mansfelder Land, Harz und Umland
            - Tote Punkte in Ostwestfalen
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            • Anna Sara Weingart
              Erfahrener Benutzer
              • 23.10.2012
              • 17562

              #7
              Hallo,

              hiernach stammt das Wort "klägen" vom Wort "Klei" ab, was die Bezeichnung für ein toniges Bodensubstrat war.

              Die Bodenart Ton heißt auf englisch "clay"

              Also solche Böden, auf denen das Regenwasser schlecht versickert, werden schlammig.
              Und sie sind dicht und schwer, so dass man mit dem Pflug kaum durchkommt. Man muss also schwer arbeiten.

              "kleien" (niederdeutsch) = Schmutzarbeit verrichten --> klägen


              Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 08.01.2026, 23:52.
              Viele Grüße

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              • consanguineus
                Erfahrener Benutzer
                • 15.05.2018
                • 7750

                #8
                Hallo Alter Mansfelder,

                das ist eine interessante Information! Mir ist dieser Begriff noch nie untergekommen. Aber Heudeber ist auch nicht nebenan, und die Begriffe sind manchmal von Dorf zu Dorf unterschiedlich.

                Viele Grüße
                consanguineus
                Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

                Kommentar

                • consanguineus
                  Erfahrener Benutzer
                  • 15.05.2018
                  • 7750

                  #9
                  Hallo Anna Sara,

                  das Wort "Klei" für schweren Boden ist hier in der Ecke bekannt, wenn auch nicht häufig gebraucht. Aber ich finde "geklieket" bzw. der (von mir vermutete) Infinitiv "klieken" klingt nicht so, als wäre es mit "Klei" verwandt. Spannend ist die Sache trotzdem...

                  Viele Grüße
                  consanguineus
                  Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

                  Kommentar

                  • Anna Sara Weingart
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.10.2012
                    • 17562

                    #10
                    Zitat von consanguineus
                    ... das Wort "Klei" für schweren Boden ist hier in der Ecke bekannt, wenn auch nicht häufig gebraucht. Aber ich finde "geklieket" bzw. der (von mir vermutete) Infinitiv "klieken" klingt nicht so, als wäre es mit "Klei" verwandt. Spannend ist die Sache trotzdem ...
                    Hier ist dann mal was handfesteres von mir, aus der Atmark, siehe Bild unten



                    Altmark.jpg



                    Quelle: Seite 81 in


                    Viele Grüße

                    Kommentar

                    • Anna Sara Weingart
                      Erfahrener Benutzer
                      • 23.10.2012
                      • 17562

                      #11
                      Dazu passend noch zwei Anmerkungen:


                      1) in Deinem Bild steht nicht "geklieket", sondern "geklicket"

                      2) "Klei" war auch eine Bezeichnung für Lehm (mein Link ganz oben)

                      Umso toniger der Lehm, desto besser ist er ja für Lehmwände geeignet
                      Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 09.01.2026, 06:29.
                      Viele Grüße

                      Kommentar

                      • Anna Sara Weingart
                        Erfahrener Benutzer
                        • 23.10.2012
                        • 17562

                        #12
                        Grundform des Verbes ist also "klicken"



                        Klicken.jpg




                        Quelle: folgendes Buch aus der Mark Brandenburg
                        Seite 144 in

                        Viele Grüße

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                        • Anna Sara Weingart
                          Erfahrener Benutzer
                          • 23.10.2012
                          • 17562

                          #13
                          Also mit der vorliegenden Beweislage kann man annehmen, dass auch in Deinem Fall tatsächlich die Lehmwände der Fachwerkhäuser gemeint sind, die Hans Morck hergerichtet oder ausgebessert hat, bzw. sonstige Bauteile am Haus ausgefacht und gefüllt mit Lehm.
                          Denn es werden ja extra Gebäude erwähnt:

                          "Hans Morck [...] sich zu allerhand Arbeit gebrauchen ließ, auch an der Pfarr [Pfarrhaus] und Schulen
                          viel geklicket und gethan"
                          Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 09.01.2026, 09:11.
                          Viele Grüße

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                          • consanguineus
                            Erfahrener Benutzer
                            • 15.05.2018
                            • 7750

                            #14
                            Guten Morgen Anna Sara,

                            vielen herzlichen Dank für die spannenden Informationen! Wieder etwas dazugelernt.

                            Dennoch fällt es mir schwer, einen Zusammenhang von "klicken" mit "Klei" herzustellen. Vielleicht eher mit "Klecks". Aber ich bin weit davon entfernt, ein Fachmann für solche Dinge zu sein.

                            Viele Grüße
                            consanguineus
                            Daten sortiert, formatiert und gespeichert!

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                            • Anna Sara Weingart
                              Erfahrener Benutzer
                              • 23.10.2012
                              • 17562

                              #15
                              Zitat von consanguineus
                              ... Dennoch fällt es mir schwer, einen Zusammenhang von "klicken" mit "Klei" herzustellen ...
                              Ja, vermutlich gibt es da doch kein etymologischen Zusammenhang

                              Hier jetzt aber zwei wichtige Lexikoneinträge, siehe dort auch das Wort "Kleiber" in der vierten Zeile, welches laut anderer Wörterbücher natürlich wirklich von Klei abstammt:



                              Klicken1.jpg



                              "Kleyen"

                              Kleyen.jpg










                              Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 09.01.2026, 18:36.
                              Viele Grüße

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