Kurzbiografien in Ahnenlisten

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  • MMR
    Erfahrener Benutzer
    • 23.01.2015
    • 443

    Kurzbiografien in Ahnenlisten

    Hallo ihr Lieben,
    da meine Ahnentafel viel zu groß ist, um diese als Stammbaum darzustellen, habe ich mich für die Darstellung als Ahnenliste entschieden.
    Nun ist es so, dass ich mir bereits einige bereits veröffentlichte Ahnenlisten angesehen habe und sofern der Ersteller mehr Informationen oder Belege zu den Vorfahren hat, wurden diese auch mit Angabe der Quelle erwähnt (z.B. "gelistet im Kriegsschadensverzeichnis 1640"). Das bedeutet, dass je weniger weit weg ein Vorfahr ist, umso mehr Informationen hat man meist über ihn. Aus einzelnen Erwähnungen in Steuerlisten etc. werden, je näher man in die Gegenwart rückt, ganze Geschichten, die ich aufgrund von Akten zu den Personen recherchieren konnte. Ab den Ururgroßeltern kommen mündliche Überlieferungen dazu. Bei den Eltern und Großeltern habe ich bspw. so viele Informationen, dass ich eine Biografie zu den Personen schreiben könnte. Ich persönlich denke auch, dass es gut ist sämtliche Informationen in der Ahnenliste selbst zu führen.
    Meine Frage nun: Wie würdet ihr das ganze trennen? Bei Eltern und Großeltern fließen neben den Lebensdaten oder den aktenkundigen Daten wie Berufskarriere bis hin zu Vereinskarriere auch viele mündliche Überlieferungen, wie Charaktereigenschaften oder Todesumstände. Was davon gehört in eine Ahnenliste und was davon vielleicht eher in einen Anhang zur Liste? Ich dachte eigentlich daran, die Grenze danach zu ziehen, was eben aktenkundig belegt ist und was mündlich überliefert ist, was teils gar nicht einfach auseinanderzuhalten ist, da viele Informationen die mündlich oder schriftlich überliefert sind ziemlich verzahnt sind. Auch sind mündliche Überlieferungen oder eigene Erlebnisse meist subjektiv und können nicht immer von jedem bestätigt werden.
    Was gehört eurer Meinung nach in eine Ahnenliste und was nicht? Einfach ganz auf weitere Informationen außer den Lebensdaten zu verzichten möchte ich eigentlich auch nicht, da ich ja dann selbst einen Anhang o. ä. für Personen bräuchte, deren aktenkundiges Leben aus einem oder zwei Sätzen bestehen.

    Was meint ihr?

    Liebe Grüße und vielen Dank!

    MMR
    Experte für die Region Oberhessen.
  • MMR
    Erfahrener Benutzer
    • 23.01.2015
    • 443

    #2
    Hier ein Beispiel, damit ihr mein Problem vielleicht besser versteht: Urgroßvater in Russland in Kriegsgefangenschaft verstorben. Aus den Akten aus dem Bundesarchiv geht der militärische Werdegang hervor, aus einer eidesstattlichen Versicherung eines Kameraden, wann und wo er verstorben ist. Aus der mündlichen Überlieferung geht hervor, dass der Urgroßvater an Ruhr gestorben ist, vielleicht auch was laut dem Kameraden seine letzten Worte waren. Eigentlich ergeben nur alle Informationen zusammen ein einheitliches Bild, während die Informationen über die letzten Worte bspw. etwas sehr privates sind und m. E. nicht unbedingt in eine Ahnenliste gehört. Die mündlich überlieferte Todesursache jedoch schon.
    Experte für die Region Oberhessen.

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    • Gastonian
      Moderator

      • 20.09.2021
      • 5660

      #3
      Hallo MMR:

      Was ist die voraussichtliche Leserschaft deiner Ahnenliste?

      Bei veröffentlichten Ahnenlisten ist ja nicht die Eltern- oder die Großelterngeneration von größtem Interesse, sondern die Generationen im 18. und im 17. Jahrhundert, da viel mehr der Leser von denen abstammen werden und daher Anknüpfungspunkte und Quellenhinweise suchen werden - daher z.B. die Verweise auf Kriegsschadenverzeichnisse von 1640. Details zu deinen Eltern oder Großeltern werden da weniger von Interesse sein.

      Falls aber die Ahnenliste nur für den Gebrauch der engeren Familie bestimmt ist, dann werden natürlich diese Details von größerem Interesse sein.

      VG

      --Carl-Henry
      Wohnort USA

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      • hessischesteirerin
        Erfahrener Benutzer
        • 08.06.2019
        • 1617

        #4
        Zitat von Gastonian Beitrag anzeigen
        Hallo MMR:

        Was ist die voraussichtliche Leserschaft deiner Ahnenliste?

        Bei veröffentlichten Ahnenlisten ist ja nicht die Eltern- oder die Großelterngeneration von größtem Interesse, sondern die Generationen im 18. und im 17. Jahrhundert, da viel mehr der Leser von denen abstammen werden und daher Anknüpfungspunkte und Quellenhinweise suchen werden - daher z.B. die Verweise auf Kriegsschadenverzeichnisse von 1640. Details zu deinen Eltern oder Großeltern werden da weniger von Interesse sein.

        Falls aber die Ahnenliste nur für den Gebrauch der engeren Familie bestimmt ist, dann werden natürlich diese Details von größerem Interesse sein.

        VG

        --Carl-Henry
        das ist kurzfristig gedacht - denn die Großeltern von heute sind die Urgroßeltern von morgen und wenn man nicht ständig Updates will, kann man das alles mit aufnehmen.

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        • Alter Mansfelder
          Super-Moderator

          • 21.12.2013
          • 4256

          #5
          Hallo MMR,

          in meiner Ahnenliste, die alphabetisch nach Ahnenstämmen aufgebaut ist, stehen die biografischen Details mit Quellenangaben unmittelbar bei der jeweiligen Person. Ganze Dokumente (falls besonders wichtig) und die mündliche Überlieferung befinden sich dagegen neben anderem (grafische Ahnentafeln, Nachkommenlisten, Stammfolge, verschiedene Register ...) in einem Anhang.

          Es grüßt der Alte Mansfelder


          Gesucht:
          - Tote Punkte im Mansfelder Land, Harz und Umland
          - Tote Punkte in Ostwestfalen
          - Tote Punkte am Deister und Umland
          - Tote Punkte im Altenburger Land und Umland
          - Tote Punkte im Erzgebirge, Vogtland und Böhmen
          - Tote Punkte in Oberlausitz und Senftenberg

          Kommentar

          • Daniel86
            Erfahrener Benutzer
            • 13.08.2010
            • 238

            #6
            Bei mir kommen auch alle Infos zusammen in die Notizen für die jeweilige Person. Bei Anekdoten usw. auch genauso mit Quelle, d. h. dem Namen der Person, die das erzählt hat. Inzwischen schreibe ich oft auch das Datum oder zumindest ein Jahr dazu, weil es schon mehrfach Fälle gab, wo die Person sich später nicht mehr daran erinnern konnte oder die Geschichte dann etwas anders erzählt hat. Das versuche ich dann alles zu dokumentieren.
            Namensliste meiner Vorfahren in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Sachsen

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            • Garfield
              Erfahrener Benutzer
              • 18.12.2006
              • 2218

              #7
              Hallo

              Ich denke, du musst dich fragen, was du als Resultat haben willst. Eine Chronik, die auch in ein Archiv abgegeben wird und an die entfernte Verwandtschaft verteilt wird, oder sogar öffentlich publiziert? Ein Stammbaum, wo natürlich weniger Platz ist für solche Details?

              Ich persönlich denke aktuell nicht ans physische publizieren, aber ich bin dran, meinen Stammbaum bei WikiTree zu veröffentlichen, damit meine Arbeit zugänglich wird. Bei WikiTree und etwas versteckt scheinbar auch bei FamilySearch kann man Biografien zu den Personen schreiben.
              Ansonsten habe ich in meiner Software nur die wichtigsten Informationen pro Person drin und Familienerzählungen notiere ich in einem Word-Dokument. Wie Daniel auch unbedingt mit Datum und wer mir das erzählt hat.
              Viele Grüsse von Garfield

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              • MMR
                Erfahrener Benutzer
                • 23.01.2015
                • 443

                #8
                Zitat von Alter Mansfelder Beitrag anzeigen
                Hallo MMR,

                in meiner Ahnenliste, die alphabetisch nach Ahnenstämmen aufgebaut ist, stehen die biografischen Details mit Quellenangaben unmittelbar bei der jeweiligen Person. Ganze Dokumente (falls besonders wichtig) und die mündliche Überlieferung befinden sich dagegen neben anderem (grafische Ahnentafeln, Nachkommenlisten, Stammfolge, verschiedene Register ...) in einem Anhang.

                Es grüßt der Alte Mansfelder

                Erstmal vielen Dank für die Antworten! In erster Linie mache ich die Forschungen natürlich für mich. Dass Verwandte eine Abschrift davon bekommen, ist selbstverständlich. Ich möchte meine Ergebnisse erstmal nicht veröffentlichen, jedoch denke ich so wie der alte Mansfelder und würde Detailinformationen in einen separaten Anhang packen, der nicht jedem ausgehändigt wird.

                Nun die Frage lieber Mansfelder: WELCHE Infos zu den Biografien stehen unmittelbar dort? Beruflicher Werdegang? Arbeitsplätze? Welche Schule wurde besucht, welcher Abschluss wurde erlangt? Kirchliche Ereignisse wie Konfirmation und Taufe? Namen der Paten? Vielleicht Hobbys, die zu einem erhöhten Bekanntheitsgrad geführt haben/außergewöhnlich sind? Ehrenämter? Politische Laufbahnen? Verschiedene Wohnorte bzw. Adressen bei Umzügen? Ob derjenige bspw. ein Grundstück gekauft hat und ein Haus erbaut hat? Krankheiten (auch wenn nur mündlich überliefert, da Krankengeschichte nicht zwingend relevant für Ahnenforschung)? Behinderungen? Todesursache? Stationen im Kriegsdienst? Auszeichnungen? Parteimitgliedschaften?

                Genau das ist die entscheidende Frage. Welche Infos nehme ich auf um möglichst das gesamte Leben einer Person objektiv und möglichst genau abzubilden, jedoch in keine Erzählung oder subjektive Erinnerungen abzudriften? Es soll ja eine Biografie bleiben. Sollten mündliche Überlieferungen berücksichtigt werden, wenn die Informationen von hoher relevanz sind? z.B.: "Soll vor seiner Heirat 1970 bei Firma XY gearbeitet haben" ohne dass das heute noch durch Rentenbescheide o.ä. belegt werden könnte.

                Ich bin auf weitere Antworten sehr gespannt.

                MMR
                Experte für die Region Oberhessen.

                Kommentar

                • Alter Mansfelder
                  Super-Moderator

                  • 21.12.2013
                  • 4256

                  #9
                  Hallo MMR,

                  Zitat von MMR Beitrag anzeigen
                  Nun die Frage lieber Mansfelder: WELCHE Infos zu den Biografien stehen unmittelbar dort? Beruflicher Werdegang? Arbeitsplätze? Welche Schule wurde besucht, welcher Abschluss wurde erlangt? Kirchliche Ereignisse wie Konfirmation und Taufe? Namen der Paten? Vielleicht Hobbys, die zu einem erhöhten Bekanntheitsgrad geführt haben/außergewöhnlich sind? Ehrenämter? Politische Laufbahnen? Verschiedene Wohnorte bzw. Adressen bei Umzügen? Ob derjenige bspw. ein Grundstück gekauft hat und ein Haus erbaut hat? Krankheiten (auch wenn nur mündlich überliefert, da Krankengeschichte nicht zwingend relevant für Ahnenforschung)? Behinderungen? Todesursache? Stationen im Kriegsdienst? Auszeichnungen? Parteimitgliedschaften?
                  genau solche Fakten stehen in meiner AL dort in der Kurzbiografie unmittelbar bei der jeweiligen Person. Von manchen Vorfahren weiß ich ziemlich viel, von anderen wiederum leider nur sehr wenig. Ich suche allerdings nicht gezielt nach zusätzlichen biografischen Informationen, sofern es nicht genealogisch notwendig sein sollte oder im Einzelfall für mich von besonderem Interesse ist, denn sonst kommt man möglicherweise bei den vielen anderen Vorfahren nicht weiter.

                  Es grüßt der Alte Mansfelder
                  Gesucht:
                  - Tote Punkte im Mansfelder Land, Harz und Umland
                  - Tote Punkte in Ostwestfalen
                  - Tote Punkte am Deister und Umland
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                  - Tote Punkte in Oberlausitz und Senftenberg

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