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  #11  
Alt 03.03.2020, 21:45
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Antje,

diese Einwilligungsspalte ist mir nie aufgefallen. Möglicherweise unterscheiden sich die Kirchenbücher zwischen 1815 und der Einführung der Standesämter, also diese "Spaltenkirchenbücher", ja auch nach Region oder Konfession.

Ich wüsste gerne, was mein Großvater geantwortet hätte, wenn ich ihn nach der Sache gefragt hätte. Er hat seinen Großvater ja noch gekannt. Es war soweit ich weiß, in der Familie nie ein Thema. Sowohl meinem Großvater als auch einem Vetter von ihm, die beide Ahnenforschung betrieben haben, hätte es doch auffallen müssen. Und es ist keine Familie, in der man nicht spricht! Die diversen außerehelichen Kinder gewisser Verwandter wurden jedenfalls nicht totgeschwiegen. Und da ging es wirklich um Ehebruch und nicht um ein Kind, was (vermutlich) von zwei Menschen, die später geheiratet haben, vorehelich gezeugt wurde....

Viele Grüße
consanguineus
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Johann Heinrich Jonas ANDRAE, Pastor, * 1796 in Kutzleben
Johann Heinrich CLEVE, Hofmeister auf der Domäne Bornhausen, * um 1775
Andreas HEINRICH: Bürger und Zimmermeister in Querfurt, * um 1770
Anton BLANKE, Halbspänner in Klein Rhüden, * um 1750
Johann Heinrich MAASBERG, Müllermeister, Kaufmann und Brinksitzer in Söhlde, * 1725
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #12  
Alt 03.03.2020, 23:07
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AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo,

also zumindest hatte ich diese Spalte, trotz Unterschiede in der genauen Ausgestaltung der Spalten, bisher immer im KB gehabt. Sowohl bei meinen katholischen als auch bei den evangelischen Vorfahren. Die Regionen waren unterschiedlich, aber alle zu der Zeit preußisch; möglich also, dass das in nicht-preußischen Regionen anders gehandhabt wurde.

Ja, das wäre manchmal echt hilfreich, nochmal bei den Großeltern nachfragen zu können.

LG,
Antje
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  #13  
Alt 04.03.2020, 14:08
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Hallo.

Es gibt nur zwei Optionen in diesem Fall:

a) Der spätere Ehemann der Mutter ist der Vater des Kindes

b) Der spätere Ehemann der Mutter ist nicht der Vater des Kindes, doch er hat es als das seinige anerkannt bzw. adoptiert

Wäre das vom zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext her möglich ?

Herzliche Grüße

Andrea
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Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aufgeben tut man einen Brief.
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  #14  
Alt 04.03.2020, 23:49
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Die Einwilligung der Eltern der Brautleute war nur bei der ersten Eheschließung vorgesehen/erforderlich, wenn Verwitwete heiraten, fällt diese Angabe meiner Erfahrung nach weg.


Und die ausdrückliche Anerkennung der Vaterschaft bei einem un-/vorehelich geborenen Kind ist eigentlich immer nötig gewesen. Schließlich hängt davon ab, ob dieses Kind die Rechte eines legitimen Erstgeborenen erhält (erbrechtlich +/- relevant) oder diese dem ersten in der Ehe geborenen Kind vorbehalten sind.
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Gruß Asphaltblume
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  #15  
Alt 05.03.2020, 00:42
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Asphaltblume,

Zitat:
Zitat von Asphaltblume Beitrag anzeigen
Die Einwilligung der Eltern der Brautleute war nur bei der ersten Eheschließung vorgesehen/erforderlich, wenn Verwitwete heiraten, fällt diese Angabe meiner Erfahrung nach weg.
Das mag sein, aber ich habe noch nie in einem Kirchenbuch eine Einwilligung der Eltern zu einer Ehe gesehen. Die Ehe wurde doch ohnehin aufgeboten. Wenn die Eltern gegen die Ehe gewesen wären, dann wäre das der Zeitpunkt gewesen, einzuschreiten. Selbstverständlich gehe ich aber davon aus, daß man das Hochzeitsvorhaben vorher einvernehmlich im Familienkreise besprochen hat! Wo würde man denn diese Einwilligung der Eltern finden? War das vielleicht so ein regionales Ding?

Zitat:
Zitat von Asphaltblume Beitrag anzeigen
Und die ausdrückliche Anerkennung der Vaterschaft bei einem un-/vorehelich geborenen Kind ist eigentlich immer nötig gewesen. Schließlich hängt davon ab, ob dieses Kind die Rechte eines legitimen Erstgeborenen erhält (erbrechtlich +/- relevant) oder diese dem ersten in der Ehe geborenen Kind vorbehalten sind.
Wie gesagt, mein Ururgroßvater war Haupterbe. Sein Bruder und seine drei Schwestern bekamen nur eine geringe Abfindung. Irgendwie scheint niemand an der Legitimität des Erben gezweifelt zu haben. Aber eine ausdrückliche Anerkennung der Vaterschaft habe ich im Kirchenbuch nicht entdeckt. Und wo sollte die sonst stehen, wenn nicht dort?

Viele Grüße
consanguineus
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  #16  
Alt 05.03.2020, 00:48
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Andrea1984 Beitrag anzeigen
Der spätere Ehemann der Mutter ist nicht der Vater des Kindes, doch er hat es als das seinige anerkannt bzw. adoptiert

Wäre das vom zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext her möglich?
Hallo Andrea,

ich erkenne in diesem Falle keine Notwendigkeit, ein Kind zu adoptieren, welches nicht das eigene ist. Der Bräutigam war mit 24 Jahren noch jung, sah gut aus und war Erbe eines ansehnlichen Besitzes. Warum hätte er sich ein Kind aufhalsen sollen, welches nicht das eigene war? Wäre er 30 Jahre älter gewesen, dann würde eine solche Verzweiflungstat Sinn ergeben. Zudem sollten doch bei einer Adoption irgendwelche Hinweise darauf vorliegen. Ich sehe sie nicht.

Viele Grüße
consanguineus
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  #17  
Alt 05.03.2020, 01:13
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Hallo consanguineus,


in Preußen ist zumindest im 18. und 19. Jahrhundert diese Rubrik im kirchlichen Trauregister üblich. Die Rubrik heißt dann beispielsweise "Ob Eltern oder der Vormund die Einwilligung gegeben, und wie solches geschehen", oder einfach "Einwilligung". Da steht dann sowas wie "der Vater mündlich" oder "die Mutter schriftlich" oder "Consens" oder (beim Militär) "die Vorgesetzten".
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Gruß Asphaltblume
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  #18  
Alt 05.03.2020, 06:41
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Hallo Asphaltblume,

jetzt lichtet sich der Nebel so langsam: ich habe mit Preußen nur ganz am Rande etwas zu tun. Wieder etwas gelernt!

Viele Grüße
consanguineus
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  #19  
Alt 05.03.2020, 08:17
Zita Zita ist offline
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Hallo consanguineus,

ich hatte, allerdings ein paar Jahrzehnte später, eben so einen Fall, wo sich der Vater nie offiziell zu seinem - in diesem Fall außerehelichen - Kind (die Mutter war Hausangestellte) bekannt hat, obwohl dieses bei ihm aufgewachsen ist und er z.B. auch Trauzeuge bei ihrer (wohlsituierten) Hochzeit war. Erst in seinem Testament schrieb er "meine Tochter...".

Da es sich in deinem Fall ebenfalls um ein größeres Anwesen handelt, müsste es doch einen Übergabevertrag und/oder Testament geben. Ist dort kein Verwandtschaftsverhältnis angegeben?

Liebe Grüße
Zita
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  #20  
Alt 05.03.2020, 08:59
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo zusammen,

es gibt durchaus noch mehr Möglichkeiten, als hier nur auf der Grundlage des Tauf- und Traueintrages zu mutmaßen.

In den Pfarrarchiven befinden sich häufig Ergänzungsakten zu jeder einzelnen Eheschließung (Taufschein, sonstige Bescheinigungen). Dies wäre zunächst für die Eheschließung der Eltern 1832 zu hinterfragen.

Dann: Was sagen der Traueintrag des Täuflings und der wiederum dazu gehörende Vorgang im Pfarrarchiv?

Schließlich: Wann ist er gestorben? Was steht im standesamtlichen Sterbeeintrag nebst Beiakte? Auch dort sind ggf. die Eltern angegeben.

Weiterhin: Wenn Eltern und Erstgeborener gutsituierte Leute waren, muss irgendwann auch der Grundbesitz übertragen worden sein. Was steht in den Grundbüchern und welche Verträge sind in den Beiakten zu den jeweiligen Grundbuchblättern enthalten?

Es grüßt der Alte Mansfelder
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