Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle

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  • Juanita
    Erfahrener Benutzer
    • 22.03.2011
    • 1554

    #1276

    Nachdem Christoffel Hasert alias Schüchel aus Mihla/Türingen an der Pest 1620 eine Tochter; 1622 einen Sohn verlor, starb 1626 im Kindbett seine Frau mit dem tot geborenen Töchterlein. 6 Monate später holte die Pest weitere 2 KInder von ihm. Das war zuviel für ihn. Er drehte durch und voller Wahnsinn sprang er in die Werra und ertränkte sich.
    Juanita

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    • Ralf-I-vonderMark
      Super-Moderator

      • 02.01.2015
      • 3328

      #1277
      Hallo zusammen,

      ein übereifriges Arbeiten und sorgloses Nichtbeachten von Warnsignalen ist zweifelsohne risikobehaftet und kann tödliche Konsequenzen haben; auch bei der als relativ sicher geltenden Wuppertaler Schwebebahn.

      Barmer Zeitung und Handelsblatt vom 15.06.1906:
      „Elberfeld, 15. Juni. [Ein schrecklicher Unglucksfall) ereignete sich gestern Abend kurz vor 6 Uhr auf der Schwebebahn zwischen den Haltestellen Varresbeck und Westende. Dort war der 19jährige Friedrich Kremp damit beschäftigt, die obere Eisenkonstruktion zu untersuchen. Es wird nun angenommen, daß er zwischen den Pfeilern 148 und 149 eine schadhafte Stelle gefunden hat, die seine Aufmerksamkeit so in Anspruch nahm, daß er darüber den von Vohwinkel kommenden Wagen überhörte. Er wurde von den Rädern erfaßt und in dem Zwischenraum, welcher zwischen Rädern und Pfeiler bleibt, so grausam gequetscht, daß er in einigen Minuten starb. Das Rückgrat war ihm gebrochen, er hatte ferner eine 22 Centimeter lange und 10 Centimeter breite und ebenso tiefe Wunde davongetragen. Die Bergung der Leiche war mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Da man mit den von den Farbenfabriken entliehenen Tragbahren nicht unter den einzelnen Pfeilern hergelangen konnte, mußte man die Leiche bis zur Privatbrücke der Farbenfabriken tragen und dort herunter lassen, wo sie sofort in den Totenwagen gelegt und zur Leichenhalle des städtischen Krankenhauses gebracht wurde. Der Fall ist um so beklagenswerter, als der junge Mann seine betagten Eltern, Anilinstr. 11, unterstützte.“
      vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/24831228?query=%22Kremp%22

      Barmer Zeitung und Handelsblatt vom 16.06.1906:
      „[Ueber den tödlichen Unglücksfall auf der Schwebebahn], worüber gestern berichtet wurde, schreibt uns die Betriebsleitung der Schwebebahn: Der Bahnarbeiter Kremp war zusammen mit einem zweiten Arbeiter mit Prüfung der Gleisschrauben zwischen den Farbenfabriken beschäftigt. Als ein Zug auf ca. 150 m herrannahte, rief der dem Zuge zunächst arbeitende entsprechend der Vorschrift dem K. zu, die Arbeit einzustellen. K. unterbrach aber seine Arbeit nicht, sondern antwortete noch angeblich: „Der Zug ist noch weit, mir passiert nichts." Sein Mitarbeiter, der etwa 10 m von ihm entfernt war, erkannte aber die drohende Gefahr und lief sofort auf K. zu, um ihn zurückzuziehen, kam aber zu spät. K. hatte von einem Radgestelle des Wagens im Rücken einen so starken Stoß erhalten, daß die Wirbelsäule schwer verletzt war. Ein sofort herbeigerufener Arzt der Farbenfabriken stellte den inzwischen eingetretenen Tod des K. fest.“
      vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/24831234?query=%22Kremp%22

      Viele Grüße
      Ralf

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      • fps
        Erfahrener Benutzer
        • 07.01.2010
        • 2393

        #1278
        Moin,
        im OSB Affoldern fand ich folgende Angabe nach dem Todesdatum der kleinen Anna Catharina Sölzer (14.9.1802-28.10.1804):
        Dieser doppelte Sterbefall trug sich auf eine traurige Art zu. Die Mutter trocknete Flachs auf einer Horde über dem Ofen, legt sich neben dem Ofen nebst 2 Kinder aufs Bette. Der Flachs entzündet sich, sie wacht auf, sucht das Feuer zu löschen, vergißt in der Angst das kleine Kind wegzutragen. Das größere Kind entgeht dem Feuer, verbrennt sich aber Gesicht und Hände. Das kleinere Kind wird vom Feuer verbrannt und stirbt am Morgen.

        Tragisch. Aus dem Eintrag im Kirchenbuch geht hervor, dass auch die Mutter bei diesem Brand ihr Leben verlor.
        Gruß, fps
        Fahndung nach: Riphan, Rheinland (vor 1700); Scheer / Schier, Rheinland (vor 1750); Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen

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        • Bienenkönigin
          Erfahrener Benutzer
          • 09.04.2019
          • 1888

          #1279
          Hallo zusammen,

          da ich Urlaub habe, habe ich heute einmal Tourist in München gespielt und war im lten Südfriedhof. Dort liegen nicht nur viele Maler wie Carl Spitzweg begraben, sondern auch zahlreiche Architekten und Gestalter Münchens (von Gärtner, Klenze etc.) sowie alle wichtigen Brauereibesitzer.

          Ein Grabmal hatte einen langen Text, der meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Der Verstorbene kam bei dem durch ein schweres Hochwasser verursachten Einsturz der Schwanenbrücke am 13. September 1813 um. Er wurde von seiner Familie sehr betrauert, vermutlich aber war er einer der vielen Schaulustigen, die voller Sensationsgier dem Einsturz eines Wirtshauses zusehen wollten:
          Es ist die schlimmste Hochwasser-Katastrophe, die München erlebt hat. Am 13. September 1813 stürzt die Schwanenbrücke ein und reißt über 100 Menschen in die reißenden Fluten der Isar. Autorin: Birgit Magiera


          Ich kann da nicht urteilen, vielleicht war es so...
          Viele Grüße
          Bienenkönigin
          Angehängte Dateien
          Zuletzt geändert von Bienenkönigin; 14.08.2025, 16:53.
          Meine Forschungsregionen: Bayern (Allgäu, München, Pfaffenwinkel, Franken, Oberpfalz), Baden-Württemberg, Böhmen, Südmähren, Österreich

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          • wicki49
            Erfahrener Benutzer
            • 01.03.2019
            • 239

            #1280
            Johannes Baptist Jakob und Maria Friedrich durch überheizten Ofen erstickt: (Ettenkirch)


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            • Ralf-I-vonderMark
              Super-Moderator

              • 02.01.2015
              • 3328

              #1281
              Hallo zusammen,

              beim Absägen eines Baumes von den Erdwurzeln zerquetscht wurde der Müller Friedrich Fuchs, und starb dann Tage später am +10.04.1816 insbesondere an einer „Zerrüttung des Gehirns“.

              Hierzu aus dem OSB Affoldern:
              dataurl512791.png

              Viele Grüße
              Ralf

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              • AnNo
                Erfahrener Benutzer
                • 02.09.2024
                • 348

                #1282
                Hallo,

                ich kann noch nicht wieder mit solch seltsamen Todesursachen aufwarten. Kurios finde ich aber durchaus manche, die auf den damaligen medizinischen Wissensstand zurückzuführen sind, als da wären: Seitenstechen, Zahnen, Schnupfen, Kopfschmerz und Ebulition des Geblüthes oder Gliederreißen.

                Was mir aber völlig schleierhaft ist, ist ein Tod aufgrund der "Folgen der weggefallenen Menstruation". Was könnte das denn gewesen sein?

                LG Angela

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                • Geufke
                  Erfahrener Benutzer
                  • 20.01.2014
                  • 1131

                  #1283
                  Zitat von AnNo

                  Was mir aber völlig schleierhaft ist, ist ein Tod aufgrund der "Folgen der weggefallenen Menstruation". Was könnte das denn gewesen sein?

                  LG Angela
                  Ich nehme an, dass man die wirkliche Ursache nicht wusste, und einfach das geschrieben hat, was man wahrnehmen konnte.
                  Viele Grüße, Anja

                  Noch immer verzweifelt gesucht: Hans (evtl. Johannes) Georg Timm, um 1930 in und um Parchim

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                  • Der Görlitzer
                    Erfahrener Benutzer
                    • 18.11.2022
                    • 963

                    #1284
                    KB Morungen 1866-1930

                    Der Schlosserlehrling in Riestedt Wilhelm Buchmann
                    aus Mohrungen, geb. 13. Febr. 1853 wurde am 27. Mai 1871 im
                    Kunstteiche bei Wettelrode gefunden, nachdem er sich eines Diebstahls
                    und verdienter Strafe halber d. 15. April aus Riestedt wegbegeben.
                    Er hatte sich Steine um den Leib gebunden, um sich zu ersäufen.

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                    • Der Görlitzer
                      Erfahrener Benutzer
                      • 18.11.2022
                      • 963

                      #1285
                      KB Zethau 1771-1812

                      NB. So ist auch noch anzumercken, daß Johann Carl Lorentz, Juv: und Zwil-
                      ligwirckergeselle, weil. Carl Gottlob Lorentzens, gewesenen Häußlers und
                      Zwilligwürckers allhier ehel. jüngster Sohn erster Ehe, d. 20. Jan: 1792
                      auf dem Wege von Creba nach Qvolsdorf [Quolsdorf], in der Oberlausitz in der
                      Heyde zu Hähnichen erfroren und d. 28. Jan: erst todt gefunden
                      worden. Er ist alsdenn gerichtlich aufgehoben und d. 30. Jan: nach dortigen
                      Leichengebrauch öffentlich begraben worden. Diese Nachricht wurde von den
                      Gerichten aus Hähnichen in der Oberlausitz bey Niesky hirhergeschrieben und war
                      von dem Richter und 3. Gerichtsschöppen unterschrieben und mit dem Gemeinde Siegel
                      besiegelt.

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                      • Ahnensucher123
                        Benutzer
                        • 05.02.2021
                        • 45

                        #1286
                        Anno 1925
                        Von einer Sense geköpft:
                        Auf der abschüssigen Provinzialstraße bei Köln fuhr ein Motorradfahrer in schneller Fahrt gegen einen Landmann, der seine Sense auf der Schulter trug. Der Fahrer stürzte so unglücklich, dass ihm von der Sense der Kopf abgeschnitten wurde.

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                        • Sebastian_N
                          Erfahrener Benutzer
                          • 25.09.2015
                          • 1370

                          #1287
                          Freak accidents gab es also auch schon damals… o0
                          Dauersuche:
                          Neumann/Naumann in Altstedt/Mittelhausen vor 1672
                          Franke in Oschatz vor 1785
                          Wolf/Schmiedel in Crottendorf vor 1790
                          Wachsmuth in Rittersgrün vor 1790
                          Nestler/Wolf/Martin/Schönherr in Marienberg vor 1780
                          Greim/Hoffmann in Eilenburg vor 1750
                          Müller/Kistner/Trautmann/Kuhn (kath.) in Rastatt vor 1750
                          Hacklbauer in Linz vor 1760
                          Schimpke/Geppert (kath.) in Ritterswalde vor 1790
                          Mett in Quedlinburg (St. Nicolai) zw. 1725-1794
                          Helmert/Liebing in Volkmarsdorf vor 1840

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                          • wicki49
                            Erfahrener Benutzer
                            • 01.03.2019
                            • 239

                            #1288
                            Maria Josepha Steinhauser im Alter von 36 Stunden von der eigenen Mutter getötet. 8. März 1838

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                            • Ralf-I-vonderMark
                              Super-Moderator

                              • 02.01.2015
                              • 3328

                              #1289
                              Hallo zusammen,

                              an einem heißen Getränk durch innere Verletzungen verstorben ist in trauriger Weise ein dreijähriges Kind in Stolberg.

                              Zülpicher Zeitung vom 21.3.1896:
                              „Stolberg, 12. März. Auf dem hiesigen Standesamt wurde vorgestern der Tod eines dreijährigen Knaben angezeigt; derselbe hatte beim Vesperbrod in einem unbewachten Augenblick die heiße Kaffeekanne ergriffen und daraus getrunken. In Folge der hierbei erlittenen inneren Verletzungen trat der Tod Tags darauf ein.“
                              vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodic...0Stolberg%22~7

                              Viele Grüße
                              Ralf

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