#81  
Alt 28.01.2011, 19:02
GunterN GunterN ist offline männlich
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Man forscht, man ahnt, man kalkuliert
was in den Büchern aufgeführt
in einem Wust vergilbter Daten,
oftmal ist's pures Rätselraten
geheimnisvoller Schnörkelein,
die sich da aneienanderreihn
auf urkundlichem Pergament,
das die Familienchronik kennt.

Der Forscher an dem Lesepult
bedarf besonderer Geduld,
um sich in jenen Hieroglyphen
in längst Vergang'nes zu vertiefen
und, nach gar zähem Mühewalten,
entstaubte Fakten festzuhalten
(und zwar im Klatext für den Laien -
die Ahnen mögen dies verzeihen!)

Unwiderstehlich ist der Bann
der Welten, die sich aufgetan
und der Familie Schicksal lüften
durch kunstvoll handgeschriebne Schriften...
trotz viel Geduld und viel Geschick
Gibt's leider nicht nur Forscherglück,
doch, ist sie auch mal irreführend -
G e n e a l o g i e ist faszinierend!

(Christina Mauersberger)

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  #82  
Alt 29.01.2011, 13:29
GunterN GunterN ist offline männlich
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Wenn du deine Ahnen sehen könntest, wenn sie alle vor dir stünden,
wüsstest du mehr als ihre Daten, wann sie geboren, wann sie gingen?
Das alleine wär' zu wenig, bitte sei zu mehr bereit,
sie alle hatten vor dir ihr Leben, durchlebten alle Freud und Leid.

Wenn du deine Ahnen sehen könntest, wärst du auf sie stolz?
Wär'n Grafen, Ritter, Edelleut' und Bauern aus einem Holz?
Erfreut dich nur der eine, der im Licht der Helden steht,
oder grüßt du auch den armen Schlucker, der sein Brot umdreht?

Wenn du deine Ahnen erleben dürftest, in ihrer eignen Welt,
dann wüsstest du, was in ihrem Leben wirklich war von Wert.
Ein Dach, das die Familie schützte, ein Feuer, etwas Brot,
wenn Friede herrschte, kein Kind war krank, dann gab's auch keine Not.

Wenn du deine Ahnen treffen könntest, was sagten sie zu dir?
Dass du bald selbst ein Ahne bist, ein Name auf Papier?
Nun überleg dir, was man später sich von dir erzählen wird
und behandle jeden Ahnen mit dem Respekt, der ihm gebührt.

(unbekannt)
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  #83  
Alt 30.01.2011, 16:18
GunterN GunterN ist offline männlich
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Die Bilder unserer Ahnen,
die uns immer wieder mahnen,
dass auch unser kurzes Leben
nicht auf Dauer ist gegeben.
Ihre Mühen, ihre Nöte, ihre Sorgen,
sind auch die unseren - jeden Morgen.
Was sie an Liebe und Hass hatten,
wirft heute bei uns seine Schatten.
Ihre Geschichte, ihr Glück und Erleiden,
können sich von unserer nie unterscheiden.
Sie wirken in uns, sind die gleichen geblieben,
ihr Leben ist in das unsere geschrieben!
Und alle folgenden Generationen
haben die Ahnen in sich wohnen!
Ohne sie wären wir nicht hier,
warum wir auch, und ohne Gezier
sie alle so nehmen sollen wie sie waren,
ohne viel unnötig trennede Gebaren.
Abwenden, Aufrechnen und Vergessen?
Wer ist schon so vermessen
zu sagen: Wir sind von Fehlern frei?
Der sollte herabsteigen von seiner Kanzlei!
Wir sind vom selben Stamm, der selben Mutter,
vom selben Schiff, vom selben Kutter,
vom selben Vater, vom selben Baum,
vom selben Himmerl, vom selben Traum.
Und wenn wir uns die Hände reichen
dann müssen Ängste und Sorgen weichen!
Egal aus welcher Stadt, aus welchem Land,
wir sind doch alle miteinander verwandt!

(Gisela H. Sanders)
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  #84  
Alt 31.01.2011, 13:09
GunterN GunterN ist offline männlich
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"Freund, wenn dein Stammbaum uns nur erst beweisen kann,
Dass Glied vor Glied von deinen Ahnherrn an
Verstand und Tugend abgenommen;
So tret' ich deiner Meinung bey,
Dass das Geschlecht, von dem du abgekommen,
Das älteste im Lande sey."

(unbekannt)
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  #85  
Alt 01.02.2011, 17:33
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Das mir der Hund das Liebste sei,
sagst du oh Mensch sei Sünde.
Der Hund ist mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

(Konrad Hebbel)
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  #86  
Alt 01.02.2011, 18:28
lizzy
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Die Mauer der Menschheit

Mach' dich mit deiner erreichten Höh' nicht groß!
Du stehst auf deiner Ahnen Schultern bloß!
Ein jeder von ihnen war einmal wie du
Der Höchste, und ihn deckten die Nächsten zu,
Wie Stein auf Stein empor sich fügt zum First.
Du bist nur Giebel, bis du Sockel wirst!
Vieltausend werden auf deinen Schultern stehn
Und ebenso stolz auf dich herunter sehn.



A. De Nora . 1864 - 1936


Gruß
Lizzy



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  #87  
Alt 01.02.2011, 18:36
lizzy
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Und noch etwas düsteres:

Gustav Schwab (1792-1850)


Das Gewitter

Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
In dumpfer Stube beisammen sind;
Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt,
Großmutter spinnet, Urahne gebückt
Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl -
Wie wehen die Lüfte so schwül!


Das Kind spricht: "Morgen ists Feiertag,
Wie will ich spielen im grünen Hag,
Wie will ich springen durch Tal und Höhn,
Wie will ich pflücken viel Blumen schön;
Dem Anger, dem bin ich hold!" -
Hört ihrs, wie der Donner grollt?


Die Mutter spricht: "Morgen ists Feiertag,
Da halten wir alle fröhlich Gelag,
Ich selber, ich rüste mein Feierkleid;
Das Leben, es hat auch Lust nach Leid,
Dann scheint die Sonne wie Gold!" -
Hört ihrs, wie der Donner grollt?


Großmutter spricht: "Morgen ists Feiertag,
Großmutter hat keinen Feiertag,
Sie kochet das Mahl, sie spinnet das Kleid,
Das Leben ist Sorg und viel Arbeit;
Wohl dem, der tat, was er sollt!" -
Hört ihrs, wie der Donner grollt?


Urahne spricht: "Morgen ists Feiertag,
Am liebsten morgen ich sterben mag:
Ich kann nicht singen und scherzen mehr,
Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer,
Was tu ich noch auf der Welt?" -
Seht ihr, wie der Blitz dort fällt?


Sie hörens nicht, sie sehens nicht,
Es flammet die Stube wie lauter Licht:
Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
Vom Strahl miteinander getroffen sind,
Vier Leben endet ein Schlag -
Und morgen ists Feiertag.


Gruß
Lizzy
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  #88  
Alt 01.02.2011, 20:27
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Mein Hund ist eine treue Seele,
verläßlich und ein Kamerad.
Er hört auf's Wort und die Befehle,
befolgt er draußen und privat.
Sein Stammbaum wächst in einer Gasse,
kein Wort von ihm steht auf Papier.
Er stammt aus einer Mischlingsrasse,
ein aufgewecktes, schlaues Tier.
Von Kindern läßt er sich gern streicheln.
Er beschnuppert seine Welt.
Wenn miese Menschen ihn umschleichen,
wird er erst wütend, bis er bellt.
Zur Pflege hab ich ihn genommen,
im Tierheim hat er einst gewohnt.
So bin ich auf den Hund gekommen,
das hat sich aber auch gelohnt.

(unbekannt)
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  #89  
Alt 03.02.2011, 23:23
GunterN GunterN ist offline männlich
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Werter Herr Pfarrer, ich habe da ein Problem, wann könnte ich denn einmal vorbei kommen?

Wie Sie wissen, habe ich eine Witwe mit einer zwanzigjährigen Tochter geheiratet.
Diese Chance nahm dann mein Vater wahr und heiratete die Tochter. Mein Vater wurde damit also mein Schwiegersohn und meine Stieftochter wurde zu meiner Stiefmutter.
Als meine Frau einen Jungen bekam, war das der Vater meines Schwagers und gleichzeitig mein Onkel (als Bruder meiner Stiefmutter).
Nun hat ja meine Stiefmutter, die ja zugleich meine Stieftochter ist, vorgestern ebenfalls einen Jungen bekommen und der ist nun also sowohl mein Bruder als auch mein Enkel.
Ich selbst bin der Mann meiner Frau und ihr Enkel (als Sohn ihres Schwiegersohnes). Meine Frau ist meine Großmutter (als die Mutter meiner Stieftochter). Und da der Mann meiner Großmutter mein Großvater ist, bin ich nun auch noch mein eigener Großvater.

"Wann, sagten Sie, kann ich vorbei kommen?"
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  #90  
Alt 04.02.2011, 21:09
GunterN GunterN ist offline männlich
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Standard Bitte, bitte, beachtet a l l e diese Hiweise!!

Der Ahnenforscher

Ein Mensch geht auf die 60 zu, da läßt ihm eines keine Ruh':
er muss in alten Schriften kramen, wo komm' ich her, wer war'n die Ahnen?
Er findet kaum des nachts ins Bett, denn er sucht meist im inernet.
Auch tags geht weiter diese Hatz, er surft sogar am Arbeitsplatz.

Dort geht man ihm sehr auf die Nerven, dauernd stört man ihm beim Surfen.
Da sagt er sich: Das hat ein Ende, ich geh' einfach jetzt in Rente.

Nun hat er Zeit und kommt rasch weiter, und der Erfolg, der stimmt ihn heiter.
Er stößt auf viele Hugenotten, und das war'n keine Hottentotten,
er stößt auf viele Denker und Dichter, auf viele nobele Gesichter,
darunter auch auf adlige Gestalten, er stößt sogar auf Fritz, den Alten!

Da fragt er sich: Ist das ein Witz? Ich stamme ab vom alten Fritz?
Oder war's ein and'rer Friederich? Er hängt das erstmal niederich.
Fritz, Friedrich, Frieder? Alles Asche! War's Friedel mit der leeren Tasche?
Er klopft aufs Portemonnaie sogleich - nein, dafür bin zu reich!

Doch viele Fragen bleiben offen, er muss auf neue Fakten hoffen.
Er sucht in Potsdam, Polen, Leipzig - das kostet Geld, er ist nicht geizig.

Schon öffnet sich ein neues Tor: sehr häufig kommt ein Karl jetzt vor.
Das macht ihn nun doch sehr betroffen, auf welchen Karl kann er denn hoffen?
Er fragt zum wiederholten Male: War's Karl der Kühne, Karl der Kahle?
Vorm Spiegel prüft er die Erscheinung und kommt ganz schnell zu dieser Meinung:
Karl der Kahle? Nein Bewahre! Dazu hab ich zu viele Haare.
Vom kühnen Karl bin ich ein Sohn, denn mutig war ich immer schon!

Der Spiegel bringt auch Ungemach, und kritisch denkt er drüber nach:
bei grad einssiebzig könnt man meinen, man stammt von Pipin, dem Kleinen.
Doch dann ist er darauf gestoßen, nach diesem kams zu Karl dem Großen.
Noch ein Karl, und was für einer! So einen Vorfahrn hat wohl keiner.
Das ist ein Ahne, will er meinen. Jetzt ist er voll mit sich im Reinen,
ihn freun die Ehre und der Ruhm, und weiter geht's ins Altertum.

Er landet bald bei den Germanen, da gab es schon mal seinen Namen,
fast klang es wie bei diesem "Thor", das kommt dem Forscher komisch vor.
Drum sucht er Römer, Griechen, Kreter, gibt es vielleicht auch dort noch Väter?
Und er vereinnahmt frisch und froh Demosthenes und Cicero.
Die sind als meine Ahnen recht, denn reden kann ich auch nicht schlecht.

Bei den Hebräern gibt es Lücken, kein neuer Fund will ihm mehr glücken!
Die ganze Forschung kommt ins Stocken, nichts ist den Qumran-Rollen zu entlocken.

Doch, lieber Forscher, bei dem Drang ist mir um Folgendes nicht bang:

Ruhe wirst du einst erst haben, wenn du den Noah ausgegraben,
den mit der Arche und den Tieren. Willst Du mit dem Dich nachmals zieren
als Deinen allerletzten, höchsten Ahnen, dann lieber Freund muss ich Dich mahnen:
Ich sage Dir als Dein Berater, der ist nicht nur von Dir der Vater!
Auf den kannst Du allein nicht hoffen, die andern sind ja abgesoffen.
Von dem stammst Du und ich, wir alle, was gilt darum in diesem Falle?

Sind wir auch noch so viele Leute, klar ist der Anfang, auch das Heute,
nur in der ziemlich breiten Mitte, da fehlen viele Zwischenschritte.
Nach denen forsche tapfer weiter und bleibe dabei immer heiter
und bleib trotz Aktenstaub gesund, dann glückt Dir auch noch mancher Fund.
Bis wir den Noah einst begießen, magst Du noch manche Lücke schließen.

(Herdzigo)
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