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  #1  
Alt 17.10.2017, 21:27
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 2.270
Lächeln Was bitte ist eine "Stundenarbeiterin" ?

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1913
Region, aus der der Begriff stammt: Köln


Ihr Lieben,

nun habe ich das erste adoptierte Kind in meiner "Sammlung" gefunden und dazu auch gleich die Geb.-Urkunde mit einem Randvermerk, die Adoption betreffend.

Darin wird die uneheliche Mutter als "Stundenarbeiterin" angegeben
Ich bin überzeugt davon, dass es nicht das ist, was man auf den ersten Blick meinen könnte , habe aber leider auch keine wirkliche Vorstellung.

Sicherlich handelt es sich um eine ungelernte Arbeit, vielleicht in einer Fabrik, wobei man dann ja auch "Fabrikarbeiterin" hätte schreiben können.
Ich habe bei Google Books nachgesehen, bin mit den Funden aber nicht wirklich zufrieden. Dort steht nur, dass "Stundenarbeiter" offenbar rund um die Uhr arbeiten mussten ...

Kann mir bitte jemand weiterhelfen? DANK schon mal vorab!
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #2  
Alt 17.10.2017, 21:37
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.033
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Moin Scheuck,

Zitat:
Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
Dort steht nur, dass "Stundenarbeiter" offenbar rund um die Uhr arbeiten mussten ...
ich würde das rund um die Uhr als ständig auf Abruf interpretieren. Möglicherweise waren das Tagelöhner, die dann "angemietet" werden konnten, wenn irgendwo ein Arbeiter gesucht war.

Friedrich
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #3  
Alt 17.10.2017, 21:59
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
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Registriert seit: 16.07.2006
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Hallo scheuck,

Zitat:
Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
[fragebogen]Dort steht nur, dass "Stundenarbeiter" offenbar rund um die Uhr arbeiten mussten ...

[/B]
ich denke, sie waren sowas wie Leiharbeiterinnen, die nur stundenweise eingestellt wurden. Wenn diese dann für 12 Std. eingestellt und bezahlt wurden, dann hatten sie diese auch zu arbeiten und nicht mit Pausen zu unterbrechen. Der Arbeitsschutz war damals ja noch nicht so wie heute
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Viele Grüße .................................. .
Christine
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Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #4  
Alt 17.10.2017, 22:31
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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https://www.google.de/search?q=stund...&bih=598&dpr=1

Auf "Leiharbeit" finde ich da keinen Hinweis. Das würde ja bedeuten, dass diese Arbeiter von einem anderen Arbeitgeber ausgeliehen werden.
Ich denke, Friedrichs Erklärung ist richtig.
Die Fundstellen zeigen, dass die Arbeiter nach faktisch gearbeiteten Stunden bezahlt werden - anders als Akkordarbeiter, die nach "Leistung", also Produktivität bezahlt werden. Sie haben offenbar auch keine garantierte Stundenzahl pro Woche oder Tag. -
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Schöne Grüße
hnrywilhelm

"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns immer wieder gepredigt wird." J. W. v. Goethe

Geändert von henrywilh (17.10.2017 um 22:33 Uhr)
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  #5  
Alt 17.10.2017, 22:43
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Moinsen zusammen,
hier findet man einen kleinen Ausschnitt zum Thema:
https://books.google.de/books?isbn=3663159353
Somit dürfte es sich bei einer *Stundenarbeiterin* um eine
geringfügig beschäftigte Arbeitskraft handeln.
Beste Grüsse von der Kieler-Förde
Roland
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  #6  
Alt 17.10.2017, 23:13
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Allerdings bezieht sich der Text dort auf englische Verhältnisse - und wir wissen auch nicht, welches englische Wort der Verfasser mit "Stundenarbeiter" übersetzt hat.
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Schöne Grüße
hnrywilhelm

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  #7  
Alt 17.10.2017, 23:49
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
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Ort: z' Minga [Mail: chatty1@gmx.de]
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Hallo Henry,

Leiharbeit war ein falsch gewählter Ausdruck von mir, ich dachte eher so an Aushilfskraft, die eben nach Stunden bezahlt wurde. Mehr sowas wie ein Taglöhner.

Zitat:
Zitat von henrywilh Beitrag anzeigen
Ich denke, Friedrichs Erklärung ist richtig.
Die Fundstellen zeigen, dass die Arbeiter nach faktisch gearbeiteten Stunden bezahlt werden - anders als Akkordarbeiter, die nach "Leistung", also Produktivität bezahlt werden. Sie haben offenbar auch keine garantierte Stundenzahl pro Woche oder Tag. -
Diese Erklärung halte ich aber eindeutig für besser
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(Konfuzius)

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  #8  
Alt 18.10.2017, 09:07
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Guten Morgen, Xtine,

ja, das dachte ich mir schon.
Es läuft wirklich darauf hinaus, dass die Leute auf Abruf stundenweise beschäftigt werden (so weit sind wir heute auch schon wieder).
"Tagelöhner" wird in manchen Fundstellen noch mal davon unterschieden: Die wurden wenigstens für ganze Tage eingestellt und bezahlt.
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Schöne Grüße
hnrywilhelm

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  #9  
Alt 18.10.2017, 10:27
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 2.270
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Ganz herzlichen DANK Euch allen!!!

Ja, auf die "englischen Verhältnisse" war ich bei google books auch gekommen , war mir aber nicht sicher, ob man das 1:1 übernehmen kann.

Geringfügig und auf Abruf beschäftigt, also vollkommen ohne "gesichertes" Einkommen; kein Wunder, dass sie das Kind mit 5 Jahren zur
Adoption freigegeben hat
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Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #10  
Alt 18.10.2017, 18:52
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 4.648
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Stundenarbeiter hieß vermutlich, dass er keine Festanstellung hat, sondern nach den geleisteten Stunden bezahlt wird.
Ähnlich wie heutzutage Studenten, Rentner und "geringfügig Beschäftigte".
Der Stundenlohn muss dabei aber nicht geringer sein, als der Studenlohn eines fest Angestellten. Er kann sogar höher sein. Gruss

Geändert von Anna Sara Weingart (18.10.2017 um 18:55 Uhr)
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