Wesseler - Bocholt / Dingden / Wesel und Umgebung

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    Erfahrener Benutzer
    • 30.03.2014
    • 725

    Wesseler - Bocholt / Dingden / Wesel und Umgebung

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 17. Jahrhundert
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Bocholt - Dingden - Wesel
    Konfession der gesuchten Person(en): röm.-kath.
    Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): Onlinebestände des Landesarchivs NRW
    Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive): LAV NRW


    Aktuell bin ich auf der Suche nach weiteren Hinweisen zur Familie Wesseler, die sich im 17. Jahrhundert in der Gegend Bocholt-Dingden-Wesel rumgetrieben hat. Das betrifft sowohl Hinweise zur Herkunft der Familie, als auch weitere Hinweise im hier abgedeckten Zeitraum.

    In diesem Beitrag werde ich zunächst zusammenfassen, was ich bereits weiß. In einem weiteren Beitrag werde ich dann eine These erläutern, für welche ich weitere Indizien oder bestenfalls handfeste Beweise zu finden.

    Ausgangspunkt sind die Eheleute Peter Wesseler und Anna Beckers. Diese haben etwa in der Mitte der 1620er-Jahre geheiratet. Anna war die Tochter der Eheleute Heinrich Becker († vor 1622) und Anna von der Bruggen († zwischen 1622 und 1627) in Wesel.

    Die Eheleute Becker/von der Bruggen waren zu Lebzeiten im Besitz der Höfe Stricking und Hülsken in Dingden. Nach dem Tod der Anna von der Bruggen wurden diese Höfe unter den sechs Kindern des Ehepaares aufgeteilt. In den Jahren von 1627 bis 1631 kaufen die Eheleute Wesseler/Becker die Anteile der Geschwister der Anna Becker. Zu dieser Zeit ist Peter Wesseler Deichgraf in Ringenberg. Spätestens 1637 dann ist Peter Wesseler Vogt zu Dingden. Auch 1645 wird er noch als Vogt zu Dingden bezeichnet. Es ist denkbar, dass er dieses Amt bis zu seinem Tod ausgeübt hat.

    Vermutlich haben die Eheleute Wesseler/Becker ab spätestens 1637 dann auch selber ihr Gut Stricking in Dingden bewohnt. Dass sie es überhaupt bewohnt haben steht außer Frage, lediglich den Zeitraum kann man anzweifeln. Ihr Sohn Philipp lässt 1655 in Bocholt unter dem Namen Strickinck ein uneheliches Kind taufen; ihre Tochter Elisabeth wird bei einer Kindstaufe 1662 zunächst Strickinck genannt, bevor dies zu Weßelers korrigiert wird. Bei einer Auseinandersetzung mit dem Kloster Marienfrede heißt es 1661: "Wahr daß Peter Weßeler in diesem Jahr 1661 in seinem Erbe Strickinck eine [...]", auch wenn dies nichts über die Wohnverhältnisse aussagt.

    Aufgrund dieses Umstandes lässt sich auch eine Annahme über den Todeszeitpunkt des Peter Wesseler treffen. Bei der genannten Kindstaufe seines Enkelkindes am 08.01.1662 war er als Peter Wißler Taufpate. Im Schatzungsregister von Dingden im März 1662 wird dann die Wittibe Stricking mit zwei Kindern über 12 Jahren genannt. Diese Witwe, Anna Becker, wird noch am 30.12.1663 bei einem weiteren Kind ihrer Tochter Elisabeth Wesseler als Taufpatin genannt. Vermutlich starb Anna Becker vor 1670, dem Beginn des Sterberegisters in Dingden, in dem sie nicht auftaucht.

    In den Folgejahren bezieht eine andere Familie das Gut Stricking, Johann Stricking und seine Frau Margaretha, die spätestens 1662 geheiratet haben, sind spätestens 1672 auf Stricking nachgewiesen und lebten dort mindestens bis 1685. Im Spieker lebte eine Zeit lang (1672 bis 1675 nachgewiesen) ein Theodor "vffs Spicker" mit seiner Frau Helena. Von der Familie Wesseler verbleibt nur der ledige Sohn Philipp auf dem Gut.


    Wesseler, Peter, † zwischen 01. und 03.1662 in Dingden Berg 47
    oo vor 1627
    Becker, Anna, * in Wesel, † zwischen 30.12.1663 und 1670 in Dingden Berg 47



    Folgende Kinder dieser Eheleute sind mir bekannt:

    Wesseler, Alexander, * in Ringenberg oder Dingden, † 1656 in Dingden Berg 47

    Zu Fastnacht 1656 bittet der Peter Wesseler den Johann Bruns, Pastor zu Dingden, anlässlich des Todes seines Sohnes Alexander, um ein Erbbegräbnis in der Kirche zu Dingden für sich und seine Nachkommen.

    Wesseler, Catharina, * in Ringenberg, † zwischen 1685 und 1690 in Dingden Dorf 36
    Terörde, Arnold, * err. 1637, † 02.10.1705 in Dingden Dorf 36

    Arnold Terörde ist ab 1666 als Vogt zu Dingden belegt. Möglicherweise hat er dieses Amt von seinem Schwiegervater Peter Wesseler übernommen.
    Sein eigener Vater Peter Terörde († 1676) soll laut verschiedenen Sekundärquellen ebenfalls Vogt zu Dingden gewesen sein (z. B. Unser Bocholt Nr. 2/1970). Wann ist unklar.
    Nach dem Tod der Catharina Wesseler heiratete Arnold Terörde spätestens 1690 die Antonia Brahm, Witwe des Rentmeisters Johann Bruns in Bocholt.
    Für das Sterbedatum des Arnold Terörde ist mir keine Primärquelle bekannt, die Angabe stammt aus https://www.lwl.org/westfaelische-ge...trwff-9597.pdf

    Wesseler, Elisabeth, * in Ringenberg oder Dingden, † in Bocholt Feldmark 685
    ∞ 23.11.1660 in Bocholt
    Schulte zu Aholt, Wessel, † in Bocholt Feldmark 685

    Bei der Heirat gehört "Petro Wesseler patre" zu den Trauzeugen. Neben den oben im Fließtext bereits genannten Patenschaften der Eltern der Elisabeth Wesseler ergeben die Taufpaten ihrer Kinder keine weiteren Hinweise. Lediglich die Taufpatin beim ersten Kind (08.01.1662) ist aufgrund ihres Namens potenziell interessant: Elisabeth von die Brugge (wie die Großmutter der Elisabeth, Anna von der Bruggen).
    Wessel Schulte zu Aholt soll 1679 gestorben sein. Auch hierfür fehlt eine glaubhafte Quelle.

    Wesseler, Philipp, * err. 1632

    Philipp Wesseler hat vermutlich den Großteil seines Lebens auf dem Hof Stricking gelebt. 1655 lässt er in Bocholt von der Grete Rosen den unehelichen Sohn Henricus taufen. 1680 lässt er in Dingden von der Gerharda Kösters die uneheliche Tochter Anna Elisabeth taufen.
    Im ca. ab 1694 angelegten Einwohnerregister von Dingden ist Philippus Wießelers 62-jährige auf Stricking (Berg 47) genannt. Außerdem ist er bei seinem Neffen Henrich Terörde (Dorf 36) 66-jährig genannt. Anhand des Schriftbildes allein kann man nicht eindeutig darauf schließen, dass es sich dort um eine nachträgliche Eintragung/Änderung handelt (was in diesem Register häufig ist), allerdings kann man anhand der Altersangaben wohl annehmen, dass Philipp um 1698 ins Dorf gezogen ist.
    Im Register von 1702 ist Philipp bei Terörde im Dorf nicht mehr aufgeführt. Stricking fehlt in diesem Register ganz.
  • nav
    Erfahrener Benutzer
    • 30.03.2014
    • 725

    #2
    Bovenkerk/Averlach

    Die besondere Relevanz dieser Familie (abgesehen vom allgemeinen Bezug zu Dingden und Umgebung) ergibt sich nun aus der Familie, die das Gut Stricking später bewohnen sollte.

    Am 01.11.1678 lassen die Eheleute Arnold Bovenkerk gnt. Stricking und Barbara Averlach ihren ersten Sohn in Dingden taufen. Beide Eheleute waren lutherischer Konfession. Betrachtet man die Namen bei den Kindstaufen, so stellt man fest, dass die Familie bis mindestens 1687 im Spieker gewohnt hat. Spätestens 1690 hat die Familie den Hof Stricking selbst bewohnt.

    Der Ehemann Arnold Bovenkerk stammt aus Hamminkeln vom Hof Groß Bovenkerk. Zu seinen Geschwistern zählen Nicolaus (meist Claß) Bovenkerk in Ringenberg (∞ Anna Bißlich), Gerharda (meist Gerritjen) Bovenkerk in Hamminkeln (∞ Johann Blancken gnt. Bovenkerk) und Elisabeth Bovenkerk in Dingden (∞ Jacob Nienhaus, Erbauer des heutigen Humberghauses).

    Bei den Taufpaten der Kinder dieser Eheleute wird die Verbindung zur Besitzerfamilie Terörde/Wesseler ersichtlich: 1678 Arnold Terörde und Philipp Wesseler, 1684 Catharina Terörde, 1690 Barbara Terörde, 1696 Antonia Terörde, 1699 Ferdinand Terörde.

    Kurios wird es aber nun bei den Besitzverhältnissen:

    Dem Arnold Bovenkerk wird in einem Prozess (Rechtfertigungssache) zwischen dem Arnold Terörde und dem Henrich Averlach am 21. Juli 1678 (also bereits vor der Taufe des ersten Kindes) ein Zwölftel der Güter Stricking und Hülsken zugesprochen.

    Der Henrich Averlach wird in der betreffenden Urkunde, aus der dies hervorgeht, Henrich Ouerlagen und Overlaken genannt. Die einzige weitere mir bekannte Erwähnung dieses Henrich ist als Taufpate seiner Enkeltochter Anna Bovenkerk gnt. Stricking im Jahr 1687.
    Ich gehe davon aus, dass dieser Henrich Averlach der Vater der Barbara Averlach und somit der Schwiegervater des Arnold Bovenkerk war.

    Die Frage die sich nun unweigerlich stellt: Warum war Henrich Averlach der Ansicht, dass ihm bzw. seinem Schwiegersohn ein Teil der genannten Höfe zusteht?

    Zwar ist in betreffender Urkunde die Rede von einem Kauffpfenninge von 414 Talern klevisch, allerdings bin ich mir unsicher, ob dies zwingend auf einen gewöhnlichen Kauf hindeutet. Diese Summe könnte auch Teil der offenbar außergerichtlichen Einigung (Adjudication) gewesen sein. Nähere Details zum Prozess sind in der Urkunde nicht erwähnt, soweit ich das feststellen kann. Eventuell kann eine sorgfältige Transkription da aber noch weitere Details zutage bringen.


    Die Möglichkeit aber, die für mich interessant wäre, wäre eine Verwandtschaft zur Familie Wesseler.
    Hier sehe ich zwei mögliche Konstellationen:
    1. Eine weitere Tochter von Peter Wesseler und Anna Becker hat den Henrich Averlach geheiratet, aus dieser Ehe stammt die Barbara Averlach.
    2. Barbara Averlach ist eine weitere uneheliche Tochter des Philipp Wesseler. Henrich Averlach ist entweder ihr Stiefvater, ihr Großvater mütterlicherseits oder ihr Onkel.

    Neben den Besitzverhältnissen ist hier besonders die Namensgebung ein relevantes Indiz.

    1. Barbara Averlach nennt ihren ersten Sohn 1678 Peter. Dabei könnte es sich um eine Benennung nach ihrem hypothetischen Großvater Peter Wesseler handeln. Der Name Peter ist zwar zu dieser Zeit in der Gegend nicht allzu häufig, allerdings auch nicht allzu ungewöhnlich, was diesen Namen als Indiz nebensächlich werden lässt. Dennoch muss angemerkt werden, dass diese Bennung in der Familie Wesseler üblich war: Catharina Wesseler nennt einen ihrer Söhne Peter Terörde. Elisabeth Wesseler nennt ihren jüngsten Sohn aus der Ehe mit Wessel Schulte zu Aholt ebenfalls Peter. Bei diesen beiden Peters würde es sich aber um die Cousins der Barbara handeln.

    2. Der Name Barbara selbst. Hier müssen auch wieder die Namenskonventionen in der Familie Wesseler betrachtet werden. Wessel Schulte zu Aholt und Elisabeth Wesseler lassen am 16.02.1669 eine Tochter auf den Namen Barbara taufen. Arnold Terörde und Catharina Wesseler hatten möglicherweise ebenfalls eine Tochter namens Barbara. Eine Barbara Terörde ist von 1687 bis 1690 mehrmals als Taufpatin in Dingden belegt. Leider fehlt der eindeutige Nachweis, dass es sich um eine Tochter der Eheleute Terörde/Wesseler handelt. Jedoch heißen mehrere Enkelkinder der Eheleute Terörde/Wesseler Barbara (25.09.1688, 16.01.1698, 28.07.1695).
    Wäre Barbara Averlach nun ebenfalls eine Enkeltochter von Peter Wesseler und Anna Becker, so würde ihr Name exakt in dieses Muster reinpassen. Der Name Barbara ist (anders als Peter) meiner Erfahrung nach in der Umgebung durchaus ungewöhnlich und auffällig.


    Der wohl vielversprechendste Weg, diese These zu beweisen oder zu widerlegen dürfte es sein, irgendwo weitere Hinweise zur Familie Averlach zu finden. Hier wäre eventuell eine Recherche in den evangelischen Kirchenbüchern um Hamminkeln sinnvoll.
    Zuletzt geändert von nav; 05.03.2022, 15:01. Grund: Formatierungsfehler

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    • nav
      Erfahrener Benutzer
      • 30.03.2014
      • 725

      #3
      Okay, ein kleiner Zufallsfund lenkt meinen Fokus bezüglich der Familien Wesseler und Bovenkerk jetzt noch einmal auf das Amt des Vogtes.


      Zunächst einmal angefangen in Hamminkeln: Laut einer der Urkunden über den Ankauf eines Teils der Güter Stricking durch den Peter Wesseler und seine Frau Anna Becker aus dem Jahr 1631 war der Johann Becker, Bruder der Anna, zu dieser Zeit Vogt zu Hamminkeln.

      1658 wird dann als Vogt zu Hamminkeln der Anton Blank als Nachfolger seines Vaters Jörgen Blank genannt. (Quelle, Seite 2. Ob die Jahreszahl so stimmt weiß ich nicht. Anton Blancken lässt noch bis 1685 Kinder in Hamminkeln taufen, letzte Erwähnung Januar 1686, kein Sterbeeintrag.
      Bruder des Vogtes Anton Blancken und Sohn des vorherigen Vogtes Georg Blancken war nun der Johann Blancken gnt. Bovenkerk. Dieser war verheiratet mit Gerharda/Gerritjen Bovenkerk, der Schwester des Arnold Bovenkerk gnt. Stricking.


      Als Vogt zu Dingden ist wie bereits bekannt 1637, 1638 und 1645 der Peter Wesseler nachgewiesen. Es ist denkbar, dass er dieses Amt bis zu seinem (vermutlichen) Tod 1662 ausgeübt hat. Zwischen 1645 und 1662 ist mir aktuell keine Nennung eines Vogtes zu Dingden bekannt.

      Im Schatzungsregister des Jahres 1662 dann wird der nächste Vogt zu Dingden erwähnt: Henrich Uhlenbroick, Vogtt zu Dingden. Dieser Henrich Uhlenbrock stirbt im Jahr 1672, vermutlich Mitte Februar, +- einen Monat (3. Eintrag des Jahres, von 24). Bei einer Taufe am 06.12.1671 wird er als Pate noch als Vogt genannt: Henricy Uhlenbruck præfectus.

      Laut einer PDF-Datei (Seite 310) auf den Seiten des Landesarchivs NRW war nun der Jacob Nienhaus [...] mit Uhlenbrocks Witwe verheiratet [...]. Diese Nennung stammt vom 10.06.1677. Geheiratet hat der Jacob Nienhaus die Witwe des Vogtes Henrich Uhlenbrock im Oktober 1672 in Dingden (Entlassung zur Heirat in Rhede) - bei dieser Witwe handelt es sich um Elisabeth Bovenkerk, die Schwester des Arnold Bovenkerk gnt. Stricking. Bislang war mir nur ihre zweite Ehe mit Jacob Nienhaus bekannt.
      Nachtrag: Diese erste Ehe der Elisabeth Bovenkerk wird auch durch die Schatzungsregister bestätigt. In den Registern von 1662 und 1690 haben die einzelnen Hofstätten beinahe exakt dieselbe Reihenfolge. An der Stelle von Henrich Uhlenbroick 1662 ist 1690 Jacob Nienhauß zu finden.


      Nächster Vogt in Dingden wurde bekanntlich Arnold Terörde, Ehemann der Catharina Wesseler und Schwiegersohn des früheren Vogts Peter Wesseler. Erste Nennung als Vogt (præfectus) im Kirchenbuch ist am 15.08.1673, jedoch soll er bereits 1666 als Vogt genannt worden sein (Quelle). Überschnitten sich also die Amtszeiten von Henrich Uhlenbrock und Arnold Terörde? Gab es zwei Vögte gleichzeitig? Gab es mehrere Wechsel zwischen den beiden? Oder handelt es sich bei der Angabe von 1666 um eine nachträgliche Angabe, auf welche Art auch immer?


      Was ich aus diesen Umständen jedenfalls schließe: Sowohl bei der Familie Wesseler als auch bei der Familie Bovenkerk gab es - auf unterschiedliche Art und Weise - eine gewisse Affinität zum Vogtsamt. Ob und wie ich diese Puzzleteile nun zu einem ganzen zusammensetzen kann, da bin ich mir noch nicht sicher.

      Es würde jedenfalls auch hier nur allzu gut ins Muster passen, wenn Arnold Bovenkerk gnt. Stricking mit der Barbara Averlach eine Enkeltochter des früheren Vogtes Peter Wesseler und angeheiratete Nichte des aktuellen Vogtes Arnold Terörde geheiratet hätte.
      Zuletzt geändert von nav; 05.03.2022, 18:17.

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      • anika
        Erfahrener Benutzer
        • 08.09.2008
        • 2630

        #4
        Wesseler

        Hallo Nico

        In dieser Urkunde wird ein J. Wesseler erwähnt, vielleicht ein weitere Mitglied der Familie Wesseler

        1702 Juli 30, Diersfordt 351
        Dieterich Frhr. v. Wylich, Herr zu Diersfordt, bekennt, daß nach dem Tode des Herrn
        Rotekenius aufgrund von dessen Testament er nunmehr an die reformierte und
        lutherische Gemeinde zu Ringenberg (Ringel-) und deren Arme die Summe von 1 100
        klev. Tlr. zu je 30 St. schuldig ist, wobei er bei 3 112 % Zinsen seinen Besitz zum
        Unterpfand stellt.
        Ausf., Pap., kanzelliert, mit Sg. u. Us. Vermerk über Rückzahlung an die beiderseits
        evangelische Gemeine, 1772 Ncv. 30, unterzeichnet P. Manger, Pastor zu Ringenberg, und J.
        Wesseler, Pastor zu Ringenberg u. Hamminkeln. - Beiliegend: Vollmacht des gemeinsamen
        Konsistoriums, Ringenberg 1772 Nov. 28, gez. Herrn. Amtzen, Wtlhelm Keymer; Albert
        Tuienhauß. - Beiliegend: Vergleich zwischen dem General v. Spaen, der statt des Frbr. v. Wylich
        die Zahlung der Zinsen übernommen hat, und der Reform. u. Luther. Gemeinde zu Ringenberg,
        mit detaillierter Kostenaufstellung, Kleve 1745 Jan. 3.

        Quelle: file:///C:/Users/Jutta/Downloads/LVRheinland_Band_34_Bislich%20(2).pdf

        anika
        Ahnenforschung bildet

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        • anika
          Erfahrener Benutzer
          • 08.09.2008
          • 2630

          #5
          Wesseler

          Hallo

          Hier der Link zum Urkunden Buch



          anika
          Ahnenforschung bildet

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          • nav
            Erfahrener Benutzer
            • 30.03.2014
            • 725

            #6
            Prediger Wesseler zu Hamminkeln

            Zitat von anika Beitrag anzeigen
            In dieser Urkunde wird ein J. Wesseler erwähnt, vielleicht ein weitere Mitglied der Familie Wesseler
            Danke für den Hinweis. Über hundert Jahre nach dem Tod "meines" Peter Wesseler, aber das muss ja nichts heißen.

            Es handelt sich offenbar um den lutherischen Prediger zu Hamminkeln und Ringenberg:

            Wesseler, Johann Friedrich, * err. 1731, † 01.12.1803 in Hamminkeln

            Soweit wäre es durchaus denkbar, dass es sich um ein Mitglied der gleichen Familie handelt.

            Hier heißt es allerdings, der Johann Friedrich Wesseler stamme aus der Grafschaft Mansfeld.

            Mit dieser Angabe scheint diese Spur mir leider schwierig zu verfolgen und wenig vielversprechend.

            Kommentar

            • nav
              Erfahrener Benutzer
              • 30.03.2014
              • 725

              #7
              Anbei eine Aufstellung zur Familie Bißlich in Ringenberg

              Auswertung der Daten und Erläuterungen folgen separat im nächsten Beitrag

              Anna Bißlich, * err. 1647, [] 17.08.1727 in Ringenberg

              Nicolaus Bovenkerk, Schöffe, * in Hamminkeln 81, [] 19.05.1706 in Ringenberg

              Sieben Kinder dieser Eheleute sind bekannt.

              Gesina Bovenkerk, [] 19.02.1683 in Ringenberg
              Barbara Bovenkerk, [] 08.06.1683 in Ringenberg
              Anna Bovenkerk, ~ 23.06.1680 in Ringenberg
              Rötger Bovenkerk, ~ 04.04.1684 in Ringenberg
              NN Bovenkerk, [] 21.10.1686 in Ringenberg (ungetauft)
              Henrich Bovenkerk, ~ 11.07.1688 in Ringenberg, [] 26.07.1688 in Ringenberg
              Theodor Bovenkerk, ~ 28.08.1689 in Ringenberg, † vor 1749 in Dingden Berg 47

              Hervorzuheben ist hier natürlich wieder die Tochter namens Barbara.

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1680 Johann Blancken = gnt. Bovenkerk, Ehemann der Gerharda Bovenkerk in Hamminkeln, Schwager von Nicolaus
              1680 Philipp Wesseler = Sohn von Peter Wesseler und Anna Becker
              1680 Elisabeth Wesseler = Tochter von P. W. und A. B., Ehefrau Wessel Schulte zu Aholt in Bocholt Feldmark
              1680 Anna Terörde (*1)
              1684 Henrich Schaps = Ehemann der Barbara Bißlich
              1684 Henrich Blancken = Bruder (?) des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1684 Jodocus Althoff (*2)
              1684 Anna Maria Hüning = Ehefrau des Anton Bißlich
              1684 Barbara Althoff (*2)
              1688 Margaretha, Witwe Blancken = möglicherweise Mutter des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1689 Ernst Hölcker = Ehemann der Reimud Bißlich
              1689 Paul Bißlich
              1689 Gertrud Telger gnt. Bißlich = Ehefrau des Alexander Bißlich




              Johann Reiner Bißlich, [] 12.09.1715 in Ringenberg

              NN, vielleicht die Margaretha (Bißlich), [] 06.08.1711 in Ringenberg

              Aus dieser Ehe sind sechs Kinder bekannt:

              Anna Bißlich, ~ 31.12.1679 in Ringenberg
              Elisabeth Bißlich, ~ 14.10.1681 in Ringenberg
              Hermann Bißlich, ~ 16.01.1684 in Ringenberg
              Bernard Bißlich, ~ 17.03.1686 in Ringenberg, [] 07.12.1696 in Ringenberg
              Henrich Bißlich, ~ 02.05.1688 in Ringenberg
              Catharina Bißlich, ~ 19.11.1690 in Ringenberg

              Auch Johann Reiner Bißlich hatte möglicherweise eine Tochter namens Barbara. Diese heiratet am 27.11.1696 in Hamminkeln den Albert to Kamp gnt. Nienhaus. Sie gehört eindeutig zu dieser Familie, Johann Reiner Bißlich ist der beste Kandidat als Vater, da er früh genug geheiratet hat (vor Beginn des Kirchenbuchs).

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1679 Nicolaus Bovenkerk = Ehemann der Anna Bißlich
              1679 Henrich Stricking (*3)
              1679 Anna Pipers (*1)
              1679 Adelheid Schulten = Tochter von Wessel Schulte zu Aholt und Elisabeth Wesseler in Bocholt Feldmark
              1681 Philipp Wesseler = Sohn von Peter Wesseler und Anna Becker
              1681 Henrich Bißlich
              1681 Catharina Niewerde = Ehefrau von Henrich Terörde in Dingden
              1681 Barbara Bißlich = Ehefrau von Henrich Schaps
              1684 Franz Bißlich
              1684 Sybilla Bißlich = Ehefrau von Henrich Wesser
              1686 Anna Maria Hüning = Ehefrau von Anton Bißlich
              1686 Anna Bollwerk = Ehefrau von Paul Bißlich
              1686 Peter Wesseler !!!!
              1686 Margaretha, Witwe Blancken = möglicherweise Mutter des Johann Blancken gnt. Bovenkerk




              Reimud Bißlich, [] 23.04.1694 in Ringenberg
              ∞ 04.01.1678 in Ringenberg
              Ernst Hölcker, [] 08.09.1727 in Ringenberg

              Aus dieser Ehe sind sechs Kinder bekannt:

              Judith Hölcker, ~ 24.12.1678 in Ringenberg, [] 05.01.1679 in Ringenberg
              Henrich Hölcker, ~ 21.01.1680 in Ringenberg
              Johann Richard Hölcker, ~ 10.03.1682 in Ringenberg, [] 06.09.1712 in Ringenberg
              Wessel Hölcker, ~ 27.05.1685 in Ringenberg, [] 27.04.1686 in Ringenberg
              Wilhelm Hölcker, ~ 30.06.1687 in Ringenberg
              Adelheid Hölcker, ~ 17.04.1691 in Ringenberg

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1678 Margaretha Lichtenborg = Ehefrau des Anton Bißlich
              1680 Johann Schnieders = Ehemann der Elisabeth Blancken in Hamminkeln
              1682 Henrich Blancken = Bruder (?) des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1685 Johann Reiner Bißlich
              1685 Anna Maria Hüning = Ehefrau des Anton Bißlich
              1687 Henrich Schaps = Ehemann der Barbara Bißlich
              1687 Margaretha Blancken = möglicherweise Mutter des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1687 Anna Bollwerk = Ehefrau des Paul Bißlich




              Anton Bißlich, [] 20.04.1717 in Ringenberg
              I ∞ 15.03.1678 in Ringenberg
              Margaretha Lichtenborg, ([] 19.04.1683 in Ringenberg als Elßken?)

              Aus dieser Ehe sind zwei Kinder bekannt:

              Henrich Bißlich, ~ 21.10.1678 in Ringenberg
              Johann Bißlich, ~ 23.10.1679 in Ringenberg, [] 12.06.1680 in Ringenberg

              II ∞ 22.06.1683 in Ringenberg
              Anna Maria Hüning, [] 22.08.1720 in Ringenberg

              Aus dieser Ehe sind vier Kinder bekannt:

              Margaretha Bißlich, ~ 08.06.1685 in Ringenberg
              Johann Henrich Bißlich, ~ 08.05.1687 in Ringenberg
              Anna Maria Bißlich, ~ 24.07.1689 in Ringenberg
              Gerharda Bißlich, ~ 09.09.1691 in Ringenberg

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1678 Friedrich Bißlich
              1679 Anton Blancken = Kirchmeister in Hamminkeln, Bruder von Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1679 Anna Bovenkerk = geb. Bißlich, Ehefrau von Nicolaus Bovenkerk
              1685 Henrich Schaps = Ehemann von Barbara Bißlich
              1685 Margaretha, Witwe Blancken = möglicherweise Mutter des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1685 Reimud Bißlich = Ehefrau von Ernst Hölcker
              1687 Henrich Blancken = Bruder (?) des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1687 Anna Bollwerk = Ehefrau des Paul Bißlich
              1689 Jan Bovenkerk = Blancken gnt. Bovenkerk, Ehemann der Gerharda Bovenkerk in Hamminkeln
              1689 Paul Bißlich
              1691 Alexander Bißlich
              1691 Margaretha Krämers = Ehefrau des Paul Bißlich




              Sybilla Bißlich, [] 24.08.1724 in Ringenberg

              Henrich Wesser

              Aus dieser Ehe sind fünf Kinder bekannt:

              Henrich Wesser, ~ 06.10.1680 in Ringenberg
              Wilhelm Wesser, ~ 21.01.1683 in Ringenberg, [] 24.01.1685 in Ringenberg
              Wilhelm Wesser, ~ 23.01.1686 in Ringenberg
              Johann Wesser, ~ 13.02.1689 in Ringenberg
              Alexander Wesser, ~ 29.04.1696 in Ringenberg, [] 06.05.1696 in Ringenberg

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1680 Henrich Schaps = Ehemann der Barbara Bißlich
              1683 Nicolaus Bovenkerk = Ehemann der Anna Bißlich
              1683 Henrich Blancken = Bruder (?) des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1683 Anna ter Orden gnt. Piepers (*1)
              1683 Anna Bollwerk = Ehefrau des Paul Bißlich
              1686 Friedrich Leppels = Ehemann der Barbara Schulte zu Aholt, Tochter der Elisabeth Wesseler
              1686 Jodocus Althoff (*2)
              1696 Alexander Terörde = Sohn von Arnold Terörde und Catharina Wesseler in Dingden




              Paul Bißlich, [] 04.02.1715 in Ringenberg
              I ∞ 04.07.1683 in Ringenberg
              Anna Bollwerk, [] 07.07.1689 in Ringenberg

              II ∞ 07.03.1690 in Ringenberg
              Margaretha Krämers

              Aus diesen beiden Ehen keine Kinder.




              Barbara Bißlich, [] 15.05.1733 in Ringenberg
              ∞ 26.01.1684 in Ringenberg
              Henrich Schaps, [] 23.03.1712 in Ringenberg

              Aus dieser Ehe sind vier Kinder bekannt:

              Johann Schaps, ~ 07.10.1685 in Ringenberg
              Engel Catharina Schaps, ~ 05.01.1687 in Ringenberg
              Henrich Schaps, ~ 18.12.1689 in Ringenberg, [] 14.08.1722 in Ringenberg
              Gerharda Schaps, ~ 30.11.1692 in Ringenberg, [] 17.04.1695 in Ringenberg

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1685 Henrich Blancken = Bruder (?) des Johann Blancken gnt. Bovenkerk
              1685 Johann Stricking (*3)
              1685 Maria Hüning = Ehefrau des Anton Bißlich
              1685 Anna Bollwerk = Ehefrau des Paul Bißlich
              1687 Nicolaus Bovenkerk = Ehemann der Anna Bißlich
              1687 Ernst Hölcker = Ehemann der Reimud Bißlich
              1692 Albert to Kamp = Ehemann der Barbara Bißlich
              1692 Gerhard Stricking (*3)
              1692 Margaretha Krämers = Ehefrau des Paul Bißlich




              Alexander Bißlich
              ∞ 20.08.1684 in Ringenberg
              Gertrud Telgers

              Aus dieser Ehe sind neun Kinder bekannt:

              Henrich Bißlich, ~ 25.03.1685 in Ringenberg, [] 17.04.1685 in Ringenberg
              Barbara Bißlich, ~ 24.03.1686 in Ringenberg
              Catharina Bißlich, ~ 16.05.1688 in Ringenberg
              Henrich Bißlich, ~ 23.07.1690 in Ringenberg, [] 24.07.1690 in Ringenberg
              Henrich Bißlich, ~ 11.05.1692 in Ringenberg, [] 14.05.1694 in Ringenberg
              Peter Bißlich, ~ 01.01.1695 in Ringenberg
              Alexander Bißlich, ~ 07.02.1697 in Ringenberg
              Henrich Bernard Bißlich, ~ 20.02.1699 in Ringenberg
              Theodor Bißlich, ~ 05.09.1706 in Ringenberg

              Unter den Taufpaten dieser Kinder befinden sich:

              1685 Philipp Wesseler = Sohn von Peter Wesseler und Anna Becker
              1685 Henrich Schaps = Ehemann von Barbara Bißlich
              1685 Johann Reiner Bißlich
              1685 Anna Maria Hüning = Ehefrau von Anton Bißlich
              1686 Peter Wesseler !!!!
              1686 Elisabeth Bißlich
              1686 Barbara Schulten = Tochter von Wessel Schulte zu Aholt und Elisabeth Wesseler in Bocholt Feldmark
              1688 Nicolaus Bovenkerk = Ehemann von Anna Bißlich
              1688 Anna Bollwerk = Ehefrau von Paul Bißlich
              1688 Barbara Terörde = Tochter (?) von Arnold Terörde und Catharina Wesseler
              1695 Barbara Bißlichs = Ehefrau von Henrich Schaps
              1697 Albert to Kamp = Ehemann von Barbara Bißlich
              1697 Barbara Averlach = Ehefrau von Arnold Bovenkerk gnt. Stricking
              1697 Christina Bißlich
              1699 Franz Bißlich
              1699 Anna Bovenkerk = geb. Bißlich, Ehefrau von Nicolaus Bovenkerk
              1706 Anna Bißlich
              Zuletzt geändert von nav; 10.03.2022, 00:05.

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              • nav
                Erfahrener Benutzer
                • 30.03.2014
                • 725

                #8
                Erläuterungen zur Familie Bißlich in Ringenberg

                Wie bereits in einem vorherigen Beitrag erwähnt war der Bruder des Arnold Bovenkerk gnt. Stricking, Nicolaus Bovenkerk, mit einer Anna Bißlich verheiratet. Heute habe ich die Einträge zur Familie Bißlich im luth. Kirchenbuch von Ringenberg ausgewertet und habe meiner Auffassung nach eine großen, blinkenden Pfeil zur Familie Wesseler aufgefunden.

                Dies bezieht sich einerseits auf die Namensgebung - nicht weniger als vier Barbaras (3 x Bißlich, 1 x Bovenkerk) ließen sich in dieser Familie finden. Ebenso gibt es einen Alexander Bißlich (der Name tauchte bisher bei Alexander Wesseler † 1656 sowie bei Alexander Terörde, Sohn von Catharina Wesseler auf).

                Was aber viel mehr Gewicht hat sind die zusätzlichen Taufpatenbeziehungen mit Bezug zur Familie Wesseler. Sowohl die Namensgebung als auch die Patenschaften von nachweisbaren Angehörigen bzw. Abkömmlingen der Familie Wesseler lassen sich, soweit ich das sehe, bei keiner anderen Familie in Ringenberg oder Hamminkeln in einem auch nur annäherend ähnlich großem Ausmaß finden.

                Aufgrund dieser neuen Entdeckungen muss ich meine bisherige Theorie wie folgt erweitern:

                Hypothese: Peter Wesseler und Anna Becker hatten neben den bereits nachgewiesenen Kindern Catharina (oo Terörde), Elisabeth (oo Schulte zu Aholt), Philipp und Alexander zwei weitere, aktuell nicht greifbare Töchter. Die ältere Tochter hat einen unbekannten Herrn Bißlich in Ringenberg geheiratet und mehrere Kinder mit diesem gezeugt. Die jüngere Tochter hat den Henrich Averlach, Ort unbekannt, geheiratet und mindestens eine Tochter namens Barbara gehabt.

                Insgesamt acht mutmaßliche Geschwister ließen sich finden:

                Anna Bißlich, ∞ Nicolaus Bovenkerk
                Johann Reiner Bißlich, ∞ NN
                Reimud Bißlich, ∞ Ernst Hölcker
                Anton Bißlich, ∞ Margaretha Lichtenborg, ∞ Anna Maria Hüning
                Sybilla Bißlich, ∞ Henrich Wesser
                Paul Bißlich, ∞ Anna Bollwerk, ∞ Margaretha Krämers
                Barbara Bißlich, ∞ Henrich Schaps
                Alexander Bißlich, ∞ Gertrud Telgers

                Zusätzlich tauchen als Taufpaten auf: Friedrich Bißlich, Franz Bißlich, Elisabeth Bißlich, Christina Bißlich. Aufgrund der Taufpatenbeziehungen ist es durchaus möglich, dass Elisabeth Bißlich identisch ist mit Elisabeth, Ehefrau von Anton Stuckmann. Dann wären es neun Geschwister. Zusätzlich wird am 29.01.1681 ein Wilhelm Bißlich so mördlich todt geschossen worden beigesetzt.

                Aufgrund der hohen Geschwisterzahl ist es auch gut denkbar, dass diese Bißlichs zwei oder sogar mehr Elternpaaren Bißlich zuzuordnen sind. Dennoch müssen anhand der Hinweise folgende Kinder zwingend meinem hypothetischen Elternpaar Bißlich/Wesseler zugeordnet werden: Anna Bißlich, Johann Reiner Bißlich, Sybilla Bißlich, Barbara Bißlich und Alexander Bißlich. Damit wären fünf Kinder übrig.

                Taufpaten mit nachweisbarem Bezug zur Familie Wesseler sind in der Aufstellung im vorherigen Beitrag durch Unterstreichung hervorgehoben.

                Unter diesen ist noch einmal besonders hervorzuheben ein Taufpate names Peter Wesseler, der bei zwei Taufen im Jahr 1686 auftaucht. Dabei muss es sich wohl um ein weiteres bislang unbekanntes Kind der Eheleute Peter Wesseler († 1662) und Anna Becker handeln.

                Ebenso fällt auf, dass sehr oft Angehörige der Familie Blancken aus Hamminkeln eine Patenschaft übernahmen. Eine nachweisbare verwandtschaftliche Beziehung besteht nur über einige Ecken: Gerharda Bovenkerk, die Schwester des Nicolaus Bovenkerk (∞ Anna Bißlich), war verheiratet mit Johann Blancken gnt. Bovenkerk. Der konkrete Grund für die häufigen Patenschaften bleibt also zunächst unklar. In meine Wesseler-Theorie möchte ich die Familie Blancken zunächst nicht mit aufnehmen. Dafür fehlen bei der Familie Blancken in Hamminkeln selbst die Hinweise darauf.



                Einige der Taufpaten sollen hier kurz näher erläutert werden. Diese sind in der Aufstellung im vorherigen Beitrag entsprechend markiert.

                (*1) Anna Terörde gnt. Pipers
                Anna Terörde / Pipers taucht dreimal als Taufpatin auf: 1679, 1683 und noch einmal 1683. Tatsächlich taucht sie auch in Dingden zwischen 1678 und 1683 vier Mal als Taufpatin auf. In Bocholt ist sie am 02.09.1685 Taufpatin bei einer Enkeltochter der Elisabeth Wesseler (oo Schulte zu Aholt). Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine bislang unbekannte Tochter der Eheleute Arnold Terörde und Elisabeth Wesseler handelt. Unklar bleibt, mit wem sie verheiratet war und wo sie gelebt hat.

                (*2) Jodocus Althoff
                Die Signifikanz des Jodocus Althoff rührt einzig und allein daher, dass dieser auch mehrmals als Taufpate bei der Familie Blancken in Hamminkeln auftaucht. Wer Jodocus war, wo er gelebt hat, sowie seine Beziehung zu den Familien Bißlich und Blancken bleiben unklar. Auch die Barbara Althoff bleibt ein Rätsel. Zwar ist ihr Name im Kontext der Familie Wesseler mit den vielen Barbaras auffällig, jedoch ist sie auch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Im Taufeintrag wurde zunächst ein anderer Name eingetragen, der dann durchgestrichen und mit Althoff ersetzt wurde. Leider ist dieser für mich bislang nicht zu entziffern.

                (*3) Mitglieder der Familie Stricking
                Wer genau Henrich (1679), Johann (1685) und Gerhard (1692) Stricking sind ist unklar. Ein Johann Stricking hat, wie in Beitrag #1 dargelegt, von spätestens 1672 bis mindestens 1685 den Hof Stricking bewohnt. Gerhard und Henrich könnten Söhne desselben sein. In Dingden ist als Taufpate neben Johann selbst nur ein "Joes Strickinck junior" als Taufpate nachgewiesen.

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                • nav
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                  • 30.03.2014
                  • 725

                  #9
                  Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
                  (*1) Anna Terörde gnt. Pipers
                  Anna Terörde / Pipers taucht dreimal als Taufpatin auf: 1679, 1683 und noch einmal 1683. Tatsächlich taucht sie auch in Dingden zwischen 1678 und 1683 vier Mal als Taufpatin auf. In Bocholt ist sie am 02.09.1685 Taufpatin bei einer Enkeltochter der Elisabeth Wesseler (oo Schulte zu Aholt). Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine bislang unbekannte Tochter der Eheleute Arnold Terörde und Elisabeth Wesseler handelt. Unklar bleibt, mit wem sie verheiratet war und wo sie gelebt hat.
                  Zumindest dieses Geheimnis ist möglicherweise gelüftet!

                  1691, bei der Taufe des späteren Bocholter Richters Johann Franz Terörde, ist Anna Terörde Taufpatin. Sie wird als Virgo bezeichnet, ist also noch unverheiratet.

                  Das ändert sich in den folgenden Jahren. Denn ihr erstes (mir bekanntes) Kind lässt sie am 22.05.1697 in Emmerich (St. Aldegundis) taufen. Ihr Ehemann ist Johann Goosens, ihr Sohn ist der spätere Pfarrer zu Millingen, Wilhelm Ferdinand Goosen († 05.09.1758). Dank ihm konnte ich auch die Anna finden, denn er war 1725 Taufpate in Dingden bei Wilhelm Ferdinand Terörde. Auch weitere Mitglieder der Familie Goosen sind über die Jahre Taufpaten bei Terörde. Nach den weiteren Kindern suche ich aktuell noch, eines habe ich gefunden.

                  Hier muss allerdings angemerkt werden: es ist denkbar dass die zwischen 1678 und 1685 als Taufpatin genannte Anna Terörde eine andere ist als die spätere Ehefrau des Johann Goosens. In jedem Fall muss man sich nun umso mehr die Frage stellen Woher kam der Name Pieper bei der Anna Terörde?

                  Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
                  Arnold Terörde und Catharina Wesseler hatten möglicherweise ebenfalls eine Tochter namens Barbara. Eine Barbara Terörde ist von 1687 bis 1690 mehrmals als Taufpatin in Dingden belegt. Leider fehlt der eindeutige Nachweis, dass es sich um eine Tochter der Eheleute Terörde/Wesseler handelt.
                  Auch dieses Geheimnis ist gelüftet. Denn auch Barbara Terörde heiratete in Emmerich. Die erste Eintragung im Heiratsregister des Jahres 1695 zeugt von ihrer Heirat mit Andreas Oosters. Dieser war mir bereits als "mysteriöser" Taufpate einer Tochter des Dr. jur. utr. Peter Terörde 1708 bekannt. Bislang konnte ich von diesen Eheleuten vier Kinder finden.


                  Angesichts der Taufpatenbeziehungen sowie des nun besser einschätzbaren Alters der beiden sehe ich Anna Terörde und Barbara Terörde damit als gesicherte Töchter der Eheleute Arnold Terörde und Catharina Wesseler an.

                  Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
                  Wesseler, Catharina, * in Ringenberg, † zwischen 1685 und 1690 in Dingden
                  Hier muss ich mich gleich zwei mal hintereinander korrigieren. Korrekt hätte es hier heißen müssen:

                  † zwischen 1684 und 1691 in Dingden
                  Die letzte mir bekannte Erwähnung der Catharina Wesseler stammt aus einer Urkunde aus dem Jahre 1684. Es gibt aber noch eine Ausfertigung der Urkunde von 1685. Die zweite Frau des Arnold Terörde, Antonia Brahm, wird erstmals im November 1691 erwähnt. Also muss Catharina vor diesem Zeitpunkt verstorben sein.

                  Tatsächlich lässt sich die Untergrenze des Todeszeitpunktes der Catharina Wesseler inzwischen noch weiter nach oben verschieben: im Mai 1689 ist sie Taufpatin ihrer Enkeltochter Anna Catharina, erstgeborene Tochter des Dr. jur. utr. Peter Terörde.

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                    • 30.03.2014
                    • 725

                    #10
                    Tja, tatsächlich hatte die Anna Terörde vor der Taufe ihres Patenkindes 1691 bereits insgesamt vier Kinder. In erster Ehe war sie verheiratet mit Wilhelm Lamers, von dem sie drei Kinder taufen ließ. Ihre zweite Ehe mit Johann Anton Goosens ging sie dann am 08.04.1690 ein. Aus dieser Ehe stammen insgesamt fünf Kinder.

                    Wenn also die Anna 1691 tatsächlich noch Jungfrau war, dann müssen wir wohl vier neue Feiertage einführen würde ich sagen.
                    Hier ist die Frage nun jedenfalls ob es eine andere Anna gab, oder aber ob es sich einfach um einen Fehler des Pastors handelte (ob nun beim Vornamen oder beim Vermerk "Virgo").


                    In der Zwischenzeit habe ich auch mal ein Verzeichnis im KB 1 von Dingden (S. 229) mit der Überschrift "1693 admissi ad ɔfraternita'em agonia" auf Mitglieder der Familie Terörde untersucht. Für die Nicht-Lateinkundigen hat sogar später jemand mit Bleistift den Vermerk "Todesangst-Bruderschaft" hinzugefügt.

                    In diesem Verzeichnis finden sich nun also:

                    Junffer Barbara tor Örde
                    Bernardt ter Örde
                    Anna Catharina Terörde

                    Ziemlich sicher wurden hier nicht nur 1693 Mitglieder eingetragen. Die Barbara tor Örde gehörte definitiv zu den ersten eingetragenen Mitgliedern, was Sinn ergibt, da sie ja relativ bald (01.1695) in Emmerich heiraten sollte. Die Anna Catharina Terörde steht weit am Ende der Liste. Es handelt sich sicherlich um die 1684 geborene spätere Devotesse Anna Catharina Terörde.

                    Der Bernardt ter Örde gehörte wahrscheinlich zur zweiten "Gruppe" von eingetragenen Mitgliedern. Das Problem an diesem Eintrag ist allerdings, dass neben seinem Namen der Vermerk obijt steht, er also verstorben sein soll. Dennoch ging es ihm noch sehr gut, als er ca. 1696 die Witwe Anna Reygers in Barlo heiratete und sieben Kinder mit ihr zeugte. Hier kann es sich eigentlich nur um einen Fehler handeln. Die erste Nennung eines Bernard Terörde erfolgt bei der Taufe des Bernard Ferdinand Terörde am 08.01.1693, hier ist er Taufpate. Gäbe es einen zweiten (dann vermutlich älteren) Bernard Terörde, dann wäre der doch mit Sicherheit schon früher erwähnt worden.

                    Nebenbei bermerkt hat Bernard Terörde allem Anschein nach nach seiner ersten Ehe seine Stiefschwester geheiratet. Im KB der Kreuzkapelle Hemden heißt es im Heiratsregister 1713: Mons: Teroerde et vidua Kappenhage. Soweit ich es feststellen kann ist Bernard Terörde hier der einzige Kandidat, der zu dieser Zeit im heiratsfähigen Alter sowie potenziell ledig oder verwitwet gewesen sein könnte. Bei der vidua Kappenhage kann es sich eigentlich nur um die Witwe des Bocholter Bürgermeisters Peter Kappenhagen, Wilhelmina Bruns handeln. Und die ist die Tochter des Rentmeisters Johann Bruns und der Antonia Brahm, zweiter Ehefrau des Arnold Terörde.

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                      Erfahrener Benutzer
                      • 30.03.2014
                      • 725

                      #11
                      Da ich es damals noch nicht hier geschrieben habe, vermutlich also noch nicht gewusst habe, hole ich es der Vollständigkeit halber nun einmal nach.

                      Die Barbara Terörde, die bereits ziemlich sicher als Tochter von Arnold Terörde und Catharina Wesseler verifiziert werden konnte, hat bekanntlich Anfang 1695 in Emmerich den Andreas Oosters geheiratet. Auch ihre verschiedenen Patenschaften 1687 bis 1690 in Dingden habe ich bereits erwähnt.

                      Es gibt allerdings eine weitere Nennung in Dingden, welche sie eindeutig als Tochter des Arnold Terörde identifiziert.

                      Als im Februar 1694 der damalige Pfarrer Vieracker ein Einwohnerregister anlegte, wohnte Arnold Terörde bereits mit seiner zweiten Ehefrau Antonia Brahm auf dem Gut Küning in der Dorfbauerschaft. Durchgestrichen - da sie ja weniger als ein Jahr später schon in Emmerich heiratete und nicht mehr in Dingden wohnte -findet sich hier tatsächlich auch die Tochter Barbara:

                      + V: Barbara 23. ɔfr.
                      In der gängigen Abschrift dieses (sehr chaotischen und einige Jahre weitergeführten) Einwohnerregisters vom Heimatverein Dingden fehlt Barbara.

                      Sie ist also grob 1670 geboren, wenn man das Jahr 1693 als Referenzjahr für die Rechnung nimmt (da der Februar ja noch recht früh im Jahr ist).

                      Nico

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                      • nav
                        Erfahrener Benutzer
                        • 30.03.2014
                        • 725

                        #12
                        Zitat von nav Beitrag anzeigen
                        Hypothese: Peter Wesseler und Anna Becker hatten neben den bereits nachgewiesenen Kindern Catharina (oo Terörde), Elisabeth (oo Schulte zu Aholt), Philipp und Alexander zwei weitere, aktuell nicht greifbare Töchter. Die ältere Tochter hat einen unbekannten Herrn Bißlich in Ringenberg geheiratet und mehrere Kinder mit diesem gezeugt. Die jüngere Tochter hat den Henrich Averlach, Ort unbekannt, geheiratet und mindestens eine Tochter namens Barbara gehabt.
                        Ein kleiner Zufallsfund bestärkt nun zumindest diese Theorie.

                        Zitat von nav Beitrag anzeigen
                        Wesseler, Elisabeth, * in Ringenberg oder Dingden, † in Bocholt Feldmark 685
                        ∞ 23.11.1660 in Bocholt
                        Schulte zu Aholt, Wessel, † in Bocholt Feldmark 685

                        Bei der Heirat gehört "Petro Wesseler patre" zu den Trauzeugen. Neben den oben im Fließtext bereits genannten Patenschaften der Eltern der Elisabeth Wesseler ergeben die Taufpaten ihrer Kinder keine weiteren Hinweise. Lediglich die Taufpatin beim ersten Kind (08.01.1662) ist aufgrund ihres Namens potenziell interessant: Elisabeth von die Brugge (wie die Großmutter der Elisabeth, Anna von der Bruggen).
                        Wessel Schulte zu Aholt soll 1679 gestorben sein. Auch hierfür fehlt eine glaubhafte Quelle.
                        Dass Peter Wesseler bei der Heirat 1660 explizit als Vater der Elisabeth Wesseler genannt wird, habe ich hier schon erwähnt. Was mir aber zu diesem Zeitpunkt noch unauffällig erscheinen musste, war der dritte Trauzeuge: Bernardo Bißelick (natürlich im Ablativ geschrieben, ich bin ja nicht so einer, der grammatische Fälle nicht unterscheiden kann und die eigenen Vorfahren plötzlich zu Italienern werden lässt )

                        Die bereits bekannte Verbindung der Familien Wesseler und Bißlich reicht also mindestens bis 1660 zurück. Ob es sich dabei um eine familiäre Verbindung handelt, ist damit natürlich dennoch nicht nachgewiesen.
                        Trotzdem könnte es sein, dass dieser als Trauzeuge genannte Bernard Bißlich mit einer namentlich bisher unbekannten Tochter des Peter Wesseler verheiratet war.

                        Selbst dann bleibt weiterhin unklar, welche Kinder den hypothetischen Eheleuten Bißlich/Wesseler zuzuordnen sind. Wie bereits in Beitrag #8 geschrieben, gäbe es neun mögliche Kinder, plus einige altersmäßig nicht einzuordnende Bißlichs.

                        Eine weitere Nennung von Bißlichs vor Beginn der Ringenberger Kirchenbüchern lässt sich in einem Dokument im Archiv des Hauses Ringenberg finden. Demnach soll 1667/1668 die Witwe des Rutger Bißlichs, Hernsken Stevens, ein Haus verkauft haben. Rotger Bißlich wird bereits 1662 im Schatzungsregister von Dingden genannt, denn die Familie Bißlich war Eigentümer des dortigen Hofes (Kotten?) Kock in der Bauerschaft Berg. Dort lebte einige Jahrzehnte später der Theodor Bovenkerk, Sohn von Nicolaus Bovenkerk und Anna Bißlich.

                        Fraglich ist, in welche Generation Rotger Bißlich einzuordnen ist. Er könnte ein Bruder des Bernard Bißlich (* vllt. um 1610-1620) sein, oder aber dessen Vater (dementsprechend * vllt. um 1575-1600).

                        Was mir zusätzlich in den letzten Tagen aufgefallen ist:
                        Die vielen Alexanders in den Familien Wesseler, Terörde und Bißlich könnten statt eines familiären Ursprungs theoretisch auch von Freiherr Alexander von Spaen herrühren, der seit 1648 Eigentümer der Burg Ringenberg war. Hier bin ich mir allerdings noch unsicher, ob das zeitlich passt. Der Alexander Wesseler, Sohn von Peter, starb bereits 1656. Es ist unklar, ob er bereits erwachsen oder zumindest jugendlich war, oder noch ein Kind. Damit er rein zeitlich seinen Namen von Alexander von Spaen hätte erhalten können, müsste er noch ein Kind gewesen sein.

                        Nico

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                        • nav
                          Erfahrener Benutzer
                          • 30.03.2014
                          • 725

                          #13
                          Averlack

                          Zitat von nav Beitrag anzeigen
                          Die Möglichkeit aber, die für mich interessant wäre, wäre eine Verwandtschaft zur Familie Wesseler.
                          Hier sehe ich zwei mögliche Konstellationen:
                          1. Eine weitere Tochter von Peter Wesseler und Anna Becker hat den Henrich Averlach geheiratet, aus dieser Ehe stammt die Barbara Averlach.
                          2. Barbara Averlach ist eine weitere uneheliche Tochter des Philipp Wesseler. Henrich Averlach ist entweder ihr Stiefvater, ihr Großvater mütterlicherseits oder ihr Onkel.
                          Zitat von nav Beitrag anzeigen
                          Hypothese: Peter Wesseler und Anna Becker hatten neben den bereits nachgewiesenen Kindern Catharina (oo Terörde), Elisabeth (oo Schulte zu Aholt), Philipp und Alexander zwei weitere, aktuell nicht greifbare Töchter. Die ältere Tochter hat einen unbekannten Herrn Bißlich in Ringenberg geheiratet und mehrere Kinder mit diesem gezeugt. Die jüngere Tochter hat den Henrich Averlach, Ort unbekannt, geheiratet und mindestens eine Tochter namens Barbara gehabt.
                          Der Teil meiner Hypothese, der eine Verwandtschaft zwischen den Familien Averlack und Wesseler betrifft, hat sich nun tatsächlich - ich kann es kaum glauben - bestätigen lassen.

                          Das ganze gilt mit einer kleinen Abwandlung, die für mich zwar immer eine Möglichkeit war, die ich aber offenbar damals nicht explizit überall erwähnt habe. Der Henrich Averlack ist nicht der Vater der Barbara Averlack, sondern ihr Bruder.

                          Die Eltern dieser beiden Geschwister hießen Werner Averlack und Franscina Wesseler. Diese haben am 18. April 1645 in der Mathenakirche in Wesel geheiratet. Er war ein jongergesel hie zu Wesel, sie dagegen eine jonge tochter von Dingden. In den Taufregistern der Mathenakirche in Wesel finden sich folgende Kinder dieser Eheleute:

                          ~ 02.04.1646 - Henrich Averlack
                          ~ 19.09.1649 - Anna Averlack
                          ~ 10.09.1651 - Cornelius Averlack
                          ~ 19.01.1653 - Johann Averlack
                          ~ 25.07.1654 - Franz Averlack
                          ~ 12.05.1657 - Alexander Averlack

                          Von der Barbara Averlack war leider - anhand des Namensregisters - kein Taufeintrag in Wesel auffindbar. Dass sie dennoch als Tochter dieser Eheleute angesehen werden kann, daran habe ich keine Zweifel. Zwei Kinder der Eheleute Arnold Bovenkerk und Barbara Averlack hießen Franscina (~ 18.10.1682) und Werner (~ 06.05.1696). Diese hat Barbara dementsprechend nach ihren eigenen Eltern benannt. Ebenso hatten die beiden eine Tochter namens Cornelia (~ 11.09.1690) - der Name schien ebenfalls in der Familie geläufig zu sein, wie Cornelius Averlack (~ 10.09.1651) zeigt.

                          Auf den Alexander brauche ich vermutlich kaum noch hinzuweisen - der Name ist ja bei den Wesselers, Terördes und Bißlichs sehr geläufig. Neben dem Namen Alexander dürfte insbesondere die Herkunftsangabe Dingden die Franscina Wesseler mehr als hinreichend als Tochter der Eheleute Peter Wesseler und Anna Becker belegen.

                          Zusätzlich befinden sich unter den Taufpaten der Averlack-Kinder sowohl Leisabedt Welssels (Schreibweise des Nachnamens exakt wie bei der Mutter) am 19.09.1649 als auch Alexander Wesseler am 10.09.1651. Beide sind uns bereits bekannt, Elisabeth Wesseler heiratet in Bocholt am 23.11.1660 den Wessel Schulte zu Aholt, und Alexander Wesseler stirbt im Jahr 1656. Die restlichen Taufpaten sind, soweit ich deren Namen entziffern konnte, unauffällig. Höchstens die am 25.07.1654 genannte Gertgen Strickers genant Stracken erinnert vage an Stricking. Vielleicht war eine Gertrud Stracken mit Alexander Wesseler verheiratet und die beiden haben damals dann den Hof Stricking bewirtschaftet bzw. bewohnt? Da kann man soweit nur spekulieren.

                          Der älteste Sohn Henrich Averlack heiratet 1667 (1. Aufgebot am 03.07., das Traudatum habe ich versäumt zu notieren) in Wesel, Mathenakirche, die Mechtild Overbeck aus Wesel. Aus dieser Ehe sind weder in der Mathenakirche, noch in der Willibrordkirche Kindstaufen zu finden. Dennoch dürfte wohl ein Sohn Werner (nach dem Vater des Henrich) aus dieser Ehe hervorgegangen sein, der am 01.03.1705 in Wesel, Mathenakirche, die Johanna Arntzen (Witwe von Henrich Jörrissen) heiratet. Entweder diese Johanna, oder aber die Mechtild Overbeck, ist am 24.11.1705 begraben worden. Im Sterberegister der Mathenakirche ist an diesem Datum Averlaeks Fraw in der Rheinstraße verzeichnet.

                          Der ältere Werner Averlack, der 1645 die Franscina Wesseler geheiratet hat, stammte, wie im Heiratseintrag bereits steht, aus Wesel. Er dürfte am 19. Mai 1624 als Sohn des gleichnamigen Werner Averlack und dessen Frau Agnes (?) getauft worden sein, ebenfalls wieder in der Mathenakirche. Geschwister, ohne Angabe der Mutter, wurden am 25.01.1615 (Jan) und am 25.01.1615 (Gerret) getauft, bei einer alleinstehenden Taufe am 30.12.1607 (Gerryt) bin ich unsicher, ob es sich noch um den gleichen Vater handelt. Eine Heirat der Eltern von Werner finde ich nicht.
                          Werner Averlack (Vater von Werner, Großvater von Barbara) wurde jeweils am 19.03.1629, am 04.03.1630, am 21.03.1631 und 12.03.1632 zur Wahl als Diakon des Weseler Nordsider Quartiers vorgeschlagen, die letzte dieser Wahlen hat er für sich entscheiden können.

                          Gefunden, aber nicht zugeordnet, habe ich zudem noch einen Jacop Aferlack von Wesell der 1638 (1. Aufgebot 23.05.) in der Mathenakirche die Beltgen Ploenes weduwe van selige Henrick Hausen von Orsseu geheiratet hat.

                          Nico

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                          • nav
                            Erfahrener Benutzer
                            • 30.03.2014
                            • 725

                            #14
                            Becker / Wesseler

                            Während die Ausbeute zur Familie Averlack als Bindeglied zwischen den Wesselers und den Bovenkerks in Wesel äußerst gut war, ließ sich zu den Eheleuten Peter Wesseler und Anna Becker dort nichts finden. Kein Heiratseintrag, keine Kindstaufen.

                            Da diese Eheleute aber wie bereits im ersten Beitrag dieses Themas erwähnt in den 1620er-Jahren einige Anteile an Stricking und Hülsken von den Geschwistern der Anna gekauft haben, sind diese Geschwister namentlich bekannt und bieten Suchmöglichkeiten. Von drei Geschwistern ließen sich in Wesel, dieses Mal in der Willibrordkirche, Aufgebotseinträge finden (Traudaten wurden dort damals wohl noch nicht verzeichnet):

                            06.04.1603
                            Henrich von Ziest
                            Sibilly Beckers

                            15.02.1604
                            Johan Becker
                            Lisbeth Sluters

                            01.08.1604
                            Arndt von Lin
                            Mechtelt Beckers

                            Aus den Ehen der beiden Becker-Töchter ließen sich keine Taufen finden. Nach Becker-Kindern habe ich noch nicht gesucht.

                            Da diese drei Personen gesichert als Geschwister der Anna Becker bekannt sind, können diese Daten zumindest helfen, Peter Wesseler und Anna Becker zeitlich besser einzuordnen.

                            Bereits als ich das Thema erstellt habe, habe ich per E-Mail den Hinweis bekommen, dass Peter Wesseler 1665 als Zeuge vernommen wurde (s. Findbuch Schlossarchiv Diersfordt), mit der Angabe, er sei damals 70/80 Jahre alt gewesen. Das ergibt ein Geburtsjahr etwa im Bereich 1585 bis 1595.

                            Aufgrund der Tatsache, dass die Geschwister der Anna Becker bereits deutlich früher geheiratet haben, als ich angenommen hätte, würde ich bei Peter Wesseler nun auch eher zum früheren Bereich tendieren und sein Geburtsjahr etwa bei 1585 bis 1590 ansetzen, das Heiratsdatum dagegen etwa bei 1610 bis 1615. Die jeweils folgenden fünf Jahre (bis 1595/1620) sind aber wohl weiterhin durchaus im Rahmen.

                            Die soweit bekannten Kinder dieser Eheleute helfen meiner Ansicht nach leider auch nicht dabei, das Heiratsdatum irgendwie einzugrenzen:

                            Wesseler, Alexander, 1651 Taufpate, † 1656
                            Wesseler, Franscina, oo 1645 Averlack
                            Wesseler, Elisabeth, 1649 Taufpatin, oo 1660 Aholt
                            Wesseler, Catharina, oo ca. 1654 Terörde
                            Wesseler, Philipp, * ca. 1632
                            Wesseler, Peter, 1686 Taufpate

                            Theoretisch könnten jedenfalls alle Kinder nach 1620 geboren worden sein, bspw. in einem Zwei-Jahres-Rhythmus: 1621, 1623, 1625, 1627, 1629, 1631.

                            Allein die weiterhin hypothetische Tochter, die mit einem Bißlich verheiratet war, müsste sehr wahrscheinlich früher als 1620 geboren sein. Das ist aber nach wie vor schwierig einzuschätzen.

                            Nico

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                            • nav
                              Erfahrener Benutzer
                              • 30.03.2014
                              • 725

                              #15
                              Zitat von nav Beitrag anzeigen
                              (*2) Jodocus Althoff
                              Die Signifikanz des Jodocus Althoff rührt einzig und allein daher, dass dieser auch mehrmals als Taufpate bei der Familie Blancken in Hamminkeln auftaucht. Wer Jodocus war, wo er gelebt hat, sowie seine Beziehung zu den Familien Bißlich und Blancken bleiben unklar. Auch die Barbara Althoff bleibt ein Rätsel. Zwar ist ihr Name im Kontext der Familie Wesseler mit den vielen Barbaras auffällig, jedoch ist sie auch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Im Taufeintrag wurde zunächst ein anderer Name eingetragen, der dann durchgestrichen und mit Althoff ersetzt wurde. Leider ist dieser für mich bislang nicht zu entziffern.
                              Auch dieses Geheimnis lässt sich nun zumindest zum Teil lüften, auch wenn durch die Lösung weitere Fragen aufkommen.

                              Jodocus Althoff stammte aus Kirchhellen und heiratete am 9. November 1676 in Wesel (Mathena) die Witwe Girdruith Bovenkirck. Diese Gertrud Bovenkerk stammt aus Hamminkeln und hatte in erster Ehe am 10.05.1672 (in der Mathenakirche) den Weseler Wilhelm Greving geheiratet. Aus der Ehe Greving/Bovenkerk konnte ich keine Kinder ermitteln, aus der Ehe Althoff zumindest drei:

                              ~ 26.04.1682 - Margaretha Althoff
                              ~ 25.03.1685 - Gesina Althoff
                              ~ 25.02.1690 - Wilhelmina Althoff

                              Jodocus Althoff wurde am 08.02.1729, die Wittibe Althoff am 28.02.1731 begraben. Bei beiden Einträgen steht die Ortsangabe auß den Hörning, das kann ich ohne weiteres nicht näher zuordnen. Die Witwe Althoff, bei der es sich sicher nur um Gertrud Bovenkerk handeln kann, ist laut Sterbeeintrag stolze 99 Jahre alt geworden, also etwa 1642 geboren. Bei Gertrud dürfte es sich um eine Schwester der bereits bekannten Bovenkerks, mit Namen Nicolaus (in Ringenberg), Gerharda (in Hamminkeln auf dem elterlichen Hof), Elisabeth (Ehefrau Uhlenbrock, später Nienhaus, in Dingden im Dorf) sowie Arnold (in Dingden Berg auf Stricking) handeln.

                              Weitere Taufpatenschaften des Jodocus Althoff gibt es in Hamminkeln:
                              17.09.1679 - Johann Isselmann (Vater wohl Bernard, hier nicht namentlich genannt)
                              16.08.1682 - Kind von Johann Blancken gnt. Bovenkerk (hier auch Beltjen Bißlichs als Taufpatin!)
                              29.08.1684 - Kind von Henrich Treckdorf

                              Johann Blancken gnt. Bovenkerk war sein Schwager, diese Taufpatenschaft ist klar.
                              Der Isselmannshof war ein Nachbarhof des Hofes Groß Bovenkerk in Hamminkeln. Treckdorf dagegen lag im heute als Blumenkamp zu Wesel gehörenden Teil Hamminkelns. Ob hier Verwandtschaften zu Bovenkerk bestehen könnten, muss noch näher überprüft werden. Auf Treckdorf lebte später (um 1700) wohl eine Familie Grünebohm, ob das die gleiche ist, die bereits um 1680 dort lebte, kann ich aktuell nicht sicher sagen.

                              Die von mir erwähnten mehreren (!) Taufpatenschaften des Althoffs bei der Familie Blancken in Hamminkeln kann ich aktuell nicht wieder finden. Von besonderem Interesse ist daher in dieser Angelegenheit aktuell nur die Beziehung zu den Eheleute Wesser/Bißlich.

                              Die 1684 als Taufpatin genannte Barbara Althoff bietet auch noch viel Grund zur Spekulation. Besonders, da nicht alles in diesem Taufeintrag klar lesbar ist, da ein Teil durchgestrichen wurde.

                              Was allgemein dieses Thema angeht, kann es denke ich nun mehr oder weniger als abgeschlossen gelten. Das ursprüngliche Ziel, nämlich meine Vorfahrenfamilie Bovenkerk über die Averlacks an die Familie Wesseler anzuschließen, habe ich nun tatsächlich erreichen können. Damit ist die Familie Wesseler natürlich nun umso relevanter für mich. Das größte Potenzial und den größten Bedarf für weitere Nachforschungen sehe ich bei den Eltern der Anna Becker (oo Peter Wesseler), Henrich Becker und Anna von der Brüggen. Über die Familie des Henrich Becker ist mir bereits aus einigen im Archivportal NRW zusammengefassten Gerichtsprozessen einiges bekannt. Bei der Anna von der Brüggen spekuliere ich aktuell auf einen Anschluss an die Weseler Familie dieses Namens, zu denen offenbar im Internet und in der mir bislang zugänglichen Literatur sehr von einander abweichende Daten vorliegen. Ich halte es für denkbar, dass ihre Eltern der Weseler Richter Johann von der Brüggen (Amtszeit offenbar grob gerundet von 1540 bis 1580) und dessen in der Literatur genannten Frau Elisabeth von Düsseldorf waren, und dass letztere wiederum eine Tochter des Weseler Richters Dietrich von Düsseldorf war. Wie realistisch das ist, und ob sich dafür ernstzunehmende Indizien und Belege finden lassen, muss noch überprüft werden.

                              Nico

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