Hallo August,
das verstehe ich andersrum. Der Autor hält den tschechischen FN Hanbek für u.U. auf den deutschen FN Hahnbeck zurückgehend. Dieser sei möglicherweise nach dem Muster anderer deutscher Handwerkernamen gebildet. Das interpretiere ich so, dass er -beck als Bäcker deutet.
Aber mit der slawischen Hypothese sind wir sicher noch nicht durch.
Viele Grüße
Xylander
FN Hanewick/Hanewik
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Da es ja nun wie es aussieht, kein Name aus Österreich sein muss, greife ich zum letzten Strohhalm; slaw. Ursprung:
Hanbek/Hahnbeck = Handwerker
https://books.google.de/books?id=nqM...IaClQQ6AEIKzAB
Schon die fünfte Seite, nach Null am Anfang der Frage.Zuletzt geändert von Verano; 13.09.2018, 11:30.Einen Kommentar schreiben:
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Hallo Lisi,
die jetzt gefundene Form 1864 Hananwick ist noch wieder eine etwas andere Variante. Google kann damit überhaupt nichts anfangen. Vielleicht doch Zuwanderer aus dem slawischen oder ungarischen Raum? Die Papiermühle existierte übrigens schon bevor Leykam sie erwarb.
Parallel zu den Überlegungen hier in der Namenforschung hast Du ja jetzt in der Familienforschung im Österreich-Forum einen Anknüpfungspunkt. Irgendwann irgendwo weiter zurück findet sich da vielleicht eine Angabe zur Herkunft eines Namensträgers. Oder eine besser zu identifizierende Namensform. Und vielleicht gelingt es dort auch, die Verbindung zu der Häufung in St. Bartholomä im 17. JH herzustellen (oder zu widerlegen).
Was nicht heißen soll, dass wir uns hier in der Namenforschung eine Pause gönnen. Sicher hat noch wer Ideen
Viele Grüße
XylanderZuletzt geändert von Xylander; 13.09.2018, 06:44.Einen Kommentar schreiben:
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der Leykam war aber gebürtiger Mainzer, was dann meine Deutschland-Theorie wieder stützen würde, wenn da einer aus dem Papierhandwerk kam und da Papier erzeugt wurde! Dann würds vielleicht auch eine Erklärung geben, warum ein Hana"wasauchimmer" in der Gegend westlich von Graz gemacht hat.
Die ganzen Orte liegen alle auf ein paar km beisammen im Westen von der Stadt Graz:
St. Oswald bei Plankenwarth
Gratwein
Gratkorn
Groß St. Florian
Rohrbach
Kugelberg
usw.
Hier im Österreichforum hab ich jetzt übrigens die Vereinigung der Hananwicks mit den Seidls - es wurde jemand fündig! Ich freu mich! Und der Hinweis geht wieder auf Gratwein und St. Oswald.
Nachtrag:
Hier noch etwas zum Papierfabrik Leuzenhof in Graz:
"Ehem. Papiermühle Leuzenhof"
Die Papiermühle "in der Au zu Leuzendorf" war die erste "Fabrik" im Grazer Raum. Sie wurde schon 1517 – 1527 als Besitz des Papiermachers Michael Wurm (Worbm) aus Memmingen genannt, der sie vom Vizedoms von Steyr, Leonhart v. Ernau, gepachtet hatte. Bis 1543 blieb die Mühle im Besitz der Familie Wurm, dann wurde sie an Heinrich Mayr aus Kempten verkauft. 1636 erwarb Sebastian Haubt den Betrieb. Mit der daneben gelegenen Kesselschmiede teilte sich die Mühle die Nutzung der Wasserkraft. 1673 und 1763 ist das Gebäude abgebrannt. Von 1684 an waren die Jesuiten Eigentümer der Mühle, die sie verpachteten. Nach der 1773 erfolgten Auflösung des Ordens gab es verschiedene Besitzer, bis 1793 aus einer Mainzer Familie stammende Buchdrucker Andreas Leykam das Unternehmen kaufte. Ab 1901 war hier eine Drahtstiften-Fabrik, nach Bombenschäden wurde das Objekt 1956 abgerissen und an seiner Stelle ein Wohnhaus errichtet (Wiener Straße 91 und 93); an der Nordfront ein Sgrafitto, Wappen "Leuzenhof" von Reno Ernst Jungel, 1956. Am östlichen Mühlgangufer steht südlich der Brücke noch ein Werksgebäude, das ehemalige Maschinenhaus. (Nach: Thiel, Papiererzeugung; Stöckl, Industrie; ÖKT 1984)
Laukhardt 18:54, 13. Dez. 2011 (CET)Zuletzt geändert von LisiS; 12.09.2018, 20:46.Einen Kommentar schreiben:
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Hallo Lisi,
danke, wieder neue Aspekte!
Auf die Schnelle sehe ich zwei Dinge die helfen könnten:
1. die heutige Aussprache Hannebick unterstützt b statt w ( wobei mich das w aber eigentlich nicht mehr stört)
2. der Leykam und seine Aktivitäten holen die slawische oder ungarische Spur wieder aus der Versenkung. Von Gratwein nach St. Bartholomä sinds gut 12 km
Viele Grüße
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Guten Abend!
Ich hatte grad ein recht nettes Telefonat mit einem älteren Pater aus dem Stift Rein in der Weststeiermark. Dem hat der Name Hannebick (so hat er ihn ausgesprochen) was gesagt. Er meint es gibt heute noch Menschen mit dem Namen.
Angeschrieben hatte ich ihn ja ursprünglich wegen der vulgo-Namen/Haus-/Hofnamen die er gesammelt hat, weil die Hanewick einen Hofnamen im Kirchenbuch stehen haben "Veitlbauer". Er meinte, er hätte in seinem Leben so um die 20 Heftchen geschrieben mit diesen ganzen Namen, da muss er erst einmal durchlesen. Er meldet sich bei mir.
ABER: Woher der Name kommt, weiss er nicht. Hofnamen hat er keinen im Kopf, er schaut aber mal seine Unterlagen durch und wenn er was findet, dann gibt er mir Bescheid. Dazu hatte er noch ganz viele Infos bereit, welche Gemeinde/Parre wo dazu gehört hatte und wann die sich getreilt/getrennt hatten. Die letzten großen Gemeindefusionierungen gabs erst vor ein paar wenigen Jahren.
Info (vielleicht hier für die Suche interessant) von ihm:
Andreas Leykam war Buchdrucker, geboren in Mainz und hat dort in der Gegend in Gratwein/Gratkorn eine Papierfabrik besessen, wo laut dem Pater wagonweise die Arbeiter angekarrt wurden, die ganz arme Leute waren und unter anderem aus dem Slawischen, Westungarn und der Tschechei kamen.
Er hat sich ausserdem über die Sauklaue der Pfarrer aus der Gegend beschwert. Er meinte, das macht gar keinen Spass da viel zu lesen, weil das so schwierig ist. Musste ich ihm beipflichten
.
Hilft euch das weiter?Zuletzt geändert von LisiS; 12.09.2018, 19:52.Einen Kommentar schreiben:
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Liebe Zita,
danke! Na ja, mit der Lautverschiebung kommt man meist ganz gut durch die Lande, so von Süd nach Nord. Sie begann ja im Süden, logisch, da wo auch andere Kulturerrungenschaften ihren Ausgang nahmen
. Und in den niederdeutschen Dialekten ist sie bis heute nicht angekommen
.
Und nun Ungersbeck, ich war wirklich erschüttert.
Aber Dein Hinweis half beim Googeln!
-beck, peck, weck, -becker, pecker, wecker = -bach, wenn Ortsnamen in Personennamen umgewandelt werden (dh. bei Wohnstättennamen, ggf. Herkunftsnamen)
Das bedeutet: wunderbarer Sonderfall, ich hab was gelernt, freu mich und kann aufatmen, niemand muss ne Dissertation schreiben.
Und für den untersuchten FN: -bach steht für mich mit auf der Liste, und zwar ziemlich oben, sogar b>w wäre erklärt. Aber es gibt weitere Kandidaten, ua. im Link. Vor allem der Bäcker geht mir nicht asu dem Kopf. Und vielleicht der Bock.
@ Lisi: leider kommen wir um das B-Wort beim verlinkten Wörterbuch schon wieder nicht herum. Die Dialekteinteilung und -benennung hält sich halt nicht an die Territoriumsgrenzen.
@ August: danke, das scheint mir auch ins neue Schema zu passen
@ alle: falls -bach auch in diesem Fall stimmt, was machen wir dann mit dem hane-, hana- ? Der Vokal hinter dem n passt nicht so recht zu einem Hainbach. Hahnebach gibts einige. Aber der Bach sollte am besten in der Nähe von St. Batholomä fließen.
Viele Grüße
XylanderZuletzt geändert von Xylander; 12.09.2018, 16:49.Einen Kommentar schreiben:
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Eigentlich - Zita hat meinen Glauben mit dem -beck für -bach in #18 schon schwerst erschüttert, hab nur nix gesagt. Sollte sich die Form mit k, ck statt ch aus der Zeit vor der Lautverschiebung in Namen (Ortsnamen, Gewässernamen, Familiennamen) in der Steiermark erhalten haben, dann wäre das ein schönes Thema für eine Dissertation.
Lieber Xylander,
ich wusste nicht, dass die Lautverschiebung eine Glaubensfrage ist
.
Das Beispiel mit Ungersbeck hab ich einmal in einer Chronik gelesen...
Für steirische Ortsnamen habe ich keine Belege. Im Histor. Ortsnamenbuch von Niederösterreich habe ich auf die Schnelle zwei Beispiele gefunden, allerdings beide aus dem nördlichen NÖ und daher für die Steiermark nicht 1:1 übertragbar:
Harbach: 1574 werden die Einwohner "Harpeckher" genannt
Klein Haselbach: 1585 heißen die Bewohner "Clain Haslbeckher"
Wesentlich öfter gibt es jedoch die Form "-pach" bzw. "-pacher".
Liebe Grüße
ZitaEinen Kommentar schreiben:
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@ zita
Danke! Wieder was dazu gelernt!
Ich ruf heute einen Pater im Stift Rein an, und frag nach, weil der etwas publiziert hat, wo die ganzen Vulgonamen der Region St. Bartholomä und Umgebung drinnen sind.
Anscheinend hat er noch mehr zusammengetragen aus der Region. Ich bin gespannt!
Apropos Sprachen:
Dass Südbairische Dialekte in Kärnten und Südtirol daheim sind verwundert mich - auch wieder was neues gelernt! :-)Einen Kommentar schreiben:
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Was anderes: an welchen Orten hast Du denn
"Mit Vorsilbe „Han“, Hanbeckh, Hänbeckh, sowie Hunboeckher, Haunboeck/Hainboek" gefunden?
Das ist ja eine sehr intessante Reihe und könnte uns in der Deutung weiterhelfen.
Im Moment habe ich das Gefühl, als wenn die Formen mit b (und nicht w) die älteren und "richtigen" wären. Dann müssten wir uns um -böck, -beck, -bick mit han-, hon- davor kümmern.
So wie es aussieht war das b früher da. Zwischen den Varianten liegen ja einige Jahrzehnte.
Sorry, ich hatte die Quelle vergessen. Bitte hier, family-search:
https://www.familysearch.org/search/...arch=undefined
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@ August, ja, das ist ein Problem, und zwar dann, wenn die mittelhochdeutsche (bzw. dialektal oberdeutsche) Form ch statt niederdeutschem k enthält, als Folge der Zweiten Lautverschiebung. https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Lautverschiebung.
Wie eben bei Buche statt Boke. Weswegen ich hier die Deutung Hainbuche ausschließe. Denn die Steiermark ist eigentlich oberdeutsch, oberdeutscher gehts fast nimmer
. https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdeutsche_Dialekte
Eigentlich - Zita hat meinen Glauben mit dem -beck für -bach in #18 schon schwerst erschüttert, hab nur nix gesagt. Sollte sich die Form mit k, ck statt ch aus der Zeit vor der Lautverschiebung in Namen (Ortsnamen, Gewässernamen, Familiennamen) in der Steiermark erhalten haben, dann wäre das ein schönes Thema für eine Dissertation.
Bei Deiner Namenliste müsste man zur Überprüfung jetzt jeden einzelnen deuten. -beck, -böck für Bäcker wäre zB kein Problem, denn der ist ja auch im Mittelhochdeutschen bzw. den oberdeutschen Dialekten unverschoben. Der Beismackher wäre als Beisem-Acker (o.ä.) unproblematisch, als Beismacher, was immer der macht, ein Fall für die Dissertation. Usw. usw. Nun haben Threads mit meiner Beteiligung eine merkwürdige Tendenz zum Ausufern, deswegen Konzentration: Hainbuche nein, Hainbach, Hahnenbach o.ä. dann ja, wenn man Zita mit -beck für -bach folgt.
Was anderes: an welchen Orten hast Du denn
"Mit Vorsilbe „Han“, Hanbeckh, Hänbeckh, sowie Hunboeckher, Haunboeck/Hainboek" gefunden?
Das ist ja eine sehr intessante Reihe und könnte uns in der Deutung weiterhelfen.
@ Zita: Zuwanderer in Eheverträgen, das ist eine gute Idee. Kannst Du aber auch nochmal die Spur mit dem -beck für -bach verfolgen?
Im Moment habe ich das Gefühl, als wenn die Formen mit b (und nicht w) die älteren und "richtigen" wären. Dann müssten wir uns um -böck, -beck, -bick mit han-, hon- davor kümmern.
Viele Grüße
Xylander
Zuletzt geändert von Xylander; 12.09.2018, 12:52.Einen Kommentar schreiben:
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Hallo Lisi,
die Wetti entstand erst, als es modern wurde, die Namen zu "französisieren" - da wurde aus der "Barbara" eine "Babette" und daraus eben die "Wetti". Sowie aus dem "Johann" ein "Jean" wurde und daraus der "Schani".
Um - ohne Namensforschung - weiterzukommen: weißt zu welcher/welchen Herrschaften St. Bartholomä gehört hat? Hier findest du ein Gesamtverzeichnis der Herrschaftsunterlagen im Steirischen Landesarchiv:
Wenn du Glück hast, gibt es aus dieser Zeit noch Eheverträge, die ggf. auf die Herkunft des 1. Namensträgers (so er zugewandert ist), schließen lassen.
Liebe Grüße
ZitaEinen Kommentar schreiben:
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Ist das ein Problem?
Hier einige wenige Namen, die ich spontan ab 1600 in Österreich gefunden habe.
Beismackher, Pickler, Pöckhler, Buckler, Kleck, Stocker, Schärsenick, Bockhmayr…
Mit Vorsilbe „Han“, Hanbeckh, Hänbeckh, sowie Hunboeckher, Haunboeck/Hainboek.
Mit „w“, Haniwix (könnte aber anderen Ursprungs sein)
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Danke, auch an Xylander und LisiS
, darüber habe ich mich inzwischen schlau gelesen.
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Auch eine Barbara wird in vielen Gegenden Österreichs zur "Wetti" oder "Wettl".
Ich bin am überlegen, wo ich nachfragen könnte, dass ich mehr Infos zu der Geschichte bekomm.Einen Kommentar schreiben:
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