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Mein lieber Herbert. Nachdem nun die Feiertage bei uns auch in aller Gemütlichkeit verlaufen sind, möchte ich Dir meine Ansicht über Deine Zeilen hinsichtlich des Lastenausgleichs mitteilen; ich bin ganz erstaunt daß Du bis heute noch keinen Antrag auf Vertreibungs- schaden und namentlich Hausratshilfe gestellt hast, wo Du doch sonst in allen Sachen so auf der Hut bist, oder hattest Du die Absicht dem Finanzminister D.(?) Schäffer die ca 800 DM zu schenken. Es besteht gar kein Zweifel darüber, daß Euch die Hausratshilfe zusteht, ich hab auch mit Werner, der täglich hier auf dem L.A.A. solche Anträge bearbeitet die Tage besprochen und Werner ist genau derselben Ansicht. Ihr habt Euch 1944 verheiratet und zur Zeit der Vertreibung war doch auch schon die Gerda(?) geboren. Die Trauung war in Bad-Plotzin und mithin war Henni und auch Du in Bad-Plotzin als wohnhaft gemeldet. Daß Du im Militärdienst warst hat mit der Sache aber auch garnichts zu tun. Dieses setzt voraus, daß ihr auch bei uns eine Wohnung gehabt hat und daß die Einrichtung für mindestens 2 Zimmer (und brauch man nur nachweisen) vorhanden waren ist doch wirklich Tatsache, denn für Henni(?) waren doch von dem jüdichem Rabiner in Sagen(?) gekauft worden, das war ein Eßzimmer und ein Herrenzimmer, dieses stand oben in der großen Stube und die war für Henni eingerichtet ich möchte den finden, der dieses bestreiten kann. Übrigens sind hierfür nur die Beweise erforderlich daß Ihr verheiratet ward und einen Wohnsitz gehabt
Vielen Dank für die erste Arbeit!
Bei den Namen kann ich helfen: es sind Hanni = seine Frau (anstatt Henni), Heidi = seine Tochter (anstatt Gerda) und Finanzminister war zu dieser Zeit Fritz Schäffer.
habt und diesen - dürfte dir doch nicht schwer fallen, andere
Beweismittel brauchst du nicht. Von einer Versicherung ist
mir nichts bekannt, ich kann mich wenigstens auch nicht mehr
besinnen und Mutti auch nicht, es hat auch gar nichts damit
zu tun, Werner meint auch, daß dieser überflüssig ist.
Wichtig ist nach meiner Ansicht, daß Hani einen Flüchtlings-
ausweis vorlegt, denn sie wahrscheinlich nicht hat, den sie
sich aber mit Leichtigkeit verschaffen kann, da ihr Wohnsitz
z. Zt. der Vertreibung in den jetzt besetzten Gebieten war.
Der Flüchtlingsausweis ist das einzige richtige Beweismittel.
In dem Fragebogen den du ausfüllst, steht eine Frage
und zwar: "Wohnsitz bei der Vertreibung?"
Diese Frage mußt du folgendermaßen beantworten:
Antragsteller in Gefangenschaft bzw. Militärdienst
Ehefrau in Bad Polzin i. Pom. Bär...str. 1
Nun mein lieber Herbert setze dich schleunigst auf den
Hosenboden und fülle dein Antragsformular aus, es besteht gar
kein Zweifel, daß Ihr die Haus...hilfe bekommt, denn sie
stgeht euch zu, so sicher wie das Amen in der Kirche.
Da nun nach einer neuen Verordnung des Finanz-
ministeriums die H...anträge bis spätestens Mai
möglichst alle bearbeitet sein müssen, ist die Sache sehr
eilig, aber trotzdem läuft die Frist zur Einreichung der Anträge
bis August, soviel mir bekannt ist. Die Auszahlung erfolgt
in zwei Raten von je ca. 400 DM. So das ist alles was darüber
zu sagen ist. Komme mir aber nicht und sage du hast nichts
bekommen, dann haben sie dich schwer übers Ohr gehauen
und das läßt du dir doch sicher nicht gefallen. Übrigens
habe ich in meinen Anträgen Hani überhaupt nicht erwähnt
weil Ihr ja einen eigenen Haushalt gahabt habt.
Hoffentlich habt Ihr die Feiertage gut verlebt; ich wünsche
Euch guten Erfolg die Sache ist ein g. Fläschchen wert.
Herzliche Grüße sendet Euch allen
der Opi
Über das prima Zeugnis reden wir noch zu Pfingsten
ich komme mit Lotte mit und fragen nach Dülken(?)
kein Zweifel, daß Ihr die Hausratshilfe bekommt, denn sie
stgeht euch zu, so sicher wie das Amen in der Kirche.
Da nun nach einer neuen Verordnung des Finanz-
ministeriums die Hausratsanträge bis spätestens Mai
habt und dieser dürfte Dir doch nicht schwer fallen, andere
Beweismittel brauchst Du nicht. Von einer Versicherung ist
mir nichts bekannt, ich kann mich wenigstens auf nichts mehr
besinnen und Mutti auch nicht, es hat auch garnichts damit
zu tun, Werner meint auch, daß dieser überflüssig ist.
Wichtig ist nach meiner Ansicht, daß Henni einen Flüchtlings-
ausweis vorlegt, denn sie wahrscheinlich nicht hat, den sie
sich aber mit Leichtigkeit verschaffen kann, da ihr Wohnsitz
jetzt, der Vertreibung in den jetzt besetzten Gebieten war.
Der Flüchtlingsausweis ist das einzige richtige Beweismittel
In dem Fragebogen den Du ausfüllst steht eine Frage
und zwar: "Wohnsitz bei der Vertreibung?"
Diese Frage mußt Du folgendernaßen beantworten:
Antragsteller in Gefangenschaft .....(?) Milizärdienst
Ehefrau in Bad Polzin .....(?) Bierstadterstr.(?) 1
Nun mein lieber Herbert setze Dich schleunigst auf den
Hosenboden und fülle Dein Antragsformular aus, es besteht gar
kein Zweifel, daß Ihr die Hausratshilfe bekommt, denn sie
steht Euch zu, so sicher wie das Amen in der Kirche.
Da nun nach einer neuen Verordnung des Finanz-
ministeriums die Hausratsanträge biis spätestens Mai
möglichst alle bearbeitet sein müssen ist die Sache sehr
eilig, aber trotzdem läuft die Frist zur Einreichung der Anträge
bis August, soweit mir bekannt ist. Die Auszahlung erfolgt
in zwei Raten von je ca. 400 DM. So das ist alles was darüber
zu sagen ist, komme mir aber nicht und sage Du hast nichts
bekommen, dann haben sie Dich schwer übers Ohr gehauen
und das lässt Du Dir doch scher nicht gefallen. Übrigens
habe ich in meinen Anträgen Henni überhaupt nicht erwähnt
weil Ihr ja einen eigenen Haushalt gehabt habt.
Hoffentlich habt Ihr die Feiertage gut verlebt; ich wünsche
Euch guten Erfolg die Sache ist ein g. Fläschchen wert.
Herzliche Grüße sendet Euch allen
der Opi(?).
Über das prima Zeugnis reden wir noch zu Pfingsten
ich komme mit Lotte mit und fahre nach D.....(?)
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