Hallo,
ich versuche gerade etwas Licht in den Lebenslauf meines Großonkels zu bringen, und zwei Einträge auf seiner Einwohnermeldekarte sind mir sehr rätselhaft. Vielleicht hat ja von euch jemand eine Idee, wie man das interpretieren könnte.
Zum Einen besagt in der Spalte "Abgang" ein Eintrag, dass er am 1.8.1922 von Krefeld (wo seine Familie damals wohnte) nach Rheindahlen gezogen ist. Er war damals erst 14, und ich weiß, dass seine Eltern und Geschwister in Krefeld blieben. Unter diesem Eintrag befindet sich ein Vermerk mit Bleistift, den ich als "den Eltern keine Mitteilung machen" lese. Was könnte das bedeuten? Die Eltern haben doch ein Recht, den Aufenthaltsort ihres minderjährigen Kindes zu erfahren??
Das zweite ist weniger außergewöhnlich, wundert mich aber auch. Es ist eine Hochzeit vermerkt ("verh. 10.10.30"), wurde aber durchgestrichen. Der Name der Ehefrau ist nicht angegeben. Könnte die Ehe annuliert oder geschieden worden sein? Aber müsste dann nicht trotzdem die Ehefrau angegeben sein, da sie ja sicherlich mit ihrem Mann in einem Haushalt wohnte?
Viele Grüße
Julia
ich versuche gerade etwas Licht in den Lebenslauf meines Großonkels zu bringen, und zwei Einträge auf seiner Einwohnermeldekarte sind mir sehr rätselhaft. Vielleicht hat ja von euch jemand eine Idee, wie man das interpretieren könnte.
Zum Einen besagt in der Spalte "Abgang" ein Eintrag, dass er am 1.8.1922 von Krefeld (wo seine Familie damals wohnte) nach Rheindahlen gezogen ist. Er war damals erst 14, und ich weiß, dass seine Eltern und Geschwister in Krefeld blieben. Unter diesem Eintrag befindet sich ein Vermerk mit Bleistift, den ich als "den Eltern keine Mitteilung machen" lese. Was könnte das bedeuten? Die Eltern haben doch ein Recht, den Aufenthaltsort ihres minderjährigen Kindes zu erfahren??
Das zweite ist weniger außergewöhnlich, wundert mich aber auch. Es ist eine Hochzeit vermerkt ("verh. 10.10.30"), wurde aber durchgestrichen. Der Name der Ehefrau ist nicht angegeben. Könnte die Ehe annuliert oder geschieden worden sein? Aber müsste dann nicht trotzdem die Ehefrau angegeben sein, da sie ja sicherlich mit ihrem Mann in einem Haushalt wohnte?
Viele Grüße
Julia


Dazu kommt, dass er in Ausschwitz gestorben ist, wofür mich natürlich auch der Grund interessieren würde. Eine erste Vermutung von mir und meiner Familie war, dass er behindert gewesen sein könnte. Es ist nämlich auch auffällig, dass in seiner Karte kein Beruf angegeben ist - das Feld ist durchgestrichen, als ob es nicht zuträfe. Bei allen anderen Familienmitgliedern ist zumindest so etwas wie "Hilfsarbeiter" vermerkt. Aber ein behindertes Kind hätte man wohl nicht in diese Anstalt gesteckt, die Beschreibung klang ja eher nach einer Einrichtung für angehende Kriminelle...
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