Datenschutz?

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  • federwolke
    Erfahrener Benutzer
    • 04.03.2012
    • 130

    Datenschutz?

    Hallo,
    ich habe 2 Stammbäume sozusagen geerbt, ziemlich ausgearbeitet, nur die dahinterstehenden Unterlagen habe ich nicht,also auch keine Quellen.
    Ich überlege mir jetzt die 'Stammbäume nachzuarbeiten, um möglicherweise an die Quellen zu kommen. Nun habe ich mir, da ich erst anfange mit der Ahnenforschung, ein paar Bücher gekauft. Nun steht in diesen Büchern etwas von Datenschutz und das man daher nur in grader Linie Auskünfte erhalten kann. Die Stammbäume sind aber auch in der Breite ordentlich ausgearbeitet, die ja nicht in die grade Linie gehören. Nun frage ich mich, wie meine Großtante dies geschafft hat und, noch wichtiger, haltet Ihr es für möglich auch Standesämtern und aus Kirchenbüchern Daten von Personen zu erhalten, die nicht zu mir in grader Linie stehen? In den Büchern steht auch, das man z.T. nachweisen muß, das man Verwandter in grader Linie ist. Wie soll ich das denn machen? Nachweisen das mein Urgroßvater auch mein Urgroßvater ist...
    Ich wäre Euch über Tipps und Hilfe sehr Dankbar!
    Viele Grüße
    Renate
  • Friedrich
    Moderator
    • 02.12.2007
    • 11344

    #2
    Moin Renate,

    was die Nebenlinien angeht, wird deine Großtante wahrscheinlich Daten durch Befragung der Familienmitglieder erhalten haben. Vielleicht hat sie auch einfach notiert, wenn sich was in der Verwandtschaft "was rührte", beispielsweise: Der Neffe Willi Meyer hat am 12. August 1950 bei ihr angerufen und ihr erzählt, daß seine Frau Barbara diesen Morgen im Krankenhaus in Dortmund einen Jungen namens Hans bekommen hat. Dann hat sie vielleicht einfach an passender Stelle notiert: Hans Meyer geboren am 12. August 1950 in Dortmund, Sohn von Willi und Barbara. Oder so ähnlich.

    Friedrich
    "Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."
    (Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)

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    • federwolke
      Erfahrener Benutzer
      • 04.03.2012
      • 130

      #3
      Moin Friedrich,
      auf diese Idee kam ich auch, aber da sie den Stammbaum bis Anfang des 18. Jht ziemlich breit führte kann das "Hörensagen" nicht die einzige Quelle sein...
      Wie ist das denn mit dem Datenschutz bei "älteren" Vorfahren?
      Renate

      Kommentar

      • gudrun
        Erfahrener Benutzer
        • 30.01.2006
        • 3277

        #4
        Hallo Renate,

        sobald der Datenschutz nicht mehr greift,
        kann man auch in die Breite forschen.
        Dazu genügt die Angabe, daß man Familienforschung betreibt.
        Geburten sind 110 Jahre,
        Heiraten 80 und
        Sterbedaten 30 Jahre geschützt.
        Normalerweise (außer bei ganz kleinen Standesämtern)
        kann man die Urkunden in Kopie beim Stadtarchiv anfordern.
        Ab 1875 zurück ist dann die Forschung im Kirchenbuch-Archiv notwendig.
        Da Du wahrscheinlich genauere Daten hast, ist die Suche nicht so aufwendig.

        Viel Erfolg
        wünscht
        Gudrun

        Kommentar

        • federwolke
          Erfahrener Benutzer
          • 04.03.2012
          • 130

          #5
          Hallo Gudrun, vielen Dank.
          Ich hoffe, das es nicht so aufwendig ist, denn, jetzt am Anfang meiner Forschertätigkeit muß ich erst lernen, wie das geht mit dem Anfragen bei Kirchenbucharchiven ist, vor allem, wie ich an die Adressen, der jeweils zuständigen Ämter finde...
          viele Grüße
          Renate

          Kommentar

          • gudrun
            Erfahrener Benutzer
            • 30.01.2006
            • 3277

            #6
            Hallo Renate,

            wenn Du hier im Forum fragst,
            gibt es bestimmt einen,
            der Dir die Adressen nennen kann.

            Viele Grüße
            Gudrun

            Kommentar

            • Asphaltblume
              Erfahrener Benutzer
              • 04.09.2012
              • 1500

              #7
              Deine Großtante hat möglicherweise auch mit weiter entfernten Familienmitgliedern Daten (oder gleich ganze Stammbäume) ausgetauscht, so selten ist und war das Interesse daran ja nicht.
              Ich hab jeweils einen Stammbaum aus der mütterlichen und der väterlichen Linie von Verwandten bekommen, mit denen ich nur einen Urahn teile und die ich zum Teil nicht mal persönlich kenne. Da hat dann eine von Mutterns Cousinen vermittelt ("gib das mal deiner Tochter, das ist der Stammbaum, den die X, die Tochter von Onkel Y erstellt hat, die interessiert sich doch für sowas"). Und dann haben Mutter und Cousine sich für mich noch lang und breit am Telefon ausgetauscht, wann Onkel Fernand geboren und gestorben ist, und was für ne Geborene seine Frau war, und wessen Tochter Hannchen war, und wo die hingezogen ist, und ob die das war mit dem unehelichen Sohn, nein Tochter, also ich glaub es war ein Sohn, aber Gitti sagt Tochter, oder ob das die Schwester war, wie hieß die noch, Trudchen? Traudel? nein, Traudel war ja die Frau von... Herrlich.
              Oh sorry, ich bin ins Schwafeln gekommen.
              Gruß Asphaltblume

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              • Garfield
                Erfahrener Benutzer
                • 18.12.2006
                • 2152

                #8
                Hallo

                Ich habe auch vor einigen Jahren einen komplett erarbeiteten Stammbaum erhalten. Wer diesen erstellt hat, weiss ich leider nicht. Die Daten gehen von Anfang/Mitte 18. Jhd. bis ca 1920. Sie sind extrem genau, alle Geburtsdaten und Sterbedaten sind drauf sowie die Heimatorte der eingeheirateten Männer (in der Schweiz funktionieren die Heimatorte anders als in Deutschland und sind viel wichtiger), oft auch deren Beruf und manchmal der Wohnort. Der Stammbaum ist ebenfalls sehr breit.
                Weil die Sache mit dem Heimatort aber schon seit ungefähr 200 Jahren nicht mehr ganz so wichtig ist bzw zunehmend nicht mehr dem Wohnort entsprach, gehe ich davon aus, dass da jemand die Quellen (Kirchenbücher oder Burgerrödel) erforscht hat. Daraus schliesse ich, dass man es früher mit dem Datenschutz entweder noch nicht so genau genommen hat oder es dieses Gesetz schlichtweg noch gar nicht gab.

                Das jetzt nachzuprüfen wird natürlich schwieriger...
                Ich musste bisher noch nirgends beweisen, dass ich mit der Person, die ich suche, in gerader Linie verwandt bin. Ich habe mir das aber mal für alle Fälle zusammen gestellt: Kopie vom eigenen Personalausweis, Kopie von der eigenen Geburtsurkunde, dann Kopie vom der Geburtsurkunde des Elternteils, dann von dem seinem Elternteil eine Kopie der Geburtsurkunde usw., bis du bei der Person angelangst, über die du mehr wissen willst. Beispiel: Willst du etwas über deinen Urgrossvater anfordern, müsstest du die Geburtsurkunde von deinem Grossvater haben, da dort seine Eltern angegeben sind. Auf der Urkunde von deinem Vater stehen deine Grosseltern, auf deiner eigenen deine Eltern.
                Manche Archive wollen aber auch nur eine Kopie vom Personalausweis oder nicht mal das.

                Ich hoffe, das hilft.
                Viele Grüsse von Garfield

                Suche nach:
                Caruso in Larino/Molise/Italien
                D'Alessandro in Larino und Fossalto/Molise/Italien und Montréal/Kanada
                Jörg von Sumiswald BE/Schweiz
                Freiburghaus von Neuenegg BE/Schweiz
                Wyss von Arni BE/Schweiz
                Keller von Schlosswil BE/Schweiz

                Kommentar

                • Mats
                  Erfahrener Benutzer
                  • 03.01.2009
                  • 3390

                  #9
                  Hallo Renate,

                  mein Großonkel (*1915) hat ebenfalls Familienforschung betrieben.
                  Er hat viele verschiedene Quellen genutzt.
                  Zum einen hat er mit einigen anderen zusammen einen Familienverband gegründet, da wurden laut Aussage meiner Mutter einige Treffen organisiert, bei denen die Leute auch Angaben über ihre Daten gemacht haben.
                  Mein Geburtsdatum und die damalige Adresse meiner Eltern hat z.B. meine Tante telefonisch weiter gegeben - heute für jedermann im "Deutschen Geschlechterbuch" nachzulesen.

                  Zum anderen wurde vermutlich der Datenschutz noch nicht so wichtig genommen wie heute bzw. Ahnenforschung wurde unterstützt. Erst nach dem 3. Reich war es lange Zeit verpönt. Außerdem standen etliche Kirchenbücher und andere Quellen zur Verfügung, die im 2. WK vernichtet wurden.

                  Da ich keinen Zugang zu den Originalunterlagen meines Großonkels habe, habe ich mir auch zum Ziel gesetzt, diese Daten zu prüfen - nicht allein an der Quellenlage wird es bei einigen scheitern, es sind einfach zu viele. Ich werde die für mich wichtigsten prüfen, falls noch Quellen vorhanden sind.

                  Das schwierigste ist vermutlich erstmal, das richtige Archiv bzw. Standesamt oder Kirchenbuch ausfindig zu machen. Dann gelten folgende Fristen:
                  Geburt - 110 Jahre
                  Heirat - 80 Jahre
                  Tod - 30 Jahre

                  Alle Standesamtsunterlagen, die älter sind, unterliegen nicht mehr dem Datenschutz, das heißt jeder kann Auskunft daraus bekommen. In manchen Archiven kann man diese Unterlagen sogar selbst durchblättern - das erleichtert natürlich die Suche in die Breite. Bei Ereignissen, die noch dem Datenschutz unterliegen, hast Du schon ganz richtig festgestellt: Auskunft nur bei gerader Linie also als direkter Abkömmling. Nachweis darüber ist so eine Sache: wenn man es genau nimmt, müsstest Du alle Kopien von Dir bis zu dieser Person als Nachweis beilegen. Das musste ich bisher nur einmal. Sonst hat gereicht, die Verwandschaft anzugeben und eine Kopie des Personalausweises mit zu schicken. Am besten rufst Du vorher kurz im zuständigen Standesamt an und fragst nach, wie und in welcher Form Du die Anfrage stellen musst (mail, schriftlich) und welche Unterlagen Du beibringen musst.

                  Dann noch ein Tip: immer eine "vollständige Kopie des Originaleintrags aus dem Geburts- (Ehe-, Sterbe-) Register inklusive aller Randvermerke" anfordern. Das ist die einzige Formulierung, die wirklich eindeutig und unmißverständlich ist. Worte wie "Abschrift" und "Urkunde" unbedingt vermeiden, sonst kann es unangenehme Überraschungen geben.

                  Grüße aus OWL
                  Anja
                  Es gibt nur 2 Tage im Jahr, an denen man so gar nichts tun kann:
                  der eine heißt gestern, der andere heißt morgen,
                  also ist heute der richtige Tag
                  um zu lieben, zu handeln, zu glauben und vor allem zu leben.
                  Dalai Lama

                  Kommentar

                  • federwolke
                    Erfahrener Benutzer
                    • 04.03.2012
                    • 130

                    #10
                    Hallo Anja,
                    So sieht mein Stammbaum auch aus. Sehr viele Einträge ohne irgendwelche Unterlagen und leide ohne ältere Verwandte, die ich dazu befragen kann.
                    Aber irgendwie werde ich es schaffen, die Einträge in dem Stammbaum zu überprüfen. Leider haben mir schon einige von der Hoffnung kurriert, dies bis zum Beginn des Stammbaums (ca. 1540) tun zu können.
                    Habe grade mal geschaut, meine Familie ist in dem Geschlechterbuch nicht verzeichnet, obwohl die auch sehr groß gewesen sein soll... Naja, man kann nicht alles haben.
                    Viele Grüße von der Förde
                    Renate

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