Die Sache mit den Konfessionen oder das Brett vor dem Kopf

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  • Hina
    Erfahrener Benutzer
    • 03.03.2007
    • 4754

    #1

    Die Sache mit den Konfessionen oder das Brett vor dem Kopf

    Oh je, ich habe da so einen ewigen Hänger "Helbig". Bis den Namen der Großeltern meiner mütterlichen Großmutter ja alles kein Problem aber dann endete meine Suche in Wurzen und ich ließ es lange liegen. In den letzten Tagen machte ich mich wieder daran und dann hing ich plötzlich in Dresden fest. Dank Eurer Lesehilfe tastete ich mich immer weiter an den Großvater ran, letztendlich wusste ich, dass er Kazlist beim Appellationsgericht in Dresden war und über die Adressbücher und einen Heiratseintrag eines Sohnes kam ich auch an sein Todesjahr 1870 heran. Dann vergrub ich mich bei Archion in die Kirchenbücher, um seinen Sterbeeintrag zu finden. Nichts, nirgendwo. Ich suchte mich dumm und dämlich, nichts. Wie kann das sein, der ist eindeutig im Januar 1870 in Dresden gestorben. Heute Nacht kam mir dann ein scheinbar absurder Gedanken. Der Kerl war vielleicht gar nicht evangelisch und ich suche immer an der verkehrten Stelle. Volltreffer, ich fand ihn bei den Katoliken und dass er aus Leipzig stammte. Dort war es dann ein Kinderspiel. Der Vater war aus Fulda als "katholischer Diener zu Leipzig" zugewandert, schon da war es eine Mischehe, denn die Frau war lutheranisch, beim Sohn dann das Gleiche.

    Was lehrt mich das? Es gab auch schon zu früherer Zeit durchaus Mischehen, auch über mehrere Generationen. Also nicht enttäsucht sein, wenn man die Leute bei der einen Kofession nicht findet, man hat immer noch eine weitere Chance.
    "Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
  • Falke
    Erfahrener Benutzer
    • 15.01.2013
    • 897

    #2
    Dem kann ich mich nur anschließen. Ich hatte auch gerade eine Serie, wo es munter durcheinander geht. Und gefühlt habe ich immer in der falschen Konfession mit der Suche begonnen.
    Viele Grüße
    Karen

    Meine Haupt-Namen: Spilker, Heysen, Bolbrügge, Schumacher, Ditzell, Wegner, Olbert, Melzer

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    • Elfchen21
      Erfahrener Benutzer
      • 06.12.2012
      • 101

      #3
      Glückwunsch zum Durchbruch! Mir ist das auch schon passiert. Ich hing ewig bei einem Ururgroßvater, der katholisch heiratete und beerdigt wurde, aber evangelisch getauft worden war. Wer ahnt sowas? Die Eltern waren ein ökumenisches Paar und heirateten 1820 standesamtlich im Elsass. Das erste Kind, mein Urgroßvater, wurde evangelisch im Heimatort der Mutter getauft. Man zog um und taufte alle weiteren Kinder katholisch. Es gibt nix, was es nicht gibt.
      Forsche u.a. in: M'Gladbach u. Niederkrüchten: Lenzen, Gerards, Michiels; Baden/Elsaß: Schneider, Tschamber; Bensberg/Kürten: Krauhs, Rottländer; Sinzig/Ahr: Schmickler, Fuchs, Decker; Partenstein: Kunkel, Mehrlich; Niederbayern: Gierlinger, Wittenzellner; Sachsen: Meinig, Schlegel

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      • Hina
        Erfahrener Benutzer
        • 03.03.2007
        • 4754

        #4
        Ja, das ist wirklich zum Haare raufen manchmal. Mir kam das überhaupt nur in den Sinn, weil mir irgendwie in Erinnerung kam, dass meine Großmutter mal erwähnte, die Helbigs wären katholisch. Das war aber in meiner Kindheit und uninteressant und ging in der Erinnerung verloren und plötzlich kam jetzt der Gedanke wieder. Wieso sagte die das, wenn die doch evangelisch waren oder hatte ich das falsch in Erinnerung? Scheinbar wohl nicht.
        "Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann

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        • TG23
          Erfahrener Benutzer
          • 03.11.2023
          • 270

          #5
          Oh ja da kann ich auch mit dienen.

          Mit selbst gemischtkonfessionellen Eltern war mir immer eingebläut worden dass das bis zu den 1980/1990er Jahren ein Nogo war. Die Ahnenforschung hat mir dieses Vorurteil dann ziemlich schnell ausgetrieben. Der bisher absolute Spitzenreiter ist ein preußischer Soldat (*1750) in einem auch überwiegend evangelischem Gebiet der zwischen 1776 und 1797 insgesamt drei mal heiratete und dann insgesamt 13 Kinder hatte (soviele habe ich bisher jedenfalls gefunden). Mal ist die Ehefrau evangelisch, mal katholisch. Mal sind die Kinder lutherisch, mal katholisch, mal reformistisch getauft. Nicht mal einheitlich innerhalb einer Ehe. Ich vermute aber mal er kannte es auch nicht anders. Bin seinen Eltern noch nicht ganz auf der Spur habe allerdings die starke Vermutung dass auch seine Mutter reformistisch war, der Vater katholisch. Falls sich das bewahrheitet hätten die Eltern zuerst lutherisch geheiratet, und dann noch einmal katholisch. Die Kinder sind dann katholisch getauft, die Witwe heiratet nach seinem Tode reformistisch. Ein absolutes Chaos.

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          • Hina
            Erfahrener Benutzer
            • 03.03.2007
            • 4754

            #6
            Oh je, da kommt wirklich Freude auf beim Forschen
            "Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann

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            • haertlin
              Benutzer
              • 05.05.2025
              • 58

              #7
              Ich habe ähnliches, aber immerhin stand die Konfession immer wieder dran. Ich glaube, wer einmal die Vorurteile gegenüber anderen Konfessionen aufgegeben hatte, konnte das alles nicht mehr so ernst nehmen.

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