Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich im richtigen Unterforum bin :-)
In einem Protokoll des Gemeinderats des Marktfleckens Altdlorf (heute Stadt Weingarten, 88250) aus dem Jahre 1670 lese ich eine neue Verordnung beim Abhalten von Hochzeiten, Begräbnissen etc.
Einiges war mir bisher unbekannt wie z.B. Besuche bei Kindsbettern oder was es mit dem darin genannten "Dreißigsten" auf sicht hat? Ist mit dem Hochzeitladen die Einladung gemeint?
Es wurde wohl damals bei so manchen Festen etwas übertrieben, so meine Interpretation zur Neuregelung. Wie lange diese neue Regelung "gehalten hat" ist mir nicht bekannt.
Hier der Wortlaut des Protokolls aus dem Stadtarchiv Weingarten:
Heute ist "per maiora" beschlossen worden, dass die Hochzeiter gänzlich "moderiert" werden sollen:
Hochzeitladen, Morgensuppe und übermäßiges halten:
1. Die Morgensuppe soll gänzlich abgeschafft sein ("abgetan").
2. Man soll nicht mehr "allenthalb laden" (= einladen?).
3. Eine Moderation im essen und trinken brauchen.
4. Keiner kein Hochzeitladen haben. Er habe sich dann beim Herrn Amann angemeldet, und diese bisher (aus)geübten Mißbräuche sollen zu Papier gebracht und der großen Gemeinde vorgelesen werden.
Dreißigst Mahlzeiten
5. Sollen die bisher verübten Mahlzeiten bei Begräbnissen und haltenden dreißigsten gänzlich abgeschafft [sein].
Verbot der Kindsbettmahlzeiten
6. Die Umsagung zur Besuchung der Kindsbetter sollen auch genannt und darin eine Moderation gebraucht werden.
Und solle man in Allem durchaus eine Moderation [ge]brauchen.
Viele Grüße,
Daniel
ich hoffe, dass ich im richtigen Unterforum bin :-)
In einem Protokoll des Gemeinderats des Marktfleckens Altdlorf (heute Stadt Weingarten, 88250) aus dem Jahre 1670 lese ich eine neue Verordnung beim Abhalten von Hochzeiten, Begräbnissen etc.
Einiges war mir bisher unbekannt wie z.B. Besuche bei Kindsbettern oder was es mit dem darin genannten "Dreißigsten" auf sicht hat? Ist mit dem Hochzeitladen die Einladung gemeint?
Es wurde wohl damals bei so manchen Festen etwas übertrieben, so meine Interpretation zur Neuregelung. Wie lange diese neue Regelung "gehalten hat" ist mir nicht bekannt.
Hier der Wortlaut des Protokolls aus dem Stadtarchiv Weingarten:
Heute ist "per maiora" beschlossen worden, dass die Hochzeiter gänzlich "moderiert" werden sollen:
Hochzeitladen, Morgensuppe und übermäßiges halten:
1. Die Morgensuppe soll gänzlich abgeschafft sein ("abgetan").
2. Man soll nicht mehr "allenthalb laden" (= einladen?).
3. Eine Moderation im essen und trinken brauchen.
4. Keiner kein Hochzeitladen haben. Er habe sich dann beim Herrn Amann angemeldet, und diese bisher (aus)geübten Mißbräuche sollen zu Papier gebracht und der großen Gemeinde vorgelesen werden.
Dreißigst Mahlzeiten
5. Sollen die bisher verübten Mahlzeiten bei Begräbnissen und haltenden dreißigsten gänzlich abgeschafft [sein].
Verbot der Kindsbettmahlzeiten
6. Die Umsagung zur Besuchung der Kindsbetter sollen auch genannt und darin eine Moderation gebraucht werden.
Und solle man in Allem durchaus eine Moderation [ge]brauchen.
Viele Grüße,
Daniel
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