#1  
Alt 21.03.2019, 14:20
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Deichkind Deichkind ist offline weiblich
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Standard Geschichte zum Amt Driesen, Friedeberg, Ost-Brandenburg

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1765
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Driesen, Friedeberg, Ost-Brandenburg
Konfession der gesuchten Person(en):
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):




Driesen war ehemals lange Zeit ein Streitobjekt zwischen Brandenburgern, Polen und Pommern. Die Stadt ging 1402 an den deutschen Orden, später zu Brandenburg. Kurfürst Joachim liess 1602/3 anstelle der alten Burg eine Festung bauen.

Etwas später entstand eine Glashütte und eine Salzsiederei. Viele Kolonisten siedelten sich hier bereits in die Niederung der Netze an. Später florierte hier der Holzhandel und das Tuchmachergewerbe. Im Jahr 1722 entstanden erste Pläne zu einer bergreifenden Trockenlegung der Sümpfe, doch bis 1728 baute man lediglich weitere neue Dörfer.

In den Sümpfen gab es eine große Wildschweinpopulation, deren Fortbestand im Falle einer Trockenlegung offensichtlich Anlass zur Sorge gab. Auf die ihm vorgebrachten Bedenken reagierte König Friedrich Wilhelm I. mit der Bemerkung: Besser Menschen als Schweine.

Die verheerenden Überschwemmungen im Warthebruch von 1736 waren Anlass zur Einsetzung einer Trockenlegungskommission, die 1738 ihre Arbeit aufnahm. Wasserbauingenieur und Oberdeichinspektor Simon Leonhard von Haerlem unterbreitete 1739 einen Vorschlag zur Melioration beider Brüche, der die Besiedlung des Netzebruches mit 82 Familien vorsah.

*Der Beginn der Arbeiten wurde durch den Siebenjährigen Krieg verhindert. 1763 erfolgte die Vermessung des Netzebruches und im Juni wurde mit der Trockenlegung begonnen, die 1769 beendet war. Die gesamten Arbeiten standen unter der Leitung des Domänenrates Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff (1723–1780).

Nach der Ersten Teilung Polens wurde die Gegend um den Fluss 1772 als Netzedistrikt ein Teil des Königreichs Preußen. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon kam es 1807 vorübergehend zum neugegründeten polnischen Staat Herzogtum Warschau, wurde aber nach dem Wiener Kongress 1815 wieder preußisch.
Die Mehrzahl der Neusiedler des trockengelegten Bruches waren deutschsprachige Einwanderer aus Westpreußen, das zuvor unter polnischer Hoheit gestanden hatte. Deren Anteil betrug fast zwei Drittel der Bevölkerung. Ein weiteres Zehntel waren Sachsen.
Wegen des unzureichenden Hochwasserschutzes wurden im 19. Jahrhundert mehrere Dämme, Deiche und Gräben errichtet. Zwischen 1872 und 1874 entstand der Hochwasserdamm Pollychen–Zantoch, der zur Trennlinie zwischen Warthe- und Netzebruch wurde. Doch auch weiterhin gab es in fast jedem Jahr Schäden durch Hochwasser. Aus diesem Grunde erließ der Reichstag im Jahre 1929 das Warthe- und Netze-Gesetz. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Arbeitslose wurden die Dämme verbessert und Schöpfwerke errichtet.

(*Die Arbeiten an der Netze hatten bereits 1763 mit dem Bau des Petrikanals begonnen und die Kanalisierung war durch das ganze Bruchgebiet geplant gewesen. Infolge von Sparmaßnahmen wurden jedoch nur die kleinen Kanäle gebaut und so blieb die Netze größtenteils der Schiffahrtsweg. Der unsignierten Manuskriptkarte des Netzebruches von 1774 kann man entnehmen, daß der größte Teil der neuen Dörfer im östlichen Bereich des Bruches gegründet wurden, jedoch die umfangreichen königlichen Wald– und Heidegebiete erhalten blieben. )

Über die Gesamtzahl der Kolonisten gibt es unterschiedliche Angaben, obwohl Friedrich der Grosse halbjährlich Einwanderungslisten von der Immediatkommission mit den Namen der Kolonistenfamilien, ihrer Qualifikation, ihrer eingeführten Geldbeträge und teilweise auch ihrer Herkunftsländer forderte.

Verursacht war dies dadurch, dass Kolonisten von den Agenten nicht exakt gezählt und Veränderungen nicht erfasst wurden. Des weiteren sind die Jahreszahlen der Autoren unterschiedlich und manche Angaben wurden für den König geschönt und Ansiedlungen gemeldet, die noch gar nicht erfolgt waren. Die meisten Einwanderer kamen aus den Nachbarländern, aus Polen und Sachsen, die sich auf die Kolonien des Warthe– und Netzebruches verteilten. Die Vergünstigungen für die Kolonisten waren dieselben wie beim Oderbruch geblieben. Und auch hier hatten die Kolonisten mit ihrer Arbeitskraft die versumpften und vorher unbrauchbaren Bruchländer zu den fruchtbaren Agrargebieten gemacht, die somit zu den großen Gebieten der preußischen Binnenkolonisation des 18. Jahrhunderts gehören.

Die Meliorationen des Oder–, Warthe– und Netzebruches werden als die großen Urbarmachungs– und Kolonisationsmaßnahmen, insbesondere von Friedrich dem Grossen, eingestuft,

As Landesausbau bezeichnet man alle Tätigkeiten, die auf eine Erweiterung der landwirt-schaftlichen Nutzfläche und auf Bodenverbesserung (Melioration) zielen. Dazu gehören z. B. Rodung, Kultivierung von Ödland, Trockenlegung von Mooren und Seen, Flussregulierungen und Eindeichungen.War im 16.Jahrhundert der Landesausbau durch das Bevölkerungswachstum bedingt, so veranlasste später die durch den Dreißigjährigen Krieg und andere Katastrophen verursachte Verödung von Dörfern und Landstrichen viele deutsche Fürsten zu einer aktiven „Peuplierungspolitik", d. h. zur Wiederbesiedlung entvölkerter Gebiete, verbunden mit weiteren Maßnahmen der Rekultivierung und Neulandgewinnung.

Dazu musste die Bevölkerungszahl gesteigert werden, zum einen durch familienpolitische Maßnahmen, zum anderen durch Förderung der Einwanderung. Ein großer Teil der Einwanderer war aus Glaubensgründen aus der Heimat geflohen oder vertrieben worden,aber auch aus wirtschaftlicher Not suchten viele Menschen neue Existenzmöglichkeiten.
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Geändert von Deichkind (21.03.2019 um 14:21 Uhr)
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Alt 21.03.2019, 17:44
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In Musterungslisten der neumärkischen Städte 1623 sind für Driesen folgende Personen aufgeführt:



Albrecht, Jochim
Albrecht, Steffen
Apitz, Michel
Behrbruch, Paul
Behrenbruch, Jakob
Behrend, Steffen
Below, Peter
Bendelofsky, Abdreas, Bürgermeister
Bendelofsky, George
Benikendorf, Hans
Bercke, Mertin
Bergeman, Jakob
Bergeman, Valtin
Berger, Brose
Bischoff, Paul
Blaßke,
Blinde, Andres
Blinde, Jürgen
Blindenhauß, Andres
Bobbe, Thomas
Böddicher, Steffen
Böhme, Jakob
Borckenhagen, Jakob, Heidereuter
Borckenhagen, Kaspar
Böse, Christian
Brabandt, David
Brauer, Jakob
Bretensporn, Asmus
Bridde,
Bridde, Andreas
Bridde, Hans
Bucholz, Michel
Büchsenmeister, , arme W.
Bulgerin, Samuel
Bünde, Jürgen
Büttener, Johann
Dahme, Urban
Darmachowanni,
Dietzke, Michel
Dücker, Matthias
Ekeler, Kaspar
Fenger, Merten, Soldat
Fentzike, Merten
Fischer, Michel
Frochler,
Furt, Michel
Gebauer, Martin
Genike, Jürgen
Gentze, Jürgen
Goldschmied, , arme W.
Goltze, Jürgen
Gottschalk,
Gralow,
Graß, Jochim
Graß, Jochim
Grieße, Valtin, Tagelöhner
Grochnitz, Jakob
Grube, Matthias
Grünenwald, , W.
Grüster, Jochim
Hardtwich, David
Haso, Lorenz
Haßken, , arm Weib
Hauff, Hans
Hechler, Peter
Hechler, Tewes
Hembke, Hans
Hennickow, Ernst, Richter
Henningk, Wolf
Herke, Jürgen
Heyden, Matzke
Hintze, Merten
Hoffman, Jürgen
Hoffman, Merten
Hoffmann, Johann
Hofman, Mathias
Hofmann, Jürgen
Holman, Johann
Hünerbein, Abraham
Jesche, Marcus
Jonßen, Albrecht
Kladow, Peter, Trommelschläger
Kley, Paul
Kliche, Melcher
Klinkich, Thomas
Klitze, Hans
Kollman, Christian
Koltschmidt, Matzke
Korb, Peter
Kottke, Matzke
Krauße, Lorenz
Krüger,
Kubalzke, Jonas
Kürßner,
Kurtt, Paul
Kusche, Steffen
Lange, Jürgen
Lehmann, Bartel
Lehmann, Merten
Lentze, Jochim
Löbenicht, Lorenz
Lüpke, Asmus
Marquardt, Hans
Marschalk, Jürgen
Max, Matzke
Mikülke, Boß
Möliengk, Hans
Mollenhaus,
Müller, Jakob
Müllingk, Adam, arme W.
Nagelschmid,
Niete, Michel
Nüße, Balzer
Pelcke, Greger
Peterson, Alexander
Platow, Merten
Prescher, Kaspar
Proll, Michel, nach Stettin
Raddemacher, Augustin
Rademacher,
Rademacher, Jürgen
Rahn, Matthias, W.
Rebentisch, Bastian
Reddemer, Christian, Pfarrer
Ripsky, Jan
Rochow,
Röhll, Michel
Roloff, Peter
Rosenthal, Georg
Rosenthall, Peter, W.
Salzfaktorin, , arme W.
Samborßky, Matzke
Samborßky, Steffen
Samborßky, Valtin
Scheme, Marten
Schmidt, Michel
Schnelle, Wilhelm
Schüdde, Jakob
Schultze, Christian, Soldat
Schütze, Friedrich
Schütze, Peter
Schwartze, Michel
Schwartze, Michel
Schwarzferber,
Schwaß, Dietrich
Schwolk, die, nach Stettin
Sehebrod,
Sehre, Paul
Steinhauff, Jürgen, Soldat
Stelmacher, Blesing, nach Stettin
Stelmacher, Michel
Strauß von, Jochim, ein gar alter Armer vom Adel Thory, Abraham
Thüle, Andres
Türke, Jürgen
Valtin,
Wagener, Christoph
Walckowanni,
Wejach, Merten
Wemme, Hans
Wendland, Hans
Wetzke, Michel
Weyrach, Blasius, nach Stettin
Winckelman, Adam
Winkelmann, Johann, Bürgermeister
Winkelmann, Kaspar
Wippelt, Jakob
Wirach, Jakob
Witte, Arend
Wonke, Kaspar
Woyrach, Greger
Woyrach, Jürgen, nach Stettin
Wulff, Kersten
Zambow,
Zeckolla, Matzke, nach Stettin
Zeineman, Gabriel
Ziese, Andreas
Zimbcke, Hans
Zimmerman, Merten
Zimmermann, Merten
Zinne, Thomas
Zoche, Peter
Zucke, Stenzel
Zuckinck, Paul
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  #3  
Alt 25.03.2019, 11:19
annii68 annii68 ist offline weiblich
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Danke für die Mühe, Deichkind, es war sehr interessant etwas über die Geschichte zum Amt Driesen zu lesen.

Viele Grüße Annett
__________________
Mittelpolen Kreis Radom Gozdawa
FN: Neumann, Wojan

Neumark Kreis Friedeberg Trebitsch, Wormsfelde,
FN: Müller, Prescher

Posen: Tlukawy,
FN: Wehking

Nordrhein Westfalen Minden Todtenhausen, Friedewalde
FN Wehking, Reuter

Brandenburg Steinhöfel, FN: Kerle, Puhlmann
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