Geschichte zum Amt Driesen, Friedeberg, Ost-Brandenburg

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Deichkind
    Erfahrener Benutzer
    • 20.01.2013
    • 112

    Geschichte zum Amt Driesen, Friedeberg, Ost-Brandenburg

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1765
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Driesen, Friedeberg, Ost-Brandenburg
    Konfession der gesuchten Person(en):
    Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
    Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):




    Driesen war ehemals lange Zeit ein Streitobjekt zwischen Brandenburgern, Polen und Pommern. Die Stadt ging 1402 an den deutschen Orden, später zu Brandenburg. Kurfürst Joachim liess 1602/3 anstelle der alten Burg eine Festung bauen.

    Etwas später entstand eine Glashütte und eine Salzsiederei. Viele Kolonisten siedelten sich hier bereits in die Niederung der Netze an. Später florierte hier der Holzhandel und das Tuchmachergewerbe. Im Jahr 1722 entstanden erste Pläne zu einer bergreifenden Trockenlegung der Sümpfe, doch bis 1728 baute man lediglich weitere neue Dörfer.

    In den Sümpfen gab es eine große Wildschweinpopulation, deren Fortbestand im Falle einer Trockenlegung offensichtlich Anlass zur Sorge gab. Auf die ihm vorgebrachten Bedenken reagierte König Friedrich Wilhelm I. mit der Bemerkung: Besser Menschen als Schweine.

    Die verheerenden Überschwemmungen im Warthebruch von 1736 waren Anlass zur Einsetzung einer Trockenlegungskommission, die 1738 ihre Arbeit aufnahm. Wasserbauingenieur und Oberdeichinspektor Simon Leonhard von Haerlem unterbreitete 1739 einen Vorschlag zur Melioration beider Brüche, der die Besiedlung des Netzebruches mit 82 Familien vorsah.

    *Der Beginn der Arbeiten wurde durch den Siebenjährigen Krieg verhindert. 1763 erfolgte die Vermessung des Netzebruches und im Juni wurde mit der Trockenlegung begonnen, die 1769 beendet war. Die gesamten Arbeiten standen unter der Leitung des Domänenrates Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff (1723–1780).

    Nach der Ersten Teilung Polens wurde die Gegend um den Fluss 1772 als Netzedistrikt ein Teil des Königreichs Preußen. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon kam es 1807 vorübergehend zum neugegründeten polnischen Staat Herzogtum Warschau, wurde aber nach dem Wiener Kongress 1815 wieder preußisch.
    Die Mehrzahl der Neusiedler des trockengelegten Bruches waren deutschsprachige Einwanderer aus Westpreußen, das zuvor unter polnischer Hoheit gestanden hatte. Deren Anteil betrug fast zwei Drittel der Bevölkerung. Ein weiteres Zehntel waren Sachsen.
    Wegen des unzureichenden Hochwasserschutzes wurden im 19. Jahrhundert mehrere Dämme, Deiche und Gräben errichtet. Zwischen 1872 und 1874 entstand der Hochwasserdamm Pollychen–Zantoch, der zur Trennlinie zwischen Warthe- und Netzebruch wurde. Doch auch weiterhin gab es in fast jedem Jahr Schäden durch Hochwasser. Aus diesem Grunde erließ der Reichstag im Jahre 1929 das Warthe- und Netze-Gesetz. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Arbeitslose wurden die Dämme verbessert und Schöpfwerke errichtet.

    (*Die Arbeiten an der Netze hatten bereits 1763 mit dem Bau des Petrikanals begonnen und die Kanalisierung war durch das ganze Bruchgebiet geplant gewesen. Infolge von Sparmaßnahmen wurden jedoch nur die kleinen Kanäle gebaut und so blieb die Netze größtenteils der Schiffahrtsweg. Der unsignierten Manuskriptkarte des Netzebruches von 1774 kann man entnehmen, daß der größte Teil der neuen Dörfer im östlichen Bereich des Bruches gegründet wurden, jedoch die umfangreichen königlichen Wald– und Heidegebiete erhalten blieben. )

    Über die Gesamtzahl der Kolonisten gibt es unterschiedliche Angaben, obwohl Friedrich der Grosse halbjährlich Einwanderungslisten von der Immediatkommission mit den Namen der Kolonistenfamilien, ihrer Qualifikation, ihrer eingeführten Geldbeträge und teilweise auch ihrer Herkunftsländer forderte.

    Verursacht war dies dadurch, dass Kolonisten von den Agenten nicht exakt gezählt und Veränderungen nicht erfasst wurden. Des weiteren sind die Jahreszahlen der Autoren unterschiedlich und manche Angaben wurden für den König geschönt und Ansiedlungen gemeldet, die noch gar nicht erfolgt waren. Die meisten Einwanderer kamen aus den Nachbarländern, aus Polen und Sachsen, die sich auf die Kolonien des Warthe– und Netzebruches verteilten. Die Vergünstigungen für die Kolonisten waren dieselben wie beim Oderbruch geblieben. Und auch hier hatten die Kolonisten mit ihrer Arbeitskraft die versumpften und vorher unbrauchbaren Bruchländer zu den fruchtbaren Agrargebieten gemacht, die somit zu den großen Gebieten der preußischen Binnenkolonisation des 18. Jahrhunderts gehören.

    Die Meliorationen des Oder–, Warthe– und Netzebruches werden als die großen Urbarmachungs– und Kolonisationsmaßnahmen, insbesondere von Friedrich dem Grossen, eingestuft,

    As Landesausbau bezeichnet man alle Tätigkeiten, die auf eine Erweiterung der landwirt-schaftlichen Nutzfläche und auf Bodenverbesserung (Melioration) zielen. Dazu gehören z. B. Rodung, Kultivierung von Ödland, Trockenlegung von Mooren und Seen, Flussregulierungen und Eindeichungen.War im 16.Jahrhundert der Landesausbau durch das Bevölkerungswachstum bedingt, so veranlasste später die durch den Dreißigjährigen Krieg und andere Katastrophen verursachte Verödung von Dörfern und Landstrichen viele deutsche Fürsten zu einer aktiven „Peuplierungspolitik", d. h. zur Wiederbesiedlung entvölkerter Gebiete, verbunden mit weiteren Maßnahmen der Rekultivierung und Neulandgewinnung.

    Dazu musste die Bevölkerungszahl gesteigert werden, zum einen durch familienpolitische Maßnahmen, zum anderen durch Förderung der Einwanderung. Ein großer Teil der Einwanderer war aus Glaubensgründen aus der Heimat geflohen oder vertrieben worden,aber auch aus wirtschaftlicher Not suchten viele Menschen neue Existenzmöglichkeiten.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Deichkind; 21.03.2019, 14:21.
  • Deichkind
    Erfahrener Benutzer
    • 20.01.2013
    • 112

    #2
    In Musterungslisten der neumärkischen Städte 1623 sind für Driesen folgende Personen aufgeführt:



    Albrecht, Jochim
    Albrecht, Steffen
    Apitz, Michel
    Behrbruch, Paul
    Behrenbruch, Jakob
    Behrend, Steffen
    Below, Peter
    Bendelofsky, Abdreas, Bürgermeister
    Bendelofsky, George
    Benikendorf, Hans
    Bercke, Mertin
    Bergeman, Jakob
    Bergeman, Valtin
    Berger, Brose
    Bischoff, Paul
    Blaßke,
    Blinde, Andres
    Blinde, Jürgen
    Blindenhauß, Andres
    Bobbe, Thomas
    Böddicher, Steffen
    Böhme, Jakob
    Borckenhagen, Jakob, Heidereuter
    Borckenhagen, Kaspar
    Böse, Christian
    Brabandt, David
    Brauer, Jakob
    Bretensporn, Asmus
    Bridde,
    Bridde, Andreas
    Bridde, Hans
    Bucholz, Michel
    Büchsenmeister, , arme W.
    Bulgerin, Samuel
    Bünde, Jürgen
    Büttener, Johann
    Dahme, Urban
    Darmachowanni,
    Dietzke, Michel
    Dücker, Matthias
    Ekeler, Kaspar
    Fenger, Merten, Soldat
    Fentzike, Merten
    Fischer, Michel
    Frochler,
    Furt, Michel
    Gebauer, Martin
    Genike, Jürgen
    Gentze, Jürgen
    Goldschmied, , arme W.
    Goltze, Jürgen
    Gottschalk,
    Gralow,
    Graß, Jochim
    Graß, Jochim
    Grieße, Valtin, Tagelöhner
    Grochnitz, Jakob
    Grube, Matthias
    Grünenwald, , W.
    Grüster, Jochim
    Hardtwich, David
    Haso, Lorenz
    Haßken, , arm Weib
    Hauff, Hans
    Hechler, Peter
    Hechler, Tewes
    Hembke, Hans
    Hennickow, Ernst, Richter
    Henningk, Wolf
    Herke, Jürgen
    Heyden, Matzke
    Hintze, Merten
    Hoffman, Jürgen
    Hoffman, Merten
    Hoffmann, Johann
    Hofman, Mathias
    Hofmann, Jürgen
    Holman, Johann
    Hünerbein, Abraham
    Jesche, Marcus
    Jonßen, Albrecht
    Kladow, Peter, Trommelschläger
    Kley, Paul
    Kliche, Melcher
    Klinkich, Thomas
    Klitze, Hans
    Kollman, Christian
    Koltschmidt, Matzke
    Korb, Peter
    Kottke, Matzke
    Krauße, Lorenz
    Krüger,
    Kubalzke, Jonas
    Kürßner,
    Kurtt, Paul
    Kusche, Steffen
    Lange, Jürgen
    Lehmann, Bartel
    Lehmann, Merten
    Lentze, Jochim
    Löbenicht, Lorenz
    Lüpke, Asmus
    Marquardt, Hans
    Marschalk, Jürgen
    Max, Matzke
    Mikülke, Boß
    Möliengk, Hans
    Mollenhaus,
    Müller, Jakob
    Müllingk, Adam, arme W.
    Nagelschmid,
    Niete, Michel
    Nüße, Balzer
    Pelcke, Greger
    Peterson, Alexander
    Platow, Merten
    Prescher, Kaspar
    Proll, Michel, nach Stettin
    Raddemacher, Augustin
    Rademacher,
    Rademacher, Jürgen
    Rahn, Matthias, W.
    Rebentisch, Bastian
    Reddemer, Christian, Pfarrer
    Ripsky, Jan
    Rochow,
    Röhll, Michel
    Roloff, Peter
    Rosenthal, Georg
    Rosenthall, Peter, W.
    Salzfaktorin, , arme W.
    Samborßky, Matzke
    Samborßky, Steffen
    Samborßky, Valtin
    Scheme, Marten
    Schmidt, Michel
    Schnelle, Wilhelm
    Schüdde, Jakob
    Schultze, Christian, Soldat
    Schütze, Friedrich
    Schütze, Peter
    Schwartze, Michel
    Schwartze, Michel
    Schwarzferber,
    Schwaß, Dietrich
    Schwolk, die, nach Stettin
    Sehebrod,
    Sehre, Paul
    Steinhauff, Jürgen, Soldat
    Stelmacher, Blesing, nach Stettin
    Stelmacher, Michel
    Strauß von, Jochim, ein gar alter Armer vom Adel Thory, Abraham
    Thüle, Andres
    Türke, Jürgen
    Valtin,
    Wagener, Christoph
    Walckowanni,
    Wejach, Merten
    Wemme, Hans
    Wendland, Hans
    Wetzke, Michel
    Weyrach, Blasius, nach Stettin
    Winckelman, Adam
    Winkelmann, Johann, Bürgermeister
    Winkelmann, Kaspar
    Wippelt, Jakob
    Wirach, Jakob
    Witte, Arend
    Wonke, Kaspar
    Woyrach, Greger
    Woyrach, Jürgen, nach Stettin
    Wulff, Kersten
    Zambow,
    Zeckolla, Matzke, nach Stettin
    Zeineman, Gabriel
    Ziese, Andreas
    Zimbcke, Hans
    Zimmerman, Merten
    Zimmermann, Merten
    Zinne, Thomas
    Zoche, Peter
    Zucke, Stenzel
    Zuckinck, Paul

    Kommentar

    • annii68
      Erfahrener Benutzer
      • 26.01.2010
      • 158

      #3
      Danke für die Mühe, Deichkind, es war sehr interessant etwas über die Geschichte zum Amt Driesen zu lesen.

      Viele Grüße Annett
      Mittelpolen Kreis Radom Gozdawa
      FN: Neumann, Wojan

      Neumark Kreis Friedeberg Trebitsch, Wormsfelde,
      FN: Müller, Prescher

      Posen: Tlukawy,
      FN: Wehking

      Nordrhein Westfalen Minden Todtenhausen, Friedewalde
      FN Wehking, Reuter

      Brandenburg Steinhöfel, FN: Kerle, Puhlmann

      Kommentar

      Lädt...
      X