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  #1  
Alt 10.12.2019, 17:14
Benutzerbild von Molle09
Molle09 Molle09 ist offline
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Standard Unterscheidung der Richter in einem Amtsdorf

Jahr, aus dem der Begriff stammt: +-1800
Region, aus der der Begriff stammt: Dörfer um Freyburg an der Unstrut



Hallo,
wer kann mir bitte erklären was in einem Amtsdorf der Unterschied zwischen einem herrschaftlichen Richter und dem Ortsrichter ist.
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Liebe Grüße
Mlle
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Geändert von Molle09 (10.12.2019 um 17:40 Uhr)
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  #2  
Alt 10.12.2019, 20:44
rigrü rigrü ist offline männlich
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Ohne Kontext schwer zu sagen. Vielleicht stand der Ortsrichter einem Ort vor, der zu einem Amt gehörte, während der herrschaftliche Richter für einen Ort verantwortlich war, der von einer Adelsfamilie verwaltet wurde?
__________________
rigrü
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  #3  
Alt 10.12.2019, 21:02
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo,
der herrschaftliche Richter war der Richter der Grundherrschaften eines Amtes. Der Ortsrichter nur für das Dorf zuständig.
Diese Interpretation leite ich aus dieser Quelle ab, siehe Bildanhang:
Wobei das für Sachsen auch etwas anders aussehen könnte.

Quelle: Gedrängte Uebersicht der Verfassung herrschaftlicher Wirthschaftsämter und der Verhältnisse zwischen Obrigkeiten und Unterthanen in Oesterreich unter der Enns, im Vergleich mit Böhmen, 1813
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Richter.jpg (39,5 KB, 15x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (10.12.2019 um 21:07 Uhr)
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  #4  
Alt 11.12.2019, 20:20
Benutzerbild von Molle09
Molle09 Molle09 ist offline
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Hallo rigrü und hallo Anna Sara Weingart,


vielen Dank für eure Antworten, die das bestätigen, was ich mir so gedacht hatte. Wollte mich aber vergewissern.
Wenn es aber in einem Dorf einen Mord gab und der Mörder gefasst wurde, welcher Richter wäre dafür wohl zuständig gewesen, der Ortsrichter oder der herrschaftliche Richter??? Was meint ihr dazu?
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Liebe Grüße
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  #5  
Alt 12.12.2019, 09:47
Benutzerbild von henrywilh
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Einiges Erhellende findet sich z.B. hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Blutgerichtsbarkeit
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm

Geändert von henrywilh (12.12.2019 um 09:51 Uhr)
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  #6  
Alt 12.12.2019, 17:36
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Ort: Berlin
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Hallo Molle,
ich gehe davon aus, dass der herrschaftliche Richter ein ausgebildeter Jurist war (Universitäts-Studium), während die Dorfrichter nur Laienrichter waren, die nur über Kleinigkeiten richten durften.

Bei Mord würde ich gar vermuten, dass es die Kompetenz des herrschaftlichen Amtsrichters überstieg, und die Fälle stattdessen beim königlich sächsischen Bezirksgericht verhandelt wurden.

Wobei ich nicht weiß, wie die Kompetenzen zwischen den adligen Grundherren, und dem sächsischen Staat, bzw. König, aufgeteilt waren,
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (12.12.2019 um 17:39 Uhr)
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  #7  
Alt 13.12.2019, 09:20
Malte55 Malte55 ist offline
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Registriert seit: 02.08.2017
Beiträge: 736
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Moin,
ohne die Örtlichkeit zu kennen, wäre ich der Meinung von Rigrü.
Ähnlich wie bei Amtsschultze und Dorfschultze, haben diese eher die niedere Gerichtsbarkeit ausgeführt. Der erste war für die Amtsuntertanen zuständig und der andere für die übrigen. Erst recht wenn der Ort um den es geht kein Sitz eines Amtes war.
LG Malte
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  #8  
Alt 13.12.2019, 23:03
rigrü rigrü ist offline männlich
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Registriert seit: 02.01.2010
Beiträge: 2.429
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Wenn es sich bei den genannten Richtern wie im Fragebogen angegeben um Personen im dörflichen Umfeld handelte, ist ein Hochschulstudium wenig wahrscheinlich/ausgeschlossen.
__________________
rigrü
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  #9  
Alt 14.12.2019, 10:09
Benutzerbild von Molle09
Molle09 Molle09 ist offline
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Registriert seit: 24.03.2009
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Hallo und guten Morgen an alle



und auch ein ganz großes Dankeschön für eure Hilfen!


Ich habe mal hier


http://recherche.landesarchiv.sachse...textsuche.aspx


nach einer weiteren Möglichkeit gesucht. "Leider" gibt es im angegeben Umfeld keine Morde, wo man Nähres aus den Akten erfahren könnte.


Danach habe ich mal so ganz allgemein in diesem Archiv nach dem Stichwort gesucht und festgestellt, dass oft ein Gutsarchiv angegeben war.


Somit kann man vlt tatsächlich ableiten, dass die Dorfrichter nicht in Frage kamen und die Zuständigkeit den jeweiligen herrschaftl. Richtern oblag.
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  #10  
Alt 14.12.2019, 18:17
rigrü rigrü ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Molle09 Beitrag anzeigen
Somit kann man vlt tatsächlich ableiten, dass die Dorfrichter nicht in Frage kamen und die Zuständigkeit den jeweiligen herrschaftl. Richtern oblag.

Nein, das stimmt nicht. Herrschaftliche Richter waren im Hinblick auf ihre Aufgaben nichts anderes als Dorfrichter, nur dass der Grundherr nicht der Landesherr, sondern der Besitzer einer Herrschaft war. Der herrschaftliche Richter übte für letzteren die niedere Gerichtsbarkeit aus. Morde wurden an höherer Stelle verhandelt.
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rigrü
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