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  #1  
Alt 27.11.2021, 08:12
Reefa Reefa ist offline
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Standard Ortssuche nach Weiswasser im kayserl. königlichen Antheil

Name des gesuchten Ortes: Weiswasser
Zeit/Jahr der Nennung: 1730-1760
Ungefähre oder vermutete Lage/Region: kayserl.königl. Schlesien
Ich habe die Datenbanken zur Ortssuche abgefragt [ja/nein]: jain




Hallo,

aus Lindenau, Kreis Grottkau, habe ich harte Nüsse. Bei einer geht es um den Familiennamen Fischer/Fiescher, wobei die folgenden Sachen bekannt sind:

-> Johann Peter Fiescher, von Weiswasser gebürtig, kaysl. königl. Antheils, hat 1777 im Alter von 27 zu Lindenau geheiratet (Bild 2). Geboren also ca. 1750.
-> die zweite Ehe war dann ca. 1783 mit einer Anna Katharina Mahlich, deren Ehe bisher nicht auffindbar war (d. h. nicht Berzdorf, Gauers, Gostiz, Kamnig, Lasswitz, Liebenau, Lindenau, Lobedau, Münsterberg), da die vorherige Frau nach langer Krankheit 1783 starb.
-> Verstorben ist der Johann Peter Fischer (Bild 3) angeblich mit 96 Jahren 1831. Geboren also ca. 1735.
-> Bilder von der Ehe eines Sohnes oder der Taufe einer Tochter verweisen beim Namen eher auf Tischer (Bild 1 sowie auch erster Eintrag hier, Seite 252: https://www.familysearch.org/ark:/61...912&cat=357651 ).

Nun müsste "Weiswasser" im kayserlich-königlichen Anteil "Bila Voda" sein und dazu gibt es hier https://digi.archives.cz/da/permalin...5-0050568c0263 die entsprechenden Bücher. Aber dort findet sich überhaupt kein Fischer. Der einzige FN "Fischer", der sich in diesem Buch finden ließ, war ein Reisender nach Ungarn, der 1772 ein Kind bekommen hat.

Also scheint es nicht dieses Bila Voda zu sein - aber welcher Ort käme noch infrage? Könnt ihr bitte helfen?

LG
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  #2  
Alt 28.11.2021, 17:33
schulkindel schulkindel ist offline
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Standard Ortssuche nach Weiswasser im kayserl. königlichen Antheil

Hallo Reefa,

schade, dass Dir keiner hier helfen kann.
Richtig hast Du m. E. erkannt, dass es ein heute polnisches und ein tschechisches Schlesien gibt.
In der Oberlausitz, Sachsen, Deutschland gibt es eine Stadt Weißwasser, die auf sorbisch Běła Woda heißt.
Friedrich II. von Preußen führte um die von Dir angeführte Zeit 3 Kriege mit deren Ergebnis Schlesien von den Habsburgern an Preußen fiel.
Bei "kayserl. königlichen Antheil" fallen mir eher die Habsburger ein, aber soweit ich weiß, wurde der Begriff k und k erst ein Jahrhundert später bei den Habsburgern geprägt.

Renate
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  #3  
Alt 28.11.2021, 19:19
Reefa Reefa ist offline
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Standard

Hallo,

das in Sachsen hatte ich sogar schon auf dem Schirm, erschien mir aber (noch) zu weit weg und ich fand auch keine Informationen über katholische Bücher dort. Ich habe aber nun ein paar Vorschläge bzw. Sachen ausklammern können:
-> Jenes Weißwasser/Bila Voda von hier https://digi.archives.cz/da/permalin...5-0050568c0263 ist scheinbar dieses bei Freiwaldau, denn die Kirchenbücher von FamilySearch sind die gleichen: https://www.google.com/maps/place/79...9!4d17.1980471 / https://www.familysearch.org/search/...C3%9Fwasser%22

-> Ist dieses Weißwasser hier https://www.google.com/maps/place/79...-cQ8gF6BAhMEAE ein anderes und wenn ja, wo gibt es denn die Bücher dazu? Denn das käme dann vielleicht infrage!

-> Ein anderes Weißwasser, Kreis Habelschwerdt und eingepfarrt bei Alt Waltersdorf, hatte zwar ein paar Fischers als Namen, aber keinen Johann Peter als Sohn im fraglichen Zeitraum: https://www.familysearch.org/search/...tory%20Library

-> Auch Biala Voda (Weißbach, hier: https://www.google.com/maps/place/We...bQQ8gF6BAg3EAE ) hatte nur Nieten.

Also bleibt eigentlich nur 790 69 Bílá Voda, Tschechien, wenn die anderen Bila Vodas und Biala Vodas raus sind. Wo gibt es die Bücher, weiß das jemand?

LG
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  #4  
Alt 29.11.2021, 09:31
Benutzerbild von hmw
hmw hmw ist offline
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Moin,

also es gibt laut Meyers genau zwei Orte namens Weißwasser bzw. Weisswasser:

- Weißwasser in Schlesien, Kreis Habelschwerdt: https://www.google.com/maps/place/79...6!4d16.9164147
- Weißwasser in der Lausitz, Kreis Rothenburg: https://www.google.com/maps/place/We...8!4d14.6345926

Und dann gibt es noch einen Gewässer namens Weißwasser, das offenbar ein See beim oder ein Nebenfluss vom Fluss Rhyn in Brandenburg ist. Das konnte ich nicht genau lokalisieren, aber ich denke hier ist es ohnehin irrelevant.

Heißt also das Weißwasser, für das du die Unterlagen im Landesarchiv Oppau gefunden hast, das du (https://www.google.com/maps/place/79...6!4d16.9164147) verlinkt hast und das im Kreis Habelschwerdt dürften ein und derselbe Ort sein. Es dürfte gleichzeitig der Heimatort von J.P. Fischer sein, denn wenn ich es richtig verstehe, gehörte das Weißwasser in der Lausitz im 18. Jh. zu Sachsen und nicht zu Schlesien - vielleicht kann das jemand bestätigen?

Kenne mich in der Gegend nicht aus, aber vielleicht lohnt auch ein Blick in die evangelisch KB, falls es diese dort gab?

Viel Erfolg!
Martin
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SL Marx & Barst in Schmiedeberg NW Rath in Schwelm und Much PL Kunst in "Rawitz in Polen" NS Wörmer in Moisburg und Buxtehude,
Fehling & Behr in Winsen/Luhe, Heger in Göttingen und Rittmarshausen SH Frick in Breitenberg OP Krause, Falk & Lipik in Czychen/Kr. Oletzko
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  #5  
Alt 29.11.2021, 10:24
Raschdorf Raschdorf ist offline
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Guten Morgen Martin,

das Weißwasser, das in den Unterlagen des Landesarchivs Oppau gefunden wurde, ist nicht identisch mit dem Weißwasser im Kreis Habelschwerdt. Das letztere heißt heute Biala Woda, liegt heute in Polen, und liegt ca. 40 km südwestlich von Bila Voda in Tschechien.

Gruß
Jo

Geändert von Raschdorf (29.11.2021 um 10:39 Uhr)
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  #6  
Alt 29.11.2021, 12:05
schulkindel schulkindel ist offline
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Ich kenne mich in der Gegend auch nicht aus.
Aber ich weiß, dass die Herrschaft ständig wechselte.
Wenn es das Weißwasser in der Oberlausitz sein sollte, dann dies:
Mal gehörte das Land zur Böhmischen Krone, dann wieder zu den Habsburgern.
Auch der sächsische Kurfürst August der Starke, zeitweilig auch König von Polen, war der Herrscher.
Nach 1815 war die Oberlausitz in einen sächsischen und einen preußischen Teil willkürlich aufgeteilt.

Martin
Zitat:
...aber vielleicht lohnt auch ein Blick in die evangelisch KB, falls es diese dort gab?
Zu diesem Denkanstoss noch eine Bemerkung:
Im Land Sachsen war man überwiegend protestantisch, auch wenn August konvertierte, weil er polnischer König werden wollte und wurde.
In Preußen war man ohnehin protestantisch.

Renate
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  #7  
Alt 29.11.2021, 13:23
Reefa Reefa ist offline
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Hallo,

danke für die Mühe. Tatsächlich ist es so, dass das Weißwasser in der Lausitz (Sachsen) zu dem Zeitpunkt keine katholischen Bücher hatte (und es von der Region vielleicht zu weit weg ist). Das Weißwasser in Polen (Kreis Habelschwerdt) habe ich durchgesehen über die Mormonenbücher (alle per Download beschafft). Das Weißwasser (Bila Voda, Kreis Freiwaldau) bei dem nördlichen tschechischen Zipfel habe ich durchgesehen über digiarchives, aber auch da nichts.

Ich fand jetzt noch ein Weißwasser, Alba Aqua, im Kreis von Mährisch Rothwasser/Cervena Voda, welches ich durchgesehen habe und dem Archiv Samrsk zuzuordnen ist. Aber auch da: nichts!

Ich bin mittlerweile also leicht ratlos.

LG
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  #8  
Alt 29.11.2021, 14:57
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hmw hmw ist offline
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Zitat:
Zitat von Raschdorf Beitrag anzeigen
Guten Morgen Martin,

das Weißwasser, das in den Unterlagen des Landesarchivs Oppau gefunden wurde, ist nicht identisch mit dem Weißwasser im Kreis Habelschwerdt. Das letztere heißt heute Biala Woda, liegt heute in Polen, und liegt ca. 40 km südwestlich von Bila Voda in Tschechien.

Gruß
Jo
Sorry, du hast natürlich Recht. Bei Meyer sind nur die Orte des Deutschen Reichs verzeichnet und Bila Voda müsste ja eigentlich immer auf böhmischem bzw. österreichischem Territorium gelegen haben.
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  #9  
Alt 29.11.2021, 15:06
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hmw hmw ist offline
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Zitat:
Zitat von schulkindel Beitrag anzeigen
Ich kenne mich in der Gegend auch nicht aus.
Aber ich weiß, dass die Herrschaft ständig wechselte.
Wenn es das Weißwasser in der Oberlausitz sein sollte, dann dies:
Mal gehörte das Land zur Böhmischen Krone, dann wieder zu den Habsburgern.
Auch der sächsische Kurfürst August der Starke, zeitweilig auch König von Polen, war der Herrscher.
Nach 1815 war die Oberlausitz in einen sächsischen und einen preußischen Teil willkürlich aufgeteilt.

Martin

Zu diesem Denkanstoss noch eine Bemerkung:
Im Land Sachsen war man überwiegend protestantisch, auch wenn August konvertierte, weil er polnischer König werden wollte und wurde.
In Preußen war man ohnehin protestantisch.

Renate
Richtig, ziemliches Durcheinander in der Lausitz. Bei Weißwasser/Lausitz scheint es aber so zu sein, dass es zur Herrschaft Muskau gehörte und damit 1635 an Sachsen überging. Dort verblieb es bis 1815, als es an Preußen überging und Teil der Provinz Schlesien wurde. Vgl. https://hov.isgv.de/Wei%C3%9Fwasser/O.L. Wie du schon sagtest gibt es dort keine katholische Gemeinde. Vielleicht gibt es ja aber bei einem der anderen "Kandidaten" mehr als nur eine Konfession am Ort.

Weiterhin viel Erfolg!
Martin
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  #10  
Alt 29.11.2021, 22:39
Wanderer40 Wanderer40 ist offline
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Hallo,

ich klinke mich einmal ein, zumal hier doch einige Informationen gegeben wurden, die Dich bei näherem Betracht auf die falsche Fährte bringen.

1777 schreibt eine Person in Lindenau, preußisch Schlesien, über Weiswasser im Kaiserlichen Königlichen Anteil. Er schrieb nicht von einem anderen Land, also zum Beispiel Mähren oder die Graftschaft Glatz (gehörte übrigens 1777 NICHT zu Schlesien), sondern über einen Anteil unter anderer Herrschaft, womit nur das geteilte Schlesien unter österreichischer Herrschaft gemeint sein kann und nichts anderes.
Kaiserlich Königlich bezieht sich im 18.Jhdt. auf die beim Hause Österreich liegende Würde des römischen Kaisers deutscher Nation sowie auf die Königtümer in den Ländern der Stephans- und der Wenzelskrone (Ungarn und Böhmen).
Weiswasser wurde übrigens nach dem 1 schlesischen Krieg geteilt und zwar mitten im Ort.

Wenn es nun keine Fischer im Ort gab und Dein Johann Peter von dort gebürtig ist (heißt nicht, er wurde dort getauft), kommen für den Zeitraum zwischen 1735 und 1750 nur folgende Möglichkeiten in Betracht:

Wenn er so um 1741/1742 geboren wurde, kann dessen Vater auf Grund von kriegsbedingten Plünderungen das Kind im näheren Umkreis getauft haben lassen (was nicht unüblich war).

Sein Vater könnte auch ein Soldat gewesen sein, was ebenfalls für genau diese Zeit sprechen würde (ob nun Österreicher oder Preuße lässt sich schwer sagen)

Oder der Vater war mit der Mutter vielleicht beruflich unterwegs und das Kind wurde dann in der Heimatpfarre getauft. Ich würde einmal 1 Spur in Weiswasser überprüfen. Am 08.10.1743 lässt ein Johann Georg Fischke (=Fischer???) alter Jäger aus Münchhof (?), jetzt Inwohner in Neum Buschitz (???), eine Tochter taufen. Vielleicht ist auch das eine mögliche Spur.

LG
Wanderer40
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