#11  
Alt 21.01.2021, 09:56
Julchen53 Julchen53 ist offline weiblich
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Hallo miteinander,

ich hänge mich hier mal dran, Copyright ist auch das Thema, aber in Bezug auf Ancestry bzw. andere öffentliche Plattformen.

Im Bekanntenkreis kam das Thema zur Sprache, da ich gerne meinen Tree bei Ancestry im Ahnenblatt mit allen verfügbaren Medien für den privaten Gebrauch 'aufhübschen' möchte. Vieles liegt in diversen Ordnern, Totenzettel, Grabsteine, Fotos und natürlich Urkunden.
Bei Kopien aus Archiven gibt es ja meist den Zusatz, dass eine Veröffentlichung nur mit Erlaubnis gestattet ist.
Die WGfF untersagt bei der Digibib die Weitergabe an Dritte, bei den Totenzetteln auch?
Wie ist die Lage bei den Urkunden des LA NRW?
Hier wird ja bei Anfragen auch nur der Austausch per PN geduldet.

Ich habe diese Daten bisher eben nur auf dem PC gesammelt, übertreibe ich da meine Vorsicht? Gilt das Einstellen von diesen Medien ohne gewerblichen Nutzen auf einer halb-öffentlichen Plattform wie Ancestry noch nicht als Veröffentlichung?

LG
Jutta
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  #12  
Alt 21.01.2021, 11:10
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Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo Jutta,

nein, ich würde davon abraten, Urkunden, Fotos etc. bei Ancestry oder MyHeritage einzustellen, die nicht urheberrechtsfrei sind.

Selbst wenn Du den Stammbaum dort auf "privat" stellst, wirst du vermutlich früher oder später andere auf diesen Stammbaum einladen und in diesem Moment verlierst Du die Kontrolle. Die eingeladenen Nutzer übernehmen dann oft Bilder und Urkunden in ihren Stammbaum und von dort multipliziert sich das Ganze im Internet.

Übrigens (ich habe schon an anderer Stelle auf diese legale Grauphase hingewiesen), gilt das eingeschränkt sogar für Urkunden/Fotos bei noch lebenden Personen. Die werden zwar eigentlich standardmäßig anderen Besuchern des Stammbaums nicht angezeigt. Aber angenommen, der Vor- und Nachname der lebenden Person ist bekannt, vielleicht auch noch das Geburtsjahr, dann zeigt MyHeritage bzw. Ancestry eine Übereinstimmung (Smart Matches bei MyHeritage bzw. Blatt-Hinweise bei Ancestry) mit den Daten aus Deinem Stammbaum an, die dann auch übernommen werden können.

Also besser gerade bei lebenden Personen alles in einer nicht online gestellten Datenbank pflegen.

Geändert von Scherfer (21.01.2021 um 11:12 Uhr)
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  #13  
Alt 21.01.2021, 11:32
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Hallo Scherfer,

also lieber bei der bewährten Methode bleiben statt sich unnötigen Ärger einzuhandeln.
Online reichen die Daten, man kann ja nachfragen.
Danke dir.

Viele Grüße
Jutta
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  #14  
Alt 21.01.2021, 11:36
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
nein, ich würde davon abraten, Urkunden, Fotos etc. bei Ancestry oder MyHeritage einzustellen, die nicht urheberrechtsfrei sind.
Hallo Scherfer,

wie kann ich, grundsätzlich gefragt, urheberrechtsfreie Fotos von anderen unterscheiden? Die geerbten Fotos längst verstorbener Verwandter sind sicherlich urheberrechtsfrei. Sind es auch Fotos längst verstorbener Verwandter, die sich im Besitz anderer Menschen befinden? Bezieht sich die Urheberschaft auf die Person, die das Foto vor vielleicht 130 Jahren aufgenommen hat (oder in einem Studio hat aufnehmen lassen), oder sind damit die Rechte derjenigen Person gemeint, die sich aktuell im Besitz des Fotos befindet? Mich als Nicht-Juristen verwirrt das Thema sehr.

Viele Grüße
consanguineus
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Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
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  #15  
Alt 21.01.2021, 17:44
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Hallo.

Genau aus diesem Grund, wie consanguineus schreibt, verwende ich kein Avatar hier. Ich weiß nicht, wer die alten Photos z.B. von meinen Großeltern und meinen Urgroßeltern gemacht und aktuelle Bilder z.B. Stadtansichten oder Landschaften passen nicht so recht zum Thema Ahnenforschung.

Danke für euer Verständnis.

Herzliche Grüße

Andrea
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  #16  
Alt 21.01.2021, 19:34
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Hallo Andrea,

auf meinem Avatarbild sieht man meine 5xUrgroßmutter Marie Lucie Hoffmeister (1779-1853). Das Gemälde wurde vermutlich von ihrem Mann in Auftrag gegeben. Hat er die Urheberrechte? Legt er Wert darauf? Ich kann ihn nicht mehr fragen, denn er ist seit 192 Jahren tot. Nun hängt das Bild bei einer angeheirateten Verwandten von mir. Hat sie die Urheberrechte an dem Bild von ihrem verstorbenen Mann, wie ich Nachfahre der Porträtierten, geerbt? Wie auch immer, sie hat mir gestattet, das Bild zu fotografieren und das Foto nach Belieben zu verwenden. Ist das alles so in Ordnung?

Viele Grüße
consanguineus
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  #17  
Alt 21.01.2021, 20:08
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Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo consanguineus, interessante Fragen, auf die ich natürlich auch keine allgemeingültige Antwort habe. Aber wenn ich z.B. die Geburtsurkunde einer noch lebenden Person ohne deren Wissen hochlade, ist die Lage schon eindeutiger. Und wenn ich eine Kopie einer Archivakte ohne Erlaubnis des Archivs einfach so einstelle, ist die Sache wohl auch klar.

Und selbst, wenn ich etwas rein rechtlich darf, gibt es da ja auch noch den gesunden Geschmack und Einfühlungsvermögen. Das Foto einer gerade Verstorbenen ist ebenso wenig gut im für Familienangehörige zugänglichen Stammbaum aufgehoben.

Zitat:
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Hallo Scherfer,

wie kann ich, grundsätzlich gefragt, urheberrechtsfreie Fotos von anderen unterscheiden? Die geerbten Fotos längst verstorbener Verwandter sind sicherlich urheberrechtsfrei. Sind es auch Fotos längst verstorbener Verwandter, die sich im Besitz anderer Menschen befinden? Bezieht sich die Urheberschaft auf die Person, die das Foto vor vielleicht 130 Jahren aufgenommen hat (oder in einem Studio hat aufnehmen lassen), oder sind damit die Rechte derjenigen Person gemeint, die sich aktuell im Besitz des Fotos befindet? Mich als Nicht-Juristen verwirrt das Thema sehr.

Viele Grüße
consanguineus
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  #18  
Alt 21.01.2021, 20:10
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Ich würde alles, was man online findet, verwenden und einfach mit einer Quelle versehen. Ob das nun frei via Suchmaschine gefunden wurde oder auf einer Plattform (wo man etwas zahlen muss dafür) ist vermutlich egal, Hauptsache die Quellen sind korrekt.

Ich habe schon viele Befragungen gemacht für Ahnenforschung und je nach Thema, wenn ich das Gefühl habe, das ist etwas riskant, frage ich nach, was ich davon anderen erzählen oder zeigen dürfte oder ob sie gewisse Passagen zensiert haben möchte, daher, falls ich mal für mich privat alles aufschreibe, steht es drin, wenn ich den Text jemandem zeigen möchte, muss ich gewisse Passagen entfernen. Auch hier würde ich alle Aussagen mit Quellen belegen, Person X hat am Tag X dies gesagt usw.

Das grosse Problem sind meiner Meinung nach all die diversen Behörden und Archive. Oft gibt man als Grund „Ahnenforschung“, „private Recherche“ oder etwas Ähnliches an. Möchte man später etwas zusammenfassen und publizieren, muss man mühsam wieder all diese Archive und Behörden kontaktieren und um Erlaubnis bitten in der Hoffnung, dass sie das auch erlauben.
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  #19  
Alt 21.01.2021, 20:48
Benutzerbild von Garfield
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Hallo miteinander

Hier werden verschiedene Themen gemischt, aber zugegebenermassen finde ich das auch nicht einfach, und wir hatten diese rechtlichen Themen sogar in der Berufschule (Bibliothek & Archiv).

Urheberrecht: das Urheberrecht hat immer die Person, die etwas von "schaffendem" Wert erstellt hat. Dazu muss der Urheber nichts anmelden (wie zB ein Patent oä), in dem Moment wo das "Werk" erschaffen wird, ist er/sie der Urheber. Nun haben aber verschiedene Länder verschiedene Gesetze, unter anderem was überhaupt schützenswert ist (beispielsweise ist man sich offenbar relativ einig, dass das reine Zusammentragen von standesamtlichen Daten noch kein eigenes Werk ist - weder beim Standesamt noch bei den Ahnenforschern). Bei Musik, Gemälden oder Fotos ist man sich relativ einig, dass darauf ein Urheberrecht gilt. In manchen Ländern unterliegen aber sogar besonders hübsche Grabsteine dem Urheberrecht.
Die Dauer des Urheberrechts ist auch nicht in allen Ländern gleich. In der EU und der Schweiz erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, unabhängig davon, wann genau das Werk geschaffen wurde. Auch das ist in anderen Ländern anders, mancherorts ist das Urheberrecht sogar vererbbar (siehe Musikbranche... wenn es um viel Geld geht).

Datenschutz: dazu muss ich hier wohl nicht viel mehr schreiben. Im Fall von Fotos mit Personen greift wahrscheinlich die DSGVO, ausser die abgelichtete Person wäre bereits verstorben.
Und hier kommen tatsächlich noch Geschmack und Einfühlvermögen dazu.

Nutzungsrecht: Viele Archive oder kommerzielle Anbieter haben Nutzungsrechte für online gestellte Inhalte, müsste man eigentlich irgendwo im Kleingedruckten auf der Webseite finden. Die Nutzungsrechte der einzelnen Anbieter weichen teils extrem voneinander ab. Auch hier gibt es wieder grosse Unterschiede zwischen manchen Ländern: während in Europa tendenziell die Gesetzte höher gewertet werden als die AGB, ist es in den USA eher anders rum.

Was also nun, wenn man Inhalte aus Europa auf eine amerikanische Plattform stellen will? Welche Gesetze und Bedingungen gelten nun? Lieber kein Riskio eingehen, damit man nicht etwa abgemahnt wird, oder?
Mir ist das ehrlich gesagt viel zu unübersichtlich und deshalb lasse ich es möglichst sein.

Im Falle von Stammbaum-Plattformen beschränke ich mich möglichst auf reine Daten, allenfalls werde ich später mal bei lange verstorbenen Personen ein einzelnes Porträt-Foto hochladen, sofern ich das Original davon besitze (wobei das rein rechtlich egal wäre). Und auch nur dann, wenn ich sicher sein kann, damit niemandem zu nahe zu treten.
Urkunden uä. zitiere ich nur und verlinke sie, falls sie online frei verfügbar sind (also ohne Abo).
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Geändert von Garfield (21.01.2021 um 20:49 Uhr)
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  #20  
Alt 21.01.2021, 22:56
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Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Moin zusammen,


grundsätzlich: Auch für Fotos/Bilder gilt das Urheberrecht. Vor Jahren hatten wir mal eine Diskussion darüber (ich find's jetzt auf die Schnelle nicht), inwieweit sich das auf den Inhaber der Bilder bezieht, d.h. denjenigen, dem der Apparat gehört, oder denjenigen, der vielleicht als zufällig vorbekommender Passant ein Foto einer Gruppe für einen in dieser Gruppe gemacht hat.


Unabhängig davon erlischt das Urheberrecht aber 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers! Wenn man die Bilder also besitzt, dürfte das kein Problem sein. Oft wurden die Fotos ja auch in Auftrag gegeben, und dann kann man m. E. davon ausgehen, dass man die Nutzungsrechte hat.



Friedrich


PS: Hier ist die alte Diskussion: https://forum.ahnenforschung.net/sho...t=urheberrecht
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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