#1  
Alt 07.03.2010, 06:51
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Tineru Tineru ist offline
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Standard Adel ablegen?

Hallo,

ich bin beim Stöbern in Wikipedia bei Heinz G. Konsalik gelandet ; in seinem Wikipedia-Eintrag steht folgender Satz:

Zitat:
Heinz Günther Konsalik entstammt einem alten sächsischen Adelsgeschlecht (Freiherren von Günther Rittern zu Augustusberg), das seinen Titel in der wilhelminischen Zeit ablegte.
Ist das wirklich möglich, seinen Adelstitel "einfach so" abzulegen?

lg Tineru
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  #2  
Alt 07.03.2010, 10:06
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@ Tineru

Lesen Sie dazu hier :
http://home.foni.net/~adelsforschung/faq.htm#b

Zitat:
("Ferner konnten Adelige ihr Adelszeichen jederzeit freiwillig ablegen (was gelegentlich vorkam), vor allem, wenn sie glaubten, ihren Stand nicht mehr repräsentieren zu können, oder wenn sie sich Vorteile davon verhofften, z.B. bei einer Auswanderung ins demokratische Amerika, wo die Adelsbezeichnung eher hinderlich war. Der Adelige erklärte dies dann gegenüber der Adelsbehörde und diese nahm seine Erklärung zu den Akten. Noch heute gibt es Adelsverzichte, die in Form der öffentlich-rechtlichen Namenserklärung stattfinden)."
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  #3  
Alt 07.03.2010, 13:07
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Hallo Tineru,

interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Ablegung von Adelskennzeichen sehr unterschiedlich gehandhabt wurde.

Während man in Deutschland den Verzicht aktenkundig bei der Hofkammer erklären musste, brauchte man in Österreich eine Kaiserliche Bewilligung. Hintergrund war ganz einfach, dass dem Adel als Stand nicht nur Privilegien, sondern auch Pflichten auferlegt waren. Im 19. Jh. wurde das allerdings immer bedeutungsloser und es wurde auch einfacher, auf den Stand zu verzichten. Gerade in der Zeit der Deutschen Revolution von 1848 haben einige Adelige, die sich politisch engagierten, von der Möglichkeit des Verzichtes Gebrauch gemacht. Ein berühmtes Beispiel war der Dirigent Hans v. Bülow.

Viel häufiger als der Adelsverzicht kam es allerdings vor, dass einzelne Personen von ihren Adelskennzeichen in der Öffentlichkeit keinen Gebrauch mehr machten.

Nach dem Ende der Monarchie handelte es sich allerdings nicht mehr um einen Adelsverzicht, da es den Adel als Stand nicht mehr gab, sondern um eine standesamtliche Namensänderung, da die Adelskennzeichen in Deutschland Bestandteil des Familiennamens wurden. Eine Namensänderung glückte jedoch nicht jedem, entgegen der landläufigen Meinung, das wäre ganz einfach durch Erklärung zu bewerkstelligen. Eine öffentlich-rechtliche Namensänderung aus gewichtigem Grund bedeutet nämlich, dass man tatsächlich einen gewichtigen Grund, z.B. erhebliche Nachteile durch diesen Namen nachweisen muss und das ist gar nicht so einfach zu erbringen. Bestes Beispiel für die Ablehnung eines derartigen Namensänderungsantrages aus dem Jahre 1978 ist die Politikerin Jutta v. Dithfurth.

Viele Grüße
Hina
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"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #4  
Alt 26.05.2021, 18:55
Juergen Juergen ist offline
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Hallo allerseits,

das Thema, was ich hier nun "hochhole" ist ja uralt.
Da es das Thema Schriftsteller Konsalik (eigentlich FN GÜNTHER väterlicherseits) hier gibt und ich kürzlich
ein Radio Feature zu ua. diesem Nachkriegsschrifsteller hörte,
hatte ich mal geschaut, was über dessen Vorfahren FN GÜNTHER sochn bekannt ist.

Die Heriat der Eltern war in Dresden, der Vater wurde in Berlin geboren.
Arno Fritz Alexander GÜNTHER oo Wanda KONSALIK (wohl aus Schlesien)

Bei Myheritage gibt es für Mitglieder den Stammbaum online, wie weit zurück
weiß ich nicht.

Bei ancestry auch zu finden --> https://www.ancestry.com/search/cate...r_g%C3%BCnther

Früher abgelegter Adel, hat er sich sicherlich ausgedacht, um sich interessanter zu machen.
Er kannte vermutlich seinen Stammbaum schon als Pimpf ganz gut.

Gruß Juergen

Geändert von Juergen (26.05.2021 um 19:08 Uhr)
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  #5  
Alt 26.05.2021, 19:13
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Hallo Juergen
hast Du noch mehr Generationen zu bieten?

Wenn nicht, solltest Du mit Deiner Gegenbehauptung vorsichtig sein, falls Du Herrn Konsalik keiner Lüge überführen kannst.
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (26.05.2021 um 19:15 Uhr)
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  #6  
Alt 26.05.2021, 19:20
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Sara,

meinst du jemand verklagt mich, wegen meines öffentlichen anzweifeln seiner "Erzählung",
vom abgelegten Adel?

Das der Herr schon lange verstorben ist, ist Dir aber bekannt?

Ich hätte es ihm, ja gegönnt, wenn dem so war, er musste das nicht beweisen,
so war es eine Behauptung mehr nicht.

Gruß Juergen

Geändert von Juergen (26.05.2021 um 19:21 Uhr)
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  #7  
Alt 26.05.2021, 19:50
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Der Urgroßvater war lt Heiratsurkunde des Großvaters ( 1884 ) ein Kaufmann Carl Friedrich Eduard Günther, 1884 whft Eisenach, der Großvater geb 1856 in Plauen.

Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Suderburg)
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  #8  
Alt 26.05.2021, 20:08
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Die Familie, auf die sich Konsalik bezog, war jedenfalls im Adelslexikon (als erloschen) verzeichnet. Nun ist Konsalik kein Genealoge, also hat er vielleicht gutgläubig eine Abstammung vermutet.


Quelle: Matthias Harder: Erfahrung Krieg - zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik, 1999
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Konsalik.jpg (38,7 KB, 22x aufgerufen)
Dateityp: jpg Günther.jpg (30,6 KB, 20x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (26.05.2021 um 20:16 Uhr)
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  #9  
Alt 26.05.2021, 20:21
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Quelle Adelsfamilie Günther
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Quelle.jpg (12,1 KB, 26x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße
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  #10  
Alt 26.05.2021, 23:40
Juergen Juergen ist offline
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Danke Thomas

zur Zeit habe ich ja selbst keinen Acount bei ancestry, und muss
dann dort umständlich rechechieren, ohne die Scans zu sehen.

@ Anna Sara,

danke das hat also ein Autor (Biograf) also auch schon versucht zu ermitteln,
was an dem Gesagten des Konsalik eigentlich dran ist, was dessen vormals adlige
angebliche Ahnenlinie GÜNTHER anbelangt.

Im Adressbuch Eisenach auf das Jahr 1885 ist kein Kaufmann Carl Friedrich Eduard Günther
verzeichnet, GÜNTHER ua. ein Oskar GÜNTHER in Frauenberg.
--> https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/vie...lDiv=log000004

Eisenach 1881 ein Eduard GÜNTHER, Weißwarenhändler in Frauenberg 43.
--> https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/vie...lDiv=log000005

Viele Grüße
Juergen

Geändert von Juergen (26.05.2021 um 23:55 Uhr)
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