#1  
Alt 02.07.2020, 17:41
schulkindel schulkindel ist offline
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Standard Zeitliche Differenzen zwischen Geburt und Taufe

Hallo,

um 1800 und folgend finde ich ich in der Regel in den Kirchenbüchern die Taufen ca. 3 Tage nach der Geburt, manchmal noch eher.
Das ist verständlich wegen der hohen Kindersterblichkeit.

Im Oktober 1854 habe ich eine Taufe (in Westpreußen) gefunden, die gut 14 Tage nach der Geburt lag.

Kopfzerbrechen bereitete mir eine Taufe, die angeblich 1 Jahr nach der Geburt lag.

Die Geburt war am 02.11.1891 in Schleswig Holstein, die Taufe am 04.12.1892.
So schrieb es der Pastor, als das Kind in Mecklenburg konfirmiert wurde.
Hat der Pastor sich geirrt?
Ich glaube nicht, denn der 04.12.1892 war ein Sonntag, der 04.12.1891 Alltag.

Welche Gründe könnte es geben?

Renate
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  #2  
Alt 02.07.2020, 17:54
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Zitat:
Zitat von schulkindel Beitrag anzeigen

Welche Gründe könnte es geben?

Guten Tag,
die Geburt in einem anderen Ort als dem Wohnort,
ein bevorstehender Wohnortwechsel,
widrige Wetterverhältnisse,
glaubensverschiedene Eltern eines unehelichen Kindes,
kirchenferne Eltern, die es einfach schleifen ließen.

In der Steiermark wurden außerhalb der Städte bis ca. 1870 Kinder zu 98% (!) am Tag der Geburt getauft.
__________________
Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend.

Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.
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  #3  
Alt 02.07.2020, 18:07
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Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Als Ergänzung: Eine meiner Vorfahrinnen wurde erst im Alter von 16 Jahren getauft, ihre Schwester mit 22 Jahren. Gründe habe ich im Kb keine finden können, vermute aber Konvertiten oder Anhänger der Wiedertäuferbewegung.
Interessant wäre es in deinem Fall, den originalen Taufeintrag ausfindig zu machen. Einige KBs aus Schleswig-Holstein müssten bei Ancestry online sein.
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  #4  
Alt 02.07.2020, 19:08
DiWiKaBiLiSch DiWiKaBiLiSch ist offline männlich
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Hallo Renate,


ich habe in meinem Stammbaum auch eine Vorfahrin aus Schleswig-Holstein, die 1878 geboren worden ist, aber erst 1880 mit zwei Jahren getauft wurde.
Klar entspricht das nicht der Normalität, weil es meistens früher geschah, aber unmöglich ist es nicht.


VG
Julius
__________________
Dringend gesucht:
Sophie Elisabeth Krawczick, geb. Frauenstein, verwit. Vollkomm (* 14.04.1873, Tharandt † nach 1955, in Sachsen vermutlich i.d.N. von Freital)
https://meine-familienforschung.jimdo.com/
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  #5  
Alt 02.07.2020, 19:29
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Balle Balle ist offline männlich
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1891 war die standesamtliche Registrierung Pflicht, Taufe war nicht mehr zwingend. Es mag nun verschiedene Gründe gegeben haben wie Wohnortwechsel oder Ähnliches es zu verschieben. Eilig war es amtlicherseits nicht.
Ich selbst bin auch erst mit vier Monaten getauft. Es passte wohl nicht eher.....
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Legers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #6  
Alt 02.07.2020, 19:40
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Xtine Xtine ist offline weiblich
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Hallo Renate,


das habe ich bei unseren Ahnen im Großraum Hannover auch.
Da war das offenbar üblich. Die meisten Taufen lagen 2-6 Monate nach der Geburt, aber auch schon mal bis zu 12 Monate.


Hier mal ein wahlloses Beispiel (nur mit Ancestry-Zugang sichtbar)
Kinder geboren im Oktober 1852, getauft zwischen November und Dezember 1852, die letzte Taufe auf der Seite fand im September 1853 statt.
__________________
Viele Grüße .................................. .
Christine
.. .............
Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #7  
Alt 03.07.2020, 11:31
schulkindel schulkindel ist offline
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Standard Zeitliche Differenzen zwischen Geburt und Taufe

Ihr Lieben,

danke für Eure Beiträge.

Im Census Mecklenburg Schwerin am 01.12.1900
wird die Familie in Schwerin Neumühle nachgewiesen.
Als Religionsbekenntnis wurde für die Eltern beide Male lutherisch eingetragen.

Das Ehepaar hatte im Jahr 1891 noch vor der Geburt des Kindes geheiratet. Das Kind wurde am 02.11.1891 geboren.

Der 11.11. ist ja bekanntlich der Martinstag, an dem auf dem Lande Dienstverhältnisse endeten bzw. neue eingegangen wurden.
Vielleicht hat der Vater seine Anstellung aufgegeben und ist dann weiter gezogen?

Insofern ist es erklärlich, dass für die Taufe im Jahr 1891 keine Zeit oder kein Geld da war und diese erst 1892 erfolgte.
Der Genannte ist mehr als ein halbes Jahrhundert tot, seine Kinder sind auch schon Jahrzehnte tot und einige der Enkelkinder leben auch nicht mehr.
Nachfragen kann ich also nicht mehr.

Grüße
Renate
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