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NVMini1009 30.05.2019 22:03

Hallo,

Da bin ich auch einmal auf einen ganz interessanten Sterbefall gestoßen. Der 17 Jahre alt Carl Johann Hermann Nienhaus ist 1817 in Dingden gestorben, Todesursache: "casu sclopeto occisus" = zufällig mit einem Gewehr getötet.
Was da wohl passiert sein mag?

Nico

MattinausMarten 30.05.2019 23:25

Kurz und - hoffentlich - schmerzlos.

Güldenstein. Der bei der Rübsenernte beschäftigte Landinste Landschoof aus Harmsdorf stürzte von einem beladenen Rübsenwagen herab und war sofort eine Leiche.

Damit hat der Arme es 1903 bis in die europäischen Nachrichten der Indiana Tribüne gebracht.

Friedrich 30.05.2019 23:53

Moin fps,


Kammrad und Trichter sind etwas Unterschiedliches.


Friedrich, der in einer ehemaligen Wassermühle wohnt

fps 31.05.2019 10:47

Oh, Friedrich, dann pass nur auf Dein Kammrad auf! :D:D:D:wink:

Friedrich 31.05.2019 13:43

Das ist entfernt worden, als die Anlage stillgelegt wurde.


Friedrich

fps 31.05.2019 20:12

Der kluge Mann baut vor - bzw. in diesem Fall zurück.

consanguineus 05.06.2019 23:14

Hallo zusammen!

Hier habe ich auch etwas:

"Doch im jar XLVIIo volgens up gunstach XX. Julii in bywesen heren Frans van Waldegge, bysschop tho Munster, vorordelt tom doide in eyner ketten ummet fuyr to loepen buten sunte Ygidius porten by der galgen gewontlycher pynstedde."

Ist der Mann tatsächlich dazu verurteilt worden, in einer Kette um das Feuer zu laufen? Hätte es nicht ausgereicht, ihn einfach auf den Scheiterhaufen zu stellen? Wozu das Gelaufe in einer Kette?

Ratlose Grüße
consanguineus

Ralf-I-vonderMark 05.06.2019 23:35

Hallo consanguineus, hallo zusammen,

ist es denkbar, dass es sich um einen verurteilten Wiedertäufer handelte, welche der Fürstbischof Franz von Waldeck massiv bekämpft hatte.
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Waldeck

Die Hinrichtungen der Wiedertäufer waren teilweise besonders grausam; nicht nur die stundenlange Folterung und Hinrichtung der drei bekannten Anführer in Münster. Denn es sollte bewusst eine abschreckende Wirkung auf Sympathisanten erzielt werden.

Viele Grüße
Ralf

consanguineus 05.06.2019 23:38

Hallo Ralf,

nein, der Mann war kein Wiedertäufer, sondern "nur" ein erbitterter Feind eines Domherren, welchem er mit einer jahrelangen, blutigen Fehde ziemlichen Schaden zugefügt hat. Und nicht nur dem Domherren. Aber die Zeit deckt sich schon mit den Wiedertäufern.

Viele Grüße
consanguineus

consanguineus 06.06.2019 14:02

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Nachtrag: siehe Anhang!

consanguineus 12.06.2019 23:01

Hallo zusammen!

Hatte gerade ein Gespräch mit einem sehr gebildeten Freund, welcher sich unter anderem auch mit frühneuzeitlichen Hinrichtungsmethoden ganz gut auskennt. In der Theorie natürlich nur. Er berichtete mir, daß man dem Delinquenten eine Kette um den Hals schmiedete und diese an einem Pfahl befestigte, um den ein Feuer loderte. Die Kette war lang genug, daß der Verurteilte nicht direkt verbrannte, sondern daß er durch die immer heißer werdende Kette zu Tode kam. Hat jemand solches schon gehört? 8o Dagegen ist der direkte Feuer- bzw. Erstickungstod ja fast schon als human zu bezeichnen.

Viele Grüße
consanguineus

fps 13.06.2019 10:54

Moin,

der menschliche Sadismus hat sich die grausigsten Dinge einfallen lassen, ich bin immer wieder erschüttert, was man da alles erfahren kann.

Allerdings: gibt es außer dem menschlichen Sadismus überhaupt einen anderen? Oder zeigt sich auch hierin eine Sonderstellung des Menschen?

:confused:

SarahEmelie 26.06.2019 14:49

Hallo zusammen,


im Kirchenbuch von Istha (Kirchenkreis Wolfhagen, KB von 1778-1831) habe ich heute folgenden Eintrag von 1810 betreffend eine Tochter eines Vorfahrens meines Mannes gefunden:


"8br 28. Anna Christina, Johann Daniel Schaubs Tochter. Sie hat sich d. 21t des Nachts gegen 10 und 11 Uhr in den Brunnen bey ihrem Hause gestürtzt. Zur Ursache wird angegeben, sie seye seit d 17t krank gewesen, habe ein hizig Fiber gehabt, habe schon d 21ten am Tage fantasiert. Die Mutter und der jüngste Bruder haben bey ihr in einer Kammer geschlafen. Da diese eingeschlafen waren, hat sie sich heimlich weggemacht. Und wie sie sie vermist haben, hat sie schon im Brunnen todt gelegen. Es wurde zu Wolfhagen angezeigt und der Friedensrichter Gille, der Docotor Hildebrandt und Chirurges Abee sind hierher gekommen. Beyde lezten haben sie secirt und danach ist sie begraben an dem Ende des Totenhofes. Sie ist alt worden 33 Jahr 2 Monath u. 3 Wochen."


Liebe Grüße


Sarah

scheuck 26.06.2019 15:23

Zitat:

Zitat von fps (Beitrag 1187623)
Moin,

Allerdings: gibt es außer dem menschlichen Sadismus überhaupt einen anderen? Oder zeigt sich auch hierin eine Sonderstellung des Menschen?

:confused:

Hallo,

zumindest mir ist kein "anderer" Sadismus bekannt, und ich fürchte, Du hast recht, wenn Du meinst, es zeige sich darin eine Sonderstellung des Menschen 8o.

Friedrich 26.06.2019 19:49

Moin zusammen,


habt Ihr schonmal eine Katze beobachtet, wie sie mit einer lebenden Maus spielt?


Friedrich

Bergkellner 26.06.2019 20:26

Zitat:

Zitat von Friedrich (Beitrag 1190046)
Moin zusammen,


habt Ihr schonmal eine Katze beobachtet, wie sie mit einer lebenden Maus spielt?


Friedrich


Katzen denken sich im Gegensatz zum Menschen nicht ständig neue und noch sadistischere Quälereien aus.
Auf so eine verquere Idee wie "Der Hexenhammer" wäre keine Katze je gekommen...

fps 26.06.2019 21:57

Zitat:

Zitat von Friedrich (Beitrag 1190046)
...habt Ihr schonmal eine Katze beobachtet, wie sie mit einer lebenden Maus spielt?

Moin Friedrich,

2 Gegenfragen:
Was machen Menschen alles mit Tieren, die sie verspeisen wollen, hat es die Maus nicht dagegen noch gut?

Gibt es Sadismus zwischen Katzen?

Ralf-I-vonderMark 26.06.2019 22:02

Hallo zusammen,

wer Interesse an der „menschlichen Kreativität“ beim Erdenken von historischen hinrichtungsarten hat, mag hier die Einzelheiten und Hintergründe nachlesen:
vgl. http://www.unmoralische.de/hinricht.htm#methoden

Viele Grüße
Ralf

Friedrich 26.06.2019 23:53

Auf jeden Fall finde ich es schon sadistisch, wie eine Katze die Maus quält, ehe sie ihr den Garaus macht. Also eine Art von Sadismus.


Wo wir gerade am Plaudern sind: Was ist der schlimmste Augenblick für einen Masochisten? Wenn er zum Sadisten sagt: "Quäl mich!" und der Sadist sagt: "Nein!"


Friedrich

Geufke 27.06.2019 08:29

Zitat:

Zitat von Friedrich (Beitrag 1190096)


Was ist der schlimmste Augenblick für einen Masochisten? Wenn er zum Sadisten sagt: "Quäl mich!" und der Sadist sagt: "Nein!"


Das ist dann aber doch auch sadistisch, oder? :D

Friedrich 27.06.2019 10:10

Moin Anja,


aber nicht für den Masochisten, finde ich.


Friedrich

fps 27.06.2019 10:34

O doch, denn das ist ja gerade der Witz an dem Witz.

Zita 27.06.2019 14:25

http://data.matricula-online.eu/de/o...2C3-04/?pg=109

1. Eintrag, grob übersetzt: in der Nacht durch einen Falken stürzend und nach einigen Stunden verstorben...

LG Zita

fps 27.06.2019 15:05

Falke? Ob da nicht eher die Sense gemeint ist? Die Wahrscheinlichkeit dafür wäre schon ein wenig höher, meine ich.

consanguineus 27.06.2019 15:16

Meine Hündin ist eine ganz üble Sadistin. Auch am Wochenende steht sie vor dem Bett und gibt nicht eher Ruhe, bis ich aufgewacht bin. Und dabei bin ich immer gut zu ihr gewesen!

assi.d 28.06.2019 15:02

Zitat:

1. Eintrag, grob übersetzt: in der Nacht durch einen Falken stürzend und nach einigen Stunden verstorben...

Ob das nicht eher "Balken" hieß???:guteidee:

Fragt sich Astrid

assi.d 28.06.2019 15:04

Zitat:

Auch am Wochenende steht sie vor dem Bett und gibt nicht eher Ruhe, bis ich aufgewacht bin.

Wochenende???? Hast du es gut! Unsere Katze macht das jede Nacht....gegen 3 Uhr!

Und bei der Wärme hat ja keiner die Fenster geschlossen. :nein:

Astrid

Andrea1984 28.06.2019 16:03

Katzen und Hunde sind "Terroristen auf vier Beinen". ;)

Ich mag sie gerne und werde auch von ihnen - als "felloser Zweibeiner" - gerne gemocht, kann jedoch aus diversen Gründen kein Haustier halten.

Matthias Möser 28.06.2019 16:49

Zitat:

Zitat von Andrea1984 (Beitrag 1190351)
Katzen und Hunde sind "Terroristen auf vier Beinen". ;)

Ich mag sie gerne und werde auch von ihnen - als "felloser Zweibeiner" - gerne gemocht, kann jedoch aus diversen Gründen kein Haustier halten.


Naja, mich nerven oft die "fellosen Zweibeiner", gerade bei diesen heißen Temperaturen, alles "genervte Kreaturen".....die mal runterkommen sollten...:roll::roll::roll:



Gruß:wink:
Matthias

gki 28.06.2019 17:29

Zitat:

Zitat von fps (Beitrag 1190158)
Falke? Ob da nicht eher die Sense gemeint ist? Die Wahrscheinlichkeit dafür wäre schon ein wenig höher, meine ich.

Das denke ich auch. Ich vermute, daß das ganze evtl. nur bildlich gemeint ist, Tod als Schnitter etc. Der Mann wird einfach nachts verstorben sein.

Zita 28.06.2019 19:00

Zitat:

Zitat von fps (Beitrag 1190158)
Falke? Ob da nicht eher die Sense gemeint ist? Die Wahrscheinlichkeit dafür wäre schon ein wenig höher, meine ich.

Oh verflixt, du hast recht. Hatte in die Übersetzungsmaschine nur "falc" eingegeben.... aber natürlich ist der 4. Fall von falx (Sense) = falcem, und das steht auch da...

Danke und liebe Grüße
Zita

fps 28.06.2019 20:52

Zitat:

Zitat von Zita (Beitrag 1190379)
...aber natürlich ist der 4. Fall von falx (Sense) = falcem...

Das meinte ich.
Skurril ist es dennoch, auch ohne Falknerei.

RiKo 12.07.2019 09:57

Hallo an alle, nun kann ich auch einen interessanten/unglücklichen Todesfall beisteuern. Der Sohn meines 5xUr-großvaters(Johann Christian Siegmund Hamel) Heinrich Matthias Leopold Hamel starb am 03. Mai 1824 in Klein Germersleben mit 2 Jahren und 2 Monaten. Wiedermal ist eine Mühle daran beteiligt.
Als Todesursache wurde eingetragen: "An den Folgen eines Schlags von dem Windmühles Flügel, dem er zu nah gekommen war, und am zweiten Tage darauf starb"
Ob die Eltern oder Geschwister nicht auf den Kleinen aufgepasst haben ist nicht überliefert. :)

Viele Grüße
Ricco:D

Balle 12.07.2019 12:04

Weihnachten 1717 - Die große Flut
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Auf alten Karten kann man sehen was alles überflutet wurde und das Wasser hat sie weggetrieben. Irgendwann später hat man sie gefunden und oft namenlos begraben.
Hunderte Häuser wurden zerstört, tausende beschädigt. Das Vieh ist verendet und das Salzwasser hat Land für Ackerbau stark geschädigt. Es folgte erst ein strenger Winter, dann eine Hungersnot.
Allein hier waren es 110 meist namenlose Opfer in der Wesermarsch durch die Flut.

Es war die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717.
Eine stille Nacht war das nicht.

Bienenkönigin 30.07.2019 14:48

Eine richtig seltsame Todesursache hab ich nicht, aber beim Durchblicken des Kohlgruber Taufregisters bin ich im Jahr 1850 angekommen, und da wurden am 5. Januar, vor Dreikönig, Drillinge geboren. Zwei Monate zu früh.

Die Eltern nannten sie Kaspar, Melchior und Balthasar. Sie starben aber alle drei einen bzw. zwei Tage später.

Traurig. Drillinge waren wohl ein noch viel größeres Risiko als Zwillinge.

VG
Bienenkönigin

Svenja 30.07.2019 18:12

Hallo

Zwei Einträge aus dem Sterbebuch der Pfarrei St. Michael in Peiting, Oberbayern (1856-1883), einsehbar im Online-Archiv des Erzbistums München und Freising.

Zitat:

Michael Niggl, Flösserssohn von Lechbruck, Haus Nr. 117 alldort, 23 ½ Jahre alt, zuletzt als Sägeknecht auf der hiesigen Kögelmühle im Dienste, wurde m 24. Jänner 1870, nachts ½ 2 Uhr, auf offener Strasse in einer Rauferei erstochen, und dessen Leichnam am 25. Abends in aller Stille nach Lechbruck zur kirchlichen Beerdigung überführt.
Darüber wurde auch in einigen Zeitungen berichtet, die bei Bavarica, Digipress oder google books einsehbar sind.

Zitat:

Nikolaus Bader, Söldnerssohn von Kohlgrub, 20 Jahre alt, ledigen Standes, zuletzt als Knecht beim Wastlbauer in Oberobland, wurde am 17. Sonntage nach Pfingsten, dem 24. September 1871, Morgens 7 Uhr, beim Wildern von einem k. Forstgehilfen aus Schongau geschossen, in Folge dessen er nocte sequenti starb. Sein Leichnam wurde am 27. September 1871 nach Kohlgrub zur kirchlichen Beerdigung überführt.
Dazu konnte ich trotz intensiven Suchens keine Zeitungsberichte finden.

Gruss
Svenja

bleu-de-pastel 06.08.2019 07:58

Kind in kochendes Wasser gefallen
 
Louise LAUBER, * 20.06.1875 Girkhausen, + 17.02.1880, mittags 12 Uhr
Tochter der unehel. Elisabeth LAUBER:

Todesursache: "In Folge erhaltener Brandwunden durch fallen in einen Topf mit kochendem Wasser"

Bei der Vorstellung dieser Todesursache läuft es mir kalt den Rücken runter!

Gruß, bleu-de-pastel

Bienenkönigin 06.08.2019 08:28

Hört sich wirklich schrecklich an, und das alles ohne Schmerzmittel oder sonstige Linderungen.
In den Kirchbüchern, die ich zuletzt durchgesehen habe (Oberbayern, ähnliche Zeit) sind auch erstaunlich viele Babys und Kinder gestorben.
Zwischen all den Einträgen zu Pertussis, Lebensschwäche, Brechdurchfall u.ä. war auch ein Kindstod durch "Brandhitze (Ofen)" dabei.

VG
Bienenkönigin
Zitat:

Zitat von bleu-de-pastel (Beitrag 1198224)
Louise LAUBER, * 20.06.1875 Girkhausen, + 17.02.1880, mittags 12 Uhr
Tochter der unehel. Elisabeth LAUBER:

Todesursache: "In Folge erhaltener Brandwunden durch fallen in einen Topf mit kochendem Wasser"

Bei der Vorstellung dieser Todesursache läuft es mir kalt den Rücken runter!

Gruß, bleu-de-pastel


Ostwestfale90 11.08.2019 14:56

Mein Ururopa hat in seiner Mühle ein Bein verloren und ist an den Folgen verstorben. Interessanterweise wurde uns früher als wir Kinder waren immer erzählt, dass daher unser Nachname "Mühlenbein" käme, was natürluch Unsinn ist.

Svenja 19.09.2019 20:04

Hllo

Bei den Sterbeeinträgen in Hohenpeissenberg ab 1805 gibt es interessante Randbemerkungen. (einsehbar im Online-Archiv des Erzbistums München und Freising)

Auf Seite 12 bei einer 58 Jahre alten ledigen Jungfer, die am 9. Juni 1810 gestorben ist, steht allen Ernstes:

Zitat:

Hyponchonder, Melancholie, Langeweile, vielfältige Medizini..., kränkelte die vom Amor verachtete Jungfrau immer, desto lieber starb sie.
oder bei einem 16-Jährigen etwas weiter unten auf derselben Seite, der an Ohrenschmerzen und hitzigem Gallfieber starb:

Zitat:

In den ersten Jahren nach der Geburt hörte er, dann verlor er das Gehör und kam nicht mehr dazu, nach allen angewandten Mitteln.
Bei einem Geistlichen aus Rottenbuch werden insgesamt 5 Stadt- und Landärzte bzw. Bader aufgeführt (Seite 15), während bei einer Frau, die nach mehr als einjährigem Leiden an einem kugelförmigen Gewächs im Unterleib starb "alle Bader, Schinder, Weiber und Pfuscher weit und breit" am Werk waren (Seite 17).

Gruss
Svenja


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