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AD18 06.10.2020 22:03

1793 Misshandlung der Catharina Margarethe Pfau 7
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 5)
Quelle bzw. Art des Textes: Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Rudolstadt - Archivalien-Signatur: 04025
Jahr, aus dem der Text stammt: 1793 -1805
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Arnstadt
Namen um die es sich handeln sollte: Anzeige des Schuhmachers Johann Heinrich Heinemann in Arnstadt über die Misshandlung der Catharina Margarethe Pfau durch den Ehemann Schuhmacher Johann Wilhelm Pfau
Enthält u.a.: Vernehmung.- Versöhnung.- Ermahnung zu friedlichem Eheleben.- Beschwerden der Ehefrau.- Trennung.- Aufstellung über das Vermögen der Frau.- Antrag auf Ehescheidung.- Auseinandersetzungen um das Vermögen.- Scheidung.


Hallo ihr lieben Helfer:innen, es bleibt spannend. Vielleicht ja auch für euch.
Ich habe weitere Seiten diesmal ganz gut entziffern können hänge aber bei einigen Wörtern und das stört den Zusammenhang.

Fehlendes habe ich mit .... bzw Fragezeichen gekennzeichnet.
Ich danke euch von ganzen Herzen :)
Viele Grüße AD18
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---------------- (23)
Ihr gesagt
4) Sein Eheweib in der Schlaf-
kamer des 2ten Stockwerks
geschlagen zu haben konte
Pfau
nicht läugnen, began jedoch sich
damit entschuldigen,
daß sein Eheweib ihn einen
Müzen?kopf nach ihm geworfen
habe.
Dagegen läugnete deßen
Eheweib
einen Müzenkopf nach ihrem
Ehemann geworfen zu haben,
und wollte behaupten:
Der Müzenkopf hätte
auf dem Schrank ge-
standen, da nam ihr
Mann von dem Schranke
der Schlüßel abgegangen
wäre der Müzen-
kopf herunter und
auf ihren Mann ge-
fallen.
5) Seine Schwieger Mutter
aus dem Hauße gestoßen.
Sein Bette in der unteren
Stubenkammer getragen
daselbst geschlafen,
und heute früh das Licht
aus der Hand genommen
zu haben threfe?
Pfau


----- (24)
Pfau
gar nicht in Abrede und
wolle …….. damit ent-
schuldigung
daß die ….. Lunge?
nicht zum Einheitzen
finden Herze das
Hunger Licht gut sey
Hiermit macht
fürstl. Consistorium
beyde Eheleute vor-
stellig
daß eine Scheidung gar
nicht verlaufe gütlich
und nachfolgende? Aus-
söhnung rechtlich bey, …….
schwer fallen würde,
seinem Eheweib alimen-
tationsgelder zu geben,
Pfau
lies jedoch kein Verlangen
zur gütlichen Aussöhnung
bemerken, gab wiederrede
dessen Eheweib muß
befragen, daß sie mit
ihrem gegenwärtigem
Ehemann kein Kind gezeuget
habe ihn, sich selbst ernähren
und zur Miethe ziehen
wolle, wenn ihr Ehemann
das ihr zuge……. Ver-
mögen heraus gebe
---------------- (25)
zu erlernen?, zu versuchen
daß er sich die Scheidung
von Tisch und Bette
gefallen laße
und dann würde mit
beyder Theyle Beystimmung
selben verstattet
sich auf ein Jahr
von Tische und
Bette abzusondern.

Unterschrift

------------------ (26)

2. Marty 1798
Exellentisime
Hochwohl. und wohlgeborene, hochwürdige
Veste, Hochgelobte
Gnädige, hochgebietende Herren

Als am 31. Januar a.c. die Scheidung zwischen mir
und meinem Mann quoad thorum et mensam er-
folgte, so wurde …………. und festgesetzt,
daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
rück geben sollte. Nur ist diese Zurückgabe zum …
… erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
und Stücke.
164 ………… ab baar? inferintem? Geld
ein Schwarz geg………. Mantel
ein Mantel von ………. woher er mir zu
….schatz gegeben
ein leinennes ………….. Hembd
ein g…
….
ein Stock mit den meßingem Topf

--------------- (27)

ein eisern Pfund Gewichte
ein steinern Gewicht von 34
ein Spinrad
eine Axt
zwei Schleifsteine und
eine Salatgabel

welche ich von demselben nicht erhalten kan. Ich bitte also den
selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke zum Expen-
sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
aller Unterthänigkeit beharre.
Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und wohlgeb. hoch-
würdige Herren.

unterthänigst, Katharina Magaritha Pfau

Arnstadt 1. März 1798
con: …. curatori
August Friedrich Schönwerk

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Karla Hari 07.10.2020 08:44

hola,


---------------- (23)
Ihr gesagt
4) Sein Eheweib in der Schlaf-
kammer des 2ten Stockwerks
geschlagen zu haben konte
Pfau
nicht läugnen, will jedoch solches
damit entschuldigen,
daß sein Eheweib ihm einen
Müzen?kopf nach ihm geworfen
habe.
Dagegen läugnete deßen
Eheweib
einen Müzenkopf nach ihren
Ehemann geworfen zu haben,
und wollte behaupten:
Der Müzenkopf hätte
auf dem Schrank ge-
standen, da nun ihr
Mann von dem Schranke
der Schlüßel abgezogen
wäre der Müzen-
kopf herunter und
auf ihren Mann ge-
fallen.
5) Seine Schwieger Mutter
aus dem Hauße gestoßen.
Sein Bette in der unteren
Stubenkammer getragen
daselbst geschlafen,
und heute früh das Licht
aus der Hand genommen
zu haben stelte
Pfau


----- (24)
Pfau
gar nicht in Abrede und
wolle lezteres damit ent-
schuldigen
daß die zinnerne Lampe
nicht zum Einheitzen
sondern hierzu das
Hange(?) Licht gut sey.
Hierauf macht
fürstl. Consistorium
beyden Eheleuten vor-
stellig,
daß eine Scheidung gar
nicht, vielmehr gütliche
und wechfolseitige(??) Aus-
söhnung rähtlich sey, doch kaum(??)
schwer fallen würde,
seinem Eheweib alimen-
tationsgelder zu geben,
Pfau
lies jedoch kein Verlangen
zur gütlichen Aussöhnung
bemerken, gab vielmehr
sa dessen Eheweib. auf
befragen, daß sie mit
ihrem gegenwärtigen
Ehemann kein Kind gezeuget
habe, sich selbst ernähren
und zur Miethe ziehen
wolle, wenn ihr Ehemann
das ihm zugebrchte Ver-
mögen heraus gebe


---------------- (25)
zu erkennen, zu vernehmen
daß er sich die Scheidung
von Tische und Bette
gefallen lasse,
und dann wurde mit
beyder Theyle Beystimmung
solchen verstattet
sich auf ein Jahr
von Tische und
Bette abzusondern.

Unterschrift

Karla Hari 07.10.2020 08:56

------------------ (26)

2. Marty 1798
Exellentisime
Hochwohl. und wohlgeborene, hochwürdige
Veste, Hochgelahrte
Gnädige, hochgebietende Herren

Als am 31. Jenner a.c. die Scheidung zwischen mir
und meinem Mann quvod thorum et mensam er-
folgte, so wurde dabey bedungen und festgesetzet,
daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
rück geben sollte. Nur ist diese Zurückgabe zwar zu,
Theil erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
und Stücke.
164 ………… an baar inserinten? Gelde
ein Schwarz gezwirnter Mantel
ein Mantel von Cattun, welchen er mir zum
Mahlschatz gegeben
ein leinendenes Hembde
ein paar genehete Weiber Manschetten
ein Huth
ein Stock mit den meßingenen Knopf


--------------- (27)

ein eisern Pfund Gewichte
ein steinern Gewicht von 34 ..
ein Spinnrad
eine Axt
zwei Schleifsteine und
eine Salatgabel

welche ich von demselben nicht erhalten kann. Ich bitte also, den
selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke cum Expen-
sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
aller Unterthänigkeit beharre.
Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und wohlgeb. hoch-
würdige Herren.

unterthänige, Katharina Magaritha Pfaun

Arnstadt 1. März 1798
conc: nou(?) curatori
August Friedrich Schoenewek

mawoi 07.10.2020 10:52

---------------- (23)
Ehe gesagt
4) Sein Eheweib in der Schlaf-
kammer des 2ten Stockwerks
geschlagen zu haben konte
Pfau
nicht läugnen, will jedoch solches
damit entschuldigen,
daß sein Eheweib ihm einen
Müzenkopf nach ihm geworfen
habe.
Dagegen läugnete deßen
Eheweib
einen Müzenkopf nach ihren
Ehemann geworfen zu haben,
und wollte behaupten:
Der Müzenkopf hätte
auf dem Schranke ge-
standen, da nun ihr
Mann von dem Schranke
den Schlüßel abgezogen
wäre der Müzen-
kopf herunter und
auf ihren Mann ge-
fallen.
5) Seine Schwieger Mutter
aus dem Hauße gestoßen,
sein Bette in die untere
Stubenkammer getragen
daselbst geschlafen,
und heute früh das Licht
aus der Hand genommen
zu haben stelte
Pfau


----- (24)
Pfau
gar nicht in Abrede und
wolte lezteres damit ent-
schuldigen
daß die zinnerne Lampe
nicht zum Einheitzen
sondern hierzu das
Hange(?) Licht gut sey.(Henge?)
Hierauf machte
Fürstl. Consistorium
beyden Eheleuten vor-
stellig,
daß eine Scheidung gar
nicht, vielmehr gütliche
und wechselseitige Aus-
söhnung rähtlich sey, da Pfauen
schwer fallen würde,
seinem Eheweib alimen-
tationsgelder zu geben,
Pfau
lies jedoch kein Verlangen
zur gütlichen Aussöhnung
bemerken, gab vielmehr
da dessen Eheweib. auf
Befragen, daß sie mit
ihrem gegenwärtigen
Ehemann kein Kind gezeuget
habe, sich selbst ernähren
und zur Miethe ziehen
wolle, wenn ihr Ehemann
das ihm zugebrachte Ver-
mögen herausgebe


---------------- (25)
zu erkennen, zu vernehmen
daß er sich die Scheidung
von Tische und Bette
gefallen lasse,
und dann wurde mit
beyder Theyle Beystimmung
solchen verstattet
sich auf ein Jahr
von Tische und
Bette abzusondern.

Unterschrift



VG
mawoi

mawoi 07.10.2020 11:03

2. Marty 1798
Excellentissime
Hochwohl. und Wohlgeborne, Hochwürdige
Veste, Hochgelahrte
Gnädig und Hochgebiethende Herren

Als am 31. Jenner a.c. die Scheidung zwischen mir
und meinem Mann quoad thorum et mensam er-
folgte, so wurde dabey bedungen und festgesetzet,
daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
rück geben sollte. Nun ist diese Zurückgabe zwar zum
Theil erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
und Stücke.
164 ………… an baar inserirten Gelde
ein Schwarz gezwirnter Mantel
ein Mantel von Cattun, welchen er mir zum
Mahlschatz gegeben
ein leinwandenes Hembde
ein paar genehete Weiber Manschetten
ein Huth
ein Stock mit den meßingenen Knopf


--------------- (27)

ein eisern Pfund Gewichte
ein steinern Gewicht von 34 Pfund
ein Spinnrad
eine Axt
zwei Schleifsteine und
ein Sallathobel

welche ich von demselben nicht erhalten kann. Ich bitte also, den
selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke cum Expen-
sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
aller Unterthänigkeit beharre.
Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und Wohlgeb. Hoch-
würdige Herren.

unterthänige, Katharina Magaritha Pfaun

Arnstadt 1. März 1798
conc: nou curatorio




VG
mawoi

AD18 07.10.2020 21:30

Lieben Dank an Karla und Mawoi :)


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