Suche Eheprotokoll für Heirat in Schlangen (Lippe) 1755, Vaupel/Kaufel

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  • Etienette
    Benutzer
    • 04.06.2011
    • 19

    #1

    Suche Eheprotokoll für Heirat in Schlangen (Lippe) 1755, Vaupel/Kaufel

    Hallo zusammen,

    bei Compgen gab es vor einer Weile einen Blogbeitrag zu digitalisierten Archivbeständen des Landesarchivs NRW, Abteilung Ostwestfalen/Lippe.

    Dort findet sich auch ein Hinweis auf die Eheprotokolle. Ich habe darin nach dem Eintrag für Johann Friedrich Adolph Vaupel und Anna Catharina Liesebeth Kaufels gesucht. Nach dem Eintrag im Kirchenbuch Schlangen wurden sie am 26.01.1755 proklamiert und am 28.02.1755 copuliert. In den Eheprotokollen für das Amt Horn, das für Schlangen zuständig sein sollte, habe ich Anfang 1753 bis Ende 1755 keinen Eintrag gefunden. Auch eine Schwester, die bereits am 18.11.1753 in Schlangen proklamiert wird, finde ich nicht. Ihre Heirat erfolgte am 03.01.1754, allerdings in Wickenrode, Hessen.

    Weiß jemand, woran es liegen könnte, dass ich nichts finde oder wo ich vielleicht stattdessen suchen könnte? Die Genannten waren vermutlich keine Lippischen Bürger. Sie gehörten zu den Glashütten um Schlangen bzw. Kohlstädt. Die Taufe von Johann Friedrich Adolph Vaupel erfolgte 1727 katholisch in Dringenberg, wobei die Familie durch ihre Herkunft aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel evangelisch war. Die Braut könnte in Schlangen geboren worden sein. Da im Traueintrag der Vorname des Vaters nicht genannt wird, ist das aber unsicher. Ein paar Einträge für Bewohner der Glashütte habe ich im genannten Band gefunden.

    Das im Blogeintrag empfohlene Buch zur Vorfahren- und Familienforschung in Lippe von Roland Linde habe ich eingesehen. Dort findet sich auch der Hinweis, dass jedes Brautpaar vor der Heirat ein Eheprotokoll beim zuständigen Amt aufstellen lassen musste, bei der Herkunft aus verschiedenen Ämtern sogar in beiden Ämtern. Bleibt die Frage, wer in meinem Fall zuständig gewesen sein könnte.

    Danke für jeden Hinweis und viele Grüße
    Etienette
  • Jürgen_W
    Erfahrener Benutzer
    • 25.08.2021
    • 441

    #2
    Hallo Etienette,

    wenn man
    1. die Karte der lippischen Ämter,
    2. die Karte der lippischen Kirchspiele und darin insbesondere die Pfeile von Norden ins Kirchspiel Schlangen und
    3. die Landschaftsstruktur anschaut,
    dann sieht man, dass es südwestlich von Holzhausen-Extersteine einen Waldbereich gibt, der zum Kirchspiel Schlangen, aber nicht zum Amt Horn sondern zum Amt Detmold gehörte. Wenn die Genannten dort ihre Glashütte hatten, dann müssten die Eheprotokolle beim Amt Detmold erstellt worden sein. Leider gibt es im Bestand der Eheprotokolle des Amts Detmold zwischen 1746 und 1770 eine Lücke, so dass diese mögliche Erklärung damit nicht überprüft werden kann. Vielleicht kannst Du recherchieren, wo genau es damals Glashütten gab und zu welchem Amt die jeweils gehörten.

    Eheprotokolle mit dem Familiennamen Kaufels/Kaufel/Caufels gibt es übrigens beim Amt Schwalenberg, z.B. 1743 auf dieser Seite eine Braut Anna Lucia Kaufel von der Elbrinxer Glashütte und eine weitere Braut Maria Anna Sophia Caufels von der Elbrinxer Glashütte.

    Viele Grüße
    Jürgen

    Kommentar

    • Ralf-I-vonderMark
      Super-Moderator

      • 02.01.2015
      • 3424

      #3
      Hallo Etienette,

      vielleicht sind diese Archivalien bei archive.nrw von Interesse, welche aber noch nicht digitalisiert worden sind, sondern bestellt werden müssten.

      (B IV Tit. 1 Nr. 2) Glashütten im Hornschen und Kohlstädter Forst, Generalia (1727)
      Bestellsignatur: L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. B IV Tit. 1 Nr. 2
      vgl. http://www.archive.nrw.de/ms/search?...e-30ff26125b4c

      (B IV Tit. 1 Nr. 3) Erhebung der Tabaks-Gelder von den Glashütten-Meistern und den Gesellen in der Grafschaft Lippe, besonders im Amt Horn (1753)
      Bestellsignatur: L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. B IV Tit. 1 Nr. 3
      vgl. http://www.archive.nrw.de/ms/search?...b-5972973cce42

      Hierin könnte eine Liste der Glasmachermeister und Gesellen enthalten sein, welche für die Forschung hilfreich sein könnte.

      Da es vom Familiennamen Kaufels/Kaufel/Caufels in Zusammenhang mit den Glashütten um Schlangen bzw. Kohlstädt namentlich nicht weit zu der Glasmacherfamilie Kauffelt auf der Steinbecker Glashütte im Kirchspiel Heinade ist, könnte auch diese Spur für die weitere Forschung von Interesse sein.

      Kauffelt, Hieronimus
      Als bislang erste urkundliche Erwähnung eines Glasmachers Kauffel auf der Steinbeker Glashütte gilt der Taufeintrages im Kirchenbuch Heinade vom 06. Juni 1717 [5][6]:
      • Anno 1717 den 6 t. jun. zu Heenade Hanß Henrich Hessen Söhnlein getaufft und ist dasselbe Hieronymus Christian genanndt worden, die Gevattern waren … Hieronymus Kauffel …, alle auß dem Mecklinburgischem.
      Demnach stammte der im Heinader Kirchenbuch genannten Taufzeuge Hieronymus Kauffel aus dem Mecklenburgischen.
      (…)“
      vgl. https://historisches-museum-hellenta...auffelt-2.html

      Viele Grüße
      Ralf

      Kommentar

      • Ralf-I-vonderMark
        Super-Moderator

        • 02.01.2015
        • 3424

        #4
        Hallo Etienette,

        im FamilySearchStammbaum wird eine Anna Liesebeth Kaufeld (*09.02.1731, ~11.02.1731 in Schlangen), Tochter des Hans Henrich Kaufeld aufgeführt, welche durchaus identisch mit der am °°28.02.1755 in Schlangen copulierten Anna Catharina Liesebeth Kaufels sein könnte.
        vgl. https://www.familysearch.org/de/tree/person/MS7H-B7B

        Aus der chronologischen Glasmacherliste von Klaus Kunze ergeben sich diese Glasmacher KAUFFELD aus dem Fürstentum Lippe:

        1702 Kauffeld, Adam, in Schlangen
        1737 Kauffeld, Christian, in Blomberg
        1739 Kauffeld, Johann Friedrich in Elbrinxen
        1744 Kauffeld, Matthias, in Neuenheerse, 1772 in Blomberg
        1746 Kauffeld, Jost, Glashütte Blomberg
        1755 Vaupel, Johann Friedrich Adolph, Glasmacher auf der Emde und in Schlangen
        1769 Kauffeld, Christian, Blomberg
        1771 Kauffeld, Joh.Henrich in Durbeke, 1785 Blomberg
        1772 Kauffeld, Matthias, S.v.Matthias und Christina Kunkel wohnhaft Blomberg
        1778 Kauffeld, Jobst Henrich, Blomberg/Lippe (vmtl. Glasmacher in Schieder)
        1793 Vaupel, Georg Andreas, *um 1773 S.v.Joh. Friedrich †Glasemeister zu Kohlstädt im Lippischen
        vgl. https://klauskunze.com/heikun/glasma...hronoliste.htm

        Zudem werden viele Glasmacher KAUFFELD in Wickenrode aufgeführt.
        Daher könnte der Familienname KAUFFELD anstatt KAUFELS heißen und handelt es sich um eine weit verzweigte Glasmachersippe.

        Viele Grüße
        Ralf

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        • Etienette
          Benutzer
          • 04.06.2011
          • 19

          #5
          Hallo Jürgen,

          dann sieht man, dass es südwestlich von Holzhausen-Extersteine einen Waldbereich gibt, der zum Kirchspiel Schlangen, aber nicht zum Amt Horn sondern zum Amt Detmold gehörte.
          das ist ein sehr interessanter Hinweis. Vermutlich wird es allerdings gar nicht so einfach sein, zum einen die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glashütte und zum anderen deren Standorte zu ermitteln. Beim Bräutigam weiß ich zumindest, dass er von der feinen Glashütte ist. Der Vater der Braut ist einfach nur "gewesener Glasemacher". Vielleicht versuche ich erstmal, ob es sowas wie ein Flurnamenbuch für die Gegend gibt. Ich hatte vor einer Weile die 3-teilige Chronik von Schlangen, Kohlstädt, Osterholz und Haustenbeck ausgeliehen. Dort fand sich erstaunlich wenig zu den Glashütten der Umgebung. Aber evtl. lohnt sich auch hier ein zweiter Blick.

          Eheprotokolle mit dem Familiennamen Kaufels/Kaufel/Caufels gibt es übrigens beim Amt Schwalenberg, z.B. 1743 auf dieser Seite eine Braut Anna Lucia Kaufel von der Elbrinxer Glashütte und eine weitere Braut Maria Anna Sophia Caufels von der Elbrinxer Glashütte.
          Kaufel in verschiedenen Schreibweisen ist zumindest in Nordhessen ein gängiger Glasmachername. Sie hängen bestimmt miteinander zusammen.

          VIelen Dank
          Etienette

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          • Etienette
            Benutzer
            • 04.06.2011
            • 19

            #6
            Hallo Ralf,

            vielleicht sind diese Archivalien bei archive.nrw von Interesse, welche aber noch nicht digitalisiert worden sind, sondern bestellt werden müssten. [...]
            Hierin könnte eine Liste der Glasmachermeister und Gesellen enthalten sein, welche für die Forschung hilfreich sein könnte.
            Ich bin immer wieder fasziniert, was man mit anderer Perspektive aus den Archivalienverzeichnissen der Archiven rausholen kann. Ich wäre nie darauf gekommen, dass von den Glasmachern, vielleicht sogar einzeln und namentlich, Tabaksteuer erhoben wurde. Ich werde mal suchen, ob ich hier evtl. ein Digitalisat bestellen kann.

            Da es vom Familiennamen Kaufels/Kaufel/Caufels in Zusammenhang mit den Glashütten um Schlangen bzw. Kohlstädt namentlich nicht weit zu der Glasmacherfamilie Kauffelt auf der Steinbecker Glashütte im Kirchspiel Heinade ist, könnte auch diese Spur für die weitere Forschung von Interesse sein.
            Verwandtschaft ist es bestimmt, die Frage ist nur, wie nah. Die Glasmacher waren erstaunlich mobil.

            im FamilySearchStammbaum wird eine Anna Liesebeth Kaufeld (*09.02.1731, ~11.02.1731 in Schlangen), Tochter des Hans Henrich Kaufeld aufgeführt, welche durchaus identisch mit der am °°28.02.1755 in Schlangen copulierten Anna Catharina Liesebeth Kaufels sein könnte.
            Sie passt auf jeden Fall ziemlich gut. Leider habe ich bisher keine Hinweise, um das abzusichern. Ich habe einen möglichen Sterbeeintrag für eine Anna Elisabeth Vaupel in 1784 im Kirchenbuch Schlangen. Da ist sie 48 Jahre alt, wäre also ca. 1736 geboren. Aber ich kann mit den Angaben im Kirchenbuch nicht mal sicher sein, dass der Eintrag zu ihr gehört.

            Aus der chronologischen Glasmacherliste von Klaus Kunze ergeben sich diese Glasmacher KAUFFELD aus dem Fürstentum Lippe:
            Ich habe hier zwar das Glasmachersippenbuch von Kunze liegen, aber diese Liste war mir zumindest nicht mehr bewusst. Die sollte ich mir wohl mal genauer ansehen.

            Zudem werden viele Glasmacher KAUFFELD in Wickenrode aufgeführt.
            Wickenrode gehört auch schon zum Forschungsbereich. Der Vater des Bräutigams, Elias Vaupel, stammt aus Wickenrode. Seine Schwestern heiraten dort (1753 und 1756) und die Mutter stirbt dort (1757). Auch das ist daher eine mögliche Herkunft der Braut. Ein Vorname für den Vater im Eheprotokoll wäre wohl zu einfach gewesen.

            Aber ich habe jetzt ja ein paar neue Hinweise, denen ich nachgehen kann. Wer weiß, was sich ergibt.

            Vielen Dank
            Etienette

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