Geschichte eines alten Hauses erforschen

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  • DenniL
    Erfahrener Benutzer
    • 09.06.2021
    • 197

    Geschichte eines alten Hauses erforschen

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1200 -1800
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Ingeleben, heute Gemeinde Söllingen, Landkreis Helmstedt



    Eigentlich suche ich keiner Ortschaft, eher Informationen zu einem bestimmten Haus, meinem Elternhaus. Meine Eltern kauften es mitte der 1970er Jahre. In den Akten steht Baujahr vor 1895, aber Erzählungen nach soll es mehr als 600 Jahre alt und eine alte Postkutschenstation der Linie Braunschweig-Magdeburg gewesen sein.

    Da das Haus in Mitten des Dorfes steht, welches 1086 erstmals urkundlich erwähnt wird und die Grundsubstanz Steinbruch-Sandstein mit Stroh verputzter Lehm ist. Klingt es glaubwürdig, dass das Haus aus dem 13. oder 14. Jahrundert stammen könnte. Das Kellergewölbe ist nicht gemauert, sondern besteht aus Wänden wo nur Steine aus einem Steinbruch auf einander gelegt sind. Zudem ist er nur 160cm hoch. Ich kann dort nicht aufrecht stehen.

    Nun versuche ich im Staatsarchiv Akteneinsicht zu bekommen und frage mich was bedeutet die Abkürzuhg ass. oder sub.ass.?
    Sorry für meine Unwissenheit. Vielleicht würde mich jemand aufklären?


    Und wie würdet ihr so eine Recherche anstellen?
    Freu mich über Anregungen.


    Besten Dank
    Das Haus steht in Ingeleben, Landkreis Helmstedt
    viele Grüße
    Denni

    Meine toten Punkte:
    • Familienname Illing und Lindau Trauung in Schlanstedt 1784
    • Familiennamen Seidler und Schwarz um Rastenburg um 1900
    • Familienname Grunert in und um Breslau um 1900
    • Familienname Strümpel um 1674 in Klein Winnigstedt
    • Familienname Schönian um 1640 in Hedeper
    • Familienname Barge um 1630 in Semmenstedt
    • Familienname Dolle(n) um 1730 in Seinstedt
    • Familienname becke sowie Boden/Bothen um 1730 in Gevensleben
  • Carolien Grahf
    Erfahrener Benutzer
    • 26.03.2021
    • 861

    #2
    Zitat von DenniL Beitrag anzeigen
    Nun versuche ich im Staatsarchiv Akteneinsicht zu bekommen und frage mich was bedeutet die Abkürzuhg ass. oder sub.ass.?
    Sorry für meine Unwissenheit. Vielleicht würde mich jemand aufklären?

    Und wie würdet ihr so eine Recherche anstellen?
    Freu mich über Anregungen.
    1.) wieso fragst du dich das selbst und nicht das Archiv?
    2.) Dann würde ich den Seitenbetreiber anmailen ob er weitere Informationen zu dem Haus hat oder ob es eine Art Heimatverein gibt.
    3.) Rathaus anschreiben. Die sind immer stolz auf solche Historien und haben manchmal das ein oder andere Dokument im Lager des Stadtschreibers.

    Kommentar

    • DenniL
      Erfahrener Benutzer
      • 09.06.2021
      • 197

      #3
      Zitat von Carolien Grahf Beitrag anzeigen
      1.) wieso fragst du dich das selbst und nicht das Archiv?
      2.) Dann würde ich den Seitenbetreiber anmailen ob er weitere Informationen zu dem Haus hat oder ob es eine Art Heimatverein gibt.
      3.) Rathaus anschreiben. Die sind immer stolz auf solche Historien und haben manchmal das ein oder andere Dokument im Lager des Stadtschreibers.

      Dankesehr.
      Rathaus ist ne gute Idee, aber die haben so alte Akten nicht mehr.
      Ins Archiv fahre ich demnächst, weiß aber nicht so recht, welche Akten ich anfordern soll und die muss man 3 Tage vor dem Besuch bestellen.

      Der Betreiber ist der verstorbene Mann meines Vaters Cousine. Die bezahlt zwar noch den Webspace, aber seit Manfreds Tod wurde da nichts mehr an der Seite gemacht.
      viele Grüße
      Denni

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      • Familiennamen Seidler und Schwarz um Rastenburg um 1900
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      • Familienname Strümpel um 1674 in Klein Winnigstedt
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      • Familienname Barge um 1630 in Semmenstedt
      • Familienname Dolle(n) um 1730 in Seinstedt
      • Familienname becke sowie Boden/Bothen um 1730 in Gevensleben

      Kommentar

      • consanguineus
        Erfahrener Benutzer
        • 15.05.2018
        • 5649

        #4
        Hallo Daniela,

        es handelt sich um die sog. "Assekuranznummern". Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es im Fürstentum Wolfenbüttel Pflicht, sein Haus und seinen Hof gegen Feuer zu versichern. Dazu wurde eine Brandkasse gegründet. Jedes Haus bzw. jeder Hof eines Dorfes bekam eine Versicherungsnummer zugeteilt. Zumeist erhielt in unserer Gegend der größte Hof die Nr. ass. 1, und danach ging es im Uhrzeigersinn herum.

        Ich würde das besagte Haus in Ingeleben gerne einmal sehen, weil ich mich für solche Dinge sehr interessiere. Ingeleben hatte nie eine Poststation in dem Sinne, wie Du das meinst. Die Linie Braunschweig-Magdeburg verlief ohnehin weiter nördlich. Aber Euer Haus hat mit Sicherheit eine besondere Geschichte!

        Viele Grüße
        consanguineus
        Suche:

        Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
        Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
        Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
        Ludolph ZUR MÜHLEN, Kaufmann in Bielefeld, * um 1650
        Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
        Thomas SCHÜTZE, Bürgermeister in Wernigerode 1561

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        • DenniL
          Erfahrener Benutzer
          • 09.06.2021
          • 197

          #5
          oh vielen Dank, da habe ich etwas interessantes gelernt.
          Hier im Forum möchte ich das nicht posten, weil das Haus jetzt meinem Bruder gehört seit unsere Mutter im Januar gestorben ist.


          Ich bin ziemlich sicher, dass er das nicht wollen würde.
          Hast PN
          viele Grüße
          Denni

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          • Familiennamen Seidler und Schwarz um Rastenburg um 1900
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          • Familienname Strümpel um 1674 in Klein Winnigstedt
          • Familienname Schönian um 1640 in Hedeper
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          • Ryusoken
            Erfahrener Benutzer
            • 28.10.2018
            • 119

            #6
            Moin Daniela,

            da das Erforschen von alten Häusern von der Region abhängt, kann ich dir nur das schreiben, was allgemein für die meisten Gebiete gilt.
            Zu dem Baujahr: Das vor 1895 hat vermutlich Versicherungsgründe. Zumindest erklärte mir das einmal einer von der Brandschutzversicherung.

            Das Haus gehört deinem Bruder? Dann könntest du einmal deinen Bruder darum bitten an das Amtsgericht zu schreiben, um einen Grundbuchauszug zubekommen. Grundbücher sollten schon einmal Aufschluss geben. Das sollte dann bis ca. 1880 zurückgehen. Es kann sein, dass das Grundstück von einem anderen Blatt „umgeschrieben“ wurde. Dann müsste man die alten Blätter auch anfordern, wenn die noch beim Amtsgericht liegen und nicht schon teilweise im Archiv sind.
            Wenn du in das Grundbuch nicht reinblicken kannst, gibt es noch andere Wege, die führe ich aber erstmal nicht aus.
            Mit dem Grundbuch kannst du dann versuchen über die Hypothekenbücher zu gehen, das sind die Vorläufer der Grundbücher. Damit landest du dann ca. im Jahre 1750. Davor wird es abhängig von der Region. Wo kann man Kaufverträge etc. finden? Dafür gibt es dann die Archivare, die wissen, wo man was findet.

            Für Ingeleben gab es zwei Hypothekenbücher, Band 1 (NLA WO 46 Neu Nr. 876) und Band 2 (NLA WO 46 Neu Nr. 877). Diese dürften bis ca. 1880 gehen, auch wenn das in arcinsys nicht genauer drinsteht.

            Grüße
            Sönke

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            • DenniL
              Erfahrener Benutzer
              • 09.06.2021
              • 197

              #7
              Danke Sönke.
              das Archiv habe ich im Auge.

              Im Grundbuch steht nichts hilfreiches. Ich habe die Auszüge von damals (1975) als meine Eltern es kauften.
              viele Grüße
              Denni

              Meine toten Punkte:
              • Familienname Illing und Lindau Trauung in Schlanstedt 1784
              • Familiennamen Seidler und Schwarz um Rastenburg um 1900
              • Familienname Grunert in und um Breslau um 1900
              • Familienname Strümpel um 1674 in Klein Winnigstedt
              • Familienname Schönian um 1640 in Hedeper
              • Familienname Barge um 1630 in Semmenstedt
              • Familienname Dolle(n) um 1730 in Seinstedt
              • Familienname becke sowie Boden/Bothen um 1730 in Gevensleben

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              • Andre_J
                Erfahrener Benutzer
                • 20.06.2019
                • 1949

                #8
                Hallo Daniela,

                du kannst auch im zuständigen Kommunalarchiv nach den Urkatasterkarten fragen. Die wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts angelegt, und zeigten erstmals alle Gebäude in einer nachvollziehbaren Form. Einige Gemeinden/Archive haben diese online gestellt, die meisten eher nicht. Aber als Eigentümer bzw mit Volmacht sollte man da dran kommen.

                Wenn es irgendwo im Haus noch alte Holzbalken im Tragwerk gibt, hilft eventuell die Radiokarbonmethode oder Dendrochronologie weiter. Das wird aber vermutlich was kosten. Aber vielleicht könnt ihr damit die Denkmalpfleger glücklich machen.
                Zuletzt geändert von Andre_J; 21.08.2021, 09:06.
                Gruß,
                Andre

                Kommentar

                • hessischesteirerin
                  Erfahrener Benutzer
                  • 08.06.2019
                  • 1350

                  #9
                  Für mein Dorf gibt es ein Flurbuch aus längst vergangen Zeiten

                  Mit diesem Buch und mit Hilfe der Ahnenforschung konnte ich ein Haus und seine Besitzer bis mindestens 1723 zurückerforschen

                  Kommentar

                  • rigrü
                    Erfahrener Benutzer
                    • 02.01.2010
                    • 2559

                    #10
                    Bei uns in Sachsen ist es so, dass sich die Eigentümer von ländlichen Hausgrundstücken zwar teilweise bis in das 16. Jahrhundert nachvollziehen lassen. Allerdings werden die Informationen zu den Gebäuden selbst mit fortschreitendem Alter der Akten dünner und man wird kaum feststellen können, welche Bestandteile des Gebäudes aus dessen Entstehungszeit stammen und welche im Lauf der Zeit erneuert worden sind. Ob ein Haus von seinem Eigentümer zwischendurch neu gebaut wurde, findet sich in den Akten häufig nicht. Gewissheit können dendrochronologische Untersuchungen geben (hier ganz anschaulich erklärt: https://www.monumente-online.de/de/a...e-verraten.php).
                    rigrü

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