Müllerfamilie Bruchhäuser im Waldeckischen und Hessischen; Suche Hilfe und gebe Infos

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  • Ralf-I-vonderMark
    Super-Moderator

    • 02.01.2015
    • 3414

    #46
    Hallo Carl-Henry,

    vielleicht habe ich doch noch eine interessante Ergänzung gefunden.

    Denn im Jahr 2019 hatte mir Marion (=Nori) in einer sehr fleißigen Suchaktion weitere Daten zu BRUCHHÄUSER aus Züschen aus dem ältesten Kirchenbuch herausgesucht und mir darüberhinausgehend später mit der Trauung vom °°13.11.1731 in Züschen zwischen Balthasar Fuchs, Ober Müller allhier mit Anna Elisabeth Bruchhäuserin mit dem Taufeintrag der Tochter Anna Gertruth Fuchs vom ~27.12.1733 in Züschen mit der angegebenen Patin „Schwieger Mutter Henrich Bruchhäuser Müller zu Twiste Ehefrau“ den Beleg erbracht, dass Anna Elisabeth Fuchs, geb. Bruchhäuser eine im OFB Twiste nicht aufgeführte Tochter des Obermüllers zu Twiste Johann Heinrich Bruchhäuser war. Danach hat sie mir auch die Taufpaten aller FUCHS-Kinder in Züschen herausgesucht und diese Zufallsfunde gemacht und auch die Taufe in Merxhausen gefunden:

    Bedeutsam für Dich könnte dieser Zufallsfund sein.
    1731 war die Ehefrau Adam Bruchhäuser Müller zu Merxhausen Patin bei Johannes Meister's Tochter Anna Caroline
    1726 Heirat mit Cath. Bruchhäuser

    Den Eintrag von 1726 hatte sie mir aber leider nicht näher erläutert.

    Viele Grüße
    Ralf

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    • Gastonian
      Moderator

      • 20.09.2021
      • 6017

      #47
      Hallo Ralf:

      Ein sehr interessanter Hinweis - der mich jetzt dazu neigt, den späteren Frankenberger Müller Johann Adam Bruchhäuser der Züschener anstelle der Gemündener Linie zuzuordnen.

      Laut Sterbeeintrag war Johann Adam 62 Jahre alt in 1754, also etwa 1692 geboren. Leider beginnen die reformierten Kirchenbücher von Gemünden erst 1707 (und erst 1715 für Konfirmationen); daher läßt sich nicht ermitteln, ob ein Johann Adam Bruchhäuser dort ca. 1692 reformiert getauft oder ca. 1706 konfirmiert wurde. Ich habe allerdings die reformierten Taufbücher von 1720 bis 1752 durchgelesen und finde den Johann Adam nirgends als einen Taufpaten in Gemünden.

      In Züschen aber ist ein Johann Adam am 20.09.1691 als Sohn des Otto Brockheußer getauft und 1704 konfirmiert worden. Von 1707 bis 1725 gibt es eine große Lücke im Züschener Kirchenbuch, daher kann ich nicht sagen, ob er in diesem Zeitraum dort geheiratet hat. Am 08.06.1728 ließ Mstr. Adam B...heußer Ober-Möller in Züschen ein Töchterlein taufen (der Eintrag ist für mich sehr schwer entzifferbar, siehe Anhang). 1731 ist dann die Frau des Müller Adam Bruchhäuser zu Merxhausen Patin in Züschen für die Tochter des Johannes Meister (dieser hatte am 26.01.1726 eine A. Cath: Bruckhaußen geheiratet, welche aber schon am 16.01.1728 im Alter von 21 Jahren verstarb). Schließlich hat Meister Adam Bruchhäußer am 24.08.1734 in Züschen ein Söhnlein taufen lassen, Gevatter war dessen Bruder Henrich. Danch verliert sich seine Spur dort - keine weiteren Taufeinträge oder Patenschaften bis Ende 1739, keine Sterbefälle bis 1743 oder Konfirmationen von Kindern.

      Dass Johann Adams Sohn Johannes nach 1751 Müller in Gemünden war, mag also gar nicht auf eine Herkunft von der Gemündener Familie beruhen, sondern lediglich auf die Heirat dieses Johannes mit der Witwe des Müller Johannes Schmidt.

      VG

      --Carl-Henry
      Angehängte Dateien
      Wohnort USA

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      • Ralf-I-vonderMark
        Super-Moderator

        • 02.01.2015
        • 3414

        #48
        Hallo Carl-Henry,

        jetzt habe ich noch „eine ganz wilde Theorie“, welche ich schon vorbereitend vor Deinem letzten Beitrag verfasst habe, so dass ich den Text nicht mehr kürzen, sondern nur noch erweitern möchte, obwohl Du schon unabhängig davon der „Züschen-Idee“ zuneigst.

        Denn im Hinblick darauf, dass der Müller Johannes Bruchhäuser d. Ä. (*um 1630 in Gemünden Wohra) und dessen Sohn Müller Johannes Bruchhäuser d. M. (*um Jan. 1666 in Gemünden Wohra, +08.05.1736 in Gemünden Wohra) eine der örtlichen Mühlen betrieben hatten, ergab sich bisher die plausible Annahme, dass auch der Müller und Stadtvorsteher Johannes Bruchhäuser d. J. (*um 1704 in Gemünden, +08.02.1752 Gemünden) Sohn bzw. Enkel der beiden vorbezeichneten gewesen sein müsste.

        [HStAM, Urk. 50, 1208] „König Friedrich, Landgraf zu Hessen, vererbleiht die Mahlmühle zu Gemünden, genannt die Obermühle, dem bisherigen Mittelmüller Johannes Bruchhäuser.“

        Bei diesem hat es sich m.E. aber um den Müller Johann Bruchhäuser (*14.05.1730 in Merxhausen) gehandelt, welcher am °°22.10.1751 in Gemünden mit Anna Catharina verw. Schmidt, der Witwe des Mittelmüllers Johannes Schmidt getraut worden war und ein Sohn des Müllers der Klostermühle von Merxhausen und ab 1743 der Achatmühle zu Frankenberg Johann Adam Bruchhäuser (*err. um Feb. 1692, +13.06.1754 in Frankenberg) und nicht des Müllers und Stadtvorstehers zu Gemünden Johannes Bruchhäuser (*um 1704, +08.02.1752 in Gemünden) war, welcher jedoch sein Onkel gewesen sein könnte.

        Für meine Theorie stelle ich nun die mir bekannten Daten der Müllerfamilie BRUCHHÄUSER aus Züschen dar:

        Otto Brockhäuser; ^10.06.1688 in Züschen [des Untermüllers Vater]
        KINDER:
        1.) Bernhard Brockheußer (1692 Untermüller in Züschen)
        *um XX, +27.06.1692 bei der großen Wasserflut in Züschen, ^30.06.1692 in Züschen [Mr. [Meister] Brockhüßler der Untermüller und seine Hausfrau]
        °°(I) mit N.N.;
        °°(II)14.04.1687 mit Anna Christina N.N. Witwe des Bernhardt Geißelt;
        conf.1687
        +27.06.1692; ^30.06.1692 in Züschen
        KINDER von 1.):
        1.-0.) Stiefsohn d. Bernd Brockheußer; *um 1686; ^02.05.1692 im Alter von 6 Jahren
        1.-1.) Anna Charl. Brockhäuser; *um 1673, konf. 1687 in Züschen,
        1.-2.) Johannes Brockheußer; *um 1687; konf. 1700,
        1.-3.) Gertrud Brackhüßer; ^am 29.06.1692 zu Fritzlar [des Untermüllers älteste Tochter]
        1.-4.) Maria Brockhuser; ~06.08.1689 in Züschen, [PATE: seines Bruders (Frau) Maria], ^am 31.06.1692 zu Geismar [des Untermüllers Töchterlein]
        1.-5.) Anna Catharina Brockheußer; ~21.12.1690 in Züschen, [PATE: Johann Schultzes Frau Catharina], ^am 09.07.1692 zu Geismar [des Untermüllers Töchterlein]
        2.) Otto Brockhäußer (Untermüller in Züschen ab 1694 bis 1706); *um 1663, konf. Mai 1676 in Züschen,
        [Am 19.10.1706 ließ der Untermüller Ritte in Züschen ein Kind beerdigen.]
        [Er war PATE bei ~02.10.1698 des Bernhardt Schultze, Sohn des Johannes Schultze (Maurer)]
        °°25.11.1686 in Züschen mit Marie Orth; [Tochter des Johannes Orth (Schmied)]
        KINDER von 2.):
        2.-1.) Johannes Brockhäuser; ~21.05.1689 in Züschen, [PATE: des Vaters Bruder Johannes]
        2.-2.) Johann Adam Brockheußer; ~20.09.1691 in Züschen; konf. 1704 (1706) in Züschen, [PATE: des Vaters Schwiegervater Johannes Orth der Schmitt]
        2.-3.) Johann Bernhardt Brockheußer; ~02.09.1694 in Züschen, [PATE: Johannes Schultze]
        [evt. = Johann Bernhard Bruchhäuser (Müller zu Karlshafen) (vgl. HStAM Best. 40 c Nr. 1804) (OSB Karlsh 617)
        (war 1721 Müller der herrschaftlichen Mahl- und Schlagmühle zu Karlshafen)
        (Sein Nachfolger war Untermüller Hans Jacob Ritter zu Helmarshausen, 1722–1734)
        +vor Feb. 1742
        °°vor 1720 mit Anna Martha Eckhard; *14.05.1690 in Niedervorschütz, +nach Feb. 1742]
        2.-4.) Hans Jacob Brockheußer; ~02.02.1696 in Züschen, [PATE: des Vaters Schwager Hanß Jacob Orth]
        2.-5.) Johann Henrich Brockheußer; ~21.08.1698 in Züschen, [PATE: Bürgermeister Heinrich Dressel]
        2.-6.) Johannes Brockheußer; ~13.02.1701 in Züschen, [PATE: Johann Bischoff der Becker]
        2.-7.) Hermann Brokhauser; ~23.09.1703 in Züschen; ^10.02.1705 in Züschen [PATE: des Vaters Schwager Hermann Hesse]
        3.) Johannes Brockhäuser [Er war PATE bei ~21.05.1689 seines Neffen Johannes Brockhäuser]
        mögliche KINDER von 2.-3.):
        KINDER:
        2.-3.-1.) Arnold Brochhäußer, *um 1720, konf. 1734 in Niedervorschütz [Joh. Bernhard Brochhäußers Sohn]
        2.-3.-2.) Johann Daniel Bruchhäuser; *07.09.1721 in Karlshafen; +28.12.1721 in Karlshafen [PATE: Johann Daniel Bruchhäuser; SOHN des +Henrich Bruchhäuser; (Müller in Wetter)]
        2.-3.-3.) Johann Henrich Ludwig Bruchhäuser; *07.09.1722, in Karlshafen, konf. 1736 in Niedervorschütz [J. Bernhard Brochhäußers Sohn]
        °°08.05.1761 in Wellen mit Anna Martha Franz (aus Anraff) [VATER: Johannes Franz (Hirte)]
        2.-3.-4.) Anna Elisabeth Brochhäußer; *um 1729; konf. 1743 in Niedervorschütz [Bernhard Brochhäußers sel. Tochter]
        2.-3.-5.) Elisabeth Brochhäußer, *um 1730, konf. 1744 im 14. Jahr in Niedervorschütz, [J. Bernhard Brochhäußers sel. Tochter im 14. Jahr]

        Jordan Henrich Brockhäuser, Müller aus Fritzlar war 1692 Pate des Sohnes von Joh. Schultze, dieser war am ~02.09.1694 Pate bei der Taufe des Johann Bernhardt Brockheußer.

        Am ^19.11.1696 wurde in Züschen ein Sohn des Müllers aus Fritzlar Henrich Brockheuser bestattet. “hat Mr. Henrich Brockheußer, ein Möller aus Fritzlar, relig. reform., sein Söhnl., welches er hier in die Verpflegung nach s. Frau todt gethan, zur Erde bestatten lassen.“

        Aufgrund der Begrenzung auf 10.000 Zeichen muss ich meinen Beitrag nun aufteilen.

        Viele Grüße
        Ralf

        Kommentar

        • Ralf-I-vonderMark
          Super-Moderator

          • 02.01.2015
          • 3414

          #49
          Hallo Carl-Henry,

          nun geht es weiter.

          Ein anderer, mittlerweile verstorbener Forscher hatte mir im Jahr 2010 lediglich aufgrund einer freundlichen Kontaktempfehlung durch mehrere mit ihm bekannte Ortssippenbuchersteller und weil ich ihm meine zu dem Zeitpunkt schon umfangreiche „BRUCHHÄUSER-Datei“ übermittelt habe, lediglich einige wenige Daten aus seiner angeblich sehr umfangreichen Datensammlung übermittelt und ansonsten umfangreich geschrieben, was er alles erforscht habe (ihm waren wohl auch die GRAF-Daten aus den Kirchenbüchern von Basdorf und Vöhl bekannt, welche er mir aber nicht verraten wollte), dass er aber nicht verstehen würde, das Forscher Daten untereinander austauschen, was er früher mit Veröffentlichungen auch gemacht hatte, dass er aber mittlerweile niemanden mehr Daten übermitteln wolle, auch nicht gegen Entgelt. Seiner Meinung nach solle jeder alleine forschen. Daher kann ich nur diese Fragmente ergänzend mitteilen.

          Johannes Bruckhaus; *um 1724
          (wird am 09.06.1737 in Obernburg, wozu Thalitter kirchlich gehörte, konfirmiert) TEXT:
          Ein arm Kind so sich in der itterischen Mühle bei Conrad Ritter aufgehalten, aus solcher Mühl aber zu mir ins Gebet und Information gangen und confirmiert worden“.

          Adam Bruckhaus (1719/1721 herrschaftlicher Müller in Thalitter)
          TÖCHTER:
          ~1719 (in Thalitter) erstgeborene (legitima primogenita) Tochter Catharina Margaretha
          ~1721 (in Thalitter) Tochter Margaretha Elisabeth
          Paten: Meister George Reimers, Bürgers in Züschen rel[icta = Witwe], Henrich Bruckhausen molitor eodem loco [am gleichen Ort] uxor Anna Gerdraut et Dm. [Herr] Joh Jacob Knoche, des Greben zu Marienhagen uxor Anna Margaetha [geb. Knoche].

          Daraus ergibt sich, dass es 1719 in Züschen einen Müller Henrich Bruckhausen gab, dessen Ehefrau Anna Gerdraut N.N. war, bei welchem es sich um den am ~21.08.1698 in Züschen in Züschen getauften Johann Henrich Brockheußer handeln könnte und dass er sich bei dem herrschaftlichen Müller zu Thalitter um seinen am ~20.09.1691 in Züschen getauften Bruder Johann Adam Brockheußer handeln könnte.

          Im Jahr 1731 wurde in Züschen Bernhard Brockheuser; (*um 1719) konfirmiert. Bei ihm könnte es sich um einen Sohn des Müllers Henrich Bruckhausen zu Züschen gehandelt haben.

          Aus dem Kirchenbuch von Züschen ergab sich noch dieser Hinweis auf einen Müller Henrich Brockhauser zu Wickersdorf im Jahr 1683, was ich der Vollständigkeit halber anmerken möchte.
          „09.01.1683 ~ Christoph ...gelers [unleserlich wegen Falz], Pate: Henrich Brockhausers Frau Müllers zu Wickersdorf“

          Demnach wäre es denkbar, dass Johann Adam Bruchhäuser (*err. um Feb. 1692, +13.06.1754 in Frankenberg) mit dem am ~20.09.1791 in Züschen getauften Johann Adam Bruchhäuser und Johannes Bruchhäuser (*um 1704, +08.02.1752 in Gemünden) mit dem am ~13.02.1701 in Züschen getauften Johannes Brockheußer identisch sein könnten und beide Söhne des Untermüllers zu Züschen Otto Bruchhäuser gewesen wären.

          Denn obwohl die Kirchenbücher von Gemünden, Kirchenkreis Kirchhain schon 1575 beginnen, soll keine Taufe vor 1707 in Gemünden stattgefunden haben. Vielleicht wurde noch nicht danach gesucht oder das Taufbuch ist lückenhaft. Aber es wäre auch möglich, dass Müller Johannes Bruchhäuser d. M. (*um Jan. 1666 in Gemünden Wohra, +08.05.1736 in Gemünden Wohra) ein Verwandter oder sogar ein Bruder des Untermüllers Otto Bruchhäuser zu Züschen war, und bei der Taufe des Johannes Brockhäuser am ~21.05.1789 in Züschen Pate war.

          Die große Lücke im Züschener Kirchenbuch von 1707 bis 1725 war mir bekannt und ist für die Forschung sehr hinderlich.

          Da die Frau des Müllers Adam Bruchhäuser zu Merxhausen 1731 Patin in Züschen für die Tochter des Johannes Meister war, welcher am °°26.01.1726 in Züschen mit A. Cath. Bruckhaußen getraut worden war, liegt ein familiärer Bezug nahe, auch wenn A. Cath. Bruckhaußen bereits am +16.01.1728 in Züschen im Alter von 21 Jahren verstorben ist und nicht die Mutter des 1731 getauften Kindes Anna Caroline Meister sein konnte. Da sich aus dem Kirchenbuch von Züschen keine Taufe der A. Cath. Bruckhaußen ergibt, könnte sie 1707 unmittelbar nach Beginn der Kirchenbuchlücke getauft worden sein und könnte eine Tochter des Otto Brockhäußer gewesen sein.

          Aber vielleicht war die zweite Ehefrau des Johannes Meister mit der Ehefrau Anna Catharina N.N. des Müllers Adam Bruchhäuser zu Merxhausen (ist deren Sterbeeintrag und Alter bekannt?) verwandt oder gar deren Schwester.

          Da Meister Adam Bruchhäußer am ~24.08.1734 in Züschen ein Söhnlein hat taufen lassen, dessen Gevatter dessen Bruder Henrich war, ist dies einerseits ein gutes Indiz zum Beleg der „Züschen-Spur“ und andererseits ein neuer Aspekt. Wie hieß denn das Söhnlein Bruchhäußer, da sowohl aus dessen Verbleib als auch aus dem Werdegang des Henrich Bruchhäußer sich neue Erkenntnisse ergeben können.

          Den Taufeintrag vom ~08.06.1728 in Züschen, wonach Mstr. Adam B...heußer Ober-Möller in Züschen ein Töchterlein taufen ließ, kann ich überhaupt nicht lesen. Der Nachname liest sich m.E. aber eher nicht wir BRUCHHÄUSER. Das wäre vielleicht ein Fall für die Lesehilfe mit hohem Schwierigkeitsgrad.

          Leider gibt es bei ARCINSYS keinen Hinweis auf die Untermühle und die Obermühle von Züschen, so dass nicht die Möglichkeit gegeben ist, aus den Pachtverträgen die Namen der jeweiligen Müller abzuleiten.

          Eine Verbindung zu dem aus Oberelsungen stammenden Obermüllers zu Züschen Balthasar Fuchs (*um 1707, +27.03.1747 in Züschen), welcher am 13.11.1731 in Züschen mit Anna Elisabeth Bruchhäuser (*um 1713, +nach Mär. 1747) aus Twiste getraut worden war, ist aber ausweislich der Taufen der sieben Kinder nicht ersichtlich.

          Viele Grüße
          Ralf

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          • Gastonian
            Moderator

            • 20.09.2021
            • 6017

            #50
            Hallo Ralf:

            Der 1734 in Züschen geborene Sohn des Johann Adam hieß Henrich. Ich glaube dass er als Kleinkind verstorben sein muß, da er um 1748 in Frankenberg hätte konfirmiert werden müssen, sich aber hier keine Spur von ihm findet.

            Die erste Frau Anna Catharina des Johann Adam muß vor seiner zweiten Heirat 1743 verstorben sein, aber ich habe weder in Züschen noch in Frankenberg einen Sterbeeintrag für sie gefunden. Der Aufenthaltsort des Johann Adam zwischen 1734 und 1743 ist mir immer noch unbekannt.

            Noch eine Anmerkung zu den Kirchenbüchern in Gemünden:

            Das Kerngebiet von Hessen-Kassel (einschließlich der im Kirchenkreis Wolfhagen gelegenen Orte) war seit 1606 reformiert. Aber die endgültig 1648 zu Hessen-Kassel gelangten Gebiete des ehemaligen Hessen-Marburg (einschließlich Frankenberg und Gemünden) waren gemischt-konfessionell - Hessen-Marburg war lutherisch gewesen, und der letzte Landgraf von Hessen-Marburg hatte testamentarisch verfügt, dass das Gebiet nach Heimfall an Hessen-Kassel lutherisch bleiben sollte. Demnach gab es hier große lutherische Gemeinden für die alt-eingesessenen Familien und kleine neugegründete reformierte Gemeinden für hessen-kasselische Regierungsbeamte, Soldaten, und andere Zuzügler. In Frankenberg wurde die reformierte Gemeinde 1662 gegründet; ich weiß nicht, wann die reformierte Gemeinde in Gemünden organisiert wurde.

            Leider sind in der Kirchenbuchübersicht bei Archion die Kirchenbücher für Gemünden nicht auseinandergehalten worden. Die älteren Kirchenbücher, einschließlich dem für 1675-1749, sind für die lutherische Gemeinde; das erste Kirchenbuch für die reformierte Gemeinde ist das für 1707-1736, aber diese Gemeinde bestand schon vor 1707. Schon im Juni 1707 wurde Elisabeth Bruchhäuser in dieser reformierten Gemeinde getauft; die Gemündener Familie Bruchhäuser war also reformiert (auch der aus Gemünden kommende Müller Johann Daniel Bruchhäuser in Haubern war reformiert, daher sein einziges Kind nicht im lutherischen KB Haubern, sondern in dem reformierten KB Frankenau verzeichnet).

            Waldeck war lutherisch, aber Züschen im Grenzgebiet zu Hessen-Kassel war reformiert (die autobiographische Notiz des 1689 in Züschen eingesetzten Pfarrers Kuchenbecker zeigt, dass er dem Konsistorium in Kassel und nicht dem in Waldeck unterstand. In Züschen folgte man auch den hessen-kasselischen Brauch, nur einen Taufpaten zu haben, der dem Täufling seinen/ihren Namen gab; in anderen Waldecker Orten wie Massenhausen und Mengeringhausen gab es jeweils drei Taufpaten ohne Bezug auf den Namen des Kindes). Demnach gehörte Johann Adam später auch konsequent der reformierten Gemeinde in Frankenberg an. Merkwürdig finde ich nur, dass sein in Merxhausen (auch reformiert) geborene Sohn Johannes später der lutherischen Gemeinde in Gemünden beitrat, und auch sein Bruder Johann Conrad in Frankenberg lutherisch war.

            VG

            --Carl-Henry
            Wohnort USA

            Kommentar

            • Gastonian
              Moderator

              • 20.09.2021
              • 6017

              #51
              Hallo Ralf:

              Noch ein Nachtrag:

              Die reformierte Gemeinde in Gemünden wurde vor 1707 von dem reformierten Pfarrer in Rauschenberg betreut, dieser hat aber leider keine Kirchenbücher für den Zeitraum von 1701 bis 1707 geführt. Vor 1701 wurden die Reformierten in Rauschenberg aus Kirchhain betreut, aber in dem reformierten KB Kirchhain (ab 1682) finde ich keine Erwähnung von Gemünden.

              Am Ende des ersten reformierten Kirchenbuchs Gemünden gibt es ein Verzeichnis derjenigen, die schon 1707 Mitglieder der Gemeinde waren. Darunter befanden sich "H. Joannes Brückhäuser, und ein kindt" (N.B: aber nicht die Frau des Johannes). 1715 wurde ein Johannes Bruchhäuser in der reformierten Gemeinde Gemünden konfirmiert; dies wird wohl das 1707 verzeichnete Kind sein.

              Demnach nehme ich an, daß der spätere Stadtvorsteher in Gemünden Johannes Bruchhäuser (+ 1752) Sohn des Müllers Johannes Bruchhäuser in Gemünden (*1660, +1736) und nicht der 1701 getaufte Sohn des Otto in Züschen war. Aber das der 1736 verstorbene Johannes der Bruder des Otto in Züschen war und 1689 dort als Taufpate fungierte, halte ich für durchaus möglich.

              VG

              --Carl-Henry
              Wohnort USA

              Kommentar

              • Ralf-I-vonderMark
                Super-Moderator

                • 02.01.2015
                • 3414

                #52
                Hallo Carl-Henry,

                jetzt habe ich hier alle mir vorliegenden Daten zu BRUCHÄUSER in Züschen dargestellt, was hoffentlich auch für andere Forscher irgendwann von Interesse sein könnte, und bin mit fundierten Belegen am Ende.

                Soweit es die Taufen in ref. und luth. Kirchenbüchern betrifft, ist mir z.B. aus dem Raum Hamm und Unna mit vielen kath. und ev. Mischehen bekannt, dass es Familie gab, in mache Kinder kath., die Geschwister aber ev. getauft worden sind. Das kann häufig auf eine Vereinbarung der Eheleute bei einer Gemischtehe zurückgeführt werden.

                Die BRUCHHÄUSER waren grundlegen ref., aber wenn die Ehefrau luth. war, mag die „Mischvariante“ gegeben haben und könnte erklären, dass einige Kinder ref., andere aber wiederum luth. getauft worden sind.

                Aufgefallen ist mir nun bei ARCINSYS diese Archivalie „Lehnbriefe (nach Orten): Gemünden (Wohra) (L 1364 - L 1578)“ [LWV-Archiv, B 13, 18915], in welcher aufgeführt ist.
                L 1411: Bruckhäuser-Lind (1715-1841) (17 Briefe)
                L 1412: Bruckhäuser-Lind (1706-1801) (14 Briefe)


                Aber vermutlich lässt sich daraus nicht rückschließen, dass das die Ehefrau des Müllers Johannes Bruckhäuser (*um Jan. 1766 in Gemünden, +08.05.1736 in Gemünden) LIND hieß, sondern vielmehr, dass irgendwann ein Müller Lind die Mühle erhalten hat.

                Dann habe ich die Archivalie „Gesuch des Brockhauser um Erlaubnis, einen Garten bebauen zu dürfen (1739)“ [HStAM, 40 a Rubr. 11, 1973] gefunden, welche dem Bestand Rosenthal zugeordnet ist. Rosenthal befindet sich unmittelbar westlich von Gemünden (Wohra). 1780 liegen vor der Stadt 3 Mühlen: Heckmühle, Neue Mühle und Obermühle (HStAM Bestand Kat. I Nr. Rosenthal B 4)

                Vielleicht war Johann Adam Bruchhäuser in der Zeit nach dem ~24.08.1734 (der Taufe des Söhnchens Henrich in Züschen) bis 1743 Müller in Rosenthal gewesen, auch wenn meine Annahme jetzt hochgradig spekulativ ist.

                Am wahrscheinlichsten könnte sich aus dieser Archivalie „Verleihung und bauliche Unterhaltung der herrschaftlichen Achat- und späteren Schlagmühle nebst Garten zu Frankenberg“ (darin: Johann Adam Bruchhäuser, 1748) [40c, Frankenberg, Nr. 162] ein weitergehender Hinweis ergeben; nämlich dann, wenn sich aus einem Pachtvertrag ein Ort ergibt, in welchem er zuvor Müller war oder im Idealfall sogar Verwandte als Bürgen aufgeführt sind.

                Zur Klostermühle von Merxhausen oder zu den beiden Mühlen in Züschen habe ich noch keine „Mühlenakte“ gefunden.

                Die Archivalie „Erbleihbrief über die herrschaftl. Mühle zu Thalitter für Johann Adam Brückhäuser (1740)“ [HStAM, 110, 7440] habe ich nur mit der Eingabe „Mühle“ und „Thalitter“ gefunden, da ich nicht auf die Idee gekommen bin, mit dem Namen „Brückhäuser“ zu suchen.
                vgl. https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showArchivalDescriptionDetails.action?archivalDesc riptionId=3362753&executionId=Z4keBzIyzz

                Ich habe das aber jetzt nur auf die Schnelle überflogen, ob ich Namen finden. Johann Adam Bruchhäuser hatte aber wohl 1719 einen ersten Erbleihbrief für die Mühle in Thalitter, so dass es sicherlich seine Töchter Catharina Margaretha (die Erstgeborene, ~1719 in Thalitter) und Margaretha Elisabeth (~1721 in Thalitter) waren, welche in Thalitter getauft worden sind. Die Ehe ist vermutlich um 1718 geschlossen worden und möglicherweise in Züschen, so der Traueintrag dann nicht gefunden werden kann. Aber vielleicht hat er auch in Thalitter geheiratet, möglicherweise die Tochter seines Vorgängers. Vielleicht ergeben sich aus neue Erkenntnisse aus den Paten der beiden Töchter.

                Jedenfalls spricht m.E. eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich um den gesuchten Johann Adam Bruchhäuser handeln könnte, welcher von 1740 bis 1743 oder gar bis 1748 Müller der Mühle zu Thalitter war.

                Vielleicht ist sogar seine erste Ehefrau vor Okt. 1743 in Thalitter verstorben und wurde sein Sohn Johann Conrad Bruchhäuser (*vor 1730, +19.05.1782 in Frankenberg) und andere Kinder dort konfirmiert.

                Eine bessere Spur kann ich jetzt ohnedies nicht finden.

                Viele Grüße
                Ralf

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                • Gastonian
                  Moderator

                  • 20.09.2021
                  • 6017

                  #53
                  Hallo Ralf:

                  1) Ja, in anderen Gegenden gab es solche Mischfamilien (ich glaube, im Süden Deutschlands wurden die Knaben in des Vaters und die Mädchen in der Mutter Konfession erzogen). In Frankenberg (und ich glaube auch anderswo im ehemaligen Hessen-Marburg) war der Brauch anders - bei Mischehen wurden alle Kinder in der Konfession des Vaters erzogen (dies galt sogar für uneheliche Kinder - falls eine lutherische Mutter einen Reformierten als Vater ihres Kindes anzeigte, wurde das Kind reformiert getauft, und der reformierte Pfarrer erhielt also die Gebühren). Die einzige Ausnahme hier war für hessen-kasselische Soldaten (die ja dem reformierten Landesherrn direkt unterstanden) - selbst in einer rein lutherischen Soldatenfamilie mußten die Kinder reformiert getauft werden, so lange der Soldat noch in Diensten stand.

                  2) Ich bin mit den Lehnbriefen im Archiv des Landeswohlfahrtsverbands wohlvertraut (habe letzten Sommer etwa 2000 der Lehnbriefe für Frankenberg abfotografiert). Das ehemalige Kloster Haina (welches mit der Reformation zu einem Landeshospital verwandelt wurde) hatte umfangreichen Grundbesitz in der Gegend, welches es auf 8 oder 12 Jahre an örtliche Personen verlieh; deshalb hielten die meisten Personen in der Region zwischen Frankenberg und Gemünden ein oder mehrere Ackerstücke vom Hospital Haina zusammen mit ihrem anderen Ackerstücken von der Stadt oder dem landgräflichen Amt. Die Bezeichnung "Bruckhäuser-Lind (1715-1841)" bedeutet das ein bestimmtes Ackerstück zuerst an einen Bruckhäuser verliehen wurde und später an einen Lind (vielleicht ein Schwiegersohn oder andere eingeheiratete Person). Uebrigens hat auch in Haubern ein Bruchhäuser ein Ackerstück vom Hospital Haina verliehen bekommen.

                  3) Bei dem Erbleihebrief für die Mühle in Thalitter ist der Regest leider fehlerhaft - das Digitalisat zeigt einen Erbleihebrief datiert November 1719 und nicht 1740.

                  4) Die Taufe 1719 ist im KB Thalitter, die Taufe 1721 im KB Obernburg. Glücklicherweise gibt es für beide KB auch Registerbände. Ausser den zwei genannten Taufen gibt es keine andere Tauf-, Trau-, oder Sterbeeinträge für Bruchhäuser o.ä. Die Paten für die Taufe 1721 sind die oben von dir genannten (der Hinweis auf den Müller Henrich Bruckhausen mit Frau Anna Gertrud in Züschen stammt also von 1721 und nicht 1719). Bei der Taufe 1719 sind die Paten: "Christine, otto Müllers Schreiners von Wildung Ehel. haußfrau, Johann Wilhelm Menges Grebe und Einwohner zu Bergheim, Anna Margretha M: Henrich Goercke Einwohners und greben allhier Ehel. hausfrau". Das Kirchenbuch für Bad Wildungen fängt 1717 an, und dort habe ich keine passende Heirat gefunden. Für Bergheim in Waldeck gibt es ein Kirchenbuch ab 1674, dort habe ich auch keine passende Heirat gefunden.

                  5) Zu Rosenthal gibt es leider keine Kirchenbücher bei Archion (das Pfarramt dort hat anscheinend dazu die Genehmigung verweigert).

                  VG

                  --Carl-Henry
                  Wohnort USA

                  Kommentar

                  • Ralf-I-vonderMark
                    Super-Moderator

                    • 02.01.2015
                    • 3414

                    #54
                    Hallo Carl-Henry,

                    schade, das wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein.
                    Gleichwohl könnte der Müller Adam Bruckhäuser, welchem im November 1719 der Erbleihbrief über die herrschaftl. Mühle zu Thalitter ausgestellt worden war, identisch sein mit dem am ~20.09.1691 in Züschen getauften Johann Adam Brockheußer und dem am °°20.10.1743 in Frankenberg in 2. Ehe verehelichten Johann Adam Bruchhäuser. Aber die erforderlichen Belege fehlen weiterhin.

                    Die Lehnbriefe waren mir bislang unbekannt und hatten bislang für meine Forschung noch keine Bedeutung.

                    Soweit ein Bruchhäuser aus Haubern ein Ackerstück vom Hospital Haina verliehen bekommen hat, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Müller Johann Daniel Bruchhäuser (*Mai 1700 in Dodenhausen, nach Mär. 1756), welcher im Aug. 1727 die Mühle zu Haubern für 90 Rthr. von Johannes Ungemach gekauft hatte und welcher nach 1756 nach Langenstein/Kirchhain verzogen ist und dessen Nachfahren Mühlen in Kirchhain, Niederurff und Waltersbrück und möglicherweise in Obermöllrich betrieben haben. Das hilft aber bei der Zuordnung des Johann Adam Bruchhäuser nicht weiter und momentan habe ich auch noch keine neue Lösungsidee.

                    Vielleicht werden bei ARCINSYS Hessen irgendwann weitere Mühlenakten indexiert oder sogar digitalisiert, so dass sich dann noch ein Zufallsfund ergeben könnte.

                    Viele Grüße
                    Ralf

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                    • Gastonian
                      Moderator

                      • 20.09.2021
                      • 6017

                      #55
                      Hallo Ralf:

                      Noch ein Nachtrag: ganz zufällig habe ich im reformierten KB von Züschen diesen Sterbeeintrag gefunden: "d. 26. Ej. [d.h. Jan: 1757] [wurde begraben] A. Catharina, Adam Bruckhäusers Wittib, aet: 64 jahr 9 M." - also errechnet 1692 geboren

                      Hier muß es sich doch um die Witwe des in Züschen geborenen Johann Adam, nachmaligen Müller in Merxhausen und in Frankenberg - und ihr Alter ist auch hoch genug, dass sie die Anna Catharina, Mutter der zwei 1719 und 1721 in Thalitter geborenen Kinder sein wird.

                      VG

                      --Carl-Henry
                      Wohnort USA

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                      • Ralf-I-vonderMark
                        Super-Moderator

                        • 02.01.2015
                        • 3414

                        #56
                        Hallo Carl-Henry,

                        ja, es spricht einiges dafür, dass es sich bei der am +26.01.1757 in Züschen verstorbenen „A. Catharina, Adam Bruckhäusers Wittib, aet: 64 jahr 9 M." um die Witwe des Müller zu Züschen, Müllermeister in der Klostermühle Merxhausen, Müller der Achatmühle zu Frankenberg Johann Adam Bruchhäuser (*err. um Feb. 1692; evt. ~20.09.1691 in Züschen, +13.06.1754 in Frankenberg) handelt.

                        Allerdings wurde Johann Adam Bruchhäuser in zweiter Ehe am °°20.10.1743 in Frankenberg) mit Anna Elisabeth, verw. Schmidt getraut, so dass die erste Ehefrau Anna Catharina N.N. vor Okt. 1743 verstorben sein müsste und daher die am +26.01.1757 nicht die Mutter der zwei 1719 und 1721 in Thalitter geborenen Kinder sein kann.

                        Insoweit sind die Vornamen das Problem. Aber gleichwohl entwickelt sich Züschen zu einer wahren Fundgrube!

                        Ich habe mir übrigens Gedanken zu den vielen Söhnen des Züschener Untermüllers Otto Bruchhäuser gemacht, deren Verbleib unbekannt ist und eine komplexe Theorie erdacht, welche ich aber erst in Ruhe niederschreiben kann. Aber ich verrate schon jetzt, dass das Hauptproblem die Kirchenbuchlücken sind, so dass vieles von meinen noch auszuarbeitenden Hypothesen mit den Kirchenbüchern nicht belegt werden kann.

                        Viele Grüße
                        Ralf

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                        • Gastonian
                          Moderator

                          • 20.09.2021
                          • 6017

                          #57
                          Zitat von Ralf-I-vonderMark
                          Allerdings wurde Johann Adam Bruchhäuser in zweiter Ehe am °°20.10.1743 in Frankenberg) mit Anna Elisabeth, verw. Schmidt getraut, so dass die erste Ehefrau Anna Catharina N.N. vor Okt. 1743 verstorben sein müsste und daher die am +26.01.1757 nicht die Mutter der zwei 1719 und 1721 in Thalitter geborenen Kinder sein kann.
                          D'öh! Aber natürlich!

                          VG

                          --Carl-Henry

                          Wohnort USA

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                          • Ralf-I-vonderMark
                            Super-Moderator

                            • 02.01.2015
                            • 3414

                            #58
                            Hallo Carl-Henry,

                            nun mache ich meine Ausführungen zu meiner BRUCHHÄUSER-Theorie aus Züschen und stelle zur Übersicht die 6 in Betracht kommenden Personen dar:

                            Sohn des Bernhard Brockheußer (1692 Untermüller in Züschen); *um XX, ^30.06.1692 in Züschen
                            1.) Johannes Brockheußer; *um 1687; konf. 1700,
                            Söhne des Otto Brockhäußer (Untermüller in Züschen ab 1694 bis 1706); *um 1663, konf. Mai 1676 in Züschen,
                            2.) Johannes Brockhäuser; ~21.05.1689 in Züschen,
                            3.) Johann Adam Brockheußer; ~20.09.1691 in Züschen; konf. 1704 (1706) in Züschen,
                            4.) Johann Bernhardt Brockheußer; ~02.09.1694 in Züschen,
                            5.) Hans Jacob Brockheußer; ~02.02.1696 in Züschen,
                            6.) Johann Henrich Brockheußer; ~21.08.1698 in Züschen,
                            7.) Johannes Brockheußer; ~13.02.1701 in Züschen,

                            Johannes Brockheußer (1.) lässt sich derzeit nicht zuordnen; vielleicht ist er auch bei der Großen Wasserflut 1692 verstorben.
                            Johannes Brockhäuser (2.) dürfte im Hinblick auf seinen 11 ½ Jahre später getauften Bruder Johannes Brockheußer (7.) vor Feb. 1701 verstorben sein.
                            Johannes Brockheußer (7.) könnte identisch sein mit Johannes Bruchhäuser (*um 1704, +08.02.1752 in Gemünden) und wäre 1715 in Gemünden konfirmiert worden.

                            Johann Adam Brockheußer (3.) wäre dann identisch mit Johann Adam Bruchhäuser (*err. um Feb. 1692, +13.06.1754 in Frankenberg), welcher von 1730 bis 1732 Müller der Klostermühle zu Merxhausen und wohl ab 1743 Müller der Achatmühle zu Frankenberg war, da die beiden belegbar Brüder waren.

                            Johann Adam Brockheußer (3.) könnte auch identisch mit dem Johann Adam Bruchhäuser sein, welchem im November 1719 der Erbleihbrief über die herrschaftl. Mühle zu Thalitter ausgestellt worden war, und dann Vater der beiden Töchter Töchter Catharina Margaretha (die Erstgeborene, ~1719 in Thalitter) und Margaretha Elisabeth (~1721 in Obernburg) war. Die Ehe ist vermutlich um 1718 geschlossen worden, möglicherweise in Züschen.

                            Johann Adam Brockheußer (3.) könnte ferner identisch sein mit dem Mstr. Adam B...heußer Ober-Möller in Züschen, welcher am ~08.06.1728 ließ ein Töchterlein taufen ließ und wäre Vater des Söhnleins Heinrich, welches Meister Adam Bruchhäußer am ~24.08.1734 in Züschen hat taufen lassen.

                            Für den Bezug nach Züschen spricht auch, dass die Frau des Müllers Adam Bruchhäuser zu Merxhausen im Jahr 1731 Patin in Züschen für eine Tochter des Johannes Meister, welcher wiederum am °°26.01.1726 eine A. Cath. Bruckhaußen geheiratet hatte.

                            Dann ergibt sich für Johann Adam Bruchhäuser der folgende, noch lückenhafte Lebenslauf: Heirat vor Nov. 1719 (evt. in Züschen), ab Nov. 1719 bis Müller der die herrschaftl. Mühle zu Thalitter, ggf. 1726 bis 1729 Obermüller zu Züschen, 1730 bis 1732 Müller der Klostermühle zu Merxhausen, 1734 Aufenthalt in Züschen, 1743 Heirat in Frankenberg und spätestens ab 1747 Müller der Achatmühle zu Frankenberg. Für die Jahre 1735 bis 1742 fehlt bislang jede Spur von ihm.

                            Johann Henrich Brockheußer (6) dürfte identisch sein mit dem molitor aus Züschen Henrich Bruckhausen, welcher ~1721 in Oberburg Pate bei der Taufe der Tochter Margaretha Elisabeth und am ~24.08.1734 in Züschen bei der Taufe des Söhnlein Henrich des Johann Adam Bruchhäuser als dessen Bruder war.

                            Daraus ergibt sich, dass es 1719 in Züschen einen Müller Henrich Bruckhausen gab, dessen Ehefrau Anna Gerdraut N.N. war, bei welchem es sich um den am ~21.08.1698 in Züschen in Züschen getauften Johann Henrich Brockheußer (6) handeln dürfte.

                            Im Jahr 1731 wurde in Züschen Bernhard Brockheuser; (*um 1719) konfirmiert. Bei ihm könnte es sich um einen Sohn des Müllers Henrich Bruckhausen zu Züschen gehandelt haben.

                            Ein Verbleib von Johann Henrich Brockheußer (6) und seinem Sohn Bernhard Brockheuser; (*um 1719 wohl in Züschen, konf. 1731 in Züschen) ist unbekannt.

                            An dieser Stelle setzt meine neue Spekulation ein.
                            Denn Johann Henrich Brockheußer (6) könnte identisch sein mit dem Müller zu Höhnscheid (bei dem Schloss Höhnscheid), welcher am ~28.11.1734 in Freienhagen die Tochter Henriette Catharina Elisabet hat taufen lassen. Er könnte einige Jahre Pächter der Mühle auf Gut und Schloß Höhnscheid gewesen sein, bevor er um 1743 die Burg- (oder Drilitz-) Mühle, welche zuvor gleich hinter der Burg gestanden, auf eine von Christoph Nolden zu Elleringhausen für 70 Rthlr. erkaufte Wiese hat versetzen lassen [Salbuch Nwa 1752].

                            Demnach könnte Johann Henrich Brockheußer (6) auch identisch sein mit dem Müller der Burgmühle zu Nieder-Waroldern Johann Henrich Bruchhäuser (*um 1790, +10.11.1762 (in Nieder-Waroldern). Dies setzt aber voraus, dass der Burgmüller Johann Henrich Bruchhäuser nicht im Alter von 72 J., sondern vielmehr im Alter von 64 J. verstorben ist.

                            Die Tochter Maria Catharina Bruchhäuser (*um 1732, ^28.03.1766 in Nieder-Waroldern), deren Ehemann Georg Henrich Klein (*30.03.1735 in Berndorf, +28.03.1772 Nieder-Waroldern) dessen Nachfolger als Burgmüller zu Nieder-Waroldern) geworden ist, könnte wiederum identisch sein mit der in am ~28.11.1734 in Freienhagen getauften Tochter Henriette Catharina Elisabet. Allerdings ergeben sich aus dem OSB Freienhagen keine weiteren Kinder des Müllers Heinrich Bruchhäuser [Anna Elisabeth Bruchhäuser (*um 1727, +13.05.1755 in Nieder-Waroldern oder Johann Henrich Bruchhäuser (*um 1728, +11.01.1756 in Nieder-Waroldern)]

                            Anna Elisabeth Bruchhäuser (*um 1727, +13.05.1755) wiederum durchaus in Züschen noch in der Zeit der späteren Kirchenbuchlücke getauft worden sein.

                            Dies gilt dann auch für den ältesten Sohn Obermüller zu Freienhagen Berent Heinrich Bruchhäuser (*vor 1722, +04.02.1788 in Freienhagen), welcher identisch sein könnte mit dem 1731 in Züschen konfirmierten Bernhard Bruchhäuser, zumal dessen ältester Sohn ebenfalls ein Johann Bernhard Bruchhäuser (*08.03.1750 in Freienhagen, +30.03.1751 in Freienhagen) war.

                            Diesen Taufeintrag hatte ich seinerzeit nicht gefunden. Aus den später Taufen der BRUCHÄUSER-Kinder ergibt sich aber kein Bezug zu anderen BRUCHHÄUSER-Familien, zumal es auch in Freienhagen eine Kirchenbuchlücke von 1743 bis 1758 gibt.

                            Nehmen wir einmal an, meine Theorie sei plausibel. Dann können wir wegen der großen Kirchenbuchlücke in Nieder-Waroldern von 1717 bis 1756 aus einer Taufpatenanalyse heraus keine Erkenntnisse zu den Geschwistern des Burgmüllers Johann Henrich Bruchhäuser ableiten, auch wenn es naheliegend gewesen wäre, dass dessen Bruder Johann Adam Bruchhäuser Taufpate bei seinen Kindern gewesen wäre.

                            Der Taufeintrag vom ~28.11.1734 in Freienhagen für die Tochter Henriette Catharina Elisabet ist mir aber nicht bekannt. Im Ideallfall gibt es dort einen BRUCHHÄUSER-Taufpaten.

                            Zu Johann Bernhardt Brockheußer (4) liegen einige Informationen vor, da er gesichert 1721 und 1722 Müller der herrschaftlichen Mahl- und Schlagmühle zu Karlshafen war und 4 Kinder in Niedervorschütz in den Jahren 1734, 1736, 1740 und 1743 in Niedervorschütz konfirmiert wurde, von denen mit Ausnahme des Johann Henrich Ludwig Bruchhäuser (*07.09.1722 in Karlshafen) die Geburtsorte und der weitere Verbleib unbekannt sind.

                            Der Müller Johann Bernhardt Bruchhäuser ist °°vor 1720, möglicherweise in Züschen mit Anna Martha Eckhard (*14.05.1690 in Niedervorschütz) getraut worden, einer Tochter des Müllers in der Klausmühle zu Niedervorschütz Nicolaus Eckhard (*um 1659/60; +11.09.1724 in Niedervorschütz).

                            Sterbeort und Sterbedatum des Johann Bernhardt Brockheußer (4) sind bislang unbekannt. Fest steht nur, dass er vor dem 28.02.1742 verstorben sein muss, da „Anna Martha Brockhansens Witwe“ am ~28.02.1742 in Niedervorschütz Patin bei der Taufe der Anna Catharina Metz war.

                            Zu Hans Jacob Brockheußer (5) gibt es nur zwei Hinweise.

                            Denn die Schlagmühle Elben wurde durch die Familie v.Buttlar errichtet und 1727 an Jacob Bruchhäuser verlehnt. [Dr. Volker Knöppel: Hauschronik Elben, Haus Elben Nr. 32 ½]

                            Bei LAGIS gibt es die Namen der Müller der Hemberger Mühle, welche sich 1,2 km nördlich von Hundshausen befindet und welches wiederum südlich von Jesberg im Schwalm-Eder-Kreis gelegen ist.

                            Danach werden als Müller aufgeführt für 1725 Johann Ludwig Eckhardt, 1730 Johann Jakob Bruchhäuser, 1734 Johann Wigand Combacher.

                            Dies ist insoweit spannend, als dass der Müller Johann Ludwig Eckhardt ein Bruder der Anna Martha Eckhard (*14.05.1690 in Niedervorschütz) gewesen sein könnte.

                            Demnach könnte Hans Jacob Brockheußer (5) von 1727 bis 1729 Müller der Schlagmühle zu Elben und von 1730 bis 1733 Müller der Hemberger Mühle bei Hundshausen gewesen sein. Ob er Spuren in den dortigen Kirchenbüchern hinterlassen hat sowie sein weiterer Lebensweg, ist mir leider unbekannt.

                            Oh, und schon wieder habe ich die 10.000-Zeichen-Grenze überschritten.
                            Also folgt noch ein kürzerer Teil 2 nach.

                            Viele Grüße
                            Ralf​

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                            • Ralf-I-vonderMark
                              Super-Moderator

                              • 02.01.2015
                              • 3414

                              #59
                              Hallo Carl-Henry,

                              nun folgt im angekündigten 2. Teil der Rest der Ausarbeitung.

                              Um die spekulativen Gedanken voranzutreiben, wäre es auch denkbar, dass der Untermüller zu Alraft und Meineringhausen Johann Adam Bruchhäuser (*um 1709, +28.10.1760 in Meineringhausen), welcher am °°06.12.1737 in Sachsenhausen mit Anna Catharina, verw. Bick (*um Feb. 1700; +29.07.1759 in Alraft), der Witwe des Schlagmüllers zu Alraft Johann Friedrich „Fritz“ Bick (+15.10.1736 in Alraft), in Züschen in der Zeit der Kirchenbuchlücke geboren worden sein könnte.

                              Da Johann Adam Bruchhäuser (*um 1709, +28.10.1760 in Meineringhausen) als „Vetter Adam Bruchhäuser, Müller zu Alreff [Alraft]“ am ~2.Adv. 1745 in Twiste Pate bei der Taufe des Johann Heinrich Bruchhäuser, eines Sohnes des Müller der Obermühle zu Twiste Johann Bernhard Bruchhäuser (*um 1718, +28.05.1768 in Twiste) war, müsste eine Verwandtschaft zu den BRUCHHÄUSER aus Twiste bestehen, auch wenn zu der Zeit der Begriff „Vetter“ weit gefasst wurde.

                              Letztendlich bleibt die Herkunft des Müllers der Ober- bzw. Junkermühle zu Twiste Johann Heinrich Bruchhäuser (*um 1688, +31.10.1745 in Twiste) weiterhin unklar und könnte sich allenfalls aus der Archivalie „Verpachtung der Erbbestandsmühle bei Twiste“ (1695 – 173) [HStAM, 125, 2919], weil er die Müller schon 1715 von den Herren von und zu Twiste vor deren Aussterben gepachtet haben soll. Im Idealfall wurden die Namen von Verwandten als Bürgen angegeben. Ansonsten ist ledig die Nennung des Ortes zu erwarten, in welchem er zuvor als Müller tätig war und °°vor 1713 geheiratet haben könnte. Sofern es Züschen sein sollte, wäre die Trauung in der Zeit der Kirchenbuchlücke erfolgt.

                              Denkbar ist auch, dass zumindest einer der o.g. BRUCHHÄUSDER-Müller zeitweilig in Fritzlar als Müller tätig war.

                              Nun habe ich meine Erkenntnisstand nebst allen spekulativen Ansätzen hoffentlich überschaubar zusammengestellt. Möge die Forschung uns noch neue Erkenntnisse liefern.

                              Viele Grüße
                              Ralf

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                              • Gastonian
                                Moderator

                                • 20.09.2021
                                • 6017

                                #60
                                Hallo Ralf:

                                1) Im Anhang der leider nicht sehr aufschlußreiche Taufeintrag (zweiter von oben) der Henriette Catharina Elisabeth in Freienhagen.

                                2) Die katholischen Kirchenbücher von Fritzlar haben sehr gute Registerbände. Da hat Anna Catharina Brockheuser, Tochter des hiesigen Klostermüllers Henricus Brockhäuser am 11.05.1694 geheiratet (https://data.matricula-online.eu/en/...CJ/3-01/?pg=38). Und am 12.10.1690 ist ein dreijähriger Sohn des Jordan Hermann Brockhäuser dort begraben worden (letzter Eintrag für 1690 auf der rechten Seite hier: https://data.matricula-online.eu/en/...JCJ/4-01/?pg=8). Wie oben in #41 aufgeführt, war "der Möller von Fritzlar Jordan Henrich Bruchhäuser" Pate 1692 in Frielendorf für den Sohn des 1670 in Kirchberg geborenen Jordan Henrich Bruchhauser. Und in #48 oben hast Du zwei weitere Erwähnungen des Müllers (Jordan) Henrich Brockhäuser in Fritzlar. Bei dem Jordan Hermann 1690 und dem Henricus 1694 in Fritzlar wird es sich also auch um diesen Jordan Henrich gehandelt haben. Interessant, dass er Verbindung sowohl zur Kirchberger wie auch zur Züschener Familie hatte.

                                VG

                                --Carl-Henry
                                Angehängte Dateien
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