Suche Infos zur Familie des Müllers Johannes Graf(f) im Waldeckischen (1720 – 1792)

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  • Ralf-I-vonderMark
    Super-Moderator

    • 02.01.2015
    • 3419

    #1

    Suche Infos zur Familie des Müllers Johannes Graf(f) im Waldeckischen (1720 – 1792)

    Hallo zusammen,

    nach dem umfangreichen Thema Müllerfamilie Bruchhäuser im Waldeckischen und Hessischen; Suche Hilfe und gebe Infos möchte ich mich nunmehr der Müllerfamilie GRAF(F) im Waldeckischen und angrenzenden Hessischen Orten zuwenden.

    Dabei suche ich vorrangig Informationen zur Familie des Müllers Johannes Graf(f); insbesondere seine Taufe und seine Eltern, seine Trauung mit der ersten Ehefrau Katherine Elisabeth Bauer
    (*um 1724, +Eppe 17.04.1774 – 50 J.) und deren Taufeintrag sowie fehlende Informationen zu den Kindern.

    Die schon bekannten Daten aus dem OSB Eppe (Nr. 520 + Nr. 292) und dem OSB Goddelsheim (Nr. 398) sowie dem OSB Helsen (Nr. 1272) habe ich verknüpft und die neuen Daten (in blau) ergänzt:

    Johannes Graf [Müller in Züschen, Erbbestandsmüller der Walmenmühle zu Eppe (ab 16.08.1755), Müller in Bromskirchen (1778 – 1781), Müller der Aarmühle zu Goddelsheim (1784), Pachtmüller der Stiegmühle zu Vöhl (1788), Müller der Niederthorsmühle zu Mengeringhausen (1792)]
    *um 1720 in (?), +Mengeringhausen 30.10.1792 (72 J.) [Anm. 1]
    °°(I)um 1749 in (?) mit Katherine Elisabeth Bauer; *um 1724 in (?), +Eppe 17.04.1774 (50 J.) [Anm. 2]
    °°(II)Eppe 10.08.1774 mit Clara Catharina Elisabeth Löwenstein; *Goddelsheim 06.10.1748, +Mengeringhausen 04.06.1813 [Anm. 3]
    KINDER aus (I):
    1.)
    Anna Catharina Graf; *um 1750 in (?), +Alleringhausen 07.01.1820 (70 J.) [Anm. 4]
    °°Welleringhausen 12.04.1774 mit Johann Wilhelm Behle; *Alleringhausen 11.11.1749, +Alleringhausen Dez. 1800 gnt. „alten Rechts“
    2.)
    Johann Adam Graf; *vor 1760 in (?), +(?)nach 11.07.1779 [Anm. 5]
    3.)
    Anna Christina Elisabeth Graf; *um 1761 in (?), konf. 1774 in Eppe, +(?)wohl Eppe nach Apr. 1812, vor Nov. 1923 [Anm. 6]
    °°Eppe 23.07.1781 mit Johann Bernhard Bruchhäuser (Müller der Walmenmühle zu Eppe), *(?)um 1752, konf. Berndorf 1766, +(?)wohl Eppe nach 04.07.1814, vor Nov. 1823
    4.)
    Maria Elisabeth Graf; *Eppe 26.01.1763, konf. 1777 in Eppe, +Kirchlotheim 29.09.1819 [Anm. 7]
    °°Vöhl 11.01.1791 mit Johannes Baumann (Kuhhirte); *Basdorf 28.08.1758, +Kirchlotheim 11.02.1823
    5.)
    Catharine Elisabeth Graf; *Eppe 14.07.1765, +Eppe 02.02.1777 [Anm. 8]
    6.)
    Christiane Margaretha Graf; *Eppe 29.07.1767, +(?)nach 13.01.1793 [Anm. 9]
    KINDER aus (II):
    7.)
    Johannes Graf (Müller der Mittelsten Mühle bzw. Spendelmühle in Helsen, Schreinermeister); *Eppe 19.07.1775, +Helsen 13.12.1832 [Anm. 10]
    °°Helsen 11.08.1799 mit Johanna Christiane Margarethe Hagemeyer; *Helsen 01.05.1776, +Helsen 05.01.1829
    8.)
    Johannette Engel Catharine Graf; *Eppe 15.11.1777, +Eppe 21.11.1777 [Anm. 11]
    9.)
    Johann Daniel Graf (Müller der Niederthorsmühle in Mengeringhausen);
    *Bromskirchen 08.11.1778, konf. 1792 in Vöhl, +Mengeringhausen 25.01.1841 [Anm. 12]
    °°(?) mit Johanne Catharina Elisabeth Himmelmann; *Mengeringhausen 07.02.1778, +Mengeringhausen 14.02.1835
    10.)
    Anna Maria Graf; *Bromskirchen 25.03.1781, +Mengeringhausen 01.01.1837 [Anm. 13]
    °°Mengeringhausen 29.01.1804 mit Johann Daniel Göbert (Tambour-Major); *(?)um 1779, +(?)wohl Mengeringhausen nach Jan. 1837
    11.)
    Johann Frantz Philipp Graf; *Goddelsheim 19.09.1784, +(?)nach 25.11.1804 [Anm. 14]
    12.)
    Johanna Elisabetha Graf; *Vöhl 04.10.1788, +(?) [Anm. 15]
    13.)
    Friedrich Franz Graf; *(?), +(?)nach 07.06.1812 [Anm. 16]
    14.)
    Johanne Marie Christine Graf; *(?), +(?)nach 30.08.1815 [Anm. 17]

    Die Anmerkungen muss ich nun wegen der 10.000-Zeichen-Grenze im nächsten Beitrag posten.

    Viele Grüße
    Ralf
  • Ralf-I-vonderMark
    Super-Moderator

    • 02.01.2015
    • 3419

    #2
    Hallo zusammen,

    nun ergänze ich die erläuternden Anmerkungen zu dem Müller Johannes Graf (*um 1720, +Mengeringhausen 30.10.1792), dessen Ehefrauen und mutmaßlich 14 Kindern in der Hoffnung, dass die Forengemeinschaft neue Hinweise und Spuren entdeckt.

    [Anm. 1] Im Erbbestandsbrief der Walmenmühle zu Eppe vom 16.08.1755 wird er als Müller Johannes Graff von Züschen erwähnt. In den Kirchenbüchern von Züschen konnte bislang keine Spur gefunden werden. Auch im Kirchenbuch von Eppe gibt es vor dem Taufeintrag der Tochter Maria Elisabeth Graf vom ~26.01.1763 in Eppe keinen Hinweis.
    Er war ab 1755 Müller der Walmenmühle zu Eppe. Aber von seinen Vorgängern, Walme-Müller Johann Eckhart Wilstumpf wurde am ~16.04.1758 in Eppe und von Müller Johann Franz Hagemeyer am *03.08.1760 eine Tochter in Eppe getauft. Dies deutet darauf hin, dass Johannes Graf bis 1763 noch nicht in Eppe gelebt hat, sondern trotz des Erbbestandsbriefes an einem anderen Ort als Müller tätig war.
    Er hat sich von 1778 bis 1781 in Bromskirchen aufgehalten, möglicherweise in der von dem Müller Conrad Steuber betriebenen Oberlinsphermühle.
    Er war 1784 Müller in der Aarmühle zu Goddelsheim.
    Er war neben Reinhard Wiesemann (~Goddelsheim 17.03.1726, +Goddelsheim 22.11.1794) im Januar 1789 Vormund der vier Kinder des verstorbenen Aarmüllers Johann Adam Rausch (*Goddelsheim 15.01.1740, +Goddelsheim 09.02.1777).
    Er war von 1788 bis 1792 Pachtmüller zu Vöhl; evt. auf der Stiegmühle (= Untere Mühle) oder auf der Obermühle des Müllers Rohde, dessen Sohn Johannes Rohde am ~10.10.1788 Taufzeuge bei der Taufe der Tochter Johanna Elisabetha Graf war.
    Er war Taufzeuge am ~09.03.1775 in Welleringhausen bei der Taufe seiner Enkelin Eva Catharina Behle und am ~05.10.1783 in Eppe bei der Taufe seines Enkels Johann Wilhelm Bruchhäuser.
    Er ist in Mengeringhausen am +30.10.1792 im Alter von 72 Jahren als Müller der Untern Thorsmühle verstorben. Dies ergibt sich aus einem am 28.02.1801 in Mengeringhausen ausgestellten gesiegelten Beleg in der Mühlenakte der Walmenmühle zu Eppe.
    Er könnte am ~07.08.1718 in Goddelsheim als Johann Jost Graff oder am ~02.11.1720 in Goddelsheim als Johann Conrad Graff, Sohn des untersten Müllers Johann Jost Graff (~Bottendorf 12.01.1683, +06.04.1739 in Goddelsheim) und der und Anna Catharina Göge (~07.02.1697 in Goddelsheim, ^04.06.1734 in Goddelsheim) geboren worden sein. Bislang gibt es für die Hypothese aber noch keine Belege.
    [Anm. 2] Bei der Taufe der Enkelin Anna Elisabeth Bruchhäuser am ~15.09.1782 in Eppe war eine Anna Elisabeth Baur aus Mengeringhausen Taufzeugin, welche mit der verstorbenen Großmutter des Täuflings Katherine Elisabeth Bauer verwandt (Schwester, Schwägerin oder Cousine) gewesen sein könnte. Bislang konnte in den Kirchenbüchern noch keine verwertbare Spur gefunden werden.
    [Anm. 3] Catharina Elisabeth Löwenstein (~Goddelsheim 06.10.1748, +Mengeringhausen 04.06.1813) wurde mit ziemlicher Sicherheit als Clara Elisabeth Löwenstein, Tochter der Eheleute Johann Friedrich Löwenstein (~Harpshausen 13.05.1704, +Goddelsheim 26.07.1767 in Goddelheim) & Anna Maria Hase, verw. Stracke (*um 1702, +Goddelsheim 03.02.1776) getauft.
    Ihr Halbbruder Schmiedemeister Johann Jacob Löwenstein (~Goddelsheim 26.10.1745, +Goddelsheim 27.03.1806) war Taufpate am ~19.07.1775 in Eppe bei der Taufe des Johannes Graff und ihre Halbschwester Engel Catharina Löwenstein (~Goddelsheim 12.02.1743, +Mengeringhausen 03.10.1808) war Taufpatin am ~21.07.1777 in Eppe bei der Taufe der Johannette Engel Catharina Graff. Daraus folgt der familiäre Bezug.
    Engel Catharina Löwenstein wiederum wurde am °°03.12.1783 in Goddelsheim mit Johann Friedrich Schneider aus Mengeringhausen getraut und ist dann offenbar zu ihrem Ehemann nach Mengeringhausen gezogen. Aufgrund dessen gab es auch für den Müller Johannes Graff einen familiären Bezug nach Mengeringhausen.

    [Anm. 4] Bei der Trauung am °°12.04.1774 in Welleringhausen wird sie als Tochter des Müllers Graff bei Eppe bezeichnet.
    Bei der Taufe ihrer Tochter Eva Catharina Behle am ~12.03.1775 in Welleringhausen war Taufzeuge Johannes Graf, der Mutter Vater, Müller bei Eppe, mithin der Großvater.
    [Anm. 5] Er war Taufzeuge bei der Taufe seines Neffen Johann Adam Henrich Behle am ~11.07.1779 in Welleringhausen. („Johann Adam Graf und Christina Elisabeth Graf, der Mutter Geschwister von Bromskirchen aus dem Darmstädtischen“)
    Außer diesem Hinweis gibt es zu ihm keine Spur, denn es fehlt sowohl der Taufeintrag als auch ein Sterbeeintrag. Denkbar ist, dass er nach Juli 1779 als „Müllerbursche“ auf Wanderschaft gegangen ist und dann in eine auswärtige Mühle eingeheiratet hat oder früh verstorben ist. Denn wenn er noch gelebt hätte bzw. als Übernehmer einer Mühle zur Verfügung gestanden hätte, dann wäre zu erwarten gewesen, dass ihm und nicht der Schwester Anna Christina Elisabeth Graf bzw. deren künftigen Ehemann Johann Bernhard Bruchhäuser die Walmenmühle überlassen worden wäre.
    [Anm. 6] Sie war Taufzeugin bei der Taufe ihres Neffen Johann Adam Henrich Behle am ~11.07.1779 in Welleringhausen und bei der Taufe ihres Neffen Johann Georg Henrich Behle am ~15.03.1796 in Welleringhausen („Christina Elisabeth Bruchhäuser von Eppe“) und bei der Taufe der Enkelin Maria Henriette Elisabeth Bruchhäuser am ~20.10.1811 in Neerdar. Beim Ehekontrakt des Sohnes Friedrich Bruchhäuser am 23.04.1812 lebte sie noch. Möglicherweise ist das Kirchenbuch von Eppe für die Zeit ab 1811 unvollständig geführt worden, so dass sich dort kein Sterbeeintrag finden lässt.
    [Anm. 7] Sie war Taufzeugin bei der Taufe des Neffen Johann Christian Behle am ~16.07.1782 in Welleringhausen und bei der Taufe ihrer Nichte Maria Friderica Maria Wilhelmine Bruchhäuser am ~04.07.1788 in Eppe.
    [Anm. 8] ABER: Nach dem KB Eppe stirbt am +02.02.1777 Maria Elisabeth Graf und nicht Catharine Maria Graf. Da die Schwester Maria Elisabeth Graf nachweisbar am °°11.01.1791 in Vöhl getraut wurde, könnte der Pfarrer den zweiten Vornamen verwechselt haben.
    Andererseits war Catharina Elisabet Graf am ~24.06.1790 Taufpatin bei Taufe von Anna Katharina Maria Elisabeth Bruchhäuser, so dass eine Unklarheit verbleibt, zumal 1777 Maria Elisabeth Graf konfirmiert worden war.
    [Anm. 9] Sie war Taufzeugin bei der Taufe ihres Neffen Johann Conrad Baumann am ~13.01.1793 in Vöhl. Denkbar ist, dass sie als ledige Magd oder als verheiratete Ehefrau in Vöhl oder im Nachbarkirchspiel Kirchlotheim verstorben ist. Hiernach wurde bislang aber noch nicht gesucht.
    [Anm. 10] Pate bei seiner Taufe war der Halbbruder der Mutter Schmiedemeister Jacob Löwenstein (*Goddelsheim *26.10.1745, +Goddelsheim 27.03.1806).
    Er war Taufzeuge bei der Taufe seiner Enkelin Johanne Friederike Wilhelmine Ernestine Bruchhäuser am ~01.07.1832 in Helsen sowie bei der Taufe seiner Nichte Christiane Margaretha Baumann am ~20.02.1791 in Vöhl als „Johannes Graf, des Müllers Grafs Sohn zu Vöhl, der Mutter Bruder“.
    [Anm. 11] Patin war die Halbschwester der Mutter Engel Catharina Löwenstein (~Goddelsheim 12.02.1743, +Mengeringhausen 03.10.1808).
    [Anm. 12] Er war Taufzeuge bei der Taufe seiner Nichte Marie Henriette Graf am ~15.06.1800 in Helsen und bei der Taufe seines Neffen Johann Daniel Konrad Göbert am ~11.08.1809 in Mengeringhausen.
    Bei der Taufe seiner Nichte Johanne Catharina Elisabeth Graf am ~30.08.1818 in Helsen war Taufzeugin „des Müllermeisters Johann Daniel Graf in der Thormühle in Mengringhausen Ehefrau Johanne Cathrine Elisabeth, geb. Himmelmann“.
    Obwohl die Ehefrau Johanne Catrine Elisabeth Himmelmann in Mengeringhausen geboren wurde, konnte ein Traueintrag in Mengeringhausen nicht gefunden werden. Das deutet daraufhin, dass Johann Daniel Graf zum Zeitpunkt der Trauung in einem anderen Ort in einer Mühle tätig gewesen könnte und dass die Trauung dann auswärtig erfolgte oder aber, dass das Traubuch von Mengeringhausen unvollständig ist.
    [Anm. 13] Sie war Taufzeugin am ~13.09.1801 in Mengeringhausen bei der Taufe ihres Neffen Johann Gottfried Ludwig Graf und als Johanna Maria Göbert aus Mengeringhausen Taufzeugin am ~07.06.1812 in Helsen bei der Taufe ihrer Nichte Johanne Marie Friederike Graf.
    Sie hat einen Ehemann und 4 majorenne Kinder hinterlassen.
    Nach dem Familienblatt der Familie Johann Daniel Göbert & Anna Maria Graf in Mengeringhausen, aus welchem sich auch die Daten des Ehemannes ergeben, wurde bislang noch nicht gesucht.
    [Anm. 14] Sein Verbleib ist unbekannt. Pate war sein Vetter Schmiedemeister Joh. Franz Philipp Löwenstein (*Goddelsheim 14.10.1767, +Goddelsheim 25.03.1839), ein Neffe der Mutter.
    Er war Taufzeuge bei der Taufe seines Neffen Franz Christian Göbert am ~25.11.1804 in Mengeringhausen.
    [Anm. 15] Ihr Verbleib ist unbekannt. Bislang wurde über den Taufeintrag vom ~10.10.1788 in Vöhl hinausgehend noch kein Hinweis gefunden.
    [Anm. 16] Sein Verbleib ist unbekannt. Er war Taufzeuge am ~07.06.1812 in Helsen bei der Taufe seiner Nichte Johanne Marie Friederike Graf. („Johanna Maria Göbert aus Mengeringhausen, Friedrich Franz Graff, absens, des Täuflings Vaters Geschwister“). Er könnte aber durchaus identisch sein mit Johann Frantz Philipp Graf (*Goddelsheim 19.09.1784).
    [Anm. 17] Ihr Verbleib ist unbekannt. Sie war als Johanna Marie Christiane Graf aus Mengeringhausen Taufzeugin am ~30.08.1815 in Helsen bei der Taufe ihrer Nichte Johanne Marie Christiane Graf. Demnach muss sie 1815 in Mengeringhausen gewohnt haben, mutmaßlich in der von Johann Daniel Graf betriebenen Niederthorsmühle. Im Namensregister der Trauungen von Mengeringhausen hatte ich bei den weiblichen Trauungen nicht bewusst nach ihr gesucht, so dass sie durchaus in Mengeringhausen getraut worden sein könnte.

    Über die Mitteilung von Zufallsfunden und ergänzende Informationen, insbesondere zu den als (?) markierten fehlenden Daten würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße
    Ralf

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    • Gastonian
      Moderator

      • 20.09.2021
      • 6020

      #3
      Hallo Ralf:

      Am 08.07.1768 war Pate in Frankenberg "Catharina Elisabeth Johannes Graffs, Müllers zu Erde im Waldeckischen Ehefrau" (siehe Anhang). Die Mutter des Täuflings war Eva Graff, 1725 geborene Tochter des Bottendorfer Müllers Johann Adam Graff, der wiederum Cousin der in Goddelsheim geborenen Johann Jost Graff und Johann Conrad Graff war (Johann Adams Vater war Abraham Graff, älterer Bruder des 1683 geborenen Johann Jost Graff). Ein "Erde im Waldeckischen" kenne ich nicht - könnte es sich hier um ein falsch gehörtes Eppe handeln? Falls ja, würde es die Vermutung bestärken, dass dein Johannes Graff mit der Bottendorfer und Goddelsheimer Familie verwandt ist.

      VG

      --Carl-Henry

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      • Gastonian
        Moderator

        • 20.09.2021
        • 6020

        #4
        Hallo Ralf:

        Ab 1722 hatte Züschen eine lutherische Gemeinde neben der älteren reformierten Gemeinde - und hier bin ich zu deinem Johannes Graff fündig geworden.

        Laut einem eher kargen Traueintrag heiratete ein Johannes Graf am 23.05.1752 "Anna Elisabeth Orthin, des seeligen mitbürgers und Einwohners hieselbst Thomas Orths jüngsten Dochter" (siehe ersten Anhang).

        Viel interessanter ist dann der Taufeintrag des ersten Kindes (siehe zweiten Anhang): "Anno 1753 d. 10. t. Junij ist des hiesigen untermüllers Meister Johannes Graff und dessen Ehe... Anna Elisabetha ihr Söhnlein zur welt gebohren und d. 17. t. ... [getauft] worden. Der Pate war der GroßVatter Vätterlicher seide Meister Adam Müller zum Franckenberg welcher dem Kinde den Namen Johann Adam mit getheilete".

        Der Vater des Müllers Johannes Graf kann kein anderer sein als der Bottendorfer Müller Johann Adam Graff (die Bottendorfer Mühle gehörte kirchlich zu Bottendorf, befand sich aber auf der Frankenberger Gemarkung - siehe https://lagis.hessen.de/de/orte/hist...ndorfer-muehle)

        Johann Adam Graff hat erst 1723 geheiratet, und vor der großen Lücke im Bottendorfer Kirchenbuch 1727-1749 finden sich nur zwei Töchter für ihn (Elisabeth Margarethe, *28.03.1724, und meine Vorfahrin Eva Graff, *22.11.1725). Ich würde also annehmen, dass das angegebene Sterbealter des Johannes Graff (72 Jahre alt in 1792) zu hoch ist und er erst ca. 1727 geboren und ca. 1741 konfirmiert wurde, beides ohne Beleg wegen der Kirchenbuchlücke.

        Das zweite Kind des Johannes Graf in Züschen war Anna Catharina, *15.10.1754 (siehe dritten Anhang) - für sie ist also das Sterbealter in Alleringhausen auch fünf Jahre zu hoch geraten

        Am 14.01.1757 hatte der Untermüller Johannes Graf und seine Frau Anna Elisabetha noch einen Sohn Hartmann in Züschen, dessen Pate der Müller Hartmann Dölter in Oberelsungen war (siehe vierten und fünften Anhang). Danach habe ich keine weitere Erwähnung für ihn oder seine Familie im lutherischen KB Züschen bis 1763 gefunden.

        Wo also der Hartmann und die Anna Elisabetha Orthin verstorben sind und Johannes Graf die Catharina Elisabeth Baur geheiratet und seine nächste Tochter Anna Christine getauft hat, weiß ich nicht.

        VG

        --Carl-Henry
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        • Ralf-I-vonderMark
          Super-Moderator

          • 02.01.2015
          • 3419

          #5
          Hallo Carl-Henry,

          schönen Dank für die sehr guten und auch unerwarteten Funde, über welche ich mich jetzt nach einem sehr intensiven Arbeitstag gefreut habe und die Anspannung einer wetterbedingt anstrengenden Rückfahrt (mir ist bei Regen ein Scheibenwischer abgeknickt, das hat keinen Spaß gemacht) umso leichter vergessen kann.

          Du bist nun der dritte eifrige Helfer, welcher für mich in den Züschener Kirchenbüchern nach GRAF gesucht hat und der erste, der fündig geworden ist. Allerdings hatten die beiden vorherigen fleißigen Helfer vermutlich nur im luth. Kirchenbuch nachgeschaut und muss ich fairerweise zu deren Ehrenrettung angeben, dass ich zur Vermeidung eines unnötigen Suchaufwandes den Zeitraum für die Suche der Trauung wegen des errechneten Geburtsjahres der Anna Catharina Behle, geb. Graf (*um 1750, +Alleringhausen 07.01.1820) auf die Jahre vor 1750 eingegrenzt hatte. So dass die Sucherei offenbar „knapp an den Daten“ vorbeigelaufen war.

          Zudem hatte ich bislang angenommen, dass auch für die 1750-er Jahre eine Kirchenbuchlücke in Züschen bestanden hatte, oder dass Johannes Graf zwar entsprechend der Angabe im Erbbestandsbrief der Walmenmühle zu Eppe vom 16.08.1755 Müller in Züschen war, dort aber keine kirchenbuchrelevanten Spuren hinterlassen hat.

          Insoweit kann ich Deine Hinweise nur als absolut sensationell und unerwartet bezeichnen.

          Fest steht nun völlig überraschend, dass Johannes Graf sogar dreimal verheiratet gewesen ist (was durchaus zu seinem umtriebigen Lebensweg passt).

          Die neuen Erkenntnisse fass ich auch der besseren Übersichtlichkeit halber wir folgt zusammen:

          Johannes Graf [Untermüller in Züschen, Erbbestandsmüller der Walmenmühle zu Eppe (ab 16.08.1755), Müller in Bromskirchen (1778 – 1781), Müller der Aarmühle zu Goddelsheim (1784), Pachtmüller der Stiegmühle zu Vöhl (1788), Müller der Niederthorsmühle zu Mengeringhausen (1792)]
          *err. um 1720 in (?), +Mengeringhausen 30.10.1792 (72 J.)

          °°(I) 23.05.1752 in Züschen mit Anna Elisabeth Orth [Vater: +Thomas Orth]
          KINDER:
          1.) Johann Adam Graf; ~10.06.1753 in Züschen, +nach 11.07.1779
          2.) Anna Catharina Graf, *15.10.1754 in Züschen, +Alleringhausen 07.01.1820
          °°Welleringhausen 12.04.1774 mit Johann Wilhelm Behle; *Alleringhausen 11.11.1749, +Alleringhausen Dez. 1800 gnt. „alten Rechts“
          3.) Hartmann Graf; ~14.01.1757 in Züschen,

          Die Feststellung, dass Pate des Johann Adam Graf am ~10.06.1753 in Züschen der „GroßVatter Vätterlicher seide Meister Adam Müller zum Franckenberg“ war, ist für die familiäre Zuordnung extrem werthaltig!

          Den sicherlich zutreffenden Gedanken, dass Vater des Müllers Johannes Graf kein anderer sein kann als der Bottendorfer Müller Johann Adam Graff (*Bottendorf 24.12.1702), kann ich jetzt aber nicht nachvollziehen oder „stehe etwas auf der Leitung“

          Mir liegen viele Daten zu den Müller GRAF (wohl auch KRAFT) in Bottendorf vor. Daraus ergibt sich, dass Johann Adam Graf ein Sohn der Eheleute Müller Abraham Graff (~Bottendorf 12.01.1681) und Anna Güda Schmidtmann (~ Bottendorf 05.02.1682, +Bottendorf 21.10.1722) war und am °°01.06.1723 in Bottendorf mit Maria Elisabeth Voehl (*Frankenberg um 1700), einer Tochter des Georg Voehl (*um 1670) getraut worden war.

          Doch wie passt der Seidemeister Adam Müller zum Franckenberg ins Bild.?

          Die Taufe des Hartmann Graf vom ~14.01.1757 in Züschen ist insoweit interessant, als dass aufgrund Erbbestandsbrief der Walmenmühle zu Eppe vom 16.08.1755 hätte erwartet werden können, dass sich der Müller Johannes Graf in Eppe aufhält. Aber möglicherweise hat er wegen der umfangreichen Baumaßnahmen (mir liegt die Bauakte vor) an der Walmenmühle die erste Ehefrau und die drei Kinder noch in Züschen belassen.

          Soweit es die Katherine Elisabeth Graf, geb. Bauer (*um 1724, +Eppe 17.04.1774) betrifft, war diese sicherlich als „Catharina Elisabeth Johannes Graffs, Müllers zu Erde im Waldeckischen Ehefrau" Taufpatin am ~08.07.1768 in Frankenberg bei der Taufe

          Einen Ort „Erde“ gibt es nach GOV im GENWIKI nirgendwo in Deutschland, aber überraschenderweise einmal in den Niederlanden. Sicherlich wir Eppe gemeint sein und mag der Pfarrer einen mundartlich genuschelten Ortsnamen falsch verstanden haben.

          Katherine Elisabeth Graf, geb. Bauer könnte einen familiären Bezug nach Mengeringhausen gehabt haben, da bei der Taufe ihrer Enkelin Anna Elisabeth Bruchhäuser am ~15.09.1782 in Eppe eine Anna Elisabeth Baur aus Mengeringhausen Taufpatin war. Aber auch in Mengeringhausen hatte eine andere Helferin keinen Hinweis auf eine Trauung des Johannes Graf mit Katherine Elisabeth Bauer, welche nach dem neuen Erkenntnisstand zweifelsohne nicht vor 1750 erfolgt sein kann, sondern vielmehr erst nach Jan. 1757.

          Da Eva Cathrine Graff (*Bottendorf 22.11.1725, +Frankenberg 09.05.1798) Deine Vorfahrin war, dürften wir witzigerweise ab dem Müller zu Bottenberg Johann Adam Graff (~Bottendorf 24.12.1702), dessen Sterbedatum der Kirchenbuchlücke zum Opfer gefallen sein könnte, gemeinsame Vorfahren haben.

          Viele Grüße
          Ralf

          Kommentar

          • Gastonian
            Moderator

            • 20.09.2021
            • 6020

            #6
            Hallo Cousin Ralf!

            Ich interpretiere die Angabe des Paten 1753 so: "GroßVatter Vätterlicher seide Meister Adam Müller zum Franckenberg" = Großvater väterlicherseits Meister Adam [Nachname fehlt, muß aber Graf sein], Müller zu Frankenberg". Also nicht ein Seidemeister (so was ist mir noch nicht in Frankenberg vorgekommen). Der einzige Adam Graf in oder nahe Frankenberg um diese Zeit ist der Bottendorfer Müller, Meister Johann Adam Graf (da so viele meiner Vorfahren aus Frankenberg stammen, habe ich nicht nur meine Auswertung des lutherischen Kirchenbuchs Frankenberg, sondern auch die Mannschaftsliste 1727 und das Geschoßregister 1738 für Frankenberg vorliegen, und kann daher sagen, wen es zu dem Zeitpunkt dort gab oder nicht gab).

            Die mir vorliegenden Familiendaten zu Johann Adam Graff:

            1) Johann Adam, ~24.12.1702 in Bottendorf als Sohn von Abraham Graff
            I oo 17.06.1723 in Bottendorf mit N.N. N.N. (dämlicherweise im Traueintrag nur als "seine Braut" genannt)
            II oo 04.05.1733 in Frankenberg mit Maria Elisabeth, Georg Vöhls gewesenen Teichmüllers nachgelassener Tochter, ~25.08.1715 in Frankenberg, ^23.03.1760 in Bottendorf im Alter von 44 Jahren
            ^28.10.1759 in Bottendorf im Alter von 56 Jahren 10 Monaten

            Bekannte Kinder erster Ehe:
            1-1) Elisabeth Margreta, *28.03.1724, ~02.04.1724 in Bottendorf, ^26.10.1756 in Bottendorf (starb im Kindbett mit unehelich in Frankenberg erzeugten Kind)
            1-2) Eva, *22.11.1725, ~26.11.1725 in Bottendorf, oo 01.03.1748 in Frankenberg mit Johannes Schneider, +09.05.1798 in Frankenberg als Johannes Schneiders Witwe im Alter von 73 Jahren
            1-3) Johannes, oo 23.05.1752 in Züschen mit Anna Elisabeth Orth, + 30.10.1792 in Mengeringhausen im Alter von 72 Jahren [vermutlich nur ca. 65 Jahre]

            Bekannte Kinder zweiter Ehe:
            1-4) Anna Maria, *13.03.1734 (err.), konf. 1750 in Bottendorf, oo 20.11.1755 in Frankenberg mit Peter Wilhelm, +02.12.1759 in Frankenberg im Alter von 25 Jahren 8 Monate 2 Wochen und 5 Tage
            1-5) Henrich, * November 1739 (err.), konf. 1754 in Bottendorf, ^14.03.1760 in Bottendorf im Alter von 20 Jahren 5 Monate
            1-6) Anna Elisabeth, *Juli 1744 (err.), konf. 1757 in Bottendorf, oo 28.03.1761 in Bottendorf mit Daniel Otto aus Mittelsimshausen, ^04.03.1777 in Frankenberg im Alter von 32 Jahren 8 Monate weniger 4 Tage
            1-7) Emanuel, * ca. 1747 (auf Grund des Konfirmationsdatums), konf. 1761 in Bottendorf
            1-8) Clara Elisabeth, *01.02.1751, ~05.02.1751 in Bottendorf, ^17.03.1753 in Bottendorf im Alter von 2 Jahren 5 Wochen 5 Tage

            Daniel Otto hat durch seine Heirat 1761 mit Anna Elisabeth die Bottendorfer Mühle übernommen. Dies wurde dadurch begründet, dass sie das älteste Kind des Johann Adam Graff war, aber dies überschlägt die zwei noch lebenden Kinder aus seiner ersten Ehe (Eva und Johannes). Da die Bottendorfer Mühle allerdings zu diesem Zeitpunkt hochverschuldet und unrentabel war (sehr unbeständiger Wasserlauf, konnte deshalb nicht gegen die an der Eder liegenden Mühlen konkurrieren), hatte Johannes vielleicht überhaupt kein Interesse an der väterlichen Mühle.

            Die Mutter des Johann Adam könnte sehr wohl die Anna Güta (kein Nachname im Traueintrag) sein, die sein Vater Abraham Graff am 20.11.1701 geheiratet hat. Aber im Taufeintrag des Johann Adam wird die Mutter nicht genannt, und auch bei der Beerdigung von "Abraham Graffs Frau" am 22.10.1722 wird sie nicht genannt. Wegen der vielen Schmidtmann-Patenschaften bei Johann Adams Kindern war Anna Güta wohl eine Schmidtmännin. Da ich aber für meine Ahnentafel einen ausdrücklichen und eindeutigen Beleg für Elternschaften verlange (im Fall von Müttern, falls nicht ausdrücklich im Taufeintrag erwähnt, entweder ein Mädchenname oder ein genaues Alter in ihrem Sterbeeintrag oder ein andersweitiger Beweis, das die gleiche Person Frau des Vaters vor und nach der Geburt war), habe ich sie nicht in meiner Ahnentafel aufgenommen und die Schmidtmann-Familie nicht weiter verfolgt.

            Wie Du vielleicht schon gesehen hast, gibt es sehr umfangreiche Akten zu der Bottendorfer Mühle im Staatsarchiv Marburg. Regesten (auf Englisch) aus diesen Akten für Johann Adam, seinem Vater Abraham, seinem Großvater Nicolaus, und seiner Urgroßmutter Gerdraut "die Müllersche" habe ich in meiner Ahnentafel beigefügt - https://gw.geneanet.org/schwind1_w?l...&p=johann+adam

            VG

            --Carl-Henry


            Wohnort USA

            Kommentar

            • Ralf-I-vonderMark
              Super-Moderator

              • 02.01.2015
              • 3419

              #7
              Hallo Carl-Henry,

              besten Dank für die erläuternden Hinweise.

              Die Formulierung „GroßVatter Vätterlicher seide Meister Adam Müller zum Franckenberg“ muss also ausgedeutet werden. Klar „Vätterlicher seide“ heißt „väterliche Seite“ und dann bleibt nur ein „Meister Adam Müller zum Franckenberg“ und „zum Franckenberg“ ist nicht gleichbedeutend mit „aus Frankenberg“. Da der Familienname fehlt, musste ein Müller Adam aus der Umgebung von Frankenberg gesucht werden. Eine pfiffige Interpretation! Ich hatte angenommen, dass ein Großvater väterlicherseits alternativ auch der Vater der Mutter des Kindsvaters hätte sein können. Aber auch dann würde in jedem Fall der Familienname fehlen.

              Der Pfarrer von Bottendorf war ja „sehr mitteilungsbedürftig“, wenn er den Johann Adam Graff (*Bottendorf 24.12.1702, ^Bottendorf 28.10.1759) am °°17.06.1723 mit „seine Braut“ verehelicht hat (mit wem sonst), ohne Vor- und Familiennamen zu nennen.

              Da auch schon Abraham Graff am °°20.11.1701 mit einer Anna Güta verheiratet wurde, ohne den Familiennamen zu nennen, nehme ich an, dass es zu der Zeit übliche Praxis in Bottendorf war, den Familiennamen der angeheirateten Braut zu verschweigen. Das ist für die Familienforschung sehr hinderlich.

              Im Waldeckschen waren nachweisbar schon 1725 zwingend Eheverträge vorgeschrieben, ohne welche keine Trauung durch einen Pfarrer vollzogen werden durfte. Bei FamilySearch sind diejenigen aus Korbach ab 1780 online einsehbar. Züschen gehörte ab 1625 zur Grafschaft Waldeck, so dass es Ehepacte gegeben haben musste. Fraglich aber, diese erhalten geblieben sind. Ich nehme an, dass es für das Hessen-Darmstädtische keine vergleiche Regelung und keine erhaltenen Ehekontrakte gibt.

              Soweit es die Übernahme der Bottendorfer Mühle durch Daniel Otto (aus Mittelsimshausen, ^04.03.1777 in Frankenberg) betrifft, welcher am °°28.03.1761 in Bottendorf mit Anna Elisabeth Graff (*Juli 1744 (err.), konf. 1757 in Bottendorf) getraut worden war, hatte dieser vermutlich schon nach dem Tod des Johann Adam Graff ab Okt. 1759 die Bottendorfer Mühle für die Erben betrieben. Die Namen der beiden werden auch in diesen Archivalien „Anlage und Betrieb eines Holzschneideganges an der Mühle zu Bottendorf“ [HStAM, 40 c, 972] und „Verleihung des Wasserfalls auf die Mühle zu Bottendorf an den dortigen Müller sowie Erteilung der Genehmigung zur Anlegung eines neuen Mahlganges“ [HStAM, 40 c, 971] aufgeführt, die Dir sicherlich bekannt sind. Eine das Jahr 1761 umfassende Akte zur Vererbleihung der Mühle zu Bottendorf an Daniel Otto scheint nicht zu existieren. Denn darin hätten sich auch Hinweise auf eine Erbauseinandersetzung befinden müssen.

              Da Anna Elisabeth Graff eine Tochter aus zweiter Ehe war, empfinde ich die Übertragung der Mühle auf deren Ehemann unter Umgehung der Kinder aus erster Ehe nicht ungewöhnlich. Denn z.B. wurde auch die Berndorfer Eichmühle des Johann Friedrich Bruchhäuser (1727 – 1783) am +08.05.1783 durch die Familie von Huyssen an Johannes Schultze (1758 – 1834), dem Ehemann der ältesten Tochter aus zweiter Ehe verpachtet.

              Das Desinteresse der vorrangig zur Übernahme in Betracht kommenden Erben mag sich auch darin begründen, dass die Mühle hochverschuldet und unrentabel war. Aber Johannes Schneider (+09.05.1798 in Frankenberg), der Ehemann der Eva Graff (*22.11.1725 in Bottendorf) war Metzger und dürfte schon deshalb als Übernehmer einer Mühle ausscheiden, weil er dazu nicht qualifiziert war. Johannes Graf (*um 1727 in Bottendorf, + 30.10.1792 in Mengeringhausen) wiederum war durch den Erbbestandsbrief der Walmenmühle zu Eppe vom 16.08.1755 abgesichert und dürfte an der Übernahme der Mühle zu Bottendorf kein Interesse gehabt haben, zumal er in den Umbau der Walmenmühle investiert hatte, in die u.a. eine Sägemühlenanlage eingebaut wurde. Gleichwohl müsste es vertragliche Vereinbarungen gegeben.

              Johannes Graf (1727 – 1792) könnte als Müller in der Mühle seines Vaters in Bottendorf tätig gewesen sein, bevor er Untermüller in Züschen wurde. Vermutlich wurde er Nachfolger des Untermüllers Henrich Ritten, was sich aus der Archivalie „Klage der Vormünder über die Kinder des wahnsinnigen Untermüllers Henrich Ritten zu Züschen gegen den Obristen von Meisenbug wegen Aussetzung aus der Mühle (1752 – 1753)“ [HStAM, 121, 5456] ableiten lässt. Hinweise auf eine Mühleakte für die Untermühle zu Züschen habe ich aber noch nicht gefunden.

              Da Du das lutherische KB Züschen bis 1763 durchsucht hast und dort keinen weiteren Hinweis zu GRAF gefunden hast, insbesondere weder den Sterbeintrag für Anna Elisabeth Graf, geb. Orth, noch einen Taufeintrag der Anna Christina Elisabeth Graf; *um 1760/1761, konf. 1774 in Eppe), noch einen Eintrag für die Trauung des Johannes Graf mit Katherine Elisabeth Bauer *um 1724, +17.04.1774 in Eppe) gefunden hast, müsste dies an einem unbekannten Ort erfolgt sein, sofern nicht doch im ref. KB von Züschen für die Zeit 1757 bis 1763 Einträge zu finden wären.

              Der Taufpate Müller Hartmann Dölter aus Oberelsunge bei der Taufe des Hartmann Graf (~14.01.1757 in Züschen) ist aufgrund der räumlichen Entfernung nicht einzuordnen. Da es in Züschen aber schon den Obermüller Balthasar Fuchs (*um 1707 in Oberelsungen, +27.03.1747 in Züschen) gegeben hatte, ist es möglich, dass dieser mit einer Schwester Anna Elisabeth Graf, geb. Orth verheiratet gewesen sein könnte und dass diese in Oberelsungen bei einem Familienbesuch verstorben sein könnte.

              Viele Grüße
              Ralf

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              • Gastonian
                Moderator

                • 20.09.2021
                • 6020

                #8
                Hallo Ralf:

                1) Eine Sammlung von Ehepakten für Frankenberg habe ich noch nicht gesehen. Das Landeskirchliche Archiv in Kassel hat aber in ihren Regalen das umfangreiche Pfarrarchiv von Frankenberg (12 laufende Meter); dieses ist leider noch nicht katalogisiert und daher anscheinend noch nicht zugänglich.

                2) In der Akte HStAM 40 c Nr. 971 gibt es einen ausführlichen Briefwechsel zwischen der Kammer in Kassel und Beamten in Frankenberg über den Besitzwechsel der Bottendorfer Mühle nach dem Tod des Johann Adam Graff. Dieser hatte zuletzt die Mühle 1753 für 8 Jahre beliehen bekommen. Die Leihe wurde 1761 nicht renoviert. 1764 schrieb der Frankenberger Rentmeister nach Kassel mit der Bitte des Daniel Otto, ihm jetzt die Leihe zu renovieren; die Verzögerung wurde dadurch begründet, dass die Vormünder der Kinder des Johann Adam Graff den alten Lehnbrief verlegt und erst jetzt dem Daniel Otto ausgehändigt hätten. Die Kammer schrieb zurück an den Rentmeister mit dem Befehl zu berichten, wie die Mühle an Daniel Otto gelangt sei. Der Rentmeister antwortete, dass nach Absterben des Johann Adam Graff und seiner Frau der Amtmann von Frankenberg die älteste Tochter an den Daniel Otto verheiratet hätte. Die Kammer schrieb dann an den Amtmann mit einem Befehl zur Erklärung der Sachlage. Dieser antwortete nicht, und 1768 schrieb der Rentmeister wieder an die Kammer, dass die Leihe immer noch nicht renoviert worden sei. Jetzt schließlich antwortete der Amtmann mit einer Kopie des Ehekontrakts, der nicht von ihm, sondern vom Bürgermeister und Rat der Stadt Frankenberg aufgerichtet worden war. Der Ehekontrakt, datiert den 27t. Februar 1761, wurde von P. Faure als derzeitigen Bürgermeister sowie Daniel Otto und Anna Elisabeth Graf (mit ihrem durch Daniel Finger bezeugten Handzeichen) in Anwesenheit von Johann Henrich Otto (Müller in Mittelsimshausen) als Vater des Bräutigams und Emanuel Schmittman und Lorentz Kleinkauff als Vormünder der Braut sowie einem Peter Wilhelm unterzeichnet; weder Eva Graf (oder ihr Ehemann Johannes Schneider) noch Johannes Graf waren anwesend. In diesem Ehekontrakt brachte die Braut mit Bewilligung ihrer Vormünder die Bottendorfer Mühle mit allen Pertinenzen in die Ehe sowie ihren dritten Teil des elterlichen Erbes laut einer noch ausstehenden Erbteilung.

                3) Ich habe auch das reformierte Kirchenbuch von Züschen für die Jahre 1757 bis 1763 durchgesehen - keine Erwähnung des Johannes Graf oder seiner Familie dort. Auch im Kirchenbuch Oberelsungen habe ich keine Spur in den Jahren 1757 bis 1763 gefunden.

                4) Auch noch zu beachten: zumindest in den Jahren 1760 bis 1762 war diese ganze Gegend Kriegsschauplatz im Siebenjährigen Krieg (siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_bei_Korbach und https://de.wikipedia.org/wiki/Gefech...Gr%C3%BCningen).

                VG

                --Carl-Henry
                Wohnort USA

                Kommentar

                • Ralf-I-vonderMark
                  Super-Moderator

                  • 02.01.2015
                  • 3419

                  #9
                  Hallo Carl-Henry,

                  schönen Dank für Deine Anmerkungen und die Durchsicht des reformierten Kirchenbuches von Züschen für die Jahre 1757 bis 1763 und des Kirchenbuches von Oberelsungen aus den Jahren 1757 bis 1763. Damit bliebe derzeit als einzige vage Spur das Kirchenbuch von Mengeringhausen für die Zeit 1757 bis 1763.

                  Allerdings ist einzugestehen, dass selbst dann, wenn die Taufpatin Anna Elisabeth Baur aus Mengeringhausen bei der Taufe vom ~15.09.1782 in Eppe eine Schwester, Cousine oder Nichte der Katharina Elisabeth Graf, geb. Bauer war aufgrund der großen zeitlichen Differenz von etwa 20 Jahren nicht belegt, Katharina Elisabeth Graf, geb. Bauer zwischen 1757 bis 1763 in Mengeringhausen gelebt und dann dort geheiratet hatte.

                  Fest steht, dass Anna Elisabeth Graf, geb. Orth nach dem 17.01.1757 verstorben ist.
                  Ferner steht fest, dass Katharina Elisabeth Graf, geb. Bauer die Mutter der Maria Elisabeth Graf (*26.01.1763 in Eppe) und die Trauung mit Johannes Graf vor der Geburt dieser Tochter erfolgt sein muss. Daraus ergibt sich als Zwischenergebnis ein Suchzeitfenster von sechs Jahren von Jan. 1757 bis Jan. 1763 für den Sterbeeintrag einerseits und den Traueintrag andererseits.

                  Durch den großartigen Fund des Traueintrages vom °°23.05.1752 in Züschen bleibt nun aber unklar, welche der beiden Ehefrauen des Johannes Graf die Mutter der Anna Christina Elisabeth Bruchhäuser, geb. Graf (*um 1760/1761) war., da beide Varianten möglich sind. Die Taufpaten der Taufen der drei Graf-Töchter aus den Jahren 1763, 1765 und 1767 helfen nicht weiter, weil es sich allesamt um Personen aus Eppe oder Goldhausen ohne familiären Bezug handelt.

                  Der von Dir zitierte Ehekontrakt vom 27.02.1761 belegt, dass es grundlegend Ehekontrakte aus dem Amt Frankenberg gegeben hat. Damit besteht sogar die Möglichkeit, dass es zur Vorbereitung der beiden Trauungen des Johann Adam Graff vom °°17.06.1723 in Bottendorf und vom °°04.05.1733 in Frankenberg Ehekontrakte gibt.

                  Hinsichtlich der Trauungen aus Züschen könnte es auch noch Ehekontrakte geben in den Beständen des Stadtarchiv Fritzlar:
                  Akten und Amtsbücher der eingemeindeten Ortsteile Cappel, Geismar, Haddamar, Lohne, Obermöllrich, Rothhelmshausen, Ungedanken, Wehren, Werkel und Züschen (ca. 20 lfm, 18.-20. Jh.)

                  Fraglich ist aber, ob es überhaupt Ehekontrakte aus der Zeit 1715 – 1720 gab, weil nur dann die Chance bestehen würde, einen Ehekontrakt des Johann Adam Bruchhäuser oder seiner Brüder Johann Bernhard Bruchhäuser und Johann Heinrich Bruchhäuser zu finden. Für mich wiederum wäre ein Ehekontrakt vor der Trauung des Johannes Graf vom 23.05.1752 in Züschen sehr werthaltig.

                  Viele Grüße
                  Ralf

                  Kommentar

                  • Gastonian
                    Moderator

                    • 20.09.2021
                    • 6020

                    #10
                    Hallo Ralf:

                    Eine Sammlung der Ehekontrakte in der Stadt Frankenberg ab 1748 gibt es im HStAM: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/...?nodeId=s91053 (war mir bisher dessen nicht bewußt, werde diese mir nächsten Sommer für meine eigenen Forschung durchsehen müssen)

                    Für Züschen gibt es im HStAM Ehekontraktprotokolle leider erst ab 1833: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/...nodeId=s126925

                    Eine Uebersicht zu den Beständen zur Altgemeinde Züschen im Stadtarchiv Fritzlar ist hier: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/...nodeId=g341549. Leider sehe ich da keine Ehekontraktprotokolle oder Gerichtsprotokolle aus dem 18. Jahrhundert. Die einzige Akte aus dem 18. Jahrhundert ist das Lager- und Steuerbuch 1747 (d.h. ein Verzeichnis aller steuerbaren Grundstücke) unter 3.3

                    Ich habe jetzt auch das Traubuch Mengeringhausen 1757-1763 durchgeblättert; keine Heirat eines Graf o.ä. gesehen. Auch habe ich letzten Sommer den Namenverzeichnis zum Lagerbuch der Stadt Mengeringhausen 1757 (HStAM 127, Mengeringhausen 6) abfotografiert; zu dem Zeitpunkt hatte kein Bauer o.ä. ein Grundstück in Mengeringhausen (interessanterweise aber ein Johann Bernhardt Bruckhäuser - laut einem anderen Verzeichnis in HStAM 127, Mengeringhausen 8 war dieser Grundstückbesitzer ein Auswärtiger aus Twiste).

                    VG

                    --Carl-Henry
                    Wohnort USA

                    Kommentar

                    • Ralf-I-vonderMark
                      Super-Moderator

                      • 02.01.2015
                      • 3419

                      #11
                      Hallo Carl-Henry,

                      nochmals vielen Dank für das ergänzende, wenn auch erfolglose Nachschauen im Kirchenbuch von Mengeringhausen für die Jahre 1757 bis 1763. Mittlerweile neige ich zu der Annahme, dass sowohl der Sterbefall der Anna Elisabeth Graf, geb. Orth, als auch die Heirat der Katharina Elisabeth Bauer und die Taufe der Anna Christina Elisabeth Graf in Eppe erfolgt sind; dass aber der Pfarrer das Kirchenbuch unordentlich geführt haben könnte und keine Eintragung in das Kirchenbuch erfolgt ist, obwohl dieses objektiv keine Lücken für die Zeit erkennen lässt.

                      Das ist zwar schade, aber mit den bislang gefundenen neuen Daten zu Johannes Graf bin ich ohnedies hochzufrieden, zumal Deine Fundmitteilung zum Jahresende völlig unerwartet war.

                      Bei dem Johann Bernhardt Bruckhäuser, welcher nach dem Verzeichnis in HStAM 127, Mengeringhausen 8 zum Lagerbuch der Stadt Mengeringhausen 1757 als Auswärtiger aus Twiste als Grundstückbesitzer aufgeführt wird, handelt es sich eindeutig um den Obermüller Johann Bernhard Bruchhäuser (*Twiste um 1718, +Twiste 28.05.1768).

                      Toll, dass Du bei ARCINSYS einen Hinweis auf die Sammlung der Ehekontrakte in der Stadt Frankenberg ab 1748 und eine neues Forschungsprojekt gefunden hast.

                      Ich denke, dass in den Archiven noch viele unbekannte Archivalien lagern, welche noch nicht registriert wurden. Denn z.B. das Stadtarchiv Korbach hat in diesem Jahr begonnen, die vorhandenen Bestände bei ARCINSYS mit sehr ordentlichen Bezeichnungen neu darzustellen; u.a. zur Eichmühle in Berndorf und eine Urkunde zum Walmenmüller Friedrich Bruchhäuser aus dem Jahr 1811. Daher können wir in den nächsten Jahren noch viele neue Hinweise erwarten.

                      Daher vermute und hoffe ich, die Bestände zur Altgemeinde Züschen vom Stadtarchiv Fritzlar, insbesondere diejenigen aus dem 18. Jahrhundert, noch nicht vollständig bei ARCINSYS erfasst worden sind. Diesbezüglich werde ich im neuen Jahr dort einmal nachfragen und vielleicht gibt es noch viel mehr als erwartet zu finden.

                      Bei FamilySearch sind die Ehekontrakte für das Gericht Corbach ab 1780 mit allen dazu gehörigen Orten (z.B. Berndorf und Eppe) online einsehbar, was mir bereits bekannt war. Aber im OSB Berndorf sind Eheverträge schon ab 1746 aufgeführt, was bedeutet, dass der Bestand von 1746 bis 1779 sich noch in einem anderen Archiv befindet, möglicherweise beim Stadtarchiv Korbach.

                      Diese Ehekontrakte finden sich über den modifizierten Katalog von FamilySeach aber nicht über die Suchmaske „Ort“, sondern nur über die Suchmaske „Verfasser“! Für „Dein“ Frankenberg ist dieser Bestand Zivilstandsregister, 1808-1813 online einsehbar, auch wenn ich davon ausgehe, dass Dir die Daten schon bekannt sind.

                      Mir liegt die Archivalie [HStAM, 125, Nr. 11245] vor, in welcher u.a. ein Schriftstück vom 26.03.1838 enthalten ist, durch welches der Walmenmüller Friedrich Bruchhäuser (*Eppe 02.11.1784, +Eppe 01.10.1840) um Erteilung des Heiratskonsenses für seinen ältesten Sohn Friedrich Bruchhäuser (*Eppe 28.06.1812, +Adorf 10.08.1869) bittet und darstellt, in welchen 4 Mühlen dieser in einer Zeit von fast 4 Jahren gearbeitet hatte, um „sein Geschäft zu erlernen“, wozu auch Bescheinigungen vorgelegt werden können.

                      Da auch schon 100 Jahre zuvor Heiratskonsense erteilt werden mussten, wäre das Vorhandensein und Auffinden derartiger Heiratskonsense z.B. aus Züschen, aber auch aus Bottendorf u.v.a. Orten für die Forschung bedeutsam und dürften sich daraus viele neue Erkenntnisse ergeben.

                      Viele Grüße
                      Ralf

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                      • Ralf-I-vonderMark
                        Super-Moderator

                        • 02.01.2015
                        • 3419

                        #12
                        Hallo Carl-Henry,

                        nachdem ich mir noch einmal die vorhandenen Quellen angeschaut habe, habe ich noch Neues entdeckt.

                        Nach der Bauakte der Walmenmühle zu Eppe wird der Müller Johannes Graf erstmalig erwähnt am 29.05.1762 in Zusammenhang mit einem Streit mit den zur Walmenmühle gebannten Einwohner der Gemeinde Goldhausen. Das letzte Schriftstück davor liegt zwei Jahre zurück und betrifft einen Müller Johannes Meier, bürtig aus Bringhausen. Dessen Nachfolger, Walme-Müller Johann Eckhart Wilstumpf, bürtig aus dem Darmstädtischen von Wetterburg, hat am ~16.04.1758 in Eppe eine Tochter taufen lassen. Am ~03.08.1760 hat der Müller Franz Josef Hagemeyer in Eppe eine Tochter taufen lassen. Der in der Mühlenakte befindliche Erbbestandsbrief vom 26.04.1755 für den Müller Johannes Graf wurde aber erst am 28.05.1801 als Transcription für den Müller Johann Bernhard Bruchhäuser neu ausgefertigt, nachdem dieser mit gesiegelter Urkunde vom 28.02.1801 aus Mengeringhausen das Ableben des Müllers Johannes Graf am 30.10.1792 belegen konnte.

                        Möglicherweise ist das abgeschriebene Datum 26.04.1755 unrichtig und der Erbbestandsbrief der Walmenmühle wurde Johannes Graf tatsächlich erst später, mutmaßlich 1761 oder 1762 ausgehändigt, so dass er bis zu diesem Zeitpunkt Untermüller in Züschen gewesen sein könnte.

                        Denn Friedrich hatte mir schon am 13.09.2018 einen screenshot aus dem vermutlich ref. Züschener Kirchenbuch übermittelt, welchen wir beide nicht gut lesen konnten und welchen ich nicht weiterverfolgt hatte, da es einen verstorbenen Untermüller Johann Hartmann betreffen sollte. Durch diesen Taufeintrag vom 24.06.1759 in Züschen wurde wohl ein Kind namens Johannes getauft.

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                        Ob dieser Taufeintrag weiterhilft oder nur chronologisch bestätigt, dass Johannes Graf im Jun. 1759 nicht mehr Untermüller von Züschen war, bleibt für mich derzeit unklar. Nach der „Strohhalmtheorie“ ergibt sich gleichwohl eine neue Spur im ref. Kirchenbuch von Züschen.

                        Viele Grüße
                        Ralf

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                        • Gastonian
                          Moderator

                          • 20.09.2021
                          • 6020

                          #13
                          Hallo Ralf:

                          Siehe zuerst meinen Beitrag #4 oben - laut Anhang 4 und 5 hatte Johannes Graf im Januar 1757 in Züschen (lutherisch) einen Sohn Hartmann. Den Taufpaten lese ich jetzt als Hartmann Sältzer (nicht Dölter), Müller in Oberelsungen.

                          Bei der Taufe 1759 im reformierten KB Züschen (siehe Archion-Download im Anhang) handelt es sich um den posthum geborenen Sohn des Johann Hartmann Sältzer, gewesenen Untermüllers allhier; Pate war ein Johannes Cruß, Einwohner in W..ge.

                          Hartmann Sältzer, Obermüller in Oberelsungen, hatte März 1752 und September 1755 Kinder in Oberelsungen taufen lassen, und noch Januar 1757 war er ja Müller in Oberelsungen. Aber am 07.02.1759 wurde Joh: Hartmann Sältzer, Untermüller allhier, in Züschen (reformiert) im Alter von 38 J 3 M begraben.

                          Dies bestätigt also, das Johannes Graf 1759 nicht mehr Untermüller in Züschen war.

                          VG

                          --Carl-Henry
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                          • Ralf-I-vonderMark
                            Super-Moderator

                            • 02.01.2015
                            • 3419

                            #14
                            Hallo Carl-Henry,

                            vielen Dank für die Erläuterung. Schade, dann läuft dieser Ansatz leider ins Leere.

                            Das Einzige, was wir nun ergänzend wissen ist, dass Hartmann Sältzer im Jan. 1757 Obermüller in Oberelsungen war, dann als Nachfolger von Johannes Graf Untermüller von Züschen wurde und schon am +07.02.1759 in Züschen wieder verstorben ist; also allenfalls für zwei Jahre dort als Untermüller tätig war.

                            Ob Johannes Graf dann nach dem Tod Untermüllers Hartmann Sältzer gleichwohl noch wegen der im Umbau befindlichen Walmenmühle zu Eppe in der Mühle von Züschen wohnte und dort tätig war, wie es von ihm später auch in der Oberlinsphermühle zu Bromskirchen, der Aarmühle bei Goddelsheim oder der Stiegmühle zu Vöhl sowie der Niederthorsmühle bei Mengeringhausen Mengeringhausen praktiziert worden ist, sei dahingestellt.

                            Diese Mobilität der jeweiligen Müller erhöht leider den Schwierigkeitsgrad der Forschung.

                            Viele Grüße
                            Ralf

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