Ortssuche Vermisstenangabe 1944 Volksbund Russland - über Google maps unauffindbar

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  • joef
    Erfahrener Benutzer
    • 05.10.2009
    • 131

    #1

    Ortssuche Vermisstenangabe 1944 Volksbund Russland - über Google maps unauffindbar

    Liebe Forumsmitglieder,

    ein Verwandter von mir Otto Schott, geb. 1921 in Neckarsulm b. Heilbronn, ist laut Vermisstenangabe des Volksbundes seit 1.3.1944 in (Weiß-)Russland/Ukraine (?) vermisst.

    Exakt dieselbe Ortsangabe habe ich inzwischen bei etlichen Vermisstenfällen im Netz gelesen. Offenbar konnten die Angehörigen auch nichts mit dem Eintrag anfangen:

    Boguanowka b.Nikolajew/Bogojawlenssk/Kiisselewka/Kissljakowka/Pomjatowka Dnepr

    Wenn man nach einzelnen Orten dieser sich aufbauenden Ortsangaben sucht, landet man von Südrussland, Ukraine, Polen, Weißrussland und Kaliningrad - überall.
    Ein Ort auf den diese Angabe tatsächlich zutrifft kann ich nicht finden.
    Vllt. hat ja jemand schon Erfahrungen mit so einer Vermisstenangabe Ende WK II. im Osten gemacht.

    Danke und LG
    joef
  • Balthasar70
    Erfahrener Benutzer
    • 20.08.2008
    • 3072

    #2
    Hallo Joef,

    ggf. sind das die genaueren Angaben zu ihm aus der Vermisstenbildliste:

    Schott, Otto
    Berufssoldat
    5.2.21 B
    Neckarsulm/Württ.
    Lt. C
    N.[owo] Sergiewka 3.44

    Grenadier Regiment. (Rgts. Gru.) 421, 10 . Kompanie

    Gib in der Suche die folgenden Daten ein und Du findest ein Bild von ihm:
    -> https://vbl.drk-suchdienst.online/Lagernummer/LN.aspx

    Band: BT
    Seite: 35
    Gruß Balthasar70

    Kommentar

    • sonki
      Erfahrener Benutzer
      • 10.05.2018
      • 5853

      #3
      Zitat von Balthasar70
      ggf. sind das die genaueren Angaben zu ihm aus der Vermisstenbildliste:

      Schott, Otto
      Berufssoldat
      5.2.21 B
      Neckarsulm/Württ.
      Lt. C
      N.[owo] Sergiewka 3.44

      Grenadier Regiment. (Rgts. Gru.) 421, 10 . Kompanie
      Hab grad wenig Zeit, aber nur als erster Schnellschnuss:
      Gr. Regt 421 war der 125 Inf. Div unterstellt, welche im Februar/März nördl. des Dnipro unter starken Druck stand. Um den 1.3.44 habe ich ein Ssergejewka gefunden, was ziemlich exakt zur Lage der (Reste) der 125. Inf. Div. vom 1.3.44 passen könnte. Das wäre dann hier: https://www.google.de/maps/place/Serhiivka,+Dnipropetrovsk+Oblast,+Ukraine,+53813/@47.61581,33.4774074,5912m/data=!3m2!1e3!4b1!4m6!3m5!1s0x40db34e90d736f4f:0xe 99bed4eedb0413a!8m2!3d47.6027255!4d33.5022315!16s% 2Fg%2F121qn0cv?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MTEyMy4xIKXM DSoASAFQAw%3D%3D

      Aber da muss man mal in Ruhe einsteigen, kann heute Abend evtl. nochmal genauer nachschauen,.
      ¯\_(ツ)_/¯

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      • joef
        Erfahrener Benutzer
        • 05.10.2009
        • 131

        #4
        Vielen Dank liebe Forumsmitglieder,

        bin begeistert. Ist natürlich mehr als ich erhofft habe - dank Eurer Expertise!

        Vielen Dank Balthasar 70, dass es sogar Fotos zu Vermissten gibt, wußte ich überhaupt nicht. Sehr schön.

        Vielen Dank sonki. Ist natürlich toll, wenn Du Dich sogar mit chronologischen Truppenteil-Bewegungen an der Ostfront 44 auskennst. Ist extrem hilfreich! Das engt den Suchkreis doch etwas ein und passt auch zu der ersten Ortsangabe mit Dnepr hinten.

        Dank u. LG
        joef

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        • Balthasar70
          Erfahrener Benutzer
          • 20.08.2008
          • 3072

          #5
          Den Dank reiche ich an sonki weiter, er hat schließlich die Grundlagen für eine Namenssuche in der Vermisstenbildliste geschaffen!
          Gruß Balthasar70

          Kommentar

          • sonki
            Erfahrener Benutzer
            • 10.05.2018
            • 5853

            #6
            Nur nochmal als Bestätigung das wir uns potentiell im richtigen geographischen Raum bewegen - Korps Karte von Ende 1943 / Anfang 1944 - dargestellt der Raum um Nikopol östl. vom obigen Ssergejewka. Eingezeichnet sieht man die 125. Inf. Div und in ihrem Bereich auch eingezeichnet das Gr. Rgt. 421.
            Woher die Ortsbezeichnung(en) beim Volksbund stammen ist mir allerdings völlig unklar...
            Die in dieser Karte eingezeichneten Einheiten waren dann im Februar in einem quasi-Kessel aus dem sie sich noch befreien könnten...im März dann halt grob auf Höhe Ssergejewka...wobei sich die Front schnell verschob.

            Zuletzt geändert von sonki; 27.11.2025, 13:30.
            ¯\_(ツ)_/¯

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            • joef
              Erfahrener Benutzer
              • 05.10.2009
              • 131

              #7
              Lieber sonki,

              vielen Dank für die neuen Hinweise und den spannenden Link zu dieser Frontverlaufkarte! Ich konnte Deine Aussführungen daran nachvollziehen.
              Ja, das ist schön nun über sein Schicksal etwas erfahren zu haben, ich hatte von ihm einen Brief, den er im Lazarett in D. verfasst hatte, bevor er wieder an die Front musste.
              Danach hatte ich keine Hinweise mehr von ihm. Ich habe auch noch das Geburtsdatum 5.2.1921 überprüft, was auch stimmt.
              Nochmals vielen Dank. Unglaublich wertvoll das Ahnenforschungsforum.
              LG joef

              Kommentar

              • sonki
                Erfahrener Benutzer
                • 10.05.2018
                • 5853

                #8
                Nur ein kleiner Zusatz, falls noch nicht bekannt:

                Am 23.10.1943 erhielt Otto Schott, geb. 05.02.21 Neckersulm, Leutnant bei der 11. Kompanie des Grenadier-Regiment 419 (der Infanterie Division 125 unterstellt) das Eiserne Kreuz 2. Klasse .
                Quelle Bundesarchiv: RH 7/1915 -> Seite 136

                Im Februar '44 wurde die 125. ID dem IV Korps unterstellt. Von der 125. ID und auch dem Korps sind keine Unterlagen für 1944 mehr erhalten.
                Anbei noch eine Karte aus den Unterlagen der 6. Armee vom 26.02.1944. Markiert die 125. ID und der oben gefundene Ort Ssergejewka - da liegen nur wenige Kilometer dazwischen. Am 3.3.1944 war die Front bereits 20km westl. von Ssergejewka.
                Angehängte Dateien
                ¯\_(ツ)_/¯

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                • joef
                  Erfahrener Benutzer
                  • 05.10.2009
                  • 131

                  #9
                  Lieber sonki,

                  vielen Dank. Nein, auch das war mir nicht bekannt. Danke auch für den Kartenausschnitt vom Frontverlauf.
                  Es ist spannend, wieviel dokumentiert ist bzw. sich erhalten hat.
                  Tragisch ist, dass Otto Schott selbst ab 1.3.1944 als vermisst gilt und sein Vater Eduard Schott am 1.3.1945 einem amerikanischen Bombenangriff in ihrer Heimatstadt Neckarsulm zum Opfer fiel.

                  Danke u. LG
                  joef

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