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In diesem Forum geht es nicht um die Suche nach Vorfahren bzw. bestimmten Namensträgern, sondern nur um die Bedeutung von Namen im Allgemeinen!
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Erst Ahnenforschung, dann Namenforschung: Besonders bei ausgefallenen Namen sollte der Namensdeutung die Vorfahren-Recherche der Namensträger vorausgehen. Sie sollten möglichst für mehrere Jahrhunderte rückwärts angeben können, wo und in welchen Schreibvarianten der Name auftrat.
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Es ist unplausibel, dass eine derart starke Verbreitung dieses Namens von Einwanderung aus einer anderen Region herrühren kann.
Was auch nur eine Hypothese von mir war - die nicht unbedigt unplausibel sein muß.
Die Angaben der Mormonen sind ja auch nicht zu 100% verwertbar
(viele Doppel-Einträge, mehrere Ereignisse zur gleichen Person, keine flächendeckende Erfassung).
Deine Belege sind eindeutig genug, daß es auch andere Ausbreitungsarten des einen FN gibt.
Deine Vorfahren könnten ggf. aus dem "Stammgebiet" des FN Theis nach Trier gewandert sein, auch bereits vor vielen Generationen.
Meine Theis lassen sich im Umland von Trier bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Einige Familienbücher aus der Region sind voller Theis, alleine das FB Schöndorf 1686-1895 von Heinrich Wagner enthält über 200 Eintragungen mit dem Familiennamen Theis, von insgesamt rd. 2000 Eintragungen. Jeder 10. Einwohner hieß also auch schon in früheren Jahrhunderten Theis.
Es ist unplausibel, dass eine derart starke Verbreitung dieses Namens von Einwanderung aus einer anderen Region herrühren kann. Die Eifel-Hunsrück-Region ist ein eindeutiges Stammland dieses Namens und seine Ableitung vom Vornamen Matthias ist sehr plausibel.
Das soll nicht bedeuten, dass der Name in anderen Regionen nicht auch anderer Herkunft sein kann.
Die Verteilung nach verwandt.de berücksichtigt nicht die historische Verteilung des FN Theis, sondern stellt den Telefonbuch-Stand des Jahres 2008 dar.
Bessere Aussagen gibt da schon Genevolu mit den Tel.-Buch-Einträgen von 1998 und, wegen zu wenig vorhandener Tel.-Anschlüsse nicht repäsentativ genug, von 1942.
Die meisten Informationen zur Verbreitung des FN Theis finden sich bei FamilySearch, hier sind einige tausend Personen gelistet.
Auffälig ist dabei, daß nur wenige Namensträger aus dem Gebiet Saar / Mosel (Trier) stammen, sehr viele aber aus dem (mittl.) Rheingebiet / Rheinland bis hin ins Bergische und ins Siegerland.
Deine Vorfahren könnten ggf. aus dem "Stammgebiet" des FN Theis nach Trier gewandert sein, auch bereits vor vielen Generationen.
Zur Namensbedeutung habe ich mich noch mal bei Förstemann, Altdt. Namenbuch (1900) "schlau gemacht".
F. führt Theis auf Teuzo und diesen Namen wiederum auf THEUDA, got . thiuda = Volk" zurück. Dieser Stamm bildet die Grundlage für einige Hundert darauf zurückgehende FN.
Ob nun altdeutsche (bis hin zur keltischen) oder im Zuge der Christianisierung hebräische Namensherkunft (Matthias / Matthäus)
--> hier müßte man die Altvorderen direkt befragen können.
da ich auch einige Theis unter meinen Vorfahren habe, die alle aus dem Umland von Trier stammen, möchte ich auch meine Einschätzung dazu abgeben.
Wer sich die regionale Verteilung des FN Theis in Deutschland anschaut (z.B. auf verwandt.de), kann feststellen, dass es vor allem zwei geografische Konzentrationen gibt: eine im Raum Trier-Saarbrücken, die andere im Westerwald und Siegerland. Die Theis im Raum Trier und wohl auch im Saarland dürften auf den Vornamen Matthias zurückzuführen sein. Matthias war dort lange Zeit der wahrscheinlich häufigste männliche Vorname wegen der Verehrung des Apostels Matthias, dessen Gebeine der Legende nach in der Abtei St. Matthias in Trier liegen sollen. Theis ist im moselfränkischen Sprachraum eine früher häufige, heute aber kaum noch gebräuchliche Kurzform für Matthias.
In dieser Region wurden sehr viele Nachnamen aus geläufigen Kurzformen von - männlichen oder weiblichen - Vornamen gebildet, so nicht nur Theis, sondern z.B. auch Nilles (aus Nikolaus), Hennen (aus Hans oder Johann), Annen (aus Anna) oder Treinen (aus Katharina).
Dem steht nicht entgegen, dass der FN Theis in anderen Regionen auch eine andere Herkunft haben kann.
Vielleicht gibt es eine Erklärung für das römische "This". Wie bekannt ist, wurde im Südlichen Hunsrück, wozu auch das nördliche Saarland zählt, noch um das Jahr 1000 ein gallorömischer Dialekt gesprochen.
Zum Familiennamen "Theis" möchte ich folgendes bemerken. Bis um 1560 wird der Name "This" oder "Dis" geschrieben (neuhochdeutsche Lautverschiebung hat sich - wenigstens bei uns im Saarland - noch nicht durchgesetzt). Im lateinischen bedeutet, dis, titis, zusammengezogen aus "dives" ganz einfach "reich".
Hier ergeben sich neue Ansatzpunkte:
Bei Herkunft aus dem deutschsprachigen Raum gehen nach Heintze die Formen "This" und "Dis" auf got. thiuda, ahd. diot, mhd. diet = Volk zurück.
Heintze führt hierzu die Namen Diß und Deis auf.
Sollte der Ursprung des FN auf römische Besiedelung zurückgehen, wäre natürlich auch eine lat. Bedeutung möglich.
Zum Familiennamen "Theis" möchte ich folgendes bemerken. Bis um 1560 wird der Name "This" oder "Dis" geschrieben (neuhochdeutsche Lautverschiebung hat sich - wenigstens bei uns im Saarland - noch nicht durchgesetzt). Im lateinischen bedeutet, dis, titis, zusammengezogen aus "dives" ganz einfach "reich". Im Griechischen gibt des das gleiche Wort "dits" in der Bedeutung "Ufersand". Wer als Bauer in der durch Landwirtschaft ge- prägten Gesellschaft Korn hatte, wie Sand am Meer, war natürlich reich. Im FN "Thies" ist die alte Form heute noch erhalten.
Diese Erklärung habe ich in Insbrück einem Lexikon entnommen, nicht dem Duden. Das ist unabhängig davon dass der VN Mathias in Kurtzform "Theis" gesprochen und geschrieben wurde. Auch stammen die FN "Mathis", "Mathissen", "Matheis" natürlich von "Mathias" ab.
Hallo Laurin,
wenn du mich zitierst, antworte ich auch:
Zitat Laurin:
Die Rückführung des FN Theis auf einen ON mit Theis- ist wohl kaum möglich.
Zitat Ende
sorry, das ist deine Meinung und sie zeigt, daß Verallgemeinerungen bei der Erklärung eines FN nicht die Regel sein müssen.
Zitat Laurin:
...auch Herkunftsname aus dem österr. Ort / vom österr. Fluß Theiß möglich (dann eher Theiss od. Theiss geschrieben)
Zitat Ende
auch deutsche Ortsnamen wurden zu FN Theis(s/ß)
mögliche Herkunftsnamen in D sind:
Theisa
Theisbergstegen
Theismühlen
Theisseil
Theisau
Theisbrügge
Theisbrüggermoor
Theißing
Theisewitz
Theisenort
Theißenstein
Theißen
Die Namenbildung erfolgte stets durch Kürzung auf das Beiwort >Theis< dem entweder ein Schluß-s- angehängt wurde aus dem ein -ß- werden konnte und/oder das Suffix -en/-er nachfolgte.
Speziell Ingrids Fragen bezogen sich auf die FN im Raum Trier, welche aus Ortsnamen gebildet wurden, dazu ist auch Theis aus Theis-mühlen oder Theis-bergstegen nicht zu vernachlässigen.
Natürlich ist bei einem PN die Zuordnung nie einfach und kann vom PC aus immer nur generell gelten: als PN, Patron, Herkunftsname. Erst die individuelle Ahnenforschung kann Klärung bringen.
netten Gruß und viel Spaß noch beim Hobby
Irmgard
mein Motto: Es mag ein jeder denken, so gut er kann ...
Oft ist mir aufgefallen, dass der Vorname "Matthias" als "Theis" abgekürzt wurde und es da auch viele Nachnamen Theis gibt. Schon sehr interessant.
Beitrag vom 29.11.2010:
Zitat von Irmgard
der FN Theis (Theiß) ist meist ebenso von einem Ortsnamen gebildet worden; siehe z.B. Theisbergstegen ; Theismühlen ... bis Theißing
Hallo,
DUDEN LexFN: Der FN Theis ist ein lautlich auf eine verkürzte Form von Matthias zurückgehender FN.
Eine Vermischung der RN-Formen Matthäus und Matthias tritt nach onomast. Quellen häufig zutage.
In vereinzelten Fällen auch Herkunftsname aus dem österr. Ort / vom österr. Fluß Theiß möglich (dann eher Theiss od. Theiss geschrieben).
HEINTZE führt den FN Theis auch noch zurück auf ahd. tac, tag, mhd. tac "Tag" ("wohl in Hinsicht auf Licht und Glanz").
Die Rückführung des FN Theis auf einen ON mit Theis- ist wohl kaum möglich.
Bestandteil dieser ON ist meist der (erste) Besitzer oder eine andere Bezugsperson, z.B. ein Heiliger namens Matthias (bzw. abgeleitete Kurzform).
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