1793 Misshandlung der Catharina Margarethe Pfau 7

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  • AD18
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    • 14.08.2018
    • 68

    [gelöst] 1793 Misshandlung der Catharina Margarethe Pfau 7

    Quelle bzw. Art des Textes: Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Rudolstadt - Archivalien-Signatur: 04025
    Jahr, aus dem der Text stammt: 1793 -1805
    Ort und Gegend der Text-Herkunft: Arnstadt
    Namen um die es sich handeln sollte: Anzeige des Schuhmachers Johann Heinrich Heinemann in Arnstadt über die Misshandlung der Catharina Margarethe Pfau durch den Ehemann Schuhmacher Johann Wilhelm Pfau
    Enthält u.a.: Vernehmung.- Versöhnung.- Ermahnung zu friedlichem Eheleben.- Beschwerden der Ehefrau.- Trennung.- Aufstellung über das Vermögen der Frau.- Antrag auf Ehescheidung.- Auseinandersetzungen um das Vermögen.- Scheidung.


    Hallo ihr lieben Helfer:innen, es bleibt spannend. Vielleicht ja auch für euch.
    Ich habe weitere Seiten diesmal ganz gut entziffern können hänge aber bei einigen Wörtern und das stört den Zusammenhang.

    Fehlendes habe ich mit .... bzw Fragezeichen gekennzeichnet.
    Ich danke euch von ganzen Herzen
    Viele Grüße AD18
    --------------------------------------------------------------------

    ---------------- (23)
    Ihr gesagt
    4) Sein Eheweib in der Schlaf-
    kamer des 2ten Stockwerks
    geschlagen zu haben konte
    Pfau
    nicht läugnen, began jedoch sich
    damit entschuldigen,
    daß sein Eheweib ihn einen
    Müzen?kopf nach ihm geworfen
    habe.
    Dagegen läugnete deßen
    Eheweib
    einen Müzenkopf nach ihrem
    Ehemann geworfen zu haben,
    und wollte behaupten:
    Der Müzenkopf hätte
    auf dem Schrank ge-
    standen, da nam ihr
    Mann von dem Schranke
    der Schlüßel abgegangen
    wäre der Müzen-
    kopf herunter und
    auf ihren Mann ge-
    fallen.
    5) Seine Schwieger Mutter
    aus dem Hauße gestoßen.
    Sein Bette in der unteren
    Stubenkammer getragen
    daselbst geschlafen,
    und heute früh das Licht
    aus der Hand genommen
    zu haben threfe?
    Pfau


    ----- (24)
    Pfau
    gar nicht in Abrede und
    wolle …….. damit ent-
    schuldigung
    daß die ….. Lunge?
    nicht zum Einheitzen
    finden Herze das
    Hunger Licht gut sey
    Hiermit macht
    fürstl. Consistorium
    beyde Eheleute vor-
    stellig
    daß eine Scheidung gar
    nicht verlaufe gütlich
    und nachfolgende? Aus-
    söhnung rechtlich bey, …….
    schwer fallen würde,
    seinem Eheweib alimen-
    tationsgelder zu geben,
    Pfau
    lies jedoch kein Verlangen
    zur gütlichen Aussöhnung
    bemerken, gab wiederrede
    dessen Eheweib muß
    befragen, daß sie mit
    ihrem gegenwärtigem
    Ehemann kein Kind gezeuget
    habe ihn, sich selbst ernähren
    und zur Miethe ziehen
    wolle, wenn ihr Ehemann
    das ihr zuge……. Ver-
    mögen heraus gebe
    ---------------- (25)
    zu erlernen?, zu versuchen
    daß er sich die Scheidung
    von Tisch und Bette
    gefallen laße
    und dann würde mit
    beyder Theyle Beystimmung
    selben verstattet
    sich auf ein Jahr
    von Tische und
    Bette abzusondern.

    Unterschrift

    ------------------ (26)

    2. Marty 1798
    Exellentisime
    Hochwohl. und wohlgeborene, hochwürdige
    Veste, Hochgelobte
    Gnädige, hochgebietende Herren

    Als am 31. Januar a.c. die Scheidung zwischen mir
    und meinem Mann quoad thorum et mensam er-
    folgte, so wurde …………. und festgesetzt,
    daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
    weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
    rück geben sollte. Nur ist diese Zurückgabe zum …
    … erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
    und Stücke.
    164 ………… ab baar? inferintem? Geld
    ein Schwarz geg………. Mantel
    ein Mantel von ………. woher er mir zu
    ….schatz gegeben
    ein leinennes ………….. Hembd
    ein g…
    ….
    ein Stock mit den meßingem Topf

    --------------- (27)

    ein eisern Pfund Gewichte
    ein steinern Gewicht von 34
    ein Spinrad
    eine Axt
    zwei Schleifsteine und
    eine Salatgabel

    welche ich von demselben nicht erhalten kan. Ich bitte also den
    selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke zum Expen-
    sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
    aller Unterthänigkeit beharre.
    Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und wohlgeb. hoch-
    würdige Herren.

    unterthänigst, Katharina Magaritha Pfau

    Arnstadt 1. März 1798
    con: …. curatori
    August Friedrich Schönwerk

    ----------------------- (28)
    Angehängte Dateien
  • Karla Hari
    Erfahrener Benutzer
    • 19.11.2014
    • 5878

    #2
    hola,


    ---------------- (23)
    Ihr gesagt
    4) Sein Eheweib in der Schlaf-
    kammer des 2ten Stockwerks
    geschlagen zu haben konte
    Pfau
    nicht läugnen, will jedoch solches
    damit entschuldigen,
    daß sein Eheweib ihm einen
    Müzen?kopf nach ihm geworfen
    habe.
    Dagegen läugnete deßen
    Eheweib
    einen Müzenkopf nach ihren
    Ehemann geworfen zu haben,
    und wollte behaupten:
    Der Müzenkopf hätte
    auf dem Schrank ge-
    standen, da nun ihr
    Mann von dem Schranke
    der Schlüßel abgezogen
    wäre der Müzen-
    kopf herunter und
    auf ihren Mann ge-
    fallen.
    5) Seine Schwieger Mutter
    aus dem Hauße gestoßen.
    Sein Bette in der unteren
    Stubenkammer getragen
    daselbst geschlafen,
    und heute früh das Licht
    aus der Hand genommen
    zu haben stelte
    Pfau


    ----- (24)
    Pfau
    gar nicht in Abrede und
    wolle lezteres damit ent-
    schuldigen
    daß die zinnerne Lampe
    nicht zum Einheitzen
    sondern hierzu das
    Hange(?) Licht gut sey.
    Hierauf macht
    fürstl. Consistorium
    beyden Eheleuten vor-
    stellig,
    daß eine Scheidung gar
    nicht, vielmehr gütliche
    und wechfolseitige(??) Aus-
    söhnung rähtlich sey, doch kaum(??)
    schwer fallen würde,
    seinem Eheweib alimen-
    tationsgelder zu geben,
    Pfau
    lies jedoch kein Verlangen
    zur gütlichen Aussöhnung
    bemerken, gab vielmehr
    sa dessen Eheweib. auf
    befragen, daß sie mit
    ihrem gegenwärtigen
    Ehemann kein Kind gezeuget
    habe, sich selbst ernähren
    und zur Miethe ziehen
    wolle, wenn ihr Ehemann
    das ihm zugebrchte Ver-
    mögen heraus gebe


    ---------------- (25)
    zu erkennen, zu vernehmen
    daß er sich die Scheidung
    von Tische und Bette
    gefallen lasse,
    und dann wurde mit
    beyder Theyle Beystimmung
    solchen verstattet
    sich auf ein Jahr
    von Tische und
    Bette abzusondern.

    Unterschrift
    Zuletzt ge?ndert von Karla Hari; 07.10.2020, 07:47.
    Lebe lang und in Frieden
    KarlaHari

    Kommentar

    • Karla Hari
      Erfahrener Benutzer
      • 19.11.2014
      • 5878

      #3
      ------------------ (26)

      2. Marty 1798
      Exellentisime
      Hochwohl. und wohlgeborene, hochwürdige
      Veste, Hochgelahrte
      Gnädige, hochgebietende Herren

      Als am 31. Jenner a.c. die Scheidung zwischen mir
      und meinem Mann quvod thorum et mensam er-
      folgte, so wurde dabey bedungen und festgesetzet,
      daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
      weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
      rück geben sollte. Nur ist diese Zurückgabe zwar zu,
      Theil erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
      und Stücke.
      164 ………… an baar inserinten? Gelde
      ein Schwarz gezwirnter Mantel
      ein Mantel von Cattun, welchen er mir zum
      Mahlschatz gegeben
      ein leinendenes Hembde
      ein paar genehete Weiber Manschetten
      ein Huth
      ein Stock mit den meßingenen Knopf


      --------------- (27)

      ein eisern Pfund Gewichte
      ein steinern Gewicht von 34 ..
      ein Spinnrad
      eine Axt
      zwei Schleifsteine und
      eine Salatgabel

      welche ich von demselben nicht erhalten kann. Ich bitte also, den
      selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke cum Expen-
      sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
      aller Unterthänigkeit beharre.
      Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und wohlgeb. hoch-
      würdige Herren.

      unterthänige, Katharina Magaritha Pfaun

      Arnstadt 1. März 1798
      conc: nou(?) curatori
      August Friedrich Schoenewek
      Zuletzt ge?ndert von Karla Hari; 07.10.2020, 08:00.
      Lebe lang und in Frieden
      KarlaHari

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      • mawoi
        Erfahrener Benutzer
        • 22.01.2014
        • 3968

        #4
        ---------------- (23)
        Ehe gesagt
        4) Sein Eheweib in der Schlaf-
        kammer des 2ten Stockwerks
        geschlagen zu haben konte
        Pfau
        nicht läugnen, will jedoch solches
        damit entschuldigen,
        daß sein Eheweib ihm einen
        Müzenkopf nach ihm geworfen
        habe.
        Dagegen läugnete deßen
        Eheweib
        einen Müzenkopf nach ihren
        Ehemann geworfen zu haben,
        und wollte behaupten:
        Der Müzenkopf hätte
        auf dem Schranke ge-
        standen, da nun ihr
        Mann von dem Schranke
        den Schlüßel abgezogen
        wäre der Müzen-
        kopf herunter und
        auf ihren Mann ge-
        fallen.
        5) Seine Schwieger Mutter
        aus dem Hauße gestoßen,
        sein Bette in die untere
        Stubenkammer getragen
        daselbst geschlafen,
        und heute früh das Licht
        aus der Hand genommen
        zu haben stelte
        Pfau


        ----- (24)
        Pfau
        gar nicht in Abrede und
        wolte lezteres damit ent-
        schuldigen
        daß die zinnerne Lampe
        nicht zum Einheitzen
        sondern hierzu das
        Hange(?) Licht gut sey.(Henge?)
        Hierauf machte
        Fürstl. Consistorium
        beyden Eheleuten vor-
        stellig,
        daß eine Scheidung gar
        nicht, vielmehr gütliche
        und wechselseitige Aus-
        söhnung rähtlich sey, da Pfauen
        schwer fallen würde,
        seinem Eheweib alimen-
        tationsgelder zu geben,
        Pfau
        lies jedoch kein Verlangen
        zur gütlichen Aussöhnung
        bemerken, gab vielmehr
        da dessen Eheweib. auf
        Befragen, daß sie mit
        ihrem gegenwärtigen
        Ehemann kein Kind gezeuget
        habe, sich selbst ernähren
        und zur Miethe ziehen
        wolle, wenn ihr Ehemann
        das ihm zugebrachte Ver-
        mögen herausgebe


        ---------------- (25)
        zu erkennen, zu vernehmen
        daß er sich die Scheidung
        von Tische und Bette
        gefallen lasse,
        und dann wurde mit
        beyder Theyle Beystimmung
        solchen verstattet
        sich auf ein Jahr
        von Tische und
        Bette abzusondern.

        Unterschrift



        VG
        mawoi
        Zuletzt ge?ndert von mawoi; 07.10.2020, 09:56.

        Kommentar

        • mawoi
          Erfahrener Benutzer
          • 22.01.2014
          • 3968

          #5
          2. Marty 1798
          Excellentissime
          Hochwohl. und Wohlgeborne, Hochwürdige
          Veste, Hochgelahrte
          Gnädig und Hochgebiethende Herren

          Als am 31. Jenner a.c. die Scheidung zwischen mir
          und meinem Mann quoad thorum et mensam er-
          folgte, so wurde dabey bedungen und festgesetzet,
          daß er mir mein zu ihm gebrachtes Vermögen
          weil ich keine alimentation von ihm verlangte, zu-
          rück geben sollte. Nun ist diese Zurückgabe zwar zum
          Theil erfolget, aber es fehlen noch folgende Posten
          und Stücke.
          164 ………… an baar inserirten Gelde
          ein Schwarz gezwirnter Mantel
          ein Mantel von Cattun, welchen er mir zum
          Mahlschatz gegeben
          ein leinwandenes Hembde
          ein paar genehete Weiber Manschetten
          ein Huth
          ein Stock mit den meßingenen Knopf


          --------------- (27)

          ein eisern Pfund Gewichte
          ein steinern Gewicht von 34 Pfund
          ein Spinnrad
          eine Axt
          zwei Schleifsteine und
          ein Sallathobel

          welche ich von demselben nicht erhalten kann. Ich bitte also, den
          selben zur Herausgabe dieser Posten und Stücke cum Expen-
          sarum refusione (Aufwandsentschädigung) hochrichterlich zu halten, die ich mit
          aller Unterthänigkeit beharre.
          Eure Exzellenz Hochwohlgeb. und Wohlgeb. Hoch-
          würdige Herren.

          unterthänige, Katharina Magaritha Pfaun

          Arnstadt 1. März 1798
          conc: nou curatorio




          VG
          mawoi

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          • AD18
            Benutzer
            • 14.08.2018
            • 68

            #6
            Lieben Dank an Karla und Mawoi

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