gibt es ein Leben nach dem Kirchenbuch?

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  • Dominik
    Erfahrener Benutzer
    • 23.06.2011
    • 1016

    #1

    gibt es ein Leben nach dem Kirchenbuch?

    Liebe Mitforscher,

    wieder habe ich eine Frage die mir auf dem Herzen bzw. auf dem Hirn liegt...wieder mal die Kirchenbücher..dieses Mal nicht etwa wie man diese entziffert..sondern eher..was kommt danach? Ich habe eben irgendwo gelesen das die meisten Kirchenbücher nur bis 17tes oder 16tes jahrhundert gehen....ist dann Schluss? Wo forscht man danach? Wie weit seid ihr gekommen? Von wann sind eure ältesten Ahnen und wo habt ihr sie gefunden?

    voller Neugier,

    euer Domi
    Liebe Grüße

    Dominik
  • Rolf Stichling
    Erfahrener Benutzer
    • 21.06.2011
    • 869

    #2
    Die Frage sollte lauten: "Gibt es ein Leben vor dem Kirchenbuch?"

    Natürlich gibt es das! Bürgerbücher und Zunftbücher helfen manchmal weiter - aber halt nur sporadisch.
    Herzliche Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach den Ahnen.
    :vorfahren:
    Rolf Stichling

    PS. Ich suche die Herkunft von

    Tobias Stichling. Er erhielt als Gürtlermeister 1697 in Weimar das Bürgerrecht und stammt dem Bürgerbuch nach aus Erfurt.
    In Erfurt gibt es aber so viele Stichlinge! Von welchem Zweig der Stichlinge in Erfurt mag mein Tobias abstammen?
    1688 hat er seine Lehre als Gürtler in Erfurt beim Gürtlermeister Hucke begonnen. Jetzt suche ich die Eltern von Tobias.

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    • animei
      Erfahrener Benutzer
      • 15.11.2007
      • 9352

      #3
      Hallo Dominik,

      hier zunächst mal was dazu, seit wann es KB gibt:
      Kurzweiliges rund um die Themen Ahnenforschung, Familienforschung, Namensforschung, Namensbedeutung, Genealogie und Familienstammbaum

      Davor wird es dann meistens eng, da können, wenn Du Glück hast, vielleicht nur noch Grundbücher, Steuerlisten, Gerichtsbücher o. ä. herangezogen werden.
      Ich häng bei einer Linie bei ca. 1694, da geht im Moment nix mehr, da nicht bekannt ist, wo der gute Mann geboren wurde, bei der anderen Linie hab ich die erste Geburt 1653.
      Gruß
      Anita

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      • Dominik
        Erfahrener Benutzer
        • 23.06.2011
        • 1016

        #4
        hm..danke ihr zwei beiden...:/ das ist aber kein rosiger Gedanke..ich meine..wie kommt dass das die Leute vorher nichts ordentlich verzeichnet haben? Kann mir das kaum vorstellen...
        Liebe Grüße

        Dominik

        Kommentar

        • animei
          Erfahrener Benutzer
          • 15.11.2007
          • 9352

          #5
          Das Hauptproblem dürfte der Dreißigjährige Krieg sein, in dem vieles verlorenging bzw. vernichtet wurde.
          Gruß
          Anita

          Kommentar

          • cgraaf
            Erfahrener Benutzer
            • 06.12.2009
            • 419

            #6
            Genau Anita,

            das ist bei meiner Familie so.
            Ich komme bei einem Kirchspiel nur bis 1702 zurück, bei einem anderen bis 1670, davor fehlen die Kirchenbücher; vernichtet im 30jährigen Krieg.

            Nun geht die Suche weiter im LAS Schleswig.
            MvH

            Carsten

            Kommentar

            • GiselaR
              Erfahrener Benutzer
              • 13.09.2006
              • 2288

              #7
              Hallo ihr,
              soweit ich gesehen habe, bezieht sich der Text hinter Anitas Link auf katholische KBs. Für die Zeit vor der Reformation gilt das natürlich für alle Kirchengemeinden.
              Mit den frühesten protestantischen KBs sind wir im 16. Jhdt. Der überkommene Bestand ist leider weit entfernt von jeglicher Vollständigkeit.
              Viele Gemeinden fingen überhaupt erst um 16oo oder später an, KBs systematisch zu führen. Und natürlich schlug der 30jährige Krieg zu.

              Neben den von Anita genannten Listen gibt es häufig noch weitere, z.B. Huldigungslisten. Am besten, wenn du eine konkrete Linie erforschen willst, suchst du dir die noch erhaltenen Dokumente zusammen.
              Manchmal findet man auch in "normalen" Archivakten Hinweise. Ich hatte einmal lange nach dem Sterbedatum eines Vorfahren gesucht. Das einzige was ich wußte war, daß es nach 1695 gewesen sein muß. Was ich ahnte, war der Ort. Das KB gab nichts her, es war auch sehr nachlässig geführt.
              Dann habe ich im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden eine Akte über den Meiereihof gefunden, den er zu Lebzeiten gepachtet hatte. Darin war sein Todesdatum an einer einzigen Stelle unter den vielen schwer leserlichen Seiten vermerkt.
              Man muß wirklich viel suchen und einige Zeit in Archiven verbringen und z.T. viel Geld ausgeben, sei es nur für teure Kopien, wenn man die wichtigen Sachen nicht gleich entziffern kann.

              Naürlich wird auch die Aktenlage immer dünner, je weiter man sich zurück-arbeitet. Und die damaligen Schreiber ware leider nicht so rücksichtsvoll, gleich auch noch die gesamten Familienverhältnisse samt Lebensdaten aller Beteiligten zu notieren.
              Manchmal ist es schon der Gipfel des Erfolgs, wenn einen Eintrag findet: Hans Mustermann Sohn des Franz Mustermann.
              Also Glück auf und niemals aufgeben.
              Viele Grüße
              Gisela
              Grüße Gisela

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              • franklim
                Erfahrener Benutzer
                • 23.03.2011
                • 230

                #8
                Hallo Dominik,

                das älterste Kirchenbuch(KB) aus deutschspachigem Raum(Basel) stammt aus dem Jahr 1490. Das Konzil in Trient hat dann 1563 die Pflicht die KB zu führen offiziel festgelegt. Zuerst wurden die Tauf- und Trauungsbücher(Heiratsregister) angelegt, später(seit 1606) für die Sterbefälle/Beerdigungen. Die protestantischen Pfarrer haben diese Praxis übernommen. Für die KB gibt es regional verschiedene Bezeichnungen: Matriken/Matrikeln(kath. Süddeutschland), Rotuli/Rodeln(Tirol & Schweiz), Register, Catalogus, Index.
                Bei Kirchenbücherermangelung ist die Forschnung in Prästationstabellen, Gründungsurkunden, Landesaufnahmen, Bekehrungen(Convertiti), Firmregistern, I.Kommunionlisten, Landwehrübungen-Listen, Gerichtsakten, Einwohnerlisten, Schulchroniken,-ispektionen u.ä. fortzusetzen.

                Grüße

                franklim
                Mit freundlichem Gruß

                Franklim

                Kommentar

                • Dominik
                  Erfahrener Benutzer
                  • 23.06.2011
                  • 1016

                  #9
                  Ja, der 30 jährige Krieg...und der Datenverlust...dazu habe ich auch schon einige sin meinen..ähem*..Anfängerbüchern gehört^^

                  weiß den jemand wie es mit der Datenlage außerhalb von Deutschland aussieht?..Meine Forschungen bringen mich jetzt demnächst nach Frankreich, Belgien, die Schweiz und in die Niederlanden....ob es da besser aussieht was Daten angeht?
                  Liebe Grüße

                  Dominik

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                  • KatrinWe
                    Erfahrener Benutzer
                    • 07.03.2010
                    • 213

                    #10
                    Hallo Dominik,

                    ich habe das große Glück, schweizer Blut in mir zu haben (schon sehr, sehr stark verdünnt ) und dadurch kann ich nachweislich bis 1365 zurück. Davor sind auch noch zwei Generationen bekannt, aber ohne Daten. Und ich brauchte nicht mal selbst zu suchen! Nachdem ich meinen "Verbindungs-Ahnen" gefunden hatte, konnte ich mich im Internet bedienen. Da war jemand vor mir unglaublich fleißig und hat seine / unsere Ahnendaten frei zugänglich gemacht.

                    Wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe (blöderweise war Geschichte damals mein Hassfach!), war die Schweiz nicht am Dreißigjährigen Krieg beteiligt. Dadurch ist dort wohl noch vieles Vorhanden.

                    Viel Glück bei deiner Suche wünscht Katrin

                    PS. So viel Glück ich da auch hatte, so viel Pech gibts in anderen Linien: ein Großvater mütterlicherseits und ein Urgroßvater väterlicherseits sind Adelige, sie heißen "auf und davon"....
                    Suche :vorfahren:


                    Eise(n)braun, aus dem Remstal in alle Himmelsrichtungen gewandert. Suche alle Infos, die mit diesem Namen zu tun haben

                    Kommentar

                    • Dominik
                      Erfahrener Benutzer
                      • 23.06.2011
                      • 1016

                      #11
                      @ Katrin

                      "auf und davon",,,,lacht*

                      ha...wer weiß..evt habe ich dann ja mit meinen Schweizern auch Glück!
                      1365 ist schon sehr beeindruckend^^
                      Liebe Grüße

                      Dominik

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                      • Klingerswalde39_44

                        #12
                        Hallo,
                        ich wäre froh, wenn ich so weit zurück kommen würde. Da der Großteil meiner lieben Sippe aus Ostpreußen stammt, fehlen an allen Ecken und Enden Unterlagen. Am schlimmsten ist es bei der mütterlichen Linie, die aus Gumbinnen - heute in Russland - stammt: keine Standesamtsunterlagen und dann auch noch Baptisten In Allenstein ist 1882 mit den KBs Schluss. Ansonsten immer wieder große Lücken in den KBs oder gar nicht erst vorhanden.

                        Grummelnde Grüße, Gabi

                        Kommentar

                        • herby
                          Erfahrener Benutzer
                          • 13.12.2006
                          • 2418

                          #13
                          interessant für die Forschung vor den Kirchenbüchern sind auch die für viele Orte noch in den Landesarchiven vorhandenen "Türkensteuerlisten".
                          In der Regel kann man dann keine direkte Verbindung herstellen, aber man sieht, ob der Familienname im Ort schon existent war.

                          Viele Grüße
                          Herbert

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                          • Dominik
                            Erfahrener Benutzer
                            • 23.06.2011
                            • 1016

                            #14
                            @ Gabi

                            naja...was soll ich sagen..ein Teil meiner Verwandschaft kommt aus Gebieten die heute Polen sind...da zu suchen ist auch nicht wirklich dolle..keine Standesamtunterlagen ect...:/

                            @ Herbert

                            Türkensteuer? Das sollte ich mir mal notieren...
                            Liebe Grüße

                            Dominik

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                            • Hina
                              Erfahrener Benutzer
                              • 03.03.2007
                              • 4772

                              #15
                              Zitat von Dominik
                              weiß den jemand wie es mit der Datenlage außerhalb von Deutschland aussieht?..Meine Forschungen bringen mich jetzt demnächst nach Frankreich, Belgien, die Schweiz und in die Niederlanden....ob es da besser aussieht was Daten angeht?
                              Was Deine Vorfahren in Frankreich angeht, wird es ganz sicher mehr als eng. Deine Etienne kamen ja aus Sedan-Bouillion und das war ein Zufluchtsort der Hugenotten, d.h. sie stammten ursprünglich nicht von dort. Wann und woher sie dahin kamen, wird sich wohl nicht mehr herausfinden lassen.

                              Du könntest aber mal versuchen, über das Hugenotten-Forum weiter zu kommen.

                              Wenn Du Anfragen an französische Archive stellst, dann ist es immer ein Glücksspiel, ob Du auch Antwort erhältst aber vor allem sollten die Anfragen immer in gut verständlichem Französisch geschrieben sein.

                              Viele Grüße
                              Hina
                              "Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann

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