fehlender? / fehlerhafter? Sterbeeintrag

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  • ahnenforinfi
    Erfahrener Benutzer
    • 13.02.2021
    • 890

    #1

    fehlender? / fehlerhafter? Sterbeeintrag

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe ein Problemchen

    Joseph Howestadt, der am 19.11.1809 in Hamm Marianna Ernst geheiratet hat


    - ist Jung- und Schreinergeselle
    - ist aus Brilon im Darmstädtischen
    - ist 27.

    So, kurz rechnen, ergibt ca. 1782 als Geburtsjahr. Der einzige Josef H., den ich in Brilon bis heute in der besagten Zeit finde, ist

    Franziscus Josephus *7.3.1782

    Vater: Franciscus Hovestadt, Mutter Catharina Kemmerling

    Marianna Ernst
    - ist aus Hamm
    - ist 22

    Das könnte Mariana Friderica sein *18.1.1788 ev.
    Vater: Bürger und Schneider Andreas Gottlieb Ernst, Mutter Dorothea Elisabeth Ritzin
    (=könnte, weil die Namen Ernst und Ritz mehrfach bei den Taufen der Kinder von Josef und Marianna auftauchen)

    Josef und Mariana bekommen also Kinder (11 an der Zahl zwischen 1810 und 1832, Daten habe ich alle)... und bei einigen davon finde ich Hinweise auf den Tod der Eltern:

    10.3.1821 Heinrich Wilhelm Jakob - Sohn des Tischlers Joseph Hovestadt und Maria Anna Ernst
    Zeugen Heinrich Jacob Grote – Heinrich Ebel levans - Demoiselle Wilhelmine Ritz – alle aus Hamm
    oo 3.7.1851 Lippborg Mar. Elis. Theodora Klostermann
    Henrich Wilhelm Jakob Hovestadt
    Vater: Joseph Hovestadt, Taglöhner, Hamm
    Alter des Bräutigams: 30 Jahre, 1 Monat, 21 Tage (Anmerkung: passt nicht richtig)
    Einwilligung der Eltern: todt
    Zeugen Wolf Klostermann, Heribert Hovestadt

    +18.9.1876 Rhynern
    Heinrich Hovestadt, Lehrer, 55 Jahre, 6 Monate 8 Tage alt (=passt) katholischer Religion, wohnhaft zu Uentrop,
    geboren zu Hamm, verheirathet gewesen mit der noch lebenden Maria geb. Klostermann,
    Sohn des zuletzt in Uentrop wohnhaft gewesenen verstorbenen Tischlers Joseph Hovestadt und dessen zuletzt
    in Wenholthausen wohnhaft gewesenen verstorbenen Ehefrau Maria Anna, geb. Ernst

    Lehrer

    1.2.1825 Clara Caroline Wilhelmine - Tochter des Schreiners Joseph Hovestadt und Marie Ernst
    Zeugen Gevatterinnen waren: Wilhelmine Plettenberg verehelichte Ritz (levans) und Clara Caroline Schilling,
    verehelichte Plettenberg
    oo 12.2.1852 Geithe Joseph Münckehoff – Caroline Hovestadt in Castrop - Eltern der Braut Joseph Hovestadt Schreiner in Hamm + Maria Ernst (=oder soll hier das Kreuz für beide Elternteile gelten?)
    Alter der Braut 27 J., 12 Tg. (= passt)
    Zeugen Lehrer Hovestadt und (?)


    9.2.1832 Christiana Wilhelmina Sophia Eltern Joseph Hovestadt, Höcker (oder Bäcker?) und Maria Anna Ernst
    Zeugen Taufpathen: Sophia Ebel, levans; Georg Wilhelm Ritz
    oo 2.4.1861 Herdecke Johann Christoph Cramer – Eltern der Braut (Bäcker?) Joseph Hovestadt und Maria Anna Ernst
    (=kein Hinweis, wonach Eltern verstorben seien)
    Alter der Braut 29 (=passt)
    + 29.1.1905 Grevenstein – Christina Kramer, geb. Hovestadt, Witwe des verstorbenen zuletzt in Grevenstein wohnhaft gewesenen Ackerers Johann Kramer, Tochter der verstorbenen zuletzt in Hamm wohnhaft gewesenden Hovestadtschen Eheleute (nähere Angaben über die Eltern sind unbekannt)


    Von Maria Ernst habe ich nur diesen Sterbeeintrag bisher, der wohl passen könnte:
    + 22.5.1865 Maria Hovestadt, Witwe, 78 Jahre (=passt ungefähr) in Wenholthausen (=sie könnte dort bei ihrem Pfarrers-Sohn gelebt haben) und (es heißt ja auch im Sterbeeintrag ihres Sohnes Heinrich, dass sie zuletzt in Wenholthausen gelebt habe)

    Den Sterbeeintrag von Joseph finde ich nicht, es sei denn:
    Ein Joseph Hovestadt, Schreiner, stirbt 31.12.1851 in Geithe im Alter von 76 Jahren (=das wäre aber Geburt ca. 1775, eine Abweichung von 7 Jahren! - kann doch nicht sein??? Oder etwa doch???)
    Er hinterläßt Gattin und 5 maj., 2 min. Kinder*


    Außerdem 31.12. - Joseph soll ja schon vor dem 3.7.1851 verstorben sein lt. Hochzeitseintrag seines Sohnes.

    (Aber die Siedlung Geithe gehört zu Uentrop, was ja auch wieder zum Hinweis des „zuletzt in Uentrop wohnenden“ passt, und Uentrop = Stadtteil von Hamm)

    Wieviel Schreiner mit dem Namen soll es da gegeben haben, mir ist sonst noch keiner untergekommen (es sei denn, ich vermische hier seit eh und je zwei verschiedene Männer).

    *Zu den Kindern kann ich nichts beitragen bisher, ich weiß von 6 Kindern, die 1851 noch gelebt haben. Von 2 weiteren weiß ich nicht, wann sie gestorben sind. Die restlichen waren früher schon verstorben.
    Die beiden, bei denen mir das Todesdatum noch fehlt, sind
    *17.02.1812 Dorothea Elisabeth Wilhelmina - Tochter des Schreiners Joseph Howestadt und der Marianna Ernst
    Zeugen Dorothea Ritz, Wilhelmina Ernst
    (weiterer Verbleib bisher nicht bekannt)
    und
    7.4.1823 Henriette Wilhelmine - Tochter des Schreiners Joseph Hovestadt und Maria Anna Ernst
    Zeugen Gevatterin (levans) war Ehefrau Urban geborene Wilhelmine Kaiser – Wilhelmine Sophie Palplatz verehelichte Brinkmann und Heinrich Plettenberg
    (weiterer Verbleib bisher nicht bekannt).
    Vielleicht ergäbe sich bei ihnen noch etwas, wann der Vater gestorben ist.

    Ich bin irgendwie lost Was wäre denn der nächste Schritt, den ich gehen könnte, um herauszufinden, was es mit diesem Sterbeeintrag auf sich hat?

    Hattet Ihr schon einmal Dokumente, wo sich jemand um so etliche Jahre vertan hat?

    Was meint Euer detektivischer Spürsinn?

    Liebe Grüße
    Lisa


    edit: Das einzige, was mich bisher daran zweifeln lassen könnte, dass der 1782 in Brilon geborene der richtige ist: Keines der Kinder hat den Namen Catharina nach der Großmutter aus Brilon. Aber das will ja nix heißen...


    Zuletzt geändert von ahnenforinfi; 12.09.2025, 07:04.
    Suche: gerade nix
  • Gastonian
    Moderator

    • 20.09.2021
    • 6119

    #2
    Hallo Lisa:

    Das Todesdatum des Joseph Hovestadt in Geithe ist der 31.12.1850 - Begräbnis erfolgte am 3. Januar in 1851, und daher unter 1851 verzeichnet, aber dort als erster und nicht als letzter Eintrag.

    In solch einem Fall, wo der Sterbefall weit weg von der Geburt stattfand und auch in einer anderen Pfarre als der Lebensmittelpunkt (d.h. Hamm), finde ich es für gut vorstellbar, dass man sich um diesen Zeitpunkt beim Alter um 7 Jahre vertan hat. Der Pfarrer in Geithe wird nicht den Taufeintrag vorliegen gehabt haben (weder aus dem Taufbuch noch aus der Aufgebotsakte), da wird also nur die Witwe oder vielleicht das Kind, bei dem die Alten zu dem Zeitpunkt gelebt haben, Informant gewesen sein - und deren Aussagen können durchaus sehr ungenau gewesen sein (oder sie haben sich einfach verrechnet).

    VG

    --Carl-Henry
    Wohnort USA

    Meine Spitzenahnen: Hessen, Anhalt/Mansfelder Land, Unterfranken, Oldenburg, Ostpreußen

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    • ahnenforinfi
      Erfahrener Benutzer
      • 13.02.2021
      • 890

      #3
      Zitat von Gastonian
      Hallo Lisa:

      Das Todesdatum des Joseph Hovestadt in Geithe ist der 31.12.1850 - Begräbnis erfolgte am 3. Januar in 1851, und daher unter 1851 verzeichnet, aber dort als erster und nicht als letzter Eintrag.

      In solch einem Fall, wo der Sterbefall weit weg von der Geburt stattfand und auch in einer anderen Pfarre als der Lebensmittelpunkt (d.h. Hamm), finde ich es für gut vorstellbar, dass man sich um diesen Zeitpunkt beim Alter um 7 Jahre vertan hat. Der Pfarrer in Geithe wird nicht den Taufeintrag vorliegen gehabt haben (weder aus dem Taufbuch noch aus der Aufgebotsakte), da wird also nur die Witwe oder vielleicht das Kind, bei dem die Alten zu dem Zeitpunkt gelebt haben, Informant gewesen sein - und deren Aussagen können durchaus sehr ungenau gewesen sein (oder sie haben sich einfach verrechnet).

      VG

      --Carl-Henry
      Hallo Carl-Henry,

      zu deinem ersten Satz: Was würde ich ohne dich tun! Das war mir gar nicht aufgefallen (oweia).

      Der Rest, den du schreibst, gefällt mir natürlich auch. Aber man hat halt so ein komisches Gefühl, solche Daten zu übernehmen. Nachher stelle ich nach 20 Jahren noch fest, dass ich 10000 Daten löschen muss
      Suche: gerade nix

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      • JohannesF
        Erfahrener Benutzer
        • 11.09.2021
        • 290

        #4
        Hallo Lisa,

        nur der Vollständigkeit halber: Hast Du an seinem Heimatort im Kirchenbuch geprüft, ob da Anfang 1851 zu seinem Tod etwas steht? Das sind zwar eigentlich Beerdigungsbücher, aber ich habe es in späteren Zeiten in evangelischen Kirchenbüchern schon erlebt, dass der Pfarrer einen Tod in der Fremde notiert hat, für sich und der Übersichtlichkeit halber. Keine Ahnung, ob das bei den Katholiken auch so gehandhabt wurde. Ich würde da einfach mal bis ca. Juni 1851 suchen.

        Ansonsten wäre vielleicht die Frage, ob es etwas nennenswertes zu vererben gab, zu dem vielleicht Akten im Stadtarchiv liegen könnten? Für Zeitungsannoncen ist 1851 ja vermutlich zu früh, das wäre sonst auch eine gute Quelle.

        Zu der Hochzeit 1852 in Greithe: Ich lese bei den Zeugen: "Lehrer Hovestadt, Wittwe Stoffer ni ?? Ostenfeldmark" Wieso steht beim nächsten Eintrag eigentlich als Zeuge schon wieder "Lehrer Hovestadt"? Ist das eine Abschrift und da hat sich jemand vertan?!

        Viele Grüße,
        Johannes

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        • ahnenforinfi
          Erfahrener Benutzer
          • 13.02.2021
          • 890

          #5
          Zitat von JohannesF

          Zu der Hochzeit 1852 in Greithe: Ich lese bei den Zeugen: "Lehrer Hovestadt, Wittwe Stoffer ni ?? Ostenfeldmark" Wieso steht beim nächsten Eintrag eigentlich als Zeuge schon wieder "Lehrer Hovestadt"? Ist das eine Abschrift und da hat sich jemand vertan?!

          Viele Grüße,
          Johannes
          Hallo Johannes,
          nicht nur beim nächsten Ich glaube, das war er hier: https://www.hammwiki.info/wiki/Heinrich_Hovestadt Lehrer und Küster in Geithe.

          Vielen Dank für deine Anregungen, dem gehe ich auf jeden Fall nach !
          Zuletzt geändert von ahnenforinfi; 12.09.2025, 09:30.
          Suche: gerade nix

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          • ahnenforinfi
            Erfahrener Benutzer
            • 13.02.2021
            • 890

            #6
            Guten Morgen allerseits,

            hatte ich die ganze Zeit hier Tomaten auf den Augen? Oder was ist sonst mit mir los
            Bitte helft mir doch noch einmal, klar zu sehen:

            Das Brautpaar 1809 hatte 5 Jahre Altersunterschied, er 27, sie 22.

            Dann können die beiden Verstorbenen doch gar nicht dasselbe Paar sein:

            er starb 1850 mit 76 Jahren (da wäre sie 71 gewesen)
            sie starb 1865 mit 78 Jahren (wäre also 1850 erst 63 Jahre=13 Jahre jünger als der 76-jährige)

            Bei einer der beiden Personen bin ich doch komplett auf dem Holzweg...

            und bin immer noch lost

            Liebe Grüße
            Lisa




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            • MartinM
              Erfahrener Benutzer
              • 10.04.2008
              • 661

              #7
              Hallo Lisa,

              wie oben Gastonian schon schrieb, liegt der Fehler an der im Sterbeeintrag falschen Altersangabe. Du hast sehr wahrscheinlich den richtigen Geburts-/ bzw. Taufeintrag vom 7.3.1782 in Brilon. Du hast ebenfalls sehr wahrscheinlich den richtigen Sterbeeintrag vom 31.12.1850 in Geithe. Der Verstorbene war somit 68 Jahre alt. Das Alter 76 Jahre ist falsch.

              Für den richtigen Sterbeeintrag spricht auch, dass Howestadt/Hovestadt in der Gegend von Hamm, soweit ich sehe, zunächst kein lokal auftretender Name war, der Schreiner Josef Howestadt als erster Träger des Namens zugewandert war, und es daher unwahrscheinlich ist, dass es dort noch einen weiteren Schreiner desselben Namens und desselben hohen Alters gegeben hat.

              Viele Grüße
              MartinM
              Zuletzt geändert von MartinM; 07.02.2026, 15:20. Grund: Tippfehler, Danke für den Hinweis, Horst!

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              • ahnenforinfi
                Erfahrener Benutzer
                • 13.02.2021
                • 890

                #8
                Hallo Martin,
                das klingt alles so einfach und einleuchtend, ich kann nur hoffen, dass ich mich in einem halben Jahr nicht nochmal in meinen Hirnwindungen verirre
                Lieben Dank !!
                Suche: gerade nix

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                • Horst von Linie 1
                  Erfahrener Benutzer
                  • 12.09.2017
                  • 24957

                  #9
                  Nur als Ergänzung:
                  Hier stirbt ein am 11.11.1781 geborener Joseph Haberstadt. Der Vater ist zugewandert. Mehr zu dem später.

                  Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
                  Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
                  Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

                  Und zum Schluss:
                  Freundliche Grüße.

                  Kommentar

                  • Horst von Linie 1
                    Erfahrener Benutzer
                    • 12.09.2017
                    • 24957

                    #10
                    Der Vater, Karl Gerhard Havestadt, kam aus Dülmen und heiratete 1774 in Geisenheim. Die Eltern sollen Gerhard und Maria geborene Breuer gewesen sein.
                    Im Index der Taufen von Dülmen ab 1750 ist er nicht enthalten, vielleicht wurde er aber kurz davor geboren.
                    Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
                    Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
                    Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

                    Und zum Schluss:
                    Freundliche Grüße.

                    Kommentar

                    • ahnenforinfi
                      Erfahrener Benutzer
                      • 13.02.2021
                      • 890

                      #11
                      Vielen Dank Horst, das ist ja spannend. Namen und Orte sind mir auf Anhieb nicht geläufig, mal sehen..
                      Suche: gerade nix

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                      • Horst von Linie 1
                        Erfahrener Benutzer
                        • 12.09.2017
                        • 24957

                        #12
                        Ist halt ein Namensvetter mit Wurzeln in Dülmen, das ja auch nochmal 50 Kilometer von Hamm entfernt liegt.
                        Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
                        Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
                        Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

                        Und zum Schluss:
                        Freundliche Grüße.

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