Tipp: Sich nicht auf urkundliche Altersangaben verlassen

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  • M. Lützeler
    Erfahrener Benutzer
    • 16.11.2009
    • 214

    Tipp: Sich nicht auf urkundliche Altersangaben verlassen

    Moin zusammen,

    ich wollte einfach mal eine Erfahrung weitergeben, die ich schon öfters gemacht habe; auch als Tipp für "Einsteiger" usw.

    Ich hatte den Sterbeeintrag (1882) einer Vorfahrin, in welchem ihr Alter mit "81" angegeben war. Somit kamen rein rechnerisch nur 1800 oder 1801 als Geburtsjahr in Frage (allerdings wäre sie dann bei der Geburt ihrer Töchter etwa 48 bzw. 50 Jahre alt gewesen).

    Bei dem Geburtseintrag einer Tochter (1851) war die Altersangabe der Mutter dann "38", was logischer war und zu einem rechnerischen Geburtsjahr 1812/1813 führte.

    Im entsprechenden Geburtsregister war aber nichts zu finden. Bei einer erweiterten Suche um diesen Zeitraum herum gab es dann schließlich einen Treffer im Oktober 1810. Somit war sie bei ihrem Tod tatsächlich 71 Jahre alt, also bummelige 10 Jahre jünger als angegeben und bei der Geburt ihrer Tochter 40, somit 2 Jahre älter als angegeben.

    Beste Grüße

    Matze
  • Sbriglione
    Erfahrener Benutzer
    • 16.10.2004
    • 1195

    #2
    Eine oft gemachte Erfahrung...

    Aber was mache ich in einem (zeitlich leider so früh gelegenen) Fall, dass man weder die Eheschließungen, noch die Taufeinträge in den KB finden kann, weil es damals schlicht noch keine gab?
    Ich habe einen Vorfahren, der im Jahre 1657 verstorben ist, mindestens drei Mal verheiratet war (die beiden letzten Ehen lagen nach Beginn der KB) und - wenn man sowohl seinen eigenen Aussagen glauben darf, als auch denen des Pfarrers (der dazu nach eigener Angabe Nachforschungen angestellt haben wollte) und denen seiner (deutlich später geborenen) Verwandtschaft 108 Jahre alt geworden ist?
    Ich habe leider bisher vergeblich nach hinreichend frühen Einwohnerregistern seines Ortes gesucht in der Hoffnung, seine Angaben zumindest grob belegen zu können (wenn er in den Registern nicht auftauchen würde, wäre das leider kein Gegenbeweis, weil er ja auch später zugezogen sein könnte)...

    Auf jeden Fall ist es sinnvoll, gerade bei Leuten, die in einem Alter gestorben sind, bei dem es keine überlebenden Zeugen der Geburt mehr gab (oder die auch nur aus einem anderne Ort stammten) vorsichtig zu sein!
    Zuletzt geändert von Sbriglione; 11.06.2023, 20:27.
    Suche und biete Vorfahren in folgenden Regionen:
    - rund um den Harz
    - im Thüringer Wald
    - im südlichen Sachsen-Anhalt
    - in Ostwestfalen
    - in der Main-Spessart-Region
    - im Württembergischen Amt Balingen
    - auf Sizilien
    - Vorfahren der Familie (v.) Zenge aus Thüringen (u.a. in Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und NRW)
    - Vorfahren der Familie v. Sandow aus dem Ruppinischen

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    • Garfield
      Erfahrener Benutzer
      • 18.12.2006
      • 2146

      #3
      Ja, das gibt es häufiger. Auch ich habe viele Fälle, in denen die Altersangaben nicht stimmten. Immerhin stimmten sie überwiegend doch recht genau.

      Was ich auch ab und zu finde, ist dass der Tod bei der Geburt bzw. Taufe nachgetragen wurde, aber dann wurde versehentlich nicht die korrekte Person erwischt, sondern ein gleichnamiges älteres Geschwister, das früh starb. In Italien gab und gibt es ja Traditionen wie die Vornamen vergeben werden. Wenn dann ein Kind starb, wurde das nächstgeborene Kind vom gleichen Geschlecht wieder so genannt. Selbiges auch beim Nachtragen der Heirat. Aber das sind die Ausnahmen, meistens steht der Nachtrag bei der Geburt der richtigen Person.
      Viele Grüsse von Garfield

      Suche nach:
      Caruso in Larino/Molise/Italien
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      • nav
        Erfahrener Benutzer
        • 30.03.2014
        • 725

        #4
        Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
        Was ich auch ab und zu finde, ist dass der Tod bei der Geburt bzw. Taufe nachgetragen wurde, aber dann wurde versehentlich nicht die korrekte Person erwischt, sondern ein gleichnamiges älteres Geschwister, das früh starb.
        Ich habe einen Fall, in dem ein Taufeintrag schwierig zu finden ist, weil fälschlicherweise die Großeltern als Eltern eingetragen wurden.

        Im Heiratseintrag der Dame, wo korrektes Alter und korrekte Eltern stehen, hat nun später jemand deren Geburtsdatum nachgetragen. Allerdings nicht das richtige, sondern vielmehr das ihrer nächstjüngeren Schwester, welche einen anderen Namen trug.

        Aber nicht nur, dass damit sowohl Name als auch Alter falsch gewesen wären, die jüngere Schwester hatte natürlich selbst ein Leben, hat geheiratet und ist gestorben. Und unmittelbar unter dem Heiratseintrag mit dem falschen Geburtsdatum befindet sich der Heiratseintrag der zweiten Ehe des Witwers der jüngeren Schwester.

        In Online-Stammbäumen wird natürlich das falsch nachgetragene Geburtsdatum und der abweichende Name fleißig übernommen und kein Stück hinterfragt.

        Nico

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