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  #1  
Alt 20.01.2013, 15:07
RechercheStef RechercheStef ist offline
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Frage Infos über deutsche Kriegsgefangene (WK II) in Frankreich

Werte Forumsleser,

ich habe durch Fotos und Notizen herausgefunden, dass mein Großvater als Kriegsgefangener bis 1948 in einem Lager in Frankreich war. Nun möchte ich gern wissen wie er dorthin kam und was er dort machen musste. Viele Kriegsgefangene mussten ja die fehlenden Arbeitskräfte ersetzen und beim Wiederaufbau helfen.

Meine Frage: Gibt es Listen der französischen Lager mit den Namen der Kriegsgefangenen?

Mich interessiert speziell das Lager (frz. camp) Nr. 144 in Aix-les-Bains (damals zugehörig zur 8. Militärregion Lyon).

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
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  #2  
Alt 20.01.2013, 15:19
Benutzerbild von Saure
Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Stef...,

Angaben über die Kriegsgefangenschaft Ihres Großvaters erhalten Sie vom DRK-Suchdienst in München.

Als Literatur empfehle ich Ihnen:

Zur Geschichte der Deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges
Band XIII
Die deutschen Kriegsgefangenen in französischer Hand (2 Bände)
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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  #3  
Alt 20.01.2013, 15:54
Henry Jones Henry Jones ist offline männlich
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Hallo,

neben einer Anfrage beim DRK-Suchdienst, die höchstwahrscheinlich nur den Antrag auf Gewährung von Kriegsgefangenschaftsentschädigung vorliegen haben, lege ich dir noch eine Anfrage bei der WASt an Herz. Dort kannst du dann auch den Militärischen Lebenslauf (falls noch nicht vorhanden) anfordern.

Alternativ kannst du es auch noch beim Internationalen Roten Kreuz in Genf versuchen. Die haben auch noch Informationen zur Kriegsgefangenschaft in ihren Unterlagen.
http://www.icrc.org/web/forms/webfor...2572E200322DD7

Gruß Alex
__________________
Mitglied im Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster & Gefallener (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net (Homepage)
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  #4  
Alt 20.01.2013, 16:08
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jacq jacq ist offline männlich
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Hallo Stef,

mein Urgroßvater war ebenfalls bis Sommer 1948 in franz. Kriegsgefangenschaft.
Das Buch von Saure kann ich dir ans Herz legen.

Habe es bei Eurobuch gesucht und bei Lehmanns für 24,-- € gekauft. Scheint aktuell wieder drin zu sein: http://www.eurobuch.com/search_resul...ntendPageNum=1

Eine Anfrage bei der WASt ist Pflicht, DRK ebenfalls ratsam. Zum ICRC kann ich nichts sagen, da bis heute nicht auf meine Anfrage geantwortet wurde.

Von der WASt erhielt ich ein kurzes Auskunftschreiben mit den Daten, die sie zu meinem Urgroßvater vorliegen hatten. Weiter erhielt ich einige Fotokopien aus seiner Akte. Auf eine weitere neugierige Mail hin bekam ich nachträglich seine Kriegsgefangenenakte und den Antrag auf Kriegsgefangenenentschädigung!

Vom DRK erhielt ich nach 2,5 Jahren nur eine kurze Aufstellung der Lager, die mir durch die Kopien der WASt bereits bekannt waren.


Gruß,
jacq
__________________
Viele Grüße,
jacq

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  #5  
Alt 20.01.2013, 17:49
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Stefan,

das oben von mir vorgeschlagene Buch bekommen Sie natürlich auch über die Fernleihe.
Wenn Sie sich dann die Sie interessierende Seiten kopieren, haben Sie nur wenig Ausgaben.
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
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  #6  
Alt 20.01.2013, 21:28
RechercheStef RechercheStef ist offline
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Hallo Dieter, Alex und Jacq,

vielen Dank für die schnellen Antworten. Die Anfragen an WASt und Rotes Kreuz habe ich schon vor zwei Monaten gestellt. Doch weil mir die Wartezeit zu lang war, wollte ich es auf eigene Faust versuchen. Ich habe gehofft, dass vielleicht schon'mal jemand in diese Richtung recherchiert hat und eventuell mehr über das Lager in Aix-les-Bains weiß.
Ich habe mittlerweile auch Anfragen an die zuständigen Stellen in Frankreich gestartet, warte aber auch da noch auf Antworten.

So weit zum Stand meiner Recherche. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall aus der Bibliothek besorgen. Danke für den Tipp.

Beste Grüße,
Stef
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  #7  
Alt 21.01.2013, 17:51
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Stefan,

da Sie schreiben:
'Ich habe mittlerweile auch Anfragen an die zuständigen Stellen in Frankreich gestartet, warte aber auch da noch auf Antworten.'
könnten Sie uns dann bitte auch noch schreiben, welche Stellen das sind.
Vielleicht kann man damit enem anderen Suchenden helfen.
Danke für Ihr Verständnis.
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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  #8  
Alt 13.06.2013, 17:10
GoHaRe79 GoHaRe79 ist offline weiblich
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Hallo Stef!

Mein Großvater war von 1944 bis 1948 ebenfalls Kriegsgefangener im Lager Nr. 144 Aix-le-Bains. Er war Gefreiter in der 2. Kompanie des Sicherungs-Regiments 200 (Lyon), welches ab 1942 der Armeegruppe Felber- Heeresgebiet Südfrankreich unterstellt war. Ende August wurde er anscheinend verwundet, da er zunächst im Lazarett in Aix-le-Bains war und von dort in Lager kam.
Die Zustände im Lager waren zunächst wohl alles andere als gut. Es gab regelmäßig Erschießungen (die Gefangenen mußten sich in einer Reihe aufstellen und jeder 10. wurde erschossen). Später mußte mein Großvater dann in der Landwirtschaft helfen, wo er u.a. Trauben stampfte.
Vielleicht haben sich unsere Großväter gekannt!?
__________________
Gruß aus Baden

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  #9  
Alt 14.06.2013, 15:13
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von GoHaRe79 Beitrag anzeigen
Die Zustände im Lager waren zunächst wohl alles andere als gut.
Woher auch.

Zitat:
Es gab regelmäßig Erschießungen (die Gefangenen mußten sich in einer Reihe aufstellen und jeder 10. wurde erschossen).
Das halte ich für eine Räuberpistole um unschönere Bezeichnungen zu vermeiden.

Zitat:
Später mußte mein Großvater dann in der Landwirtschaft helfen, wo er u.a. Trauben stampfte.
Das halte ich für glaubwürdiger.
__________________
Gruß
gki
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  #10  
Alt 18.06.2013, 20:35
Erge32 Erge32 ist offline männlich
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Die Nase sollten wir Deutsche nicht so hoch tragen, wenn über die Behandlung deutscher Kriegsgefanger in anderen Ländern berichtet wird. Wie wir Deutschen mit "Kriegsgefangen" umgingen, darüber gibt es genügend Literatur und Dokumentationen im Fernsehen. Rühmlich war das auch nicht. So durften Kriegsgefangene bei Bombenangriffen keine Schutbunker aufsuchen, Mishandlungen und dergleichen waren auch hier an der Tagesordnung.
Nun wir dürfen nicht mit dem Finger auf andere zeigen, aber andere dürfen sich auch nicht rühmen besser zu sein als wir es waren. Da gibt es auch heute Vorzeigelager, eines befindet sich auf Kuba und sollte eigentlich schon seit 5 Jahren geschlossen werden. Man denke auch an ein Gefangenenlager im Irak, wo die Gefangenen gefoltert und erniedrigt wurden.
Aber da Ahnenforschung auch eng mit Geschichte zusammen hängt, dürfte das uns nicht überraschen. Wer in der Zeit des 30jährigen Krieges forscht und da in den Gegenden die damals besonders umkämpft waren (wie Magdeburg) der hat da auch schon mitbekommen welche Greultaten auch damals die Menschen schon anrichteten.
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frankreich , kriegsgefangenschaft , wk2

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