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  #1  
Alt 06.08.2009, 18:26
karlfriedrich
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Daumen hoch Familie Cotta / von Cottendorf

Hallo,

ich habe bei meinen neuesten Bemühungen folgende Person gefunden:

Cotta, Catharina, * Eisenach 28.10.1592, + Bad Langensalza 21.04.1639
oo 28.05.1615 Johann Aurbach aus Bad Langensalza

Ein Abgleich mit den vorhandenen Daten auf familysearch.org lässt den Schluss zu, dass es sich um eine Nachfahrin des Bonaventura Cotta * 1370 + Eisenach 1430 handelt.

Soweit ich das bisher herausgefunden habe, wurde dieser in Mailand in einer wohlhabenden und geschichtsträchtigen Familie geboren. Sein Vater war Burchard Cotta * Mailand 1340. Beide besaßen wohl später das Bürgerrecht in Eisenach, Bonaventura wurde Gutsherr auf Cottendorf bei Tannroda, das bis heute seinen Namen trägt. Er heiratete in Eisenach um 1400, die Ehefrau ist mir leider unbekannt.

Der bekannte Stammbaum der Familie Cotta beginnt im Jahre 926, als Andrico Cotta zum Erzbischof von Mailand gewählt wurde. Kaiser Siegmund bestätigte Bonaventura Cotta im Jahre 1420 in einer Urkunde die römische Abkunft der Familie und den seit den Zeiten der Ottonen kundbarlichen Adel derselben (siehe auch: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Ausg. 10, Teil 19-20 - 1829, S. 27 - 33).

Gerne würde ich noch mehr über die Familie erfahren. Die Literatur die zum Beispiel bei google Books verfügbar ist, ist zwar nicht schlecht, aber einen Stammbaum der über Burchard Cotta * 1340 hinausgeht habe ich noch nicht gefunden.

Kennt jemand entsprechende Quellen, wo ich einen Stammbaum mit Auflistung der betreffenden Ahnen vor 1340 finden kann ?

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  #2  
Alt 06.08.2009, 19:40
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Hallo Rolo

Glückwunsch zur Ahnfrau, die Cotta sind eine interessante und durch Generationen bedeutende Familie.
Im Wiki-Artikel zur Ursula Cotta steht in der Literatur-Liste an 7. Stelle eine Dissertation aus der Barockzeit (Ch. F. Paullini: Dissertation über die alte und vornehme Familie der Cotta De antiqua et nobili familia Cottarum, Dissertatione historica, Gießen 1694, Deutsche Übersetzung vom Juli 1940 (Halle/Saale), Stadtarchiv Eisenach), auf die sich wohl die ganze Familiengeschichte zurückführen dürfte. Eine Fahrt ins Stadtarchiv Eisenach bringt dich also aller Wahrscheinlichkeit nach ans Ziel deiner Wünsche.
Nun aber eine Warnung: Solche Dissertationen waren meist bezahlte Auftragsarbeiten und dementsprechend ist ihr Wahrheitsgehalt einzustufen. So würde ich- ohne den Einzelfall zu kennen- die Abkunft vom Mailänder Bischof für vermutlich legendär halten. Überhaupt fraglich, ob die Eisenacher Cottas ihre italienische Herkunft so genau spezifizieren konnten, hier ist allergrößte Vorsicht angebracht.
Zur römisch-antiken Herleitung: Das war im Mittelalter und später ein große Mode, in Wirklichkeit kann keine noch so alte italienische Familie ihren Mannesstamm bis in die Antike zurückführen. In der ewigen Stadt Rom gibt es z.B. nur eine einzige Familie (Crescenzi, heute Marchesi Serlupi-Crescenzi), die vielleicht bis in die Spätantike reicht, aber auch nur vielleicht und ohne wirkliche Belege.
Als Beweise, scheinbar auch bei den Cottas, mußten immer die antiken Beinamen herhalten, welche neben Vornamen und Familiennamen im alten Rom einen dritten Namen bildeten. Meistens waren das aber nur Spitznamen, die sich nach wenigen Generationen wieder verloren hatten. Die Gleichheit von antiken Beinamen ist also (fast) immer reiner Zufall.

Das sind jetzt aber nur aus Erfahrungswerten hergeleitete Vermutungen, die es zu beweisen oder zu wiederlegen gilt. Über die Cottas dürfte es genug Literatur geben, einfach mal in die Leipziger Unibibliothek schauen...

Viele Grüße
Johannes
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  #3  
Alt 06.08.2009, 20:52
karlfriedrich
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Dass man seine Familie bis in die Antike zurückführen kann, ist auch etwas gewagt. Hierzu fehlen sicherlich durchgängige Schriftaufzeichnungen, wie man sie heute kennt. Im frühen Mittelalter und in der Antike war es ja noch nicht üblich, ein Kirchenbuch oder Bürgerregister anzulegen und dort durchgängig jede Person zu notieren. Und selbst wenn, sind diese Notizen mit der Zeit verloren gegangen. Man kann also die Abstammung nur mutmaßen. Sicherlich ist der Beiname Cotta in der Antike ein bemerkenswerter Umstand, ich als Laie kann aber schlecht einschätzen, wie weit diese Verbindung reicht.

Dass die Familie Cotta in Eisenach auf Bonaventura und seinen Vater Burchard zurückgeht, habe ich verschiedenen Quellen im Internet entnommen. Diese Namen erhielt ich als Ergebnis bei der Abfrage der Datenbanken von familysearch.org. Hier erhielt ich auch den Hinweis auf die Stadt Mailand, und die Quellen besagen eben dass es hierüber Dokumente gibt. Der Name Bonaventura ist ja auch eher untypisch für Deutschland.

Eine Dissertation habe ich bereits im Internet gefunden und ausgedruckt, das waren etwa 12 Seiten. Vielleicht finde ich ja tatsächlich noch Literatur, die mich weiter bringt.
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  #4  
Alt 07.08.2009, 12:26
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Hallo rolo,
im Internet ist sicher nicht alles zu finden. Meist hilft nur ein Bibliotheksbesuch.
Bei Gundlach finden sich folgende vier Literaturangaben:



Viele Grüße
Hina
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  #5  
Alt 07.08.2009, 12:43
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Hallo Rolo

Die “Dissertation” von Christian Franz Paullini habe ich gefunden: http://cotta-rz.cairn.de/cotta01.htm

Folgende Beobachtungen:

- Es ist ein etwas sehr schmeichelnder und lobhudelnder Aufsatz, vermutlich eine Auftragsarbeit. So etwas war damals nicht unüblich. Was nicht heißt, daß alles falsch ist. Das ganze erste Drittel mit der römischen Abkunft ist allerdings blanker Unsinn. Man schmeichelte sich mit dieser Art Dingen.

- Der Name Bonaventur stammt von einem bedeutenden Philosophen und Heiligen der Franziskaner, das führt nicht unmittelbar nach Italien, genausowenig wie Burckard.

- Die Wappenbestätigung und -besserung von 1420 für den Bonaventur Cotta ist recht früh, das ist beachtlich.

- Als Herkunftsort wird letztlich Cottendorf erwähnt, was auf Cotta als einen Herkunftsnamen schließen läßt.

- Die Stammreihe beginnt bei Paullini erst mit Heinrich I., es ist weder geschrieben noch angedeutet, daß er ein Sohn des Bonaventur gewesen sei.

- Hier präsentiert jemand weitere Literatur zur Genealogie der Cotta am Ende des Threads, vielleicht bringt das weiter. Es schreibt aber auch hier keiner, wie die Brücke zwischen Heinrich I. und Bonaventur zu schlagen ist ...

- Wäre auch zu fragen und zu überprüfen, wie die Lebensdaten zustande kommen, die in dem verlinkten Forum ohne jegliche Quellenangaben genannt werden. Die scheinen mir ziemlich frei erfunden zu sein. Beispiel: bei Paullini lebte Heinrich I. Cotta “um das Jahr 1478”, d.h. im Klartext daß er dann wohl urkundlich erwähnt wurde. In der Stammreihe in Geneal-Forum wird daraus einfach ein Sterbedatum gemacht!! Usw.

Schlußfolgerung: Wenn neben Paullini nicht überzeugende weitere und urkundlich gesicherte Erkenntnisse zutage treten, würde ich diese Genealogie nur bis Heinrich I. Cotta übernehmen.

Freundliche Grüße
Johannes
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Geändert von Johannes v.W. (07.08.2009 um 13:09 Uhr)
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  #6  
Alt 07.08.2009, 13:58
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Hallo rolo,

mir sieht da auch einiges etwas mutmaßlich zusammengestellt aus. Egal, wo man nachliest, die Hinweise auf gesicherte Belege fehlen einfach. Ich kann mich Johannes auch nur anschließen, allenfalls bis auf Heinrich I. zu gehen. Mag eine angebliche Herkunft aus Italien noch so illuster sein, sie scheint einfach nicht gesichert und was nutzen einem in der AL alle möglichen theoretisch infrage kommende Ahnen?

Durch diese "schöngewaschenen" familiengeschichtlichen Veröffentlichungen bin ich auch schon ordentlich hereingefallen, glücklicherweise aber nach monatelanger Suche doch noch auf die richtige Spur gekommen. Die angeblich nicht vorhandenen urkundlichen Belege zur tatsächlichen Herkunft der Familie existieren durchaus und sind im Staatsarchiv in Wien einzusehen. Interessanterweise gab es dazu sogar schon eine Veröffentlichung, die aber einfach nicht wahrgenommen wird. Die Mutmaßungen aber, die als Gegebenheiten seit dem 17. Jh. immer wieder veröffentlicht werden, findet man nach wie vor, so auch in einer vor wenigen Jahren veröffentlichten Dissertation.

Spätestens, wenn in einer Veröffentlichung das Wort "soll" zu finden ist, ist es ein Hinweis darauf, dass hier einer vom anderen abschrieb, jedoch keine Quellenforschung stattfand oder die Quellen keine gesicherten Hinweise ergaben.

Viele Grüße
Hina
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  #7  
Alt 07.08.2009, 22:17
karlfriedrich
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Hallo,

was soll hier mutmaßlich zusammengestellt sein ?
Erst einmal existiert diese Urkunde mit der Erwähnung des Bonaventura Cotta. Demzufolge gibt es auch weitere Hinweise auf die Nachfahren.
Bei mir reicht die Ahnenliste auch nicht über Heinrich, sondern über dessen Bruder Hans. Dieser wurde später geboren, und laut familysearch.org ist Bonaventura der Vater der beiden. Sicherlich, das sind Resultate die ich noch nicht persönlich überprüft habe, aber das lässt sich ja schnell nachholen.
Ich meine, es gibt diese Dokumente wohl, wenn es diese Personen gegeben hat. Und man kann ja auch nicht behaupten, die gesamte Ahnenforschung früherer Jahrhunderte wäre falsch gewesen. Gerade bei einer Familie wie dieser kam es doch auf die Richtigkeit der Angaben an. Hier wusste eine Generation über die vorherige Bescheid.
Ich bin hier auch kein Insider, aber so wie ich es verstanden habe, vererbte Bonaventura Cotta seinen Namen auf Cottendorf, und nicht umgekehrt.
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  #8  
Alt 08.08.2009, 00:56
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Hallo rolo,

das mag sein, dass die Urkunde über Bonaventura Cotta existiert. Aber die alleine bringt eben noch keinen Familienzusammenhang und darum geht es eigentlich. Aus meiner Erfahrung, nicht zuletzt auch aus hier im Forum gemachten, weiß ich, dass es sowohl sehr viele belegte alte Genealogien gibt, als auch sehr viele "hingebogene", wo eben nicht durchgängig nachgewiesen ist, wer nun wirklich mit wem verwandt war. Diese Genealogien haben die Jahrhunderte in gedruckter Form überlebt und werden nach wie vor als "gegeben" angesehen. Es steht ja schließlich Schwarz auf Weiß geschrieben.

Wie das nun bei der Familie Cotta aussieht, wird sich zeigen. Möglich ist durchaus alles. Da ich mich mit der Familie nicht beschäftigt habe, kann ich mir darüber kein objekives Urteil erlauben. Aber durchaus ein subjektives, denn mir ist schon beim Aufschlagen des ersten Lexikons, in dem die Familie erwähnt ist, aufgefallen, dass das Wort "soll" verwendet wurde. Dann kam der Einwand zur Dissertation von Johannes. Da gehen bei mir eben die Alarmglocken an, was nicht heißt, dass es sich immer um schöngefärbte Familienhistorien handelt, aber leider des öfteren.

Lassen wir uns also von Deinen Forschungsergebnissen überraschen. Ich würde mich wirklich sehr für Dich freuen, wenn es hier in den Archiven tatsächlich noch aussagekärftige Urkunden gibt, die für eine unzweifelhafte Genealogie verwertbar sind. Es geht ja nicht darum, jemanden eine Abstammung zu vermiesen. Es geht schlicht und einfach um seriöse Forschungsarbeit, was ja unser aller Ziel ist.

Viele Grüße und viel Erfolg
Hina
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  #9  
Alt 08.08.2009, 14:44
karlfriedrich
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Ich denke auch, dass sich hierüber Belege finden lassen. Diese Familie ist ja durchaus nicht irgendeine. Wie ich schon erwähnt habe, kannte hier eine Generation die vorherige, da war Genealogie sicherlich sehr wichtig.
Also die Verbindungen sind hier wahrscheinlich besser (und auch öfter) belegt als bei einer anderen durchschnittlichen Bürgerfamilie.

Was die Abstammung vor Bonaventura und seinem Vater Burchard Cotta angeht, da wird es vielleicht nicht einfach sein, das sehe ich auch so.
Deswegen war ja auch meine Frage, ob jemand Quellen zu einem Stammbaum kennt, der darüber hinaus geht.

Aber wenn man so annimmt, dass vermutete Tatsachen seit dem 17. Jahrhundert durchgängig als gegeben dargestellt wurden, dann wäre das sicherlich keine einmalige Sache, sondern beträfe viele Genealogien. Und das wäre dann auch nicht das Ziel der Ahnenforschung.

Mein Anliegen ist es natürlich, eine wahrheitsgemäße Ahnenforschung zu haben, die anhand von vielen Quellen und Aufzeichnungen bestätigt ist.
Und die werde ich bei der Familie Cotta bestimmt auch finden.
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  #10  
Alt 08.08.2009, 17:52
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Hallo rolo,

ich möchte hier noch einen Buchausschnitt einstellen, um zu veranschaulichen, warum mir bei der in der Literatur erwähnten lombardischen Abstammung der Eisenacher Cotta erhebliche Zweifel kommen. Mit dem Thema scheinen sich durchaus schon Viele befasst zu haben aber für eine gründliche Recherche seitens der gegenseitig abschreibenden Autoren habe ich bisher keinerlei Indizien gefunden.

Der Autor Albert Schäffle, Cotta, in: Geisteshelden, Eine Sammlung von Biographien, 1895, S. 7 f., schreibt aus dem württembergischen Adelsbuch ab. Immerhin wird dort auch nur von einer "ziemlichen Wahrscheinlichkeit" gesprochen, in anderen Veröffentlichungen von "soll". Kurzum, es scheint in der Tat keine Belege zu geben. Warum mir diese "ziemliche Wahrscheinlichkeit" ziemlich suspekt ist, darauf möchte ich im Anschluss noch eingehen.



Hier wird z.B. berichtet, dass sich Bonaventura Cotta in Sachsen niederließ und ihm Cotta gehörte. Das kann unmöglich sauber recherchiert worden sein, findet sich aber in mehreren Veröffentlichungen. Der Ortsname Cotta in Sachsen ist nicht auf Bonaventura Cotta zurückzuführen, sondern der Ort war schon im Jahre 1328 als Kottowe und 1444 daraus abgeleitet als Cotta urkundlich erwähnt. Allenfalls, wenn man auch mal etwas spekulieren wollte, könnte man seinen Familiennamen als dortigen Herkunftsnamen auslegen.

Weiter wird ausgeführt, dass Kaiser Sigismund bereits 1420 die römische Abstammung der Familie bestätigte. Woher wollte Sigismund wissen, dass die lombardische Familie mit der römischen gleichzusetzen ist? Hier gibt es eine "Beleglücke" von immerhin gut 1000 Jahren. Ich frage mich außerdem, wie ein Kaiser, der erst 1433 zum Kaiser gekrönt wurde, das im Jahre 1420 bestätigen konnte? Ein Blick in ein Lexikon und es wäre klar gewesen, dass das allenfalls König Sigismund hätte bestätigen können. Mir kommen hier ernsthafte Zweifel, ob diese Bestätigung überhaupt existiert(e). Brauchte man hier evtl. eine Erklärung, warum sich in den beiden Familien verschiedene Wappen finden? Nicht zuletzt frage ich mich, ob überhaupt an der ganzen Geschichte um Bonaventura und seinen Vater mit dem altdeutschen Namen Burkhard ein Fünkchen Wahrheit, außer, dass sie wohl in Cottendorf ansässig waren, zu finden ist.

Im Text wird ausdrücklich erwähnt, dass es sich um die Familie handelt, deren weibliches Mitglied Aurelia Cotta die Mutter von Cäsar war. Eine sehr interessante Erkenntnis. Wer etwas Verstand im Kopf hat, dem dürfte klar sein, dass es keine belegte Genealogie gibt, die eine Familie tatsächlich auf 100 v. Chr. zurückführt. Hier kann man nur sagen "kann sein, kann aber auch nicht sein" denn mit "ziemlicher Wahrscheinlichkeit" ist die Ahnenreihe der Cotta erst ab dem 10. Jh. gesichert, wobei eine Wahrscheinlichkeit bekanntlich keine Sicherheit darstellt. Mich erinnert das alles doch sehr an die Genealogien früherer Zeit, die fast zwanghafte Verbindungen zu Karl dem Großen herzustellen suchten und schon recht früh den glaubhaften Pfad verließen.

Viele Grüße
Hina
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