#101  
Alt 10.02.2012, 15:11
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Die "Margaretha Lüller" ist meine 8-fach Urgroßmutter, allerdings entstamme ich noch aus dem ehelichen Leben mit Wilhelm Lüller . Margaretha bekam das uneheliche Kind mit 43 und ihre Tochter Catharina mit 22 Jahren. Auf jeden Fall wird die Mutter wohl kaum böse gewesen sein, dass die Tochter ein uneheliches Kind bekommen hat
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  #102  
Alt 10.02.2012, 17:21
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Moin Michel,

Zitat:
Zitat von Michel85 Beitrag anzeigen
Aus einem OFB: "Diese Margaretha, Wilhelm Lüller Witwe hat eine Tochter in unehren geboren mit Jost Arnet einem Soldaten aus dem Lüneburger Land. Die Tochter heißt Anna. Obige Catharina hat auch ein uneheliches Kind von Jost Arnet geboren"
den Eintrag verstehe ich nicht. Wo ist denn vermekt, daß "obige Catharina" die Tochter war?

Ich weiß, aber um des Verständnisses willen tut da Aufklärung not.

Friedrich, "so man often auch Pingeliedrich nennet"
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

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  #103  
Alt 10.02.2012, 17:37
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Die "obige Catharina" steht im OFB bei den abgeschriebenen Text den ich hier gepostet habe, allerdings hätte ich dann sämtliche Familie abschreiben müssen mit den drei ehelichen Kindern (Catharina, Anna Margaretha & Elisabetha Margaretha), was mir zu mühselig gewesen ist (naja, hätte ich es besser gemacht, dann hätte ich das nicht schreiben müssen xD). Die Geburtsdaten und Kinder sind ja ebenfalls aus meinem Text auch nicht ersichtlich, die habe ich wiederum aus einem anderen Eintrag im OFB entnommen. Wollte damit zeigen, dass der Beischlaf etwa 3 Monate später war und es scheinbar keine Vergewaltigung gewesen ist.

Übrigens wäre "obige" auch falsch, da es im abgeschriebenen OFB drunter steht. Der Text entstammt nämlich aus dem Kirchenbuch und dort steht es halt drüber.

Der der hofft dich endgültig durcheinander gebracht zu haben . Wenn es nicht klar ist, scanne ich es dir halt .
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  #104  
Alt 10.02.2012, 17:40
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Zitat:
Zitat von Michel85 Beitrag anzeigen
Der der hofft dich endgültig durcheinander gebracht zu haben . Wenn es nicht klar ist, scanne ich es dir halt .
Nee, nee, paßt scho.

Pingeliedrich
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  #105  
Alt 17.10.2012, 22:51
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Manchmal erfährt man aus Kirchenbucheinträgen (leider waren nicht alle Pfarrer so mitteilungsfreudig, wie wir uns das heute wünschen würden) über Prozeduren, die uns heute allzu sonderbar vorkommen. Hierzu ein Beispiel aus dem Kirchenbuch von Bocklemünd (heute zu Köln gehörig), das meinen Ahnen Florenz Hundgeburth betrifft (den Fund und die Auflösung eines damit zusammenhängenden Rätsels verdanke ich einem entfernten Verwandten):

Am 8. März 1698 beißt ein wildgewordener Hund nacheinander die örtlichen Halfen Florentius Hundgeburt, Heinrich Hackenbroich und Johannes Wilhelm Lindweiler; es war zu befürchten, dass der Hund tollwütig gewesen war. Alle drei wallfahren bei nächster Gelegenheit zur Hubertuskirche nach Stavelot (Belgien), von wo sie der Bocklemünder Kirche eine Statue des Hl. Hubertus mitbringen. Offensichtlich überleben alle drei dieses Vorkommnis.

Soweit liest sich die Geschichte noch einigermaßen nachvollziehbar. Was aber zunächst rätselhaft war: in dem Eintrag war noch erwähnt, dass die Drei in Stavelot incisi sunt. Was dies wörtlich übersetzt bedeutet, war schon klar: sie wurden "eingeschnitten" oder "eingeritzt". Doch was war damit gemeint?

Nach einigem Rätseln fand dann mein Verwandter die Lösung. Bei Verdacht auf Tollwut wallfahrte man zum Schutzheiligen nach Stavelot. Dort wurde den Betroffenen in einer feierlichen Zeremonie ein Schnitt in die Stirn geritzt, in den eine Fluse eines Tuchs gelegt wurde, das man dem heiligen Hubertus zuschrieb. Der Schnitt wurde dann mit einem Verband verschlossen und musste so eine bestimmte Zeit verbleiben. Lebte der "Proband" nach diesem Zeitraum noch, so galt er als mit Hilfe des Heiligen geheilt und die Wallfahrt war erfolgreich abgeschlossen.

Aus heutiger Sicht stehen einem angesichts einer solchen Prozedur die Haare zu Berge. Ein Fussel eines alten, sicherlich alles andere als keimfreien Tuchs in eine eigens dazu beigebrachte Wunde gelegt und dann fest verschlossen! Unsere Altvorderen müssen wirklich hart im Nehmen gewesen sein!
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  #106  
Alt 18.10.2012, 01:09
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Hallo, fps!

Was für eine interessante und doch unheimliche Geschichte...

Gruß
Matthias
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  #107  
Alt 18.10.2012, 01:29
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Naja, hart im Nehmen ist auch so'ne Sache, immerhin war die Sterblichkeit ziemlich hoch. Und da sind Blutvergiftungen sicher mitschuld.

Ich bin in einem Buch aus dem 19. Jahrhundert, in dem es um die Behandlung von "Irren" in einem staatlichen Siechenhaus in Preußen ging, beispielsweise auf das "Haarseil" zur "Ableitung von Säften" gestoßen. Dabei wurde eine Schnur aus Rosshaar oder Hanf unter der Nackenhaut durchgezogen, um ein Eitern zu provozieren. Der Eiter sollte so aus dem Körper gezogen werden - die Behandlungsberichte beschreiben, dass die Methode erfolgreich war, denn der Behandelte wurde merklich ruhiger und hatte mehrere Wochen lang weniger Anfälle (der Beschreibung nach tippte ich auf einen Epileptiker).
(Es handelt sich um das "Magazin für die gesammte Heilkunde: Mit besonderer Beziehung auf d. Allgemeine Sanitäts-Wesen im königl. Preußischen Staate, Band 58, als Google E-Book unter http://books.google.de/books?id=i70j...gbs_navlinks_s - interessant auch, weil die beschriebenen "Fälle", wie auch die Mediziner namentlich und zum Teil mit familiärer Beziehung genannt werden.

Geändert von Asphaltblume (18.10.2012 um 01:46 Uhr)
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  #108  
Alt 27.10.2012, 14:43
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Ich hatte vor einiger Zeit in einem KB für die Gegend Neustettin einen Eintrag gefunden, in dem die Eltern die Todgeburt ihres im 4. Monat geborenen Kindes anzeigten.

LG Silke

Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
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  #109  
Alt 30.11.2012, 00:07
helibo helibo ist offline
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Standard Meine gefundenen Kuriositäten aus den Kirchenbüchern

1773 verstarb ein alter Hausvater an einer langwierigen Schwindsucht im Alter von 63 Jahren.
Wäre schön gewesen, wenn der Pfarrer den Namen dazu geschrieben hätte.
Der Pfarrer war wohl ein komischer Kautz.....eine große Spinne war im gleichen Kirchenbuch von ihm ermordet worden.

In einem anderen Kirchenbuch stand im Pateneintrag: .... war der Mutter Bruder ein preußischer Menschendieb.

Und dann gab es noch 1772 die bürgerliche Marianna...... sie wurde wegen gedoppelten Mordes an der eigenen Frucht ihres Leibes nicht gehängt, sondern vergiftet, und das nur, weil sie die Tat gestanden hatte.
Sie war übrigens 20 Tage im Gefängnis.

Viele Grüße
Helga
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  #110  
Alt 30.11.2012, 09:07
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Zitat:
Zitat von helibo Beitrag anzeigen
....In einem anderen Kirchenbuch stand im Pateneintrag: .... war der Mutter Bruder ein preußischer Menschendieb.
.....
Herrlich diese Einträge, der Bruder war sicherlich Werbeoffizier bei der preußischen Armee, der für Geld junger Männer zur Armee anwarb - sie wurden häufig als Menschendiebe bezeichnet.

Gruß Michael
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