#1  
Alt 08.03.2021, 13:04
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Standard von Embden

Quellen, Belege, Literatur zum genannten Adel/Namen:
Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: ab etwa 1800
Genauere Orts-/Gebietseingrenzung: Hamburg
Fernabfrage vor der Beitragserstellung genutzt [ja/nein]:
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive, Datenbanken):


Bitte vergessen Sie nicht, zusätzlich zum Namen, auch Orts- und Zeitangaben zu machen. Nennen Sie außerdem die Ihnen bereits bekannten Belege/Quellen zum angefragten Adel.


Ich bitte die Adelsexperten um einen Rat: Ich beschäftige mich schon ein Weilchen mit der Frage, ob die Hamburger Kaufmannsfamilie v. Embden adlig war. Im Hamburgischen Adressbuch von 1808 steht Lion Levin von Emden, er wird sonst meistens Embden genannt.
Sein Sohn Moritz von Embden heiratete die Schwester Heinrich Heines, Charlotte. Moritz Bruder Abraham Adolf Embden war Gemeindevorsteher der jüdischen Gemeinde. In Aufsätzen über wie auch in den Briefen der Familie Heine geht es widersprüchlich zu, was das " von " betrifft. In Briefen erwähnt es niemand, die Grabsteine Charlottes und Moritz nennen es auch nicht, da steht also schlicht " Charlotte Embden".
In einer Quelle über die Familie lese ich dagegen, Moritz sei geadelt worden. Und der Sohn des Moritz nannte sich Baron Ludwig von Embden( 1826 -1904). Dieser Baron ist der eigentliche Grund meiner Frage. Ich möchte wissen, ob er wirklich ein " Baron von" war.

In den mir erreichbaren gängigen Adelslexika finde ich einen Carl Adam Embden aufgeführt, Reichsadel 1798. Es deutet aber nichts darauf hin, die hamburgische Bankiersfamilie sei mit ihm verwandt gewesen. Andere Einträge fand ich nicht, auch keinen über den Moritz. Meines Erachtens spricht alles dafür, zumal auch der Status als jüdische Kaufmannsfamilie, dass der Ludwig nicht adlig war. Aber ich wäre froh, wenn jemand, der mehr Zugang hat als ich, einmal nachsehen könnte. Sicher kann ich noch nicht sein.

Herzlichen Dank! LG Martha
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  #2  
Alt 08.03.2021, 14:06
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

ich sehe im Moment auch keinen Beweis für eine Nobilitierung, wobei schon das Wort Baron ja im deutschen Bereich keine offizielle Bezeichnung war. Die Sterbeurkunde 1904 aus Hamburg nennt bei ihm und seinem Vater das "von", fragt sich, welche Beweiskraft das hat.
Wahrscheinlich schon selber im Internet entdeckt: die Erinnerungen von Julia https://books.google.de/books?id=E-l...embden&f=false
wo schon einmal fraglich ist, welche Nachlassteile der Neffe verschenkt oder anderweitig verwertet haben will. Julia nennt 1883 ja kein "von".
hier: https://books.google.de/books?id=lpe...DoATABegQICBAC ja eine Nennung des K v Gerstenberg i Zshg mit Embden.

Es gab allerdings wohl auch eine Familie "van Embden" zu der Zeit in Hamburg, offenbar niederländischen/ friesischen Ursprungs.

Zeitungsmeldung 1893: der Herzog v Sachsen-Coburg-Gotha verlieh dem Baron Ludwig v Embden das Ritterkreuz des Hausordens.
Im Adressbuch Hamburg zum ersten Mal 1891 mit Zusatz Baron.

Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Suderburg)

Geändert von Kasstor (08.03.2021 um 15:10 Uhr)
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  #3  
Alt 08.03.2021, 15:21
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Hallo Thomas,
Diese Notiz über K. v. Gerstenberg war es, die mich vor paar Monaten zur Salzsäule erstarren ließ. Bis dahin war ich ahnungslos, was er in Hamburg so getrieben hat. Die Hamburgische Datenlage ist schwierig. Ich habe schon vor Monaten das Papier angefordert, denn es könnte ja noch irgendetwas mit vermerkt sein. Das Original befindet sich im Deutschen Historischen Museum Berlin, aber leider tut sich da nichts.

Die Erinnerungen des Henri Julia habe ich teilweise gelesen, es ist alles ein großes Durcheinander, denn andere Familienangehörige widersprachen ihm genauso entschieden. Da dreht es sich ja vor allem um Heines Memoiren, die mit riesigster Aufregung in Hamburg herausgebracht wurden. Heines Bruder bezeichnete sie als Fälschung, Kritiker waren inhaltlich enttäuscht, aber Julia schwor die Echtheit. Und das alles, als K. v. Gerstenberg sich grade bei der langjährigen Nachbarin der Embdens einquartiert hatte...Ich bin ehrlicherweise völlig überfordert mit dieser heillos zerstrittenen Familie. Und versuche, Grund reinzubringen und mir erst einmal klarer zu werden über den Ludwig v. Embden. Dazu gehört auch die Frage, ob der sich aus Eitelkeit Baron nannte. Es ist ja alles völlig absurd, auch diese vielen Schenkungen. Ich stell mir vor, wie Baron v. Gerstenberg und Baron v. Embden sich am Gartenzaun trafen in der Esplanade...oh, oh.

Die Zeitungsmeldung ist interessant, aber das Ritterkreuz hätte er doch sicher auch ohne Adelstitel erhalten? Es ist ja eine Art stille Post gewesen, was sich in den alten Zeitungsmeldungen abspielte. Einmal falsch dargestellt, konnte man falsche Lebensangaben überall lesen. Sicher weiß ich, dass Ludwig v. Embden sich noch 1866 als Ludwig Embden bezeichnete, keine Rede vom Baron.

Vielen Dank schon einmal!

LG Martha

Geändert von MarthaLU (08.03.2021 um 15:22 Uhr)
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  #4  
Alt 08.03.2021, 15:27
Sebastian_N Sebastian_N ist offline männlich
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Interessant ich habe auch von der Emden/Embden (u. andere Schreibweisen) in meinem Stammbaum (bis ins 17. Jahrhundert nach Hessen zurückverfolgt), die keinesfalls adlig war.

Angeblich soll sich die letzte "von der Emden", die in unsere Familie eingeheiratet hat, sich unglaublich was darauf eingebildeten haben, aber wir können beweisen, dass sie nichts mit Aristokratie am Hut hatten. Wahrscheinlich stammten sie von "van der Emde" oder so ab, aber leider reichen die Kirchbücher dafür nicht mehr zurück, um eine eventuelle Verbindung nachweisen zu können.
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  #5  
Alt 08.03.2021, 15:33
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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In der Sterbeurkunde seiner Mutter 1899 unterschreibt er mit Baron L H Embden.
Ihr Name ist da als Charlotte Embden geb, Heine aufgenommen, Witwe des Maklers Moritz Embden.

Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Suderburg)
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  #6  
Alt 08.03.2021, 17:42
Summsie Summsie ist offline weiblich
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Ich habe einen Christoph v.d. Embde, der Hofschneider in Hildburghausen war. Seine Tochter heiratete 1707, dies nur zur zeitlichen Einordnung.

Geändert von Summsie (08.03.2021 um 17:44 Uhr)
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  #7  
Alt 08.03.2021, 17:49
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo Martha,

im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin befindet sich:

Signatur I. HA Rep. 176 (Heroldsamt). Umfang: 143,3 lfm. Laufzeit 1835-1920, darin dann die Akte:

"Embden, v.,"

Die würde ich mir bestellen, dann weißt du (mit Sicherheit?) mehr.

MfG
Manni

Geändert von Manni1970 (08.03.2021 um 18:41 Uhr)
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  #8  
Alt 08.03.2021, 18:02
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Ich danke euch allen, bin ganz überrascht, wie viele doch auch gehört haben von den v. Embdens. Manni, besten Dank auch für den kostbaren Hinweis, ich werde gleich die Akten des Heroldsamtes anfordern. Und werde natürlich berichten, was da drin steht.

Nochmals Danke !
Martha
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  #9  
Alt 19.03.2021, 17:42
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Nur so zwischendurch, mit dem Heroldsamt wird es noch dauern:
Ich habe mittlerweile in alten Zeitungen Nachrufe auf ihn gefunden, nach seinem Tode 1904. Der Heine-Herausgeber Karpeles schreibt, er sei wohl, (so vorsichtig formuliert er das), vom italienischen König geadelt worden wegen seiner Verdienste um das italienische Konsulat in Hamburg.

Ich bleibe ahnungslos...
LG Martha
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  #10  
Alt 26.04.2021, 15:00
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Hallo Martha,

im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin befindet sich:

Signatur I. HA Rep. 176 (Heroldsamt). Umfang: 143,3 lfm. Laufzeit 1835-1920, darin dann die Akte:

"Embden, v.,"

Die würde ich mir bestellen, dann weißt du (mit Sicherheit?) mehr.

MfG
Manni
Leider nein, es wird noch undurchsichtiger:
Die Akte ist heute angekommen, 34 S. dick, aber eine andere Familie, der Maler August v. d. Embden aus Kassel. Könnte das für dich, Sebastian, interessant sein?
Aber was bedeutet das jetzt für Ludwig. v. Embden? Wenn demnach keine Akte vorhanden ist im Heroldsamt, kann er dennoch adlig gewesen sein? Es wird doch wohl immer unwahrscheinlicher. Im Zeitungsartikel heisst es, er sei vom italienischen König geadelt worden. Weiss jemand damit was anzufangen, das müsste doch irgendwo dokumentiert sein?
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