#11  
Alt 13.03.2021, 20:26
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.904
Standard

Moin zusammen,


ich habe zwei solcher Fälle im Wittgensteinischen:


Um 1700 wurde eine Zeit in Berleburg kein KB geführt, weil die Pfarrer zu dieser Zeit durch den in der Region vorkommenden Radikalpietismus beeinflusst wurden.


Der zweite Fall war in Langewiese, wo ab 1885 die KB-aufzeichnungen bis 1891 nur bruckstückhaft nachgetragen wurden, weil der Pfarrer seit dieser Zeit krank war und 1890 starb. Aber da gibt's wenigstens die Standesämter.



Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 13.03.2021, 20:46
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 07.01.2010
Ort: Lüneburg
Beiträge: 1.664
Standard

Zitat:
Zitat von fajo Beitrag anzeigen
Das mit dem fehlenden Namen des Täuflings ist auch besonders grandios, hab ich auch schon entdecken müssen!
In Ostpreußen hatte ich nun ein KB, bei dem die Taufeinträge lauteten:
Dem XXX ist ein Söhnlein getauft worden. Ende des Eintrags.
So geht es dann seitenlang.... ist im Endeffekt genauso wie leere Seiten.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan, Rheinland (vor 1700); Scheer / Schier, Rheinland (vor 1750); Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 13.03.2021, 22:39
Pommerellen Pommerellen ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.08.2018
Beiträge: 627
Standard

Hallo,

zu Ergänzung, ich kenne aus Westpreußischen kath. Kirchenbüchern die Angewohnheit uneheliche Kindertaufen mit einem Kreuz zu kennzeichnen. Ich habe zuerst gedacht, dass diese Kinder gestorben sind bis nach der Zusammensetzung von Familien mir das aufgefallen ist. Keine Taufen oder Trauungen kommen auch vor. Oft wurden mehrere Gemeinden von einem Pfarrer oder Ordensgeistlichen betreut. So kann es sein, das dann plötzlich die Eintragungen in einer anderen Pfarrei auftauchen. Auch sollte berücksichtigt werden, das nicht alle Kirchengemeinden die selben Rechte hatten. Es kann sein wie ich aus dem Hochsauerland es kenne es eine Kirche gab aber die Eintragungen alle in der jeweiligen Ur- Kirchengemeinde stattfanden. Oder eine Kirche zwar Taufbücher aber keine Trauungen durchführte.

Mit vielen Grüßen
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 14.03.2021, 06:01
fajo fajo ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.10.2018
Ort: Flensburg
Beiträge: 1.005
Standard

>So kann es sein, das dann plötzlich die Eintragungen in einer anderen Pfarrei auftauchen.<

Pommerellen zu der Anmerkung habe ich einmal eine Frage.

Habe hier eine Trauung die zeitlich und nach angaben des Bräutigam ganz genau passt, allerdings stimmen die Angaben zur Braut (Vorname + Witwe + ohne Eltern) nicht? - Kann allerdings werder Kinder der Beiden noch Sterbedatum des vorherigen Ehemann finden. Eigentlich finden sich über diese Paar gar keine weiteren Angaben! -

Allerdings hat der Bräutigam in nächsten Ort 10 Kinder mit einer anderen Ehefrau und die beiden werden dort auch als Eheleute geführt?-

Hat schon einmal jemand so etwas gehabt?-
__________________
Vorsicht : >Ich habe keine Ausbildung. Ich habe Inspiration. ... < von Bob Marley -**



Geändert von fajo (15.03.2021 um 08:06 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 14.03.2021, 11:07
Pommerellen Pommerellen ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.08.2018
Beiträge: 627
Standard

Hallo Fajo,

schwierige Frage. Wenn die Namen der Frau überhaupt nicht stimmen, dann bin ich ehr misstrauisch. Auf der anderen Seite anderer Ort, vielleicht was anderes gehört. Oft wird das mit der Witwe bzw. Witwer weggelassen oder es gibt einfach zwei Vornamen oder mehr die dann wahlweise gebraucht werden.
Leider gibt es oft auch "Namensvettern" in den Ortschaften. Ich habe Jahre im Westpreußischen verbracht sieben Michael auseinander zuhalten, weil zunächst keine eindeutigen Hinweise vorhanden waren.
Auch die Regel bei den Katholiken "wo getauft da getraut" für die Frauen ist nicht immer richtig. Im Nördlichen Münsterland ist mir aufgefallen, dass bei den Vollerben der Höfe in der Pfarre des Hofes getraut wurde. Oder wieder im Westpreußischen bei "bedeutenden" lokalen Adeligen auch von dieser sonst strickt befolgten Regel abgewichen wurde und ggf. "in privatis" getraut wurde.
Leider sind manchmal Daten einfach falsch. Bei meiner Urgroßmutter war ich Jahre auf der falschen Spur, da in der Heiratsentlassung in Letmathe ein konkretes Geburtsdatum etc., was alles stimmig mit dem eigentlichen Heiratseintrag war, angegeben war. Leider stimmte die Sterbeurkunde dazu überhaupt nicht. Durch die online Stellung der Kirchenbücher aus Paderborn bei Matrikula konnte ich jetzt feststellen, dass es drei Töchter mit dem selben Vornamen gab, davon aber die beiden Anderen in Iserlohn getauft wurden obwohl die Familie in Letmathe lebte. Diese Taufen kannte der Pfarrer in Letmathe nicht und hat wohl die einzig Vorhandene aus seinem Taufbuch genommen.
Es bleibt ein suchen und oft auch ein stochern im Nebel.

Viele Grüße

Geändert von Pommerellen (14.03.2021 um 11:08 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #16  
Alt 15.03.2021, 07:44
fajo fajo ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.10.2018
Ort: Flensburg
Beiträge: 1.005
Standard

@Pommerelle jep, das hat mich auch misstrauisch gemacht, als ich durch einen Zufall über diese Trauung stolperte!-

In der Heiratsurkunde heißt die Baut Juliana (ohne Angaben des Vaters), bei 10 Geburten heißt sie „Künikunda“, was mich ein evtl. verhören nicht nachempfinden lässt. Auch nicht im Dialekt? -

Die Bezeichnung Witwe weggelassen, kann auch irgendwie nicht passen. Da die „Kunikunda im anderen Ort bei einer Patenschaft im September 1624, als Tochter von Jacob Lerch erwähnt ist (daher noch 14 Monate vorher der ersten Geburt noch unverheiratet war), im Dezember 1625 ihren ersten Sohn geboren hat und als „sein Weib“ von Jobst Elster angegeben ist.-

Namensvetter kann ich eigentlich auch ausschließen, da der Bräutigam (Jobst Elster) aus Braunschweig kam, da es bei der Eheschließung 1624 mit „Juliana“ im anderen Ort erwähnt ist und er dadurch eigentlich nicht zu verwechseln sein kann. - Wenn es einen 2. Jobst Elster (Bruder) in der Familie gegeben hätte, wäre eigentlich ein Zusatz (der ältere oder...) bei der Dichte und der Familie eingefügt worden.- Außerdem haben dieser Jobst Elster und die Kunikunda (im anderen Ort) einen gemeinsamen Sohn „Peter Elster“ der durch die Aufstände in Böhmen sehr bekannt war.- Da ist außer mir ist wohl schon jemand an dem Punkt ins Stolpern gekommen und hat mit Bleistift in dem Traueintrag nochmals „Jobst“ eingefügt.-

In Böhmen wird die Trauung eigentlich immer in Ort der Braut vollzogen, also könnte sie an einem anderen Ort geboren sein und hierher geheiratet haben. Allerdings ist keine Trauung, Sterbeeintrag noch irgendwelche Kinder Bezug ihres verstorbenen Ehemannes und auch des Jost Elster zu finden?- Gestorben ist sie wohl auch nicht.-

Das hier der Gedanke der Bigamie ausgeschlossen werde kann, da bin ich mir eigentlich ganz sicher! –

Neige nun nach diesem Thema hier „Kirchenbuch-Überraschungen“ zu der Überlegung, das kirchliche Probleme evtl. die Ursache für das Fehlen von 10 Jahren (nur) Trauungen (nicht aus dem Buch entfernte Seite) nicht die Ursache für eine evtl. Trauung in einem anderen Ort sein könnten? –

Gäbe es noch eine andere Idee, oder eine mir vielleicht noch nicht bekannte Info über die Handhabung in der Zeit um 1600? Kriegsursache oder Krankheit kann man durch das Fehlen nur eines Teils der Bücher eigentlich auch ausschließen.-

Wäre wirklich für jede Idee oder Info dankbar!


PS.: Igit , nun taucht die Hochzeit, mit den gleichen Daten auch noch einmal im gleichen Kirchenbuch auf...
__________________
Vorsicht : >Ich habe keine Ausbildung. Ich habe Inspiration. ... < von Bob Marley -**



Geändert von fajo (15.03.2021 um 09:00 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #17  
Alt 15.03.2021, 19:39
Pommerellen Pommerellen ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.08.2018
Beiträge: 627
Standard

Hallo,

das hört sich schon sehr unterschiedlich an Juliana und Kunikunda. 1624 ist schon sehr schön, wäre froh wenn ich bis dort hin käme.
Fehlende Seiten ist ein Klassiker. Ist halt so, grübeln darüber warum lohnt nicht. So um die Zeit war ja der 30. Jährige Krieg. Da ist in vielen anderen Landesteilen absolut Schicht mit schriftlichen Nachrichten.
Manchmal gibt es auch Fehler, beim zusammenbinden der Bücher, das kommt sehr oft vor, da wohl nur noch eine Loseblattsammlung vorgelegen hat. Die Kirchenbücher sind schöne Unikate.
Das mit Witwer oder Witwe kann ich nur wiederholen leider auch oft nicht eingetragen. Ich schaue in der Regel alle Bücher durch und notieren alle interessanten Namen. Da kann dann plötzlich ein Standardtaufpate ausfallen, der ggf. im Sterbebuch fehlt. Leider wird es Lücken geben. Ich setze nur in Ausnahmen Vermutungen an.

Viele Grüße
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:42 Uhr.