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  #1  
Alt 20.02.2019, 23:13
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Standard Familie von Mogen zu Gedern, Forschungsergebnisse und offene Fragen

Werte Forumsmitglieder,

bei der Eheschließung meiner Alt-Großeltern

August Roeschen (Röschen)
geb. 09. oder 10.10.1784 in Buckowien in der kursächsischen Nieder-Lausitz
1803 - 02.09.1806 Ausbildung zum Förster in Willeroda,
1806-07 Jäger im 4. Koalitionskrieg,
10.07.1810 Förster auf dem Winterstein für die Burggrafschaft Friedberg
1813-15 Adjutant des Brigade-Generals von Hünerbein
1824 großherzoglich hessischer Revierförster in Ober-Rosbach
gest. 05.12.1836 in Ober-Rosbach, laut Sterbeprotokoll "tödlich getroffen von einem Holzfrevler"

Marie Luisa Charlotte Schmidt, Pfarrerstochter
geb. 02.10.1788 in Wohnbach, evangelisch getauft
gest. 10.01.1860 in Rodheim v.d. Höhe

waren gemäß Copulationsprotokoll der Pfarrei Einartshausen am 20.07.1823 Trauzeugen:
Friedrich Karl von Berckefeldt zu Gedern, Kgl. niederl. Major (Herkunft und Stammreihe siehe: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). Gotha 1906. Siebenter Jahrgang, Seite 47 - 49)
und Frl. Laurette von Mogen zu Gedern (seit 1816 Gattin des Ludwig Dietrich Philip von Zanthier zu Gedern, großherzogl. hess. Major à la suite u. General-Bevollmächtigter des Grafen zu Stollberg-Wernigerode u. Gedern)
Letztgenannte war auch Patin des ersten Sohnes dieser Ehe, Major von Zanthier Pate des zweiten Sohnes, meines Alt-Vaters.

Aufgrund von zwei Tatsache, nämlich 1. dass sich unserer Familie im Besitz des dokumentarischen Nachlasses dieser zuletzt in Gedern ansässigen Familie “von Mogen“ – insbesondere des letzten Sprosses Ludwig Carl von Mogen – befinden, und 2. aus den o.g. Trauzeugen- und Patenschaften schließen wir ggf. eine Verwandtschaft nicht aus, können Sie aber (bisher noch nicht) belegen.

Der dokumentarische Nachlass unter anderem wie folgt:
- Port d'Épée Fähnrich Offizierspatent Ludwig Carl von Mogen 6. Mai 1799 (Preußisches Regiment von Schladen)
- Fähnrich Offizierspatent Ludwig Carl von Mogen 13. August 1799 (Preußisches Regiment von Schladen)
- Second Lieutenant Offizierspatent Ludwig Carl von Mogen 19. Februar 1803 (Preußisches Regiment von Schladen)
- Ludwig Carl von Mogen: Handgeschriebenes Kriegstagebuch (Zeitraum 16. Februar 1793 - 9. November 1803)
- Ludwig Carl von Mogen: Handgeschriebenes Kriegstagebuch (Zeitraum 16. September 1806 - 22. Februar 1812)
nebst diverse Korrespondenzen.
Ich bin kein Spezialist im Bereich des (z.T. ja güterlosen = armen) Militäradels im Zeitraum zwischen dem siebenjährigen und den napoleonischen Kriegen, aber ich gehe davon aus, dass die o.g. Patente und Tagebücher doch mit zum wertvollsten persönlichen Besitz eines solchen Offiziers gehört haben müssen, die man nicht ohne weiteres verschenkt oder außerhalb der Familie weitergibt, auch nicht die Erben.

Doch die Quellenlage ist dünn zur Familie “von Mogen“, und ich komme hier nicht weiter.
Ich kann die Familie “von Mogen“ weder unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...geschlechter/M
noch in den
Gothaischen Genealogischen Taschenbücher des Adels (M-R)
Index zu allen vorkommenden Familien der Jahre 1765 bis 1942
http://home.foni.net/~adelsforschung/ggtbm.htm
ausfindig machen.

Einzig August Friedrich von Mogen ist im Gotha genannt, aber eben nur als Gatte der Charlotte von Graevemeyer; somit liegt auch keine Stammfolge der von Mogens vor.

Auch die Suche nach dem Familienwappen verlief bisher erfolglos. Bezogen auf Gedern und Gießen Suche im “Siebmacher, Band 3, Abteilung 4 (Der Adel des Kurfürstenthums, Großherzogthums und der Landgrafschaft Hessen)“

Im Hessischen Staatsarchiv gibt es ein Dokument (HStAD, E 8 B, 38/1): “Bestallung des Hartmann Mogen zum Major der Garnison Gießen (9. Juli 1740) und zum Obrist-Leutnant (5. Dezember 1749)“
Ist dieser (Johann) Hartmann Mogen vielleicht der Stammvater der o.g. “von Mogens“, zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in den Adelsstand erhoben ?

Ich führe im folgenden Mal alle Fakten auf, die ich ausfindig machen konnte, um möglichst viele Anknüpfungsmöglichkeiten zu bieten:


Vater:
Freiherr
August Friedrich von Mogen
Zuletzt Oberst des oberrheinischen Kreisregiments Prinz Carl Theodor von Baiern (Bayern), eine Stellung, zu der er sich nach eigenem Zeugnis “in fünfzehn Feldzügen qualifiziert“ hat.
geb. 1740 (rückgerechnet)
gest. 3. Mai 1826 in Gedern im Alter von 86 Jahren
Erste Erwähnung 1756 als Colonel im Kreisinfanterieregiment Pfalz-Zweibrücken (siebenjährigrn Krieg)
Danach 1799 Obrist in der Festung Philippsburg: “Während der Belagerung im Jahre 1799 war die Festung mit den folgenden Truppenteilen belegt: Das Oberrheinische Kreis-Regiment Prinz Karl-Theodor von der Pfalz unter Obrist Freiherr von Mogen“
Späteste Quellen sind seine diversen Erwähnungen in den Protokollen der Deutschen Bundesversammlung zwischen 1817 und 1826, wo er für den Erhalt seiner ausstehenden Pensionen gegen die Nachfolge-Körperschaften des ehemaligen Oberrheinischen Reichskreises klagt. Nach seinem Tod klagten die beiden Töchter als Erben weiter, siehe hierzu unten mehr.

Ehefrau / Mutter:
Charlotte von Graevemeyer (1756 – 13.11.1809) (Todesanzeige liegt im Original vor)
Hochzeit am 14. Mai 1777 in Eckartshausen
Neben der Todesanzeige bisher einzige Quelle: Genealogisches Handbuch des Adels, Band 32, Adelige Häuser B Band VI, Stammfolge Graevemeyer
Diese ist die einzige Nennung der Familie von Mogen in einem Gotha, soweit ich habe sehen können. [sic!]

Töchter:
Caroline von Mogen
Laurette von Mogen (seit 1816 verheiratet mit Ludwig Dietrich Philip von Zanthier zu Gedern, großherzogl. hess. Major à la suite u. General-Bevollmächtigter des Grafen zu Stollberg-Wernigerode u. Gedern)
Wie oben geschrieben, klagten die Töchter als Erbinnen des August Friedrich von Mogen am 06.07.1826 weiter um die Pensionen ihres Vaters vor der Deutschen Bundesversammlung.
Es sind allerdings nur die Töchter, die klagten, nicht aber der u.g. Sohn:

Sohn:
Ludwig Carl von Mogen
Aus den vorliegenden Urkunden und Dokumente lässt sich sein Lebensweg bisher wie folgt nachzeichnen:
Am 08.02.1791 wurde er Soldat “in dem in holländischem Sold stehenden Infanterie Regiment seiner herzoglichen Durchlaucht dem Prinzen Friederich von Sachsen-Gotha“.
- Port d'Épée Fähnrich am 6. Mai 1799 (Preußisches Regiment von Schladen)
- Beförderung zum Fähnrich am 13. August 1799 (ebenfalls Preußisches Regiment von Schladen)
- Beförderung zum Second Lieutenant am 19. Februar 1803 (ebenfalls Preußisches Regiment von Schladen)
Die zwei Kriegstagebücher (1. Buch umfasst den Zeitraum 16. Februar 1793 - 9. November 1803, besteht aus 202 handgeschriebenen Seiten + 1 Karte und diverse minutiös aufgezeichnete “Ordre du Bataille“ und 3. Buch: Zeitraum 16. September 1806 - 22. Februar 1812 mit 271 Seiten. Tagebuch Nr. 2 (wohl Zeitraum 1803 - 1806) ist leider verschollen) müssen noch ausgewertet werden.
Wie gesagt, das dritte Tagebuch endet am 22. Februar 1812, und am 24. Juni 1812 beginnt Napoleons desaströser Russlandfeldzug.
Im Buch “Kassel-Moskau-Küstrin 1812-1813“, dem Tagebuch von Friedrich Gieße (Er war Premier-Leutnant in 5ten westfälischen Linien-Infanterie-Regiment.) wird auf Seite 137 das Ende eines “Kapitäns von Mogen“ beschrieben, der an Hunger und Krankheit dahinsiecht. Ich gehe inzwischen davon aus, dass es sich um unseren Ludwig Carl von Mogen handelt, denn es existieren keinerlei Aufzeichnungen, Dokumente, etc. mehr von ihm von nach 1812, und auch klagt er ja nicht mit seinen Schwestern 1826 um das Erbe seines Vaters. Er ist somit wohl in Russland geblieben.
Somit bestätigt sich auch eine handschriftliche Bemerkung meines Urgroßvaters auf einer Familientafel, die besagt, die “von Mogens“ wären ausgestorben.

Diese Bemerkung steht im Zusammenhang zu der zu Anfangs erwähnten Trauzeugenschaft durch
Friedrich Karl von Berckefeldt zu Gedern, nämlich dass eben dieser Karl von Berckefeldt ein Vetter von Laurette, Caroline und Carl von Mogen sei. Folglich müsste es ja eine gemeinsame Ahnenlinie der von Berckefeldts und der von Mogens geben, die ich bis jetzt aber noch nicht habe ausfindig machen können.


Meine Fragen an die kundigen Forumsmitglieder wie folgt:

- Genealogie / Stammfolge der von Mogens ?

- Quellen ? Insbesondere Gotha. Warum finde ich da nichts ? War der freiherrliche Militäradel zu gering, um aufgeführt zu werden, oder habe ich nicht intensiv geforscht ?

- Erhebung in den Adelsstand ? Wann ? Durch wen ? (Landgraf von Hessen ?) Warum / Anlass ?

- (Noch lebende) Nachfahren ?

- Verwandtschaft zu den von Berckefelds ? / gemeinsame Vorfahren ?

- Wappen ? Aufriss ? Blasonierung ? Wo veröffentlicht / welcher Siebmacher ?


Ich würde mich auch noch über den kleinsten Hinweis freuen und verbleibe vorerst mit vielem Dank im Voraus.

NMF
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M.d.H.
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  #2  
Alt 20.02.2019, 23:53
Benutzerbild von Hracholusky
Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von NMF Beitrag anzeigen
- Wappen ? Aufriss ? Blasonierung ? Wo veröffentlicht / welcher Siebmacher ?

Hallo,


ich kann Dir nur auf diese Frage Antworten. Im Siebmacher gibt es dazu keinen Eintrag. Es gibt aber einen Eintrag im Riestap (nach unten scrollen):
http://www.coats-of-arms-heraldry.co...MITT_MOHS.html
Hier nochmal der Blason dazu:
Azure, to a passant Paschal lamb Argent, unguled Or, the head accompanied of a nimbus of the same, holding a pennon Gules fimbriated Argent, attached to a pole Or towered of a cross Sable. Crowned Helmet. Crest: the lamb, issuant with the pennon.

Das sieht dann so aus:
https://www.armorial.org/i/p-4-7-3-2...g?h=300&crop=1

Darauf dann der gekrönte Helm und das Agnus Dei (Lamm Gottes) wachsend wie im Schild. Zu den Decken steht nichts da. Ich nehme aber an das diese blau-silbern sind, entsprechend der Farben im Schild.




Hier noch ein Zusatz aus dem Österreichischen Staatsarchiv (ÖStA) zur Adelsstandserhebung mit Wappenabbildung. Die Decken sind also rot-silbern. Damit war es eine Reichsadelserhebung:
http://www.archivinformationssystem....spx?id=2536247
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Mit Grüßen Gerd

Wer die großen historischen Symbole verloren hat, vor dem gähnt das Nichts. (Carl Gustav Jung)

Geändert von Hracholusky (21.02.2019 um 00:35 Uhr) Grund: Zusatz
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  #3  
Alt 21.02.2019, 08:39
Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo NMF,


die Kirchenbücher von Gedern sind online auf Archion. Dort findest Du im Begräbniseintrag des August Friedrich von Mogen eine taggenaue Altersangabe und den Hinweis "von hier". Aus den Familienbüchern von Gedern (Archion) ergibt sich, dass der Vater von August Friedrich, Georg Ernst von Mogen, bei der Taufe seiner früheren Kinder in Gedern bis mindestens 1731 noch Hauptmann Georg Ernst Mog genannt wird, ab spätestens November 1738 dann Obrist-Leutnant von Mogen. Die Adelssprechung muss also in diesem Zeitfenster passiert sein.


EDIT: Den Georg Ernst Moog findest Du mit Vorfahren im Online-OFB Gießen:
http://online-ofb.de/famreport.php?o...modus=&lang=de

Geändert von Scherfer (21.02.2019 um 08:49 Uhr)
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  #4  
Alt 21.02.2019, 08:51
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Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Die Adelssprechung muss also in diesem Zeitfenster passiert sein.

Das Datum der Adelsstandserhebung ergibt sich aus dem Konvolut im ÖStA und war am 27.03.1737 durch Kaiser Karl VI. Passt also genau in Dein Zeitfenster.
__________________
Mit Grüßen Gerd

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  #5  
Alt 21.02.2019, 09:16
Scherfer Scherfer ist offline
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Friderich August Ludwig von Mogen wurde am 21. Juni 1740 in Gedern geboren (Taufe am 23. Juni), Eltern: Georg Ernst von Mogen und Karoline Henriette von Birkenfeld.

Die Hochzeit von Georg Ernst von Mogen und Karoline Henriette von Birkenfeld fand am 15. August 1737 in Gedern statt, die 1. Ehefrau von Georg Ernst, Johanna Christina geb. Fink war am 20. November 1735 in Gedern beigesetzt worden.

Karoline Henriette von Birkenfeld war am 24. Dezember 1705 in Gedern als Tochter des Forstmeisters Christian Ernst (?, Vorname nicht im Taufeintrag genannt, ergänzt aus lokalgeschichtlicher Literatur) von Birkenfeld und der Luise Christiane von Stollenfeld geboren worden.
Übrigens: Noch heute befindet sich in den Mauern des 1706 erbauten Gederner Schlosses ein Wappenstein der Familie Berkefeld/Birkenfeld, der wohl zuvor zu einem Haus der Familie auf dem Schlossberg gehörte.

Zur Familie von Birkenfeld (https://de.wikipedia.org/wiki/Herren_von_Berckefeldt) in Gedern habe ich noch ein bisschen was. (Bei Interesse bitte per PN melden!)
Hier noch ein Online-Fundstück zu "von Mogen": https://books.google.de/books?id=ieR...gen%22&f=false


Zu Ludwig Carl von Mogen, geboren am 13. November 1778 in Gedern, gibt es im Familienbuch die folgende Notiz:
"starb im Jahr 1813 als westfälischer Hauptmann nach der Campagne in Rußland am Monatsfieber zu Königsberg in Preußen".

Übrigens kommt in Gedern der Familienname MOOG auch noch zu späteren Zeiten vor. Hier handelt es sich also vermutlich um nicht-geadelte Seitenlinien der Familie. Diese habe ich nicht näher geprüft.

Geändert von Scherfer (21.02.2019 um 10:36 Uhr) Grund: Traudatum Georg Ernst von Mogen korrigiert: 1737, nicht 1738!
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  #6  
Alt 21.02.2019, 09:35
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,


zu Ludwig wohl noch hier: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/...ailid=v3693040


Frdl Grüße


Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #7  
Alt 21.02.2019, 16:07
Scherfer Scherfer ist offline
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Ich finde auch noch weitere Söhne des Friedrich August von Mogen mit Dorothea Grävenmeyer:

Georg Carl von Mogen
* 1. Mai 1789 in Gedern


Christoph Ludwig von Mogen
* 24. Juli 1793 in Gedern
+ 8. November 1812 in Smolensk (Feldzug)

Geändert von Scherfer (21.02.2019 um 16:14 Uhr)
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  #8  
Alt 21.02.2019, 23:25
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NMF NMF ist offline männlich
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Hallo lieber Gerd, lieber Scherfer, lieber Thomas und alle Mitlesenden,

ich bin sprachlos und überwältigt ob der überaus schnellen und fundierten Beantwortung all‘ dieser für mich seit Jahren unlösbaren Fragen inkl. Nennung der Quellen und weiterführender Links, und das nur binnen eines halben Tages. Vielen herzlichen Dank !


@ Gerd: Was unterscheidet eine Reichsadelserhebung durch den Kaiser von einer “normalen“ Standeserhebung ? Ist das was besonderes ? Oder lang dies just an der formal übergeordneten Stellung eines Reichskreis-Offiziers des Heiligen Römischen Reichs im Gegensatz zu einem nur in der Streitmacht seinem Landesherrn dienenden Offiziers ? (Die Verfassungsgeschichte des ersten Reiches ist so verflixt kompliziert...)


@ Scherfer: Vielen tausend Dank für Deine Beiträge und das Raussuchen dieser Vielzahl an Details. Da habe ich zu tun die nächsten Wochen *lach*

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ein Familienname bei der Nobilitierung derart tiefgreifend geändert wurde. Einen genealogischen Zusammenhang der Familien Moog und “von Mogen“ hätte ich nie in Betracht gezogen.

Der in meinem Text zu Anfangs genannte (Johann) Hartmann Mogen (Major Garnison Gießen ab 9. Juli 1740 und Obrist-Leutnant ab 5. Dezember 1749 ist also der im OFB Giesen genannte Bruder des später geadelten Georg Ernst Mog / Moog / von Mogen, nämlich Joh. Hartmann Moog * 16.07.1674 in Gießen, seit“1725 Capitaine der Ganisonskomp.“ ebenda. Passt. Perfekt !

Der Vater der Caroline (Karoline) Henriette von Berckefeldt war Heinrich Ernst von Berckefeldt (und nicht Christian Ernst, das war sein Sohn und der Bruder von Caroline Henriette), hier der Link zu seiner Person: http://www.gedbas.de/person/show/1144873180
Die Berckefeldt-Genealogie dieses Links stimmt soweit mit dem Gotha überein, siehe die hochgeladene PDF-Datei. (Und ebenfalls hochgeladen für unsere Freunde der Heraldik: ein weiterer Aufriss des Wappens von Berckefeldt.)
Folgt man der Berckefeldt-Genealogie des o.g. Links in väterlicher Linie, so kommt man irgendwann zu Jobst Rudolph (Rudolf) von Berckefeldt, der uns diese wundervolle Ahnenprobe hinterlassen hat:
https://www.oudeadel.nl/wp-content/u...erckefeldt.jpg


@ Thomas: Wenn das Hessische Staatsarchiv ein Leibregiment nennt, so meint es sicher unser Darmstädter Leibgarde-Infanterie-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches), die spätere Nr. 115.
Und da dieses während Napoleons Russlandfeldzug an der Schlacht von Smolensk teilgenommen hat, gehen ich davon aus, dass sich der von Dir verlinkte Eintrag auf den von Scherfer noch genannten dritten Sohn “Christoph Ludwig von Mogen, + 8. November 1812 in Smolensk (Feldzug)“ bezieht und nicht auf Ludwig Carl von Mogen, der ja zu dem Zeitpunkt westfälischer Hauptmann/Kapitän war. Beides aber ganz großartige Entdeckungen, vielen Dank !


Vielen Grüße & Gute Nacht (sofern ich schlafen kann, bin immer noch ganz aus dem Häuschen)

NMF
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Dateityp: jpg Wappen von Berckefeldt.jpg (251,8 KB, 7x aufgerufen)
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Berckefeldt, Uradel, Gotha 1906, 7. Jg., S. 47-49.pdf (840,2 KB, 6x aufgerufen)
__________________
M.d.H.
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  #9  
Alt 21.02.2019, 23:35
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Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von NMF Beitrag anzeigen


@ Gerd: Was unterscheidet eine Reichsadelserhebung durch den Kaiser von einer “normalen“ Standeserhebung ? Ist das was besonderes ? Oder lang dies just an der formal übergeordneten Stellung eines Reichskreis-Offiziers des Heiligen Römischen Reichs im Gegensatz zu einem nur in der Streitmacht seinem Landesherrn dienenden Offiziers ? (Die Verfassungsgeschichte des ersten Reiches ist so verflixt kompliziert...)

Hallo,


bei einer Reichsadelserhebung ist diese für das ganze Reich gültig. Bei z.B. einer preußischen Standeserhebung ist diese nur für Preußen gültig und muss dann in anderen Ländern (z.B. Bayern) dort erst als anerkannt bestätigt werden.

Das gesamte Konvolut kann übrigens auch als Kopie im ÖStA bestellt werden. Das ist dann aber mit entsprechenden Kosten verbunden. Dort dürfte dann auch der Grund der Adelung mit drin stehen.
Was den "Gotha" betrifft, muss dort ein Antrag auf Aufnahme in diesen gestellt werden. Wenn das nicht geschehen ist, ist die Familie dort auch nicht drin.
__________________
Mit Grüßen Gerd

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  #10  
Alt 23.02.2019, 01:19
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Hracholusky Beitrag anzeigen
Dort dürfte dann auch der Grund der Adelung mit drin stehen.
Diese Gründe sind immer wieder lustig zu lesen! Was man sich da teilweise ausgedacht hat, um nicht schreiben zu müssen, daß der Nobilitierte mitunter einen Haufen Geld für den Gnadenakt hingeblättert hat. Will damit natürlich nicht behaupten, daß es nicht auch Standeserhöhungen aufgrund von Verdiensten und Leistungen gegeben hat. Ich las neulich beispielsweise von einem geadelten Wiener "Unterleibsbarbier". Der Mann, was auch immer sein Beruf beinhaltete (ich mag es mir hier und jetzt nicht wirklich vorstellen), muß richtig gut gewesen sein...

Noblesse oblige!
__________________
Gruß
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buckowien , burg friedberg , gedern , hessischer militäradel , roeschen , röschen , von berckefeldt , von graevemeyer , von mogen , von zanthier

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