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  #1  
Alt 27.06.2019, 14:57
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hhw hhw ist offline
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Standard Übergabe, einige Wörter nicht lesbar

Quelle bzw. Art des Textes: Übergabe
Jahr, aus dem der Text stammt: 1660
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Schlechdorf
Namen um die es sich handeln sollte:


Hallo,
trotz aller Mühe bin ich nicht sicher, ob ich einige Wörter richtig transkribiert habe bzw. einige konnte ich nicht verstehen. Ich hoffe, dass mir jemand hierbei helfen kann.
Die Stellen sind in den Anlagen schwarz markiert und im Text rot.
Viele Grüße
Hans
Anlage 1:
Wolf, an aine das an daß HochgeAchten und beschaiden[en]
Thommaßen Stürers fisch Khäff?lßund Jacobe seiner Jezigen
Hausfrauen Zu besagten Schlechdorf Eheleiblich er Zeigten Tochter
Nammens Regina, vnd ist dißer Heyrath nachvolgender
massen, abgerödt beschlossen, An beiden thaillen befreundt
schaften an vnd auf genommen worden, wie Hernach Zu-
uwernemmen ist.

Erstlicher über gibt und Verheyrath obgedachter Hanß
Wolf, mit g[rundherrlichen] Consens der Grundtherrschafft zu Schlechdorf
freystüffts weiß Ingehabt genuzt und genossens halber
Lechen daselbst, ? Roß Vich schaf vnd Geschür, Geisen,
Anther(=Enten) Anger sambt allen Gmainen thail und Gerechtsamb
kheit, neben seinem habenden thaillam Khochlsee, so Er auch
vom Closster Schlechdorf genuzt und genossen, sambt allem
Fisch nuz, in khainem thail nichts darinnen besondert noch
außgenommen, wie es von der Zeit Verhandten, seinen ?(ersten?)
Anlage 2:

Mueß mit dem Jungen yber den Tisch gehen, mit Irer Täglichen Speiß
und Trankh Vorlieb Zenemmen, auch solte Er solang er khan, aller
Arbeith bediennen, und sich gebrauchs Cassen, nit allein auf dem
See, sonder auf dem Landt, in allerley saure Arbeith, und
wan er selbiger Arbeith nit mehr Vor Zustehen getrauet,
nach denne mueß man Ihme nach gueter Reith Rath im Ehrliche
pfriandt disponiern Raichen und Geben. Item sindt 4
Khinder Erster Ehe Verhanden, dißen Mueß Man Vor Vätter
und Müetterlich Erbgueth Jedem zu seinem Verheyrath[en]
doch ohne Zinß 10 fl ? 40 fl geben, daran der
Andl schon Alberaith(=schon) 5 fl Zalt worden, Also denen
4 Khindern noch Zu erstatten 35 fl, Mehr seindt anderer
und driter Ehe 4 Khinder vorhanden, Mueß man auch
Jedem Par Vatter und Muetterlich Er[b]gueth Zu seinem zu seinem Verheyrathen 5 fl
geben, doch solle alles ohne Zinß bey dem heimet(=Hause) ligen
verbleiben, Item Mueß Man dem Hanß Wolfen alle Jahr
2 par ? Schuach, aines Zur Sommer, das ander Zu windters
Zeit Machen Lassen, Mehr zu seiner Notturft das Leinwadt
gewandt, die andere Khlaid Mueß er Ihme selbsten Machen
Lassen, mehr nimbt Ihme Hanß Wolf auß[er] die 3 Pödt
gewändter darinnen er Ligt, welche Er vor seinem absterben
? ? Mag, Wo er Hin will, wie auch mit seinem Halß

Anlage 3:


winnen Khan, mit täglicher Spoiß und Broth? [Lücke] Khlaidung
bey dem Haimet erhalten. Aber solche [Lücke] Ver-
Heyrathung gibt und Haimbsteurt obwol ermelter Thomma
Stürer seiner ? Lieben Tochter Regina auf besagtes
Gueth Zu einem Heyrath gueth hierin an parem (=baren) Gelt Nemblich
191 fl die halbe Stuell(=Kirchen- oder Betstuhl?) töfft auß Zehalten ain ehrliche Hörrig
und ihresStandt Gemeß, dise Summa verspricht Er auch
volgender gestalten Zu beZahlen alß Erstlichen an heut dato
Angehängte Grafiken
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  #2  
Alt 27.06.2019, 15:40
Verano Verano ist offline
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Hallo,


"Lechen daselbst, rdo Roß Vich (Vieh?) schaf vnd Geschür, Geisen,"

Wir hatten hier mal eine Diskussion über reverendo = quasi als Entschuldigung für die folgenden genannten „schmutzigen“ Tiere.

Aber warum vor Schuhen?
2 par rdo Schuech



Arbeith bediennen, und sich gebrauchen Lassen, nit allein auf dem
Das L sieht dem Landt eine Zeile darunter sehr ähnlich.


Ordiniern Mag, Wo er Hin will, wie auch mit seinem Halß


Stürer seiner Ert(lich)en (artlich, artig) Lieben Tochter Regina auf besagtes


191 fl die halbe Stuell(=Kirchen- oder Betstuhl?) vösst (fest) auß Zehalten
Ich denke Kirchenstuhl.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.

Geändert von Verano (27.06.2019 um 18:40 Uhr)
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  #3  
Alt 27.06.2019, 19:03
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hhw hhw ist offline
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Vielen Dank August. Ich hoffe, die restlichen Stellen können auch noch geklärt werden.
LG, Hans
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  #4  
Alt 27.06.2019, 19:32
Verano Verano ist offline
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Ja, da gibt es ein paar Spezialisten für diese Schrift.
Bin ich leider nicht. Da fehlt mir die Übung.

Hier noch etwas mit Fragezeichen:


191 fl die halbe Stuell(=Kirchen- oder Betstuhl?)vösst auß Zehalten ain ehrliche Förttig
ung
Ihres Standt Gemess, dise Summa verspricht Er nach
volgender gstalten Zu beZallen alß Ersstlichen an heut dato
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.

Geändert von Verano (27.06.2019 um 19:47 Uhr)
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  #5  
Alt 27.06.2019, 20:01
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Nochmals vielen Dank August, damit ist Anlage 3 geklärt. LG, Hans
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  #6  
Alt 28.06.2019, 08:40
Verano Verano ist offline
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Zum Anfang,

ich hoffe es schaut jemand drüber:


Wolf, an aine das an daß HochgeAchten und beschaiden[en]
Thommaßen Stürers fisch Khäffelß (Fischkäufers/-händlers?)und Jacobe seiner Jetzigen
Hausfrawen Zu besagten Schlechdorf Eheleiblich erZeigten Tochter
Nammens Regina, vnd ist dißer Heyrath nachvolgender
massen, abgerödt beschlossen, von beeden thaillen befreundt
schafften an vnd auf genommen worden, wie Hernach Zu-
vernemmen ist.



Lechen daselbst,rdo Roß Vich schaf vnd Geschür, wisen
Änther(=Enten) Änger? sambt allen Gmainen thail und Gerechtsamb
kheit, neben seinem habenden thaill am Khochlsee, so Er auch
vom Closster Schlechdorf genutzt und genossen, sambt allem
Fisch nutz, in khainem thail nichts darinn besondert noch
außgenommen, wie es von der Zeit Verhandten, seinem frst(fürstlichen?)


Anlage 2:

Mueß mit dem Jungen yber den Tisch gehen, mit Irer Täglichen Speiß
und Trankh Vorlieb Zenemmen, auch solte Er solang er khan, aller
Arbeith bediennen, und sich gebrauchen Lassen, nit allein auf dem
See, sonder auf dem Landt, in allerley saure Arbeith, und
wan er selbiger Arbeith nit mehr Vor Zustehen getrauet,
nach denne mueß man Ihme nach gueter Reith Rath ein Ehrliche
Pfriendt disponiern Raichen und Geben. Item sindt 4
Khinder Ersster Ehe Verhanden, dißen Mueß Man Vor Vätter
unnd Müetterlich Erbgueth Jedem zu seinem Verheyrath[en]
doch ohne Zinß 10 fl(gestrichen)? 40 fl geben, daran der
Andl schon Alberaith(=bereits, schon) 5 fl Zalt worden, Also denen
4 Khindern noch Zu erstatten 35 fl, Mehr seindt anderer
unnd driter Ehe 4 Khinder vorhanden, Mueß man auch
Jedem vor Vatter und Muetterlich Er[b]gueth Zu seinem Verheyrathen 5 fl
geben, doch solle alles ohne Zinß bey dem heimet(=Hause) ligen
Verbleiben, Item Mueß Man dem Hanß Wolfen alle Jahr
2 par rdo Schuech, aines Zur Sommer, das ander Zu windters
Zeit Machen Lassen, Mehr zu seiner Notturft das Leinwadt
gewandt, die andere Khlaid Mueß er Ihme selbsten Machen
Lassen, mehr nimbt Ihme Hanß Wolf auß[er] die 3 Pödt (Bett)
gewändter darinnen er Ligt, welche Er vor seinem absterben
ordiniern Mag, Wo er Hin will, wie auch mit seinem Halß




__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.

Geändert von Verano (28.06.2019 um 13:54 Uhr)
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  #7  
Alt 28.06.2019, 17:26
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hhw hhw ist offline
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Hallo August,
vielen Dank für Deine Mühe, die nun fast alle offenen Stellen gelöst hat und sogar die, wo ich nicht genau genug gelesen oder verglichen habe.


In der Zeile:
Anther(=Enten) Anger(=ungepflügte umzäunte Wiese, Weide oder Acker, meist frei vom Flurzwang) könnte es vielleicht tatsächlich um Anger handeln.


für mich bleibt noch unklar die Bedeutung des Satzes
nach denne mueß man Ihme nach gueter S/Reith Rath ein Ehrliche
pfriendt(=Pfründe, hier Austrag) disponirn(=anordnen, verfügen) Raichen und Geben.
Das R bei Reith könnte doch auch ein S sein, oder? Könnte dann "nach guter Seite Rat ..." heißen.
Ja, ich wäre auch dankbar, wenn es sich noch wer anschaut, aber bin bereits sehr zufrieden mit dem jetzigen Ergebnis dank Deiner Mühe, und dass Du nicht aufgegeben hast.
LG, Hans
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  #8  
Alt 28.06.2019, 20:18
Verano Verano ist offline
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Zitat:
Zitat von hhw Beitrag anzeigen

In der Zeile:
Anther(=Enten) Anger(=ungepflügte umzäunte Wiese, Weide oder Acker, meist frei vom Flurzwang) könnte es vielleicht tatsächlich um Anger handeln.



Das habe ich mir auch gedacht. Aber im Vergleich zu Anther ist bei Anger ein „Beinchen“ zu viel, deshalb das Fragezeichen.
Und bei beiden sehe ich Ä, aber Änther passt schon.
https://books.google.de/books?id=DfO...7ODwMQ6AEIKjAA


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Viele Grüße August

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  #9  
Alt 28.06.2019, 20:24
Verano Verano ist offline
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Zitat:
Zitat von hhw Beitrag anzeigen
für mich bleibt noch unklar die Bedeutung des Satzes
nach denne mueß man Ihme nach gueter S/Reith Rath ein Ehrliche
pfriendt(=Pfründe, hier Austrag) disponirn(=anordnen, verfügen) Raichen und Geben.


Für mich war das soweit klar. Ich hatte bei Reith an Rechten/gerechten Rath gedacht.
Pfriendt ist auch Leibgedinge.


Es hat Spaß gemacht. Ich denke im Großen und Ganzen wird es schon stimmen.
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  #10  
Alt 29.06.2019, 12:37
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Hallo August,
ich bin sehr froh über Deine Hilfe.

Der Hinweis auf das Ä bei Anger hat sofort geholfen. Bei Eingabe von Änger kommen viele Links u.a. dieser: https://books.google.de/books?id=5-h...eA4ChDoAQg0MAM
Das fehlende Anstrich bei g ist mir auch aufgefallen, allerdings fehlt das auch in anderen Wörtern. Daher denke ich passt Änger.
LG, Hans
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