#41  
Alt 20.04.2010, 22:27
Hibol
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Hallo Conny,

dieser Eintrag stammt aus dem Kirchenbuch Wiesenfeld bei Coburg. Der Name ist aber in der Gegend extrem häufig und kommt fast in jedem Ort vor.
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  #42  
Alt 03.05.2010, 16:51
maria1883 maria1883 ist offline weiblich
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Hallo Hibol,
Deine interessanten Beiträge lassen mich das Regenwetter vergessen.
Gruß, Waltraud
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  #43  
Alt 03.05.2010, 21:42
Hibol
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Hallo Waltraud,

na da will ich mal ein paar weitere anfügen, damit der Regen erträglicher wird:

Beerdigung 1765 Am 27 Decembr wurde frühe um 2 Uhr Herr Johann Bartholomäus Rauscher, welcher in die 21 Jahre Feldtrompeter und bisher Präceptor in Mittelberg gewesen, von dem Wächter M Johann Caspar Grimmer, an dem hause der verwittibten Catharina Bezin, todtgefunden. Er hatte am zweiten Christtage vor Mittage mit Singen und Trompeten bey der Musick sich hören laßen, und nach Mittage auch vor den Häusern im Chor mitgesungen. Nachdem diesem Neuenjahrssingen war er in dem Hause des Johann Müllers, hiesigen Mitnachbars, eingekehret und hatte sich beym Trunck bis in die Mittlere Nacht verweilet. Da er nun hatte in sein Quartier, welches er bey dem Bäcker M Johann Nicol Kühlmann gehabt, gehen wollen, so hat ihn der Schlag getrofen, daß er an dem besagten Ort liegen geblieben. Er wurde noch an dem dritten Christtage von dem Centgericht besichtiget und befunden, daß er an der Apopleyxie gestorben und am 29 decembr oder am Sonntage nach dem Christfest, wurde er auf Befehl des Consistorii mit einer leichenrede ehrlich zur Erden bestattet.
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  #44  
Alt 03.05.2010, 21:42
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Beerdigung 1767 Am 3 Octobr nach Mittage um 2 Uhr ist Anna Catharina Böhmin, des am 11 Juni 1766 gestorbenen M Joh Ludwig Böhms, weiland hiesigen Schusters, hinterlaßene Witwe Anna Catharina eine geborene Oeserin, plötzlich gestorben, und am 5 Octobr begraben worden. Sie hinterläßt zwey Weisen, einen Sohn und eine Tochter, welche nun den Gevattern zutheil werden. Diese Witwe ist ein böses Weib gewesen, hat sich gegen ihre noch lebende Mutter Margaretha Oeserin mit Reden sehr vergangen, ihr den Tod mit greulichen Worten gewünschet, auch gesaget, sie wolle mit ihren zwey Kindern auf den Röther Steg gehen und mit solchen sich ins Waßer stürzen. bey ihrer Dürftigkeit hat sie sich wenig um das Wort Gottes und Gebet bekümmert, wie ihre besagte Mutter und jüngere Schwester selbsten bezeugen. Ihre Hinfahrt also nicht gut gewesen
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  #45  
Alt 03.05.2010, 21:43
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Beerdigung 1775 Am 20 May nach Mittage um 5 Uhr hat der Leinewebersgeselle, Johannes Resch, M Nicol Reschens, weiland Leinenwebers und Inwohners zu Roth, hinterlaßener ältester Sohn, einen gewaltsamen Tod gehabt. Er war an dem gemeldeten Tag von Roth nach Coburg in einem Karrn mit zwey Ochsen gefahren und hatte 4 Säcke voll Erdäpfel und einen Simmern Korn für seine einzige Schwester dahin gebracht. Auf der Rückreise zwischen Fornbach und Weißenbrunn hat er auf dem Karrn geseßen und auf der Anhöhe von Fornbach gegen den Weg auf Gereuth zu die Ochsen stark laufen laßen, wodurch der Karren umgestürzet und ihm über den Halß und den Kopf gefallen. bey der besichtigung hat man gesehen, daß das Genick getroffen, auch ein starckes blutiges Loch am Ohr sich befunden, und die Hirnschale zersplittert worden. Solcher so übel zugerichtete Leichnam wurde am 23 May auf Befehl des Coburgischen Consistorii mit einer Leichenpredigt zur Erden bestattet. Er war im jahr Christi 1740 am 19 November nach Mittage um 3 Uhr gebohren und also 34 Jahre 6 Monate alt worden.
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  #46  
Alt 03.05.2010, 21:44
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Taufen 1666 2 Mai Barbara Siebermännin, Hanßen Franken allhier Stieftochter eine Tochter getaufft, welche außer der Ehe in Hurerey und Unzucht erzeuget worden, der Vater soll seyn (weis ob er allein) Georg Hüllein, Dienstknecht zu Birckenmohr, welchen zwar, weil er die Tat beständig verneinet, ein Reinigungs-Eyd abzulegen vom hochfürstl Consistorij zu Coburgk auferleget, aber doch desselben wegen seinen berüchtigten Leichtsinn und Gottlosigkeit wiederum erlassen worden und von der Dirnen Ansprüchen der Schwängerung halber los und ledig gezehlet, Tauffzeugen waren 1) Margaretha, Hanßen Reegens Tochter 2) Margaretha, Hanß Raths Tochter 3) Hanß Wenzel, Heinrich Brückner callenbergischen Bauers Dienstknecht. Das Kind ist Margaretha genennet worden
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  #47  
Alt 03.05.2010, 21:45
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Beeerdigung 1707 den 12 Sept ist Barbara Kupfferin, Peter Kupffers Ehefrau, die da schwanger war und etwa noch 8 biß 10 Wochen vor sich hatte in dem Herrn verstorben, blözlich, war tages vorher frisch und gesundt und Morgens aber um 5 Uhr ist es Ihr ankommen, als ob sich einige Wehen finden wollen, dann der Leib geschwollen und es ihr aufgestiegen zum Herzen zu, also, daß sie vermeinet der Leib würde zerbersten, war aber eine Mutterbeschwerung und ward immer schlimmer, also daß sie gegen 3 Uhr nach mir schickten, also daß sie den Umstieg antratt, welches aber nicht mehr reden konnte, doch betete sie mit Ihrem Ehemann, ehe sich versah, kam ein Mutterfreiß darzu und machte es ohne alles Regen und Bewegen mit ihr auß, der ganze Leib war vorher kalt, der Schweiß aber lief den Rücken runter, und verstarb also unter dem gebet gegen 4 Uhr. Gott verleihe eine sanfte und seelige Ruh am jüngsten Tage aber eine hochseelige Aufferstehung zum ewigen leben, ward Mittwochs darauff begraben mit einer LeichenP. ex Hiob 14,5, der Mensch hat seine bestimmte Zeit, die Zahl an Monden, war alt 40 Jahr 1 Monat 10 Tag

Geändert von Hibol (03.05.2010 um 21:56 Uhr)
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  #48  
Alt 03.05.2010, 21:46
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Taufe 1738 Julius den 25 F Jac ist Eva Kreußlichin, hiesigen Florknechts Tochter, welche bißher bey Hn Seising zu Berthelsdorff in Diensten gewesen, und allda zu Schanden worden, auf vorhergehendes verlangen hierher zu ihren Eltern gekommen und von denselben wegen vermutheter abermahligen Schwängerung hart angegangen worden, welches sie aber wie das vorige Mahl biß auf die letzte Minute hartnäckig und boßhafftig geleugnet, jedoch in wenigen Stunden nl noch selbige nacht zwischen 11 u 12 mit einer Tochter allhier eingekommen, welche den 26ten darauff getauffet worden. Die Gevattern waren Hannß Halboth, Jac Halboths, Bauers in Weidach Sohn, ledigen Standes und Barbara Müllerin, Joh Lienhardts, Bauers in Berthelsdorff Tochter, auch ledigen Standess, Infans nominabatur Barbara. Es wurde zwar Joh Ernst Stammberger, Leinewebersgesell von Berthelsdorff aus Blumenroth gebürtig zum Vater angegeben, weil aber derselbe der Schwängerungsthat weder geständig noch überführet werden können, auch den ihm zwar bekannten Reinigungseyd würcklich abzulegen bereit gewesen, also ist er vom hochf Consistorio freygesprochen worden, ist demnach dieß ein Kind ohne Vater
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  #49  
Alt 03.05.2010, 21:47
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Beerdigung 1659 Donnerstag den 4 Martij Ist d. Petrus Scharff mit einer Leichtpredigt und andern ceremonien zur Erden gar ehrlichen bestattet worden, dieser hat drey viertel Jahr einen großen aufgelauffenen Bauch gehabt; viel für Arzeney angewendet, aber nichts helffen wollen, letztlich da Er sich gar gelegt, hat er weeder Wein noch Bier getruncken, auch bey guter Gesundheit nicht viel, sondern viel Millich geßen u getrunncken, auch in seiner Kranckheit, da Er ein großes Schneitten u. reissen in Lenthen, Leib u. Nabel, d. ihn etwaß von Leib heraußgetretten u. Schwürig worden ist, gehabt, viel Ziegenmillich zur Labung getruncken, desselben toden Cörper, ist auff sein hinderlaßenes Begehren geöffnet u. von zweyen Hn Doctori der Artzney u Badern auß Coburg u Beysein etlicher Nachbarn, besichtiget worden, hat sich befunden, daß uff seinen großen Bauch, drey zwerte Finger hoch eytel Feist wie Speck gewest, etwaß in der Seiten u anders Klumppenfrei Nierrenstollen in einem Viehe, auch daß Gedherm alles mit feist zusammen, daß kleine Gedherm, hinden an die Lenthen u sonst in der Seiten, sehr angewachßen gewest, auch daß Gelünge, die eine Hertzkammer auch gantz zugewachßen gewest, auch an dem Hertz ein Stücklein Feist wie ein Dhaumen groß gewest, die Doctores haben dafür gehalten, dieße Feistigkeit sey von Speißen der vielfeltigen Milch entstanden u herkommen, habe deßwegen nür so ersticken müßen, hat sehr bey Lebens Zeit gearbeitet, ist in 40 Jahren seines Alters gestorben
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  #50  
Alt 03.05.2010, 21:49
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Beerdigung 1676 8. Marti Magdalena, Bartholomai Schellers Schaumburg. Jäger zu Grümpen Weib so am 4. als Montag nach Okuli anhero Schalkau gegangen Fische zu verkaufen und anders Geschäften obzuliegen sich aber während Abends betrunken, daß sie nicht fortkommen können, doch ist sie bis über die Hirtenwiese kommen, da sie dann am sogenannten Sand liegen bleiben müssen, darüber sie erkaltet und sich einiger leibliche Zufall ereignet haaben mag, daß sie Dienstags früh gegen 7.00 daselbst tot funden worden, worauf sie zwar von ihrem Mann nach Grümpen führet worden, so sie aber folgenden Mittwochs um einige Besichtigung anzustellen am vorigen Ort schaffen müssen, wobei man aber anderes nichts urteilen können, als was oben angezeiget worden. Worauf nach geschehenen Bericht Verordnung geschehen, daß auf Begehren nächst anderen christlichen Ceremonien und Busliedern eine LP. möge gehalten, dieselbe aber also eingerichtet worden, daß sie zu förderst das schädnliche Laster der Trunkenheit vorstelle und nachdrücklich dafür warne, welches so mündlich mir Hrn. Diacon geschehen aus dem Lucas Evangelium 21 Hütet euch, daß ihr mich nicht beschweret
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