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  #1  
Alt 16.05.2020, 19:26
Verano Verano ist offline
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Standard Halbenschläger

Familienname: Halbenschläger
Zeit/Jahr der Nennung: 16. und 17. Jahrhundert
Ort/Region der Nennung: SH, Raum Oldesloe und Segeberg



Hallo zusammen,

was meint ihr? Könnte der Name Halbenschläger/Haldenschläger, auch Hallenschleger zu Halmschlag geworden sein?
Oder ist Halmschlag unabhängig davon entstanden?

Und ist er wie ich vermute ein alter Flurname?
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #2  
Alt 16.05.2020, 21:16
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo August,

da der FN Halbenschläger in einschläg. Verbreitungskarten - auch zurück bis 1890 - nicht (mehr?) erscheint, könnte es sich um eine evtl. temporäre Verschreibung handeln.

Hast Du Dokumente vorliegen, die man mal einsehen kann?
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #3  
Alt 17.05.2020, 08:13
Verano Verano ist offline
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Guten Morgen Laurin,

hier eine Aufstellung Halben-/Haldenschläger und ähnliche Varianten.

http://www.ahnenforschung-in-stormar...amt/MannHa.htm

Ich frage deshalb, mein Vorfahr Halmschlag 1738 – 1802, KB-Archiv Beidenfleth/Wewelsfleth, kommt quasi aus dem Nichts.
In den Einträgen werden seine Eltern noch erwähnt, das war es dann schon.
Ich habe erfahren:

Beidenfleth:1731 sind die Kirchenbücher mit Pastorat durch Brand vernichtet.
Dabei fehlt: Taufregister 1690-1730
Trauregister vor 1724
Sterberegister ab 1742 vorhanden.


Eigentlich ist die Segeberger Ecke zuweit entfernt, um eine Verbindung nach Beidenfleth zu vermuten.


Ich stöbere nachher nochmal in weiteren Unterlagen.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #4  
Alt 17.05.2020, 08:29
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo August,
ja, Originale wären hilfreich. Vor allem interessiert mich der seltsame Wechsel Halbenschläger/Haldenschläger. Und könntest Du uns eine kleine Übersicht machen, wann und wo die Namensformen in der frühen Zeit auftauchten, und welche Formen gesichert zu ein und derselben Familie gehören?

Vorläufig vermute ich, dass die -er-Formen und FN Halmschlag unabhängig voneinander entstanden sind, und dass es sich bei Halmschlag tatsächlich um einen Wohnstättennamen auf Basis eines Flurnamens handelt. Wenn es aber doch einen Zusammenhang gäbe, dann eher umgekehrt: Halmschlag > Halmschläger > Verschreibungen. Vorausgesetzt in SH wurden Wohnstättennamen auch mit -er gebildet, und nicht nur in der einfachen Form ohne -er, wie ich das aus Westfalen kenne.

In mapire gibt es einen Halmschlag an der Bille in (Hamburg-)Bergedorf, leider ohne Schriftzug https://mapire.eu/de/synchron/europe...yers=158%2C164
(Wenn man eine neue Suche eingibt, kommt auch die Markierung)

Vielleicht findest Du in den Geoportalen SH und/oder HH was Schöneres.

Weil das im Bereich des Serrahn am Bergedorfer Hafen liegt, dachte ich zuerst an was mit Güterumschlag (vgl. die Schlachte in Bremen). Aber dann brachte mich halm- auf Reet (oder heißt es bei Dir Reith?). Der Halmschlag wäre also eine Stelle, wo Reet geerntet wurde. Von der Lage her könnte das passen. Und nach diesen Quellen auch von der Etymologie
https://books.google.de/books?id=NJN...0Reith&f=false
http://www.koeblergerhard.de/wikilin...ta&f=adt&mod=0

Analog gibts den FN Reetschlag, vermutlich als Wohnstättennamen, und den FN Reetschläger als Berufsnamen

Von all dem leite ich vorerst nicht ab, dass die Halbenschläger Reet geerntet hätten. Zur Klärung der -er-Formen brauchen wir wahrscheinlich noch ältere Erwähnungen als sie Dir bisher bekannt sind.

Wo tauchten denn bei Dir Halmschlag zuerst auf? Wenn weit weg von Bergedorf, dann musst Du wahrscheinlich eine Flur Halmschlag in der dortigen Gegend suchen.

In Bergedorf habe ich den frühen 60ern gewohnt. An Reet am Serrahn erinnere ich mich nicht. Aber an eine Hafenkneipe, heute wäre sie ziemlich retro.

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (17.05.2020 um 09:12 Uhr)
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  #5  
Alt 17.05.2020, 08:44
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo August,
da habe ich zu lange parallel geschrieben, so kanntest Du meinen vorigen Post nicht. Im Prinzip gilt er aber weiter, vielleicht bringt es Dich auf Ideen. Du könntest zunächst nach einem Flurnamen Halmschlag in Beidenfleth/Wewelsfleth suchen.

In der Genealogie Stormarn tauchen übrigens Halmschläger, Halmschleger auf. Darin sehe ich also einen Berufsnamen für jemanden, der Reet erntete (oder verabeitete?). Ob die Halden-/Halben- nur eine Verschreibung sind oder einen anderen Namensursprung haben, dazu müsstest Du tiefer in die Quellen einsteigen.

Viele Grüße
Xylander
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  #6  
Alt 17.05.2020, 09:55
Verano Verano ist offline
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Danke Xylander,

"ja, Originale wären hilfreich. Vor allem interessiert mich der seltsame Wechsel Halbenschläger/Haldenschläger. Und könntest Du uns eine kleine Übersicht machen, wann und wo die Namensformen in der frühen Zeit auftauchten, und welche Formen gesichert zu ein und derselben Familie gehören?"

Das wird wohl eine längere Geschichte;

Ich schicke mal mein Namen-Kuddel-Muddel. Ich denke, da steigt ihr durch.

Auf Scans verzichte ich, das müsst ihr mir so glauben, alles sehr leserlich geschrieben, ansonsten muss ich den PC hochfahren, da hängt der Scanner dran.

Hier die gesicherte Aufstellung:

Taufreg. Beidenfleth 1738: Hinrich Halmschlag. Eltern Johann Halmschlag und dessen Frau (ohne Angabe). Gevattern aus St. Margarethen und Wewelsfleth.

Traureg. Beidenfleth 1764: Hinrich Halmschlag, mit Witwe Anna Nißen, geb. Dohrn, weiland Joachim Halmschlags Sohn

Traureg. Wewelsfleth 1756: Antje Dohrn mit Reimer Nißen

Todtenregister 1802: sehr ausführlich mit Kindern und Enkelkindern, Hinrich Harmschlag, des weiland Jochim Harmschlag und Stientje (FN freigelassen), Kinder: Reimer und Stientje.

Das passt alles, Sohn Reimer ist der nächste Urahn, alle weiteren Nachkommen heißen Halmschlag. Harmschlag ist wohl ein Hörfehler des Pastors.

Hinrich Halmschlag und auch sein Sohn Reimer waren Ochsentreiber.

Eine liebe Forscherkollegin hat mir eine Abschrift aus dem KB Wewelsfleth geschickt:
Wewelsfleth Nr. 9, 1729.
Getraut Jacob Jürgen Halbenschläger aus Oldenschlo (Oldesloe) mit Stina Brehmers, 17. p. Trin.
Das könnten die Eltern meines Hinrich * 1738 sein.

Ich habe noch mehr zu Halbenschläger zusammengetragen später dazu mehr. Ist im Moment hier nicht relevant.
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  #7  
Alt 17.05.2020, 09:55
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Ob die Halden-/Halben- nur eine Verschreibung sind oder einen anderen Namensursprung haben, dazu müsstest Du tiefer in die Quellen einsteigen.
Ich habe mich mal auf die Suche begeben und Folgendes gefunden, was vielleicht hilfreich sein könnte:
In diesem (niederländischen) Handbuch zur niederdeutschen Sprache, werden halb, helb und halb im selben etymologischen Ursprung wie helm aufgeführt. Letzteres wiederrum ist - sowie ich das verstanden habe - eine "Hybridform" von halm und hat eine bedeutung von "langer Stiel" bzw. ursprünglich "Dünengras".
Auch das Grimm'sche Wörterbuch führt helb und helm als Form von Halm auf und nennt "Stiel" oder "Axtgriff" als Bedeutung. In einem Wörterbuch zur ostfriesischen Sprache verhält sich das ähnlich.
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  #8  
Alt 17.05.2020, 10:03
Verano Verano ist offline
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Danke Saraesa,


so ähnlich waren auch meine Ideen, deshalb dachte ich an einen Flurnamen.
Wenn es ausdrücklich Helmschläger hieße, wäre es wohl ein Schmiedename.
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Viele Grüße August

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  #9  
Alt 17.05.2020, 10:33
Xylander Xylander ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Verano Beitrag anzeigen
Danke Xylander,
Eine liebe Forscherkollegin hat mir eine Abschrift aus dem KB Wewelsfleth geschickt:
Wewelsfleth Nr. 9, 1729.
Getraut Jacob Jürgen Halbenschläger aus Oldenschlo (Oldesloe) mit Stina Brehmers, 17. p. Trin.
Das könnten die Eltern meines Hinrich * 1738 sein.
Hallo August,
wenn das stimmen würde, gäbe es ja doch einen Zusammenhang, und wir brauchten den Flurnamen Halmschlag nicht in Beidenfleth zu suchen, sondern evtl. in Oldesloe oder noch vorher noch woanders, Anfang 18. Jh. ist ja noch nicht weit zurück. Im Thema Fiener hatten wir sogar 1600 eine irreführende Namensversion. Und können denn alle Beidenflether mit Namen Halbenschläger usw. usw. Nachkommen dieses Paares sein?

Und mit dem -er dran wäre es dann entweder ein Herkunftsname zu Halmschlag o.ä. oder ein Berufsname. Die Ableitung von Reet/Halm würde ich dabei zumindest jetzt noch nicht aufgeben wollen.

Hallo Saraesa,
ja, irgendwie suchen wir in diesem Feld, aber mir fehlt im Moment noch der Überblick, auch finde ich in den mittelniederdeutschen Wörterbüchern noch keine Erhellung. Was wären denn Deine Deutungsoptionen?

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (17.05.2020 um 10:51 Uhr)
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  #10  
Alt 17.05.2020, 10:54
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

hellt das hier mehr auf oder verwirrt es mehr? https://books.google.de/books?id=hHY...lag%22&f=false
Oder passt es gar nicht?
Da die Beispiele aus Stormarn alle auf -schläger, -schleger enden, wohl eher nicht.

Gruß


Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)

Geändert von Kasstor (17.05.2020 um 10:59 Uhr)
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