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  #21  
Alt 17.05.2020, 16:03
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AKocur AKocur ist offline weiblich
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Zitat von jantum Beitrag anzeigen
Glaubt ihr wirklich, das sie so viel jünger gemacht wurde?
Das hatte ich ja von Anfang an vermutet. Gerade bei Frauen, die erst in späteren Jahren erstmalig heiraten, habe ich es schon desöfteren erlebt, dass die Braut mehrere Jahre jünger gemacht wurde, als sie es eigentlich war.

Laut Heiratsurkunde ist sie ja die 3. Tochter ihres Vaters. 2 weitere wurden 1811 und 1813 gefunden. Ich tippe daher auf 1815 als Susannas Geburtsdatum. Der Vater muss ja nur zu ihrer Zeugung anwesend gewesen sein. Wenn die Mutter 1815 bereits Witwe war, kann die Susanna eigentlich nicht später geboren sein. Ein uneheliches Witwenkind bekam den Mädchennamen der Mutter, nicht den ihres verstorbenen Ehemanns. Und ganz sicher hätte man dann beim Heiratseintrag nicht den Unteroffizier als Vater angegeben, wäre die Susanna als uneheliches Kind der Witwe geboren worden.

LG,
Antje
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  #22  
Alt 17.05.2020, 23:06
SusanneVonG SusanneVonG ist offline
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Hallo Antje,

ja, entweder Du hast recht, Caroline (mit dem Vornamen stand sie im Adreßbuch und im Bg-Eintrag) war die leibliche Tochter des Uffz. Johann R., dann kann sie nicht 1817-1820 geboren sein. Oder sonkis Idee mit der unehelichen Geburt der Caroline, die dann später "irgendwie" frisiert wurde, ist richtig.

Nach dem Tr-Eintrag sei Johann in Sachsen gefallen. Der Gefechtskalender des GrR 10 weist aber während der Befreiungskriege nur Schlachten in Sachsen in 1813 nach. Natürlich, dann waren die Franzosen ja aus Mitteldeutschland vertrieben u. 1814 sowie 1815 ging es dann nur westl. des Rheins weiter. Im August 1813 kam Johanns Tochter Anna Maria auf die Welt, da stand er im Feld. Es folgten im August und Oktober die Schlachten bei Dresden und Leipzig. Also starb Johann im August oder Oktober 1813.

Caroline kann somit nur 1810 u. früher geboren sein. Oder genau 1812, dann hätte ihre Mutter Theresia aber 1811, 1812 u. 1813 Kinder bekommen! Nach Jans Stammbaum bekam Caroline selbst übrigens 1861 das letzte Kind.

Also doch 1817 und unehelich ??

Grüße
Susanne.
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  #23  
Alt 18.05.2020, 09:04
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo Susanne,

stimmt, ich hatte gar nicht mehr bedacht, dass auf sächsischem Gebiet nach 1813 keine Kriegshandlungen mehr waren.

Dann wäre 1814 also das spätmöglichste Geburtsjahr, wenn der Uffz. ihr leiblicher Vater war. Die im Juli 1813 geborene Tochter macht es allerdings schwer, da eine direkte erneute Schwangerschaft zu vermuten. Weiß jemand, ob zu der Zeit Soldatenfrauen eventuell noch mitreisten? Das könnte zumindest die Möglichkeit für ein Geburtsjahr 1814 oder etwas später noch erhöhen.

Wäre sie 1810 geboren, wäre sie bei ihrem letzten Kind 51 Jahre alt gewesen. Ich denke, noch früher können wir daher auch ausschließen.
Bei jährlichen Geburten sterben idR zumindest einige Kinder sehr früh, was hier ja wohl nicht der Fall gewesen ist. Die erste Caroline wurde ja immerhin 4 Jahre alt.

1812 halte ich zumindest für möglich. Es liegen 2 Jahre und 7 Monate zwischen den Geburten 1811 u. 1813; ganz knapp wäre es zumindest nicht. Dann fehlt aber auch noch eine Tochter vor 1811.

Ansonsten bleibt ja wirklich nur noch die uneheliche Geburt später, wobei ich es dann für sehr außergewöhnlich halte, dass sie den Ehenamen der Mutter trägt, statt ihrem Mädchennamen.

LG,
Antje

Geändert von AKocur (18.05.2020 um 18:59 Uhr)
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  #24  
Alt 18.05.2020, 12:26
jantum jantum ist offline männlich
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Hallo,

nochmal vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und Erklärungsversuche. Ich habe mir im Kirchebuch (Breslau Maria Magdalena) auch nochmal den Heiratseintrag angeschaut. Dort ist ja am rechten Rand auch das Alter der Brautleute aufgeführt. Die Seite hatte das Archiv seinerzeit nicht mit übersandt.

Demnach ist der Karl August DIFFERT 53 Jahre alt, was zu seiner Geburt 1799 passt. Die Braut ist mit dem Alter von 34 Jahren angegeben. Damit wäre ihre Geburt um 1817. Die würde dann ja auch mit der in der Sterbeurkunde angegebenen Alter übereinstimmen. Mich würde wundern, wenn man die "Alterslüge" solange aufrecht erhält. Auch wenn der Karl August als Steueraufseher sicher zu den höhreren Beamten gehörte, der den Schein waren muss .

Weiter kann man ablesen, das ein Witwer mit einer Jungfer verheiratet wurde.

Mal sehen was man mit eurer Hilfe noch so ans tageslicht kommt ;o)

Danke und viele Grüße aus Berlin.

Jan
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Jan Tummoscheit

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Forschungsschwerpunkt: Ostpreussen (Kraupischken, Pelleningken) Schlesien (Breslau), Erzgebirge, Harz, Eichsfeld

Geändert von jantum (18.05.2020 um 12:28 Uhr)
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  #25  
Alt 18.05.2020, 13:31
sonki sonki ist offline
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Eine Sache ist vielleicht interessant - oder ich denke das nur.
Die zwei bekannten Taufen 1811 & 1813 waren katholisch. Die 3. Taufe haben wir noch nicht gefunden. Aber, das 3. Kind hat ja 1852 geheiratet und ist dort als evangelisch eingetragen.
Wenn nun die Mutter kath. war (es gibt bisher keine gegenteilige Information), könnte es nicht sein, das ihr 3. Kind unehelich war und sie damit nicht beim kath. Pfarrer antanzen wollte und daher eventuell ins evg. übergetreten ist und ihr 3. Kind, halt auch evg. taufen ließ? Ok, das sind sehr viele "wenn's", aber dieser Fall eignet sich halt hervorragend für wilde Spekulationen.
Den Sterbeeintrag der Mutter müsste man mal finden - sie müsste ja mind. noch 1833 gelebt haben, oder sogar noch nach 1848 (wenn das ihr Adressbucheintrag ist). Also mal alle KBs von Breslau, evg. & kath., durchforsten...?
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  #26  
Alt 18.05.2020, 18:24
SusanneVonG SusanneVonG ist offline
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Hallo sonki,

ich glaube nicht, daß man sich ~ 1817 in Breslau mit einem unehelichen Kind vor einem ev. Geistlichen leichter getan hätte also vor einem katholischen. Es war vermutlich eher umgekehrt, denn die ev. Kirche Schlesiens war schon sehr konservativ. Vor allem in Breslau, das ja in seiner Geschichte durchgehend evangelisch geblieben war. Aus diesem Grund könnte ich mir vorstellen, daß die ev. Familie Differt es ablehnte, daß der Karl eine Katholikin heiratete. Sie wird also erst vor der Heirat konvertiert sein. Der Differt war übrigens kein "großes Licht" um 1855 bei der Breslauer Steuerbehörde, zumindest fehlt er in den Schlesischen Instanziennotizen.

Nochmals zum Militärischen. Johann war in der 1. Komp., I. Bat., des 1. Schles. IR (späteres GrR 10), die lag seit der Gründung 1808 bis März 1813 in der Festung Neiße. In o.g. Tf-Eintrag von 1811 wird er ja auch als "aus Neiße beurlaubt" bez. Seine Frau u. Kinder blieben augenscheinlich in Breslau. Auch nach seinem Tod verzog sie nicht etwa nach Neiße. Von daher tendiere ich jetzt doch eher dazu, daß auch Johann Renelt aus Breslau stammte. Zumal es ja diesen Musketier Ignatz Renelt im Regiment Hohenlohe um 1800 in Breslau gab, der seine Kinder kath. in St. Mauritius taufen ließ. Ich würde also bei St. Mauritius mit der Suche beginnen. Nach Johanns Tf (~1785), Johanns Tr (~1807/08) u. Carolines Tf (1810-1812).

Grüße
Susanne.
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  #27  
Alt 18.05.2020, 18:49
sonki sonki ist offline
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Zitat:
Zitat von SusanneVonG Beitrag anzeigen
Nach Johanns Tf (~1785), Johanns Tr (~1807/08) u. Carolines Tf (1810-1812).
In St. Mauritius leider Fehlanzeige.
Interessant wäre auch zu erfahren was aus der 1813 getauften Tochter wurde, aber die Suche ist leider bei Frauen mangels Namensindex immer schwieriger und in Breslau halt sehr aufwändig.
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  #28  
Alt Heute, 12:03
jantum jantum ist offline männlich
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Hallo gestern wurden in Polen weitere Militärkirchenbücher veröffentlicht:

"Register der Garnison Neisse 1797-1906:
https://www.szukajwarchiwach.gov.pl/...-/zespol/45668
Dahinter verbergen sich (momentan) 32 verschiedene Militärkirchenbücher von unterschiedlichen Einheiten die in Neisse stationiert waren!"

Ist hier eines dabei welches ich durchschauen sollte?
Danke
Jan
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Jan Tummoscheit

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