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  #11  
Alt 07.09.2023, 08:26
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Hallo Ringelein,

das Thema "Kontakt zur Fremdenlegion" hatten wir hier https://forum.ahnenforschung.net/sho...=Fremdenlegion
schon mal. Scroll einfach mal durch ....

Kann sein, dass ich die Anschrift noch irgendwo habe, muss ich suchen. Mit einer sehr freundlichen Antwort hat es gar nicht lange gedauert, aber ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert, weil ich einen nicht unerheblichen Stammbaum mit zahlreichen beglaubigten Urkunden hätte schicken müssen, um weitere Auskünfte zu bekommen. - Dass jenes Familienmitglied in der Fremdenlegion war, wusste ich schon; mich hätten Einzelheiten interessiert, habe dann aber verzichtet.
__________________
Herzliche Grüße
Scheuck

Geändert von scheuck (07.09.2023 um 08:40 Uhr)
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  #12  
Alt 07.09.2023, 09:26
Benutzerbild von Ralf-I-vonderMark
Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Hallo Ringelein,

da Dein Großvater 1919 geboren wurde und 1936 in Braunschweig gemustert wurde, ist eine reguläre Ausbildung zum Fallschirmjäger mit Sprungübungen (die aus 40 m Höhe waren am härtesten) sehr wahrscheinlich und dürfte er auch Angehöriger der Wehrmacht und nicht der Fremdenlegion gewesen sein, auch wenn das Bundesarchiv (Abteilung PA) keine Unterlagen zu haben scheint.

Da er einmal erkrankt und einmal verwundet war, hätten sich normalerweise in Zentralen Personenkartei der WASt die Meldungen von Lazaretten oder Sanitätsformationen befinden müssen, zumal auch Versetzungen zu Truppenteilen und namentliche Zuordnung zu Erkennungsmarken theoretisch verzeichnet wurden. Aber die Zentralen Personenkartei dürfte auch Lücken aufweisen.

Die Malariainfektion in Afrika würde bedeuten, dass er voraussichtlich 1942 zu Fallschirmjäger-Brigade 1 (u.a. I. Bataillon des Fallschirmjäger-Regiments 2, II. Bataillon des Fallschirmjäger-Regiments 5, Fallschirmjäger-Lehr-Bataillon) und 1943 zur 2. Fallschirmjäger-Division (1943 Fallschirmjäger-Regimenter 2, 6 und 7) und des General Ramcke gehört haben könnte.
vgl. https://www.lexikon-der-wehrmacht.de...rig/Ramcke.htm

Die Bearbeitung von Anfragen lief bei der WASt unter Berücksichtigung der individuellen Fragestellung nach vorgegebenem Gang über folgende Stationen ab: alphabetische Zentraldatei → Erkennungsmarkenverzeichnisse/Verlustlisten → Dornburgkartei/Gräberkartei → je nach Fragestellung Kriegsgefangenendatei bzw. Abteilung Kriegsmarine → weiterführende Ermittlungen, je nach Antragsart, sowie externe Recherchen → Benachrichtigung.

Möglicherweise hat das Bundesarchiv (Abteilung PA) nach Übernahme der Zentralen Personenkartei die Bearbeitungsstruktur geändert.

Aus der These, dass der Großvater 1942 zu Fallschirmjäger-Brigade 1 gehörte, ergibt sich vielleicht ein neuer Suchansatz. Ich empfehle, die Optionen mit einem zuständigen Mitarbeiter des Bundesarchivs tel. zu erörtern.

Da die Geburtsurkunde nicht gefunden wurde, wäre der nächste Versuch, die Heiratsurkunde Deiner Großeltern zu finden, sofern kein Familienbuch im Besitz Deiner Großmutter vorhanden war.

Viele Grüße
Ralf
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  #13  
Alt 08.09.2023, 05:47
Ringelein Ringelein ist offline
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Hallo Ralf,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Alles nach dem Kennenlernen bzw nach der Hochzeit meiner Oma habe ich und ist auch dokumentiert.
Ich habe die Heiratsurkunde, die Sterbeurkunde und den Beweis, dass er in in 2 Orte gewohnt hat. Hierzu liegen mir alle Dokumente vor.
Nur alles vor der Hochzeit (Geburtsurkunde, Wohnort und Wehrmacht) sind nicht auffindbar. Auch seine Eltern nicht.
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  #14  
Alt 08.09.2023, 08:15
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Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Hallo Ringelein,

o.K., Du hast die Heiratsurkunde, aus welcher sich das Geburtsdatum und der Geburtsort des Großvaters ergibt.

Trotz der konkreten und urkundlich belegten Angabe ist die Geburtsurkunde aus dem Jahr 1919 nicht auffindbar, obwohl die maßgeblichen Geburtsurkunden des Standesamtes noch existieren.

Dann stellt sich die spannende Frage, wann die Großeltern geheiratet haben. Denn bei Annahme einer Trauung nach dem Ende des 2. Weltkrieges wäre es theoretisch denkbar, dass der Großvater – aus welchen Gründen auch immer – die Identität gewechselt haben könnte und mit falschem Namen und gefälschten Papieren weitergelebt und geheiratet haben könnte.

Was hat er denn Deiner Großmutter zu seinen Eltern, also Deinen Urgroßeltern erzählt und gibt es Unterlagen, Briefe, Fotos, Gegenstände zu der Familie der Urgroßeltern und ist etwas zu deren Lebensdaten und Wohnort bekannt? Sind Geschwister oder sonstige Verwandte des Großvaters oder Details seiner Lebensgeschichte vor 1939 bekannt?

Denn möglich wäre es auch, dass in der Heiratsurkunde versehentlich der Geburtsort falsch eingetragen wurde; z.B. wegen Verwechselung mit dem letzten Wohnort oder weil die Großeltern zwar an dem Geburtsort wohnten, er aber auswärtig geboren wurde.

Denkbar ist auch, dass der Großvater unehelich geboren wurde und in der Geburtsurkunde der Familienname der Großmutter steht. In diesem Fall könnte die Geburtsurkunde von dem zuständigen Stadtarchiv leicht gefunden werden.

Welchen Dienstgrad hatte der Großvater als Fallschirmjäger und in welcher Zeit ist er in welchem Land in Gefangenschaft gewesen?

Viele Grüße
Ralf
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  #15  
Alt 08.09.2023, 14:17
Ringelein Ringelein ist offline
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Hallo Ralf,
Dankeschön für die tollen Ansätze.

Zu meinen Urgroßeltern weiß ich von der Kirche, da hat 1958 der kirchenangestellte bestätigt, dass er die Familie kennt (woher auch immer, denn der Nachname ist gleich im ersten Satz falsch geschrieben). Darauf hin und auch nur wegen des Schriebs, durfte dann meine Mutter den Nachname von ihrem Vater annehmen, da mein Opa und meine Oma noch nicht verheiratet waren.

Briefe und Bilder sind von meinen Urgroßeltern nicht vorhanden. Von meinem Opa nur 2 zivile Bilder für Ausweise.
Ich habe auch bezüglich der Urgroßeltern schon Anfragen bei städte wegen Geburt, Heirat und Adressbücher gemacht. Alles negativ.

Auf der Geburtsurkunde und der Heiratsurkunde und der Sterbeurkunde steht immer magdeburg.
Es ist aber in magdeburg nichts vorhanden. Auch Monate vorher und nachher nicht.

Ich weiß von meiner oma, dass er fallschirmjäger war, dass er 1936 gemustert wurde in braunschweig und er dann fallschirmjäger war. Er war in monte Cassino, Afrika im Einsatz und hatte eben Malaria in afrika.
Aus seiner fallschirmjägergruppe haben nur 5 Leute überlebt und eben einer hieß pape.

Wenn du magst kann ich dir gerne per Mail mal die Dokumente schicken, wie Bilder und Dokumente.
Mein Opa hatte auch ein Tattoo auf dem Arm in Form eines Stahlhelms. Nach dem Krieg ist das Tattoo weg gewesen

Alles sehr mysteriös und bringt mich fast zum verzweifeln

Ich hab mir auch schon Gedanken gemacht, weil alle Anfragen immer leer laufen, ob der Name überhaupt stimmt.

Liebe Grüße Melanie
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  #16  
Alt 08.09.2023, 14:37
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo Melanie

Bist du dir sicher mit dem Geburtsjahr 1919? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man 1936 17-Jährige gemustert hat. Oder könnte das 1936 der Reichsarbeitsdienst gewesen sein?

Monte Cassino liegt in Süditalien, zuerst war das Kriegsgeschehen in Nordafrika, dann kam die Landung in Sizilien (ab dem 10. Juli 1943), die Landung in Süditalien (im September 1943) und erst danach ereignete sich die Schlacht um Monte Cassino (17. Januar bis 18. Mai 1944).

https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Husky
https://de.wikipedia.org/wiki/Alliie...ion_in_Italien
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Monte_Cassino

Gruss
Svenja
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  #17  
Alt 08.09.2023, 15:40
Ringelein Ringelein ist offline
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Hallo,

1919 steht in der Heirats- und Sterbeurkunde. Ob es wirklich so ist, weiß ich nicht, da man ja keine Geburtsurkunde gefunden hat bei der Stadt Magdeburg. Ich weiß nicht einmal ob er wirklich aus Magdeburg stammt. Weil die Adressbücher spucken die Namen leider nicht aus. Das hab ich alles auch schon abgesucht.

Meine Oma hat damals gesagt der Opa war in Frankreich, Kreta und Afrika. Aber ich konnte das ja nie nachvollziehen, weil nicht einmal ein Bild von ihm in Montur der fallschirmjäger vorhanden ist.
Es ist nicht mal ein Abzeichen, ein Pass oder sonstiges von ihm da. Ich habe nur seine Bilder in Zivil und den Reisepass, dort stehen aber die gleichen Daten wie in der Heiratsurkunde
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  #18  
Alt 08.09.2023, 17:46
Erny-Schmidt Erny-Schmidt ist offline
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Hallo,
Zitat:
Zitat von Svenja Beitrag anzeigen
Bist du dir sicher mit dem Geburtsjahr 1919? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man 1936 17-Jährige gemustert hat. Oder könnte das 1936 der Reichsarbeitsdienst gewesen sein?
In der DDR erfolgte die Musterung i.a. mit 16/17 Jahren. Die Einberufung erfolgte aber frühestens zwei Jahre später. Da die NVA vieles von der Wehrmacht übernommen hat, könnte es auch damals schon so gewesen sein. Aus den Militärstammrollen der preuß. Armee im 19. Jh. weiß ich allerdings, dass zu jener Zeit anscheinend erst mit 20 Jahren gemustert wurde. Etwas unsicher also ...
Wenn Melanie nunmehr schreibt, ihr Opa wäre in Frankreich, Kreta und (Nord-)Afrika gewesen, widerspricht das der Ortsangabe "Monte Cassino", es sei denn, er war nach dem Rückzug aus Afrika außerdem noch dort eingesetzt.
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Gruß E. Schmidt.
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  #19  
Alt 08.09.2023, 18:18
Lock Lock ist offline
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Hallo
Das ganze liest sich doch einigermaßen mysteriös.
Wenn keinerlei Informationen vor der Heirat zu finden sind, drängt sich mir eine falsche Identität auf. Voraussetzung wäre aber eine Heirat nach 1945.
In Bezug auf Magdeburg, Gardelegen liegt gleich um die Ecke, dort waren unter anderem Einheiten der 1. Fallschirmjägerdivision stationiert. Es war auch Ausbildungsstandort. 1935/36 wurden vor allem freiwillige rekrutiert. Somit kann ein Alter von 17 Jahren gut möglich sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fallsc...er_(Wehrmacht)
Die genannten Einsatzorte lassen auf einen "alten Hasen" schließen.
ich will nichts unterstellen, am 13. April 1945 kam es in der Isenschnibber Feldscheune zu einem Kriegsverbrechen unter Beteiligung diverser vor Ort verfügbarer Einheiten von SS über Wehrmacht bis zum Volkssturm.
Das wäre ein Grund seine Identität zu verschleiern. Die Alliierten haben versucht der Beteiligten habhaft zu werden. Einige haben sie gefunden, und einige nicht. Der NSDAP-Kreisleiter der die Ermordung anordnete, lebte unerkannt bis 1994 mit falschen Papieren.
Wenn ich mich in die Lage deines Opas versetze, hätte ich auch vermieden damit in Zusammenhang gebracht zu werden. Egal ob persönlich beteiligt oder nicht.
Fallschirmjäger gehörten zu den Eliteeinheiten mit einem eigenen "Ehrenkodex" im Soldbuch z.b. waren 10 Gebote festgehalten. das 5. lautet:
Hüte Dich vorm Reden! Sei nicht bestechlich! Männer handeln, während Frauen schwatzen. Reden kann Dich ins Grab bringen.

Ich würde sagen, ja er war Fallschirmjäger, aber nicht der für den er sich ausgab.
Hast Du schon die einschlägigen Datenbanken nach dem Name durchforstet?
Standesamtsunterlagen von Magdeburg gibt es bei Ancestry.
Kirchenbücher bei Archion.
Verfälschungen der Milit.Laufbahn waren nach Kriegsende nicht ungewöhnlich. Mein Großonkel landete 1946 auch vor einem sovjet. Militärtribunal. Er war eben nicht ein Wehrmachtsangehöriger gewesen wie angegeben, sondern Wachmann in einem Gestapogefängniss.

v.g. Gerhardt
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  #20  
Alt 08.09.2023, 18:36
Pommerellen Pommerellen ist offline
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Hallo,

was ich etwas merkwürdig finde ist, das auf der standesamtlichen Heiratsurkunde eine Angabe steht, die im Jahre um 1958 nicht überprüft bzw. hinterfragt wurde. In der Regel steht dort schon die Standesamtsnummer mit Urkundennummer der Geburtsurkunde. Auch wurde kirchlich normalerweise ein Taufzeugnis angefordert bzw. eine Bestätigung von der Heimatpfarrei, das die Person nicht schon verheiratet war. Ich habe einen Fall um die Zeit wo in Polen angefragt wurde ob eine Taufe vorliegt, was dann mit dem Heiratsdatum im Kirchenbuch (kath.) hinter der Taufe vermerkt wurde.
Die Legitimität ist weiterhin zweifelhaft.

Viele Grüße
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